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Bei Grunddienstbarkeiten reicht die tatsächliche Ausübung/des Rechtswirkliche Ausübung des Dienstbarkeitsrechts für den Besitzschutz aus.
“Wer die tatsächliche Gewalt über eine Sache hat, ist laut Art. 919 ZGB ihr Besitzer (Abs. 1). Dem Sachbesitz wird bei Grunddienstbarkeiten und Grundlasten die tatsächliche Ausübung des Rechts gleichgestellt (Abs. 2). Nach Art. 926 ZGB (Abwehr von Angriffen) darf sich der Besitzer verbotener Eigenmacht mit Gewalt erwehren (Abs. 1). Er darf sich, wenn ihm die Sache durch Gewalt oder heimlich entzogen wird, sofort des Grundstückes durch Vertreibung des Täters wieder bemächtigen und die bewegliche Sache dem auf frischer Tat betroffenen und unmittelbar verfolgten Täter wieder abnehmen (Abs. 2). Er hat sich dabei jeder nach den Umständen nicht gerechtfertigten Gewalt zu enthalten (Abs. 3). Das Zivilgesetzbuch sieht ferner Rechtsbehelfe zum Besitzesschutz vor, nämlich in Art. 927 eine Klage aus Besitzesentziehung und in Art. 928 eine solche aus Besitzesstörung.”
Bei im Fahrzeug/Fahrzeugschein eingetragener hilfsbedürftiger Person/Hilfsperson besteht zugunsten der Verwaltungs-/Sozialbehörde eine Besitz- bzw. Eigentumsvermutung; die Nicht-Eigentümerschaft muss gegebenenfalls nachgewiesen werden.
“), il y a dissociation de la propriété et de la détention d’un véhicule lorsque le propriétaire permet à un tiers d’en disposer en en faisant usage à ses risques et périls. Tel est le cas en présence d’un contrat de leasing, d’un contrat de prêt d’une certaine durée (un mois au moins; cf. Probst, op. cit. n° 232 ad art. 58 LCR, avec les références citées) ou la remise d’une voiture de fonction par l’employeur. Il revient cependant alors au détenteur de produire des documents attestant du fait qu'il n'est pas propriétaire, comme un contrat conclu avec lui ou une inscription dans le permis de circulation du véhicule sous le "code 178" (cf. CDAP PS.2015.0109 13 juin 2016 consid. 5b; arrêt de la chambre administrative de la Cour de Justice du canton de Genève ATA/656/2013 du 1er octobre 2013 point 10). Lorsqu’une voiture est immatriculée au nom d’une personne assistée, il existe une présomption légale selon laquelle elle est propriétaire du véhicule à moteur (art. 930 CC en relation avec l’art. 919 CC). Si cette personne ne peut pas prouver le contraire de manière adéquate et concluante (par exemple par un contrat de location avec règlement des modalités), la voiture constitue en principe un actif réalisable (cf. la revue spécialisée de la CSIAS ZESO n° 3/2022 p. 8).”
Fehlt tatsächliche Gewalt über entfernt gelagerte Gegenstände (insbesondere am inländischen Standort), ist Besitz im Sinne von Art. 919 ZGB als Herausgabengrund oft ausgeschlossen; Besitz muss konkret nachgewiesen werden.
“Die Berufung bezieht sich auf eine weitere, von der Vorinstanz nicht berücksich- tigte Gegenforderung der Beklagten auf Herausgabe von Schmuck, den sie aus Eigengut erworben habe, oder auf Verrechnung der güterrechtlichen Forderung des Klägers mit einer dem Wert dieses Schmucks aufgrund des heutigen Gold- preises entsprechenden Ersatzforderung von CHF 7'252.00, woraus eine Reduk- tion der Forderung des Klägers auf CHF 3'920.22 resultieren würde (act. 106 S. 5 Ziff. 12). 2. Die Vorinstanz hielt die Existenz des fraglichen Schmucks, bestehend aus Goldmünzen, für unbestritten und erachtete den Erwerb durch die Beklagte als hinreichend belegt. Als Schmuck und damit als Gegenstände für den persönlichen Gebrauch der Beklagten handle es sich dabei um Eigengut (act. 110 S. 57 f.). Der Beklagten, welche mit Bezug darauf die Beweislast trage, gelinge es jedoch nicht, den (vom Kläger bestrittenen) Besitz des Klägers an diesen Goldmünzen zu beweisen. Sie behaupte nicht, die Goldmünzen befänden sich in seinem Besitz, sondern im Haus seines Vaters im Kosovo, was der Kläger jedoch bestreite. An dort gelegenen Gegenständen habe der Kläger jedoch keine tatsächliche Gewalt und mithin auch keinen Besitz i.S. von Art. 919 ZGB (act. 110 S. 58). Da nicht erwiesen sei, dass sich die Goldmünzen im Besitz des Klägers befän- den, seien die Voraussetzungen für einen Herausgabeanspruch nicht gegeben. Worauf sie einen Ersatzanspruch stütze, führe die Beklagte weder in tatsächlicher - 13 - noch in rechtlicher Hinsicht aus. Eine Ersatzforderung sei daher bereits mangels Substantiierung nicht gegeben (act. 110 S. 58 f.). 3. Die Beklagte macht mit der Berufung geltend, die Begründung der Vor- instanz, der Kläger habe an den Gegenständen im Haus seines Vaters keine tat- sächliche Gewalt, mithin keinen Besitz, und könne den Schmuck daher nicht aus- händigen, greife zu kurz. Die Eigentumsverhältnisse an diesem Haus im Kosovo seien nicht relevant für die Frage des Besitzes am Schmuck. Auch eine Mietwoh- nung stehe nicht im Eigentum der jeweiligen Mieterschaft und dennoch habe die- se Besitz an sämtlichen Gegenständen in der angemieteten Wohnung. Die Eltern des Klägers besässen ein zweistöckiges Haus im Kosovo. Sie bewohn- ten das untere Stockwerk, während der obere Stock von den Parteien bewohnt und für sie bestimmt gewesen sei, wenn sie sich dort aufgehalten hätten.”
Die Klagen auf Besitzschutz bezwecken auch den Schutz des tatsächlichen (faktischen) Besitzes, nicht nur des rechtlichen Besitzes.
“La dottrina più recente sostiene per contro che l'azione di manutenzione tutela non solo il possesso giuridico, ma anche quello effettivo sulla cosa (unanimi: Steinauer, op. cit., vol. I, pag. 109 n. 212; Pichonnaz in: Commentaire romand, CC, 2ª edizione, n. 69 ad art. 919; Schmid/Hürlimann-Kaup, Sachenrecht, 6ª edizione, pag. 32 n. 121a; Fuchs, Die Besitzesschutzklagen nach Art. 927 ff. ZGB, Zurigo 2018, pag. 38 e 39 n. 55 seg.; Stark/Lindenmann in: Berner Kommentar, 2016, n. 83 ad art. 919 CC; Piotet in: Traité de droit privé suisse, vol. V/2, 2ª edizione, pag. 114 n. 365; Sutter-Somm, Eigentum und Besitz, in: Schweizerisches Privatrecht, vol. V/1, 2ª edizione, n. 1188; v. anche Hrubesch-Millauer/ Graham-Siegenthaler/Eggel, Sachenrecht, 6ª edizione, pag. 40 n. 142).”
Mit dem Auszug der Beschwerdegegnerin endet in der Regel die tatsächliche Sachherrschaft; eine Ausweisung bzw. Besitzwegweisung gegen die Ausgezogene ist daher faktisch bzw. praktisch aussichtslos und unter Umständen unzulässig, da der Besitz bei dauerhaftem Auszug verloren gehen kann.
“In ihrem Ausweisungsbegehren machte die Beschwerdeführerin geltend, mit dem Beklagten 1 und der Beschwerdegegnerin einen Mietvertrag für eine 3-Zim- merwohnung, EG, inkl. Kellerabteil an der ... [Adresse] in C._____ per 1. Mai 2023 abgeschlossen zu haben (act. 1 Rz. 5). Der Beklagte 3 wohne in der Woh- nung, ohne jedoch Mieter zu sein (act. 1 Rz. 6). Aufgrund von Mietzinsausständen habe sie (die Beschwerdeführerin) das Mietverhältnis per 29. Februar 2024 ge- kündigt (act. 1 Rz. 8) und in der Folge ein Ausweisungsgesuch gestellt, da die Be- klagten zur freiwilligen Räumung und Abgabe des Mietobjekts nicht bereit gewe- - 4 - sen seien (act. 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin habe das Mietobjekt in der Zwi- schenzeit verlassen, sei aber dennoch per 1. März 2024 verpflichtet gewesen, das Mietobjekt geräumt, gereinigt und in ordnungsgemässem Zustand inklusive Schlüsse fristgereicht abzugeben (act. 1 Rz. 8). 3.2. Die Vorinstanz trat auf das Gesuch betreffend die Beschwerdegegnerin nicht ein. Diese habe seit ihrem Auszug offenkundig keine tatsächliche Sachherrschaft i.S.v. Art. 919 Abs. 1 ZGB über das Mietobjekt mehr. Da die Ausweisung der Be- schwerdegegnerin folglich tatsächlich unmöglich sei, liege jedenfalls kein unbe- strittener oder sofort beweisbarer”
Bei Streit über die Inhaberschaft von Forderungen/Zessionen entscheidet in der Praxis häufig die vermutete bzw. tatsächliche Verfügungsmacht oder Berechtigung des faktischen Inhabers darüber, wer als Besitzer gilt.
“Si le débiteur est en possession du bien revendiqué, que son droit sur la créance est plus vraisemblable que celui du tiers revendiquant ou que la prétention du tiers revendiquant sur un immeuble ne découle pas du registre foncier, le débiteur ou le créancier dans la poursuite ou le séquestre doit manifester sa contestation de la revendication dans un délai de dix jours que lui fixe l'office. En l'absence de contestation, la revendication est admise. En cas de contestation, il appartient au tiers revendiquant de saisir le juge dans le délai de vingt jours que lui fixe l'office (art. 107 al. 1, 2, 4 et 5 LP). Si le tiers revendiquant est en possession du bien revendiqué, que son droit sur la créance est plus vraisemblable que celui du débiteur ou que la prétention du tiers revendiquant ressort du registre foncier, il appartient au créancier ou au débiteur dans la poursuite ou le séquestre d'agir devant le juge pour faire valoir son droit dans un délai de vingt jours qui leur est fixé par l'Office; si ni l'un ni l'autre n'agit, la revendication est réputée admise (art. 108 al. 1 et 2 LP). La notion de possession des art. 107 et 108 LP n'est pas celle de l'art. 919 CC. Dans le cadre de la LP, il s'agit de la simple détention de fait, autrement dit du pouvoir exclusif d'user de la chose. Lorsque le bien revendiqué est un bien mobilier (y compris un papier-valeur), le critère déterminant est la détention. Lorsque le bien revendiqué est un immeuble, le critère déterminant est l'inscription au registre foncier. Lorsque le bien revendiqué est une créance ordinaire (non incorporée dans un papier-valeur) ou un autre droit, le critère déterminant est la vraisemblance de la titularité de cette créance ou de cet autre droit; en d'autres termes, le possesseur sera celui qui – du débiteur ou du tiers revendiquant – a, selon la plus grande vraisemblance, la qualité de créancier ou est le mieux à même de disposer de la créance ou de l'exercer (ATF 120 III 83 consid. 3a). Si le bien revendiqué ne se trouve en la possession ni du débiteur ni du tiers revendiquant, mais en celle d'une quatrième personne - le quart détenteur -, le rôle des parties dépend de la question de savoir pour le compte de qui le détenteur possède: si c'est pour le compte exclusif du débiteur, il appartient au tiers revendiquant d'ouvrir action; si le quart détenteur possède pour son propre compte, ou conjointement avec le débiteur, ou encore pour le compte du tiers revendiquant et du débiteur, il incombe au créancier d'agir.”
Bei Besitzfeststellungen haben frühe, unveränderte Besitzangaben ein besonderes Indizgewicht.
“Selon une jurisprudence constante, la préférence doit en effet être accordée aux premières déclarations, qui correspondent généralement à celles que la personne a faites alors qu'elle en ignorait les conséquences juridiques, les explications nouvelles pouvant être le fruit de réflexions ultérieures (v. arrêts CDAP PS.2023.0058 du 19 mars 2024 consid. 2d et les références citées; PS.2021.0047 du 17 juin 2022 consid.3b; PS.2020.0089 du 23 mars 2021 consid. 4b; PS.2019.0008 du 17 janvier 2020 consid. 4a, confirmé par arrêt du TF 8C_120/2020 du 28 janvier 2021 consid. 3.3.1; v. aussi ATF 142 V 590 consid. 5.2; 121 V 45 consid. 2a). A cela s’ajoute que les premières déclarations du recourant sont corroborées par d’autres éléments du dossier. Selon le permis de circulation du véhicule, établi le 14 août 2023 et transmis au CSR à l’appui de la demande de prestations du RI, ce véhicule était alors immatriculé au nom du recourant, lequel ne conteste du reste pas l’utiliser principalement. Il s’agit-là d’un indice supplémentaire pour admettre qu’il en est le propriétaire (v. présomption légale découlant de l’art. 930 du Code civil suisse du 10 décembre 1907 [CC; RS 210], en lien avec l’art. 919 CC). La facture du garage B.________, datée du 26 juillet 2023, a par ailleurs également été établie au nom du recourant. Dans ces circonstances, l’autorité intimée a retenu à juste titre que le recourant était propriétaire du véhicule en cause, dont la valeur devait donc être prise en compte dans le calcul de sa fortune, confirmant pour ces motifs la décision du CSR lui octroyant les prestations du RI sous forme d’avances remboursables. Ni la reconnaissance de dette adressée au CSR le 13 février 2024, ni à plus forte raison le nouveau permis de circulation du véhicule établi le 27 mai 2024, d’après lequel le père du recourant est le détenteur de ce véhicule, produit à l’appui du recours pour permettre au recourant d’échapper à la prise en compte de la valeur du véhicule dans sa fortune, ne remettent en causes les indications initiales fournies.”
Der Besitzwille kann generell/als hypothetischer bzw. "virtuelle" Kenntnis der Besitzverhältnisse gelten; es ist nicht erforderlich, dass der Besitzer konkrete Kenntnis jeder einzelnen Sache hat.
“Der Besitzwille setzt grundsätzlich die Kenntnis des Besitzes voraus (PICHONNAZ, a.a.O., N. 31 zu Art. 919 ZGB). Das Bundesgericht hat bereits früher festgehalten, dass Besitz auch gegeben sein kann ohne Kenntnis von der besessenen Sache, und dass der allgemeine Wille genügt, diejenigen Sachen zu besitzen, die sich in der Einflusssphäre der betreffenden Person befinden (BGE 48 II 38 E. 2a), was in der Lehre bestätigt wird (PICHONNAZ, a.a.O., N. 31 zu Art. 919 ZGB, "connaissance virtuelle de la possession"; ERNST/ZOGG, in: Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch II, 7. Aufl. 2023, N. 20 zu Art. 919 ZGB, "genereller bzw. hypothetischer Besitzwille").”
Im strafrechtlichen Kontext wird Besitz nach dem Kriterium der faktischen Verfügungsgewalt im Rahmen des sozialen Gebrauchs beurteilt; der strafrechtliche Possessionbegriff kann vom zivilrechtlichen Besitzbegriff abweichen.
“Il s'impose donc de ne rendre une ordonnance de classement que lorsqu'une condamnation paraît exclue avec une vraisemblance confinant à la certitude (ATF 138 IV 86 consid. 4.1.1). Le ministère public et l'autorité de recours disposent, à ce sujet, d'un certain pouvoir d'appréciation (arrêt du Tribunal fédéral 6B_1164/2020 du 10 juin 2021 consid. 2.1). 3.2. L'art. 139 ch. 1 CP punit, du chef de vol, celui qui, pour se procurer ou procurer à un tiers un enrichissement illégitime, aura soustrait une chose mobilière appartenant à autrui dans le but de se l'approprier. Pour qu'il y ait vol, il faut que l'auteur soustraie la chose à autrui, c'est-à-dire qu'il brise la possession d'autrui pour constituer une nouvelle possession sur la chose. Le lésé devait être possesseur de la chose, et l'auteur, par la soustraction, a acquis une possession qu'il n'avait pas auparavant (B. CORBOZ, Les infractions en droit suisse, vol. I, Berne 2010, n. 2 ad art. 139 CP). La notion de possession, au sens de l'art. 139 CP, n'est pas la même que celle de droit civil (art. 919 CC; cf. ATF 71 IV 87 consid. 3). En matière pénale, elle est définie comme un pouvoir de fait sur la chose, selon les règles de la vie sociale ou les circonstances concrètes du cas d'espèce; elle présuppose la disposition effective de la chose et la volonté de la posséder (ATF 132 IV 108 consid. 2.1). 3.3. Commet un abus de confiance au sens de l'art. 138 ch. 1 al. 2 CP, celui qui, sans droit, a employé à son profit ou au profit d'un tiers des valeurs patrimoniales qui lui avaient été confiées. Sur le plan objectif, l'infraction à l'art. 138 ch. 1 al. 2 CP suppose que l'on soit en présence d'une valeur confiée, ce qui signifie que l'auteur en ait la possession en vertu d'un accord ou d'un autre rapport juridique, pour en faire un certain usage dans l'intérêt d'autrui (ATF 120 IV 276 consid. 2 ; arrêt du Tribunal fédéral 6B_314/2011 du 27 octobre 2011 consid. 2.1). Selon la jurisprudence, l'organe d'une personne morale se voit confier les choses qui lui sont remises au nom de la société au sens de cette disposition (ATF 106 IV 20 consid.”
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