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Die Kammer der Kuratel im Kanton Waadt fungiert als gerichtliche Beschwerdeinstanz gemäss Art. 444 Abs. 4 ZGB.
“Il faisait valoir que, selon la doctrine, lorsque la curatelle de portée générale était levée, l'autorité de protection devait statuer sur l'attribution de l'autorité parentale d'office, même sans demande du parent, qu'en l'occurrence, tel n'avait pas été le cas alors que X.________ semblait avoir des capacités parentales et que selon le système d’identification des tiers (ci-après : SITI) le père habitait désormais à [...], village situé dans le district de [...]. Il en concluait que l’acceptation du dossier par la Justice de paix du district du Jura-Nord vaudois n'était pas possible, une décision sur l’attribution (ou non) de l’autorité parentale sur Y.________ à X.________ devant être rendue et la Justice de paix du district du Jura-Nord vaudois n’étant pas compétente « tant par le fait qu'elle n'a pas levé la curatelle de portée générale que par le domicile légal de l'enfant ». En droit : 1. 1.1. En cas de conflit négatif de compétence entre autorités de protection d’un même canton, la procédure applicable est celle prévue par l’art. 444 al. 4 CC. Selon l’art. 444 CC, l’autorité de protection de l’adulte examine d’office si l’affaire relève de sa compétence (al. 1) ; si elle s’estime incompétente, elle transmet l’affaire dans les plus brefs délais à l’autorité qu’elle considère compétente. (al. 2) ; si elle a des doutes sur sa compétence, elle procède à un échange de vues avec l’autorité qu’elle estime compétente (al. 3) ; si les deux autorités ne peuvent se mettre d’accord, l’autorité de protection de l’adulte qui a été saisie en premier lieu de l’affaire soumet la question de sa compétence à l’instance judiciaire de recours (al. 4). Dans le canton de Vaud, l'instance judiciaire de recours est la Chambre des curatelles (art. 22 al. 1 ROTC [règlement organique du Tribunal cantonal du 13 novembre 2007, BLV 173.31.1]). 1.2. La Chambre de céans est par conséquent compétente pour se prononcer sur le conflit de compétence négatif intracantonal qui oppose la Justice de paix du district de Lausanne à la Justice de paix du district du Jura-Nord vaudois.”
Die Amtsprüfung/Überprüfung von Amtes wegen dient dazu, Zuständigkeitsstreit und Betreuungslücken bei Schutzbedürftigen zu vermeiden und rasch die tatsächlich zuständige Behörde zuzuweisen.
“Im daraufhin eröffneten Verfahren stellte sich der Vater auf den Standpunkt, dass der Wegzug der Mutter mit dem Kind unrechtmässig erfolgt sei, das Kind folglich keinen rechtmässigen Wohnsitz im Kanton Thurgau habe und die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde im Kanton Thurgau unzuständig sei. Er übergab der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde eine von den Parteien unterzeichnete Betreuungs- und Unterhaltsvereinbarung vom März 2021, gemäss derer die Eltern die geteilte Obhut vereinbart hatten. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde am Wohnort der Beschwerdegegnerin erteilte ihr im Juli 2023 die Zustimmung, den Aufenthaltsort des Kindes von der Gemeinde im Kanton St. Gallen in die Gemeinde im Kanton Thurgau zu verlegen. Zudem teilte sie der Beschwerdegegnerin die Obhut über das Kind zu und räumte dem Vater ein Besuchsrecht ein. Dagegen erhob der Vater Beschwerde und beantragte hauptsächlich die Aufhebung des Entscheids zufolge Unzuständigkeit und die Überweisung des Verfahrens an die zuständige Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde im Kanton St. Gallen. Streitig und zu prüfen ist vorweg, ob die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde im Kanton Thurgau zum Erlass des Entscheids betreffend Zustimmung zum Wechsel des Aufenthaltsorts etc. überhaupt zuständig war. Gemäss Art. 444 Abs. 1 ZGB hat die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde ihre örtliche und sachliche Zuständigkeit als Verfahrensvoraussetzung von Amtes wegen zu prüfen. Art. 444 ZGB ist sowohl auf Erwachsenenschutzverfahren als auch auf Kindesschutzverfahren anwendbar. Die Pflicht, die Zuständigkeit von Amtes wegen zu prüfen wird mit den in Art. 444 Abs. 2-4 ZGB vorgesehenen Instrumenten (Weiterleitung, Meinungsaustausch und Kompetenzkonfliktverfahren) umgesetzt. Es ist Sache der Behörde, die Zuständigkeitsfrage zu klären und die Angelegenheit der zuständigen Behörde zuzuführen. Die Pflicht zur Prüfung soll insbesondere dazu dienen, eine langwierige Suche nach der zuständigen Behörde zu vermeiden. Dies wiederum hätte für die schutzbedürftige Person Betreuungslücken zur Folge, was dem Zweck des Kindes- und Erwachsenenschutzes zuwiderlaufen würde. Kindes- und erwachsenenschutzrechtliche Verfahren knüpfen grundsätzlich an den zivilrechtlichen Wohnsitz des Kindes oder der betroffenen erwachsenen Person an. Der Wohnsitz des Kindes richtet sich nach Art.”
Das Gericht kann die Zuständigkeit zugunsten der Behörde am Aufenthaltsort des Kindes gerichtlich festlegen, um die Kindesinteressen zu wahren.
“Es drängt sich daher geradezu auf, dass die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde am Aufenthaltsort des Kindes im vorliegenden Fall die Kindesschutzmassnahmen übernimmt, da sie mit den örtlichen Verhältnissen am besten vertraut ist. Würde man somit gestützt auf den bereits älteren Entscheid des Bundesgerichts BGE 129 I 419 von einem grundsätzlichen Vorrang des Wohnsitzprinzips ausgehen, wie dies die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde am Aufenthaltsort des Kindes sieht, würde dies zum sinnwidrigen Ergebnis führen, dass eine Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde zuständig wird, welche in keinerlei sachlicher oder örtlicher Nähe zum Kind steht. Dies würde auch den Kindesinteressen klar zuwiderlaufen. Hinzu kommt, dass im Gegensatz zum langfristigen Aufenthalt des Kindes an seinem aktuellen Aufenthaltsort angesichts der bisherigen Erkenntnisse nicht auszuschliessen ist, dass seine Mutter erneut den Wohnsitz wechseln wird und eine neue Zuständigkeit mit Beistandswechsel zu begründen wäre. Im Ergebnis ist daher gestützt auf Art. 444 Abs. 4 ZGB gerichtlich festzulegen, dass die Kindesschutzmassnahmen von der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde am Aufenthaltsort des Kindes zu übernehmen und weiterzuführen sind.”
Im Kanton Waadt ist die Kammer der Curatelles die gerichtlich zuständige Beschwerdeinstanz.
“Il faisait valoir que, selon la doctrine, lorsque la curatelle de portée générale était levée, l'autorité de protection devait statuer sur l'attribution de l'autorité parentale d'office, même sans demande du parent, qu'en l'occurrence, tel n'avait pas été le cas alors que X.________ semblait avoir des capacités parentales et que selon le système d’identification des tiers (ci-après : SITI) le père habitait désormais à [...], village situé dans le district de [...]. Il en concluait que l’acceptation du dossier par la Justice de paix du district du Jura-Nord vaudois n'était pas possible, une décision sur l’attribution (ou non) de l’autorité parentale sur Y.________ à X.________ devant être rendue et la Justice de paix du district du Jura-Nord vaudois n’étant pas compétente « tant par le fait qu'elle n'a pas levé la curatelle de portée générale que par le domicile légal de l'enfant ». En droit : 1. 1.1. En cas de conflit négatif de compétence entre autorités de protection d’un même canton, la procédure applicable est celle prévue par l’art. 444 al. 4 CC. Selon l’art. 444 CC, l’autorité de protection de l’adulte examine d’office si l’affaire relève de sa compétence (al. 1) ; si elle s’estime incompétente, elle transmet l’affaire dans les plus brefs délais à l’autorité qu’elle considère compétente. (al. 2) ; si elle a des doutes sur sa compétence, elle procède à un échange de vues avec l’autorité qu’elle estime compétente (al. 3) ; si les deux autorités ne peuvent se mettre d’accord, l’autorité de protection de l’adulte qui a été saisie en premier lieu de l’affaire soumet la question de sa compétence à l’instance judiciaire de recours (al. 4). Dans le canton de Vaud, l'instance judiciaire de recours est la Chambre des curatelles (art. 22 al. 1 ROTC [règlement organique du Tribunal cantonal du 13 novembre 2007, BLV 173.31.1]). 1.2. La Chambre de céans est par conséquent compétente pour se prononcer sur le conflit de compétence négatif intracantonal qui oppose la Justice de paix du district de Lausanne à la Justice de paix du district du Jura-Nord vaudois. 2.”
Die Behörde muss die Zuständigkeit von Amtes wegen klären beziehungsweise proaktiv abklären, um Betreuungslücken und Verzögerungen im Kindesschutzverfahren zu vermeiden und das Verfahren rasch der zuständigen Behörde zuzuführen.
“Er übergab der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde eine von den Parteien unterzeichnete Betreuungs- und Unterhaltsvereinbarung vom März 2021, gemäss derer die Eltern die geteilte Obhut vereinbart hatten. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde am Wohnort der Beschwerdegegnerin erteilte ihr im Juli 2023 die Zustimmung, den Aufenthaltsort des Kindes von der Gemeinde im Kanton St. Gallen in die Gemeinde im Kanton Thurgau zu verlegen. Zudem teilte sie der Beschwerdegegnerin die Obhut über das Kind zu und räumte dem Vater ein Besuchsrecht ein. Dagegen erhob der Vater Beschwerde und beantragte hauptsächlich die Aufhebung des Entscheids zufolge Unzuständigkeit und die Überweisung des Verfahrens an die zuständige Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde im Kanton St. Gallen. Streitig und zu prüfen ist vorweg, ob die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde im Kanton Thurgau zum Erlass des Entscheids betreffend Zustimmung zum Wechsel des Aufenthaltsorts etc. überhaupt zuständig war. Gemäss Art. 444 Abs. 1 ZGB hat die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde ihre örtliche und sachliche Zuständigkeit als Verfahrensvoraussetzung von Amtes wegen zu prüfen. Art. 444 ZGB ist sowohl auf Erwachsenenschutzverfahren als auch auf Kindesschutzverfahren anwendbar. Die Pflicht, die Zuständigkeit von Amtes wegen zu prüfen wird mit den in Art. 444 Abs. 2-4 ZGB vorgesehenen Instrumenten (Weiterleitung, Meinungsaustausch und Kompetenzkonfliktverfahren) umgesetzt. Es ist Sache der Behörde, die Zuständigkeitsfrage zu klären und die Angelegenheit der zuständigen Behörde zuzuführen. Die Pflicht zur Prüfung soll insbesondere dazu dienen, eine langwierige Suche nach der zuständigen Behörde zu vermeiden. Dies wiederum hätte für die schutzbedürftige Person Betreuungslücken zur Folge, was dem Zweck des Kindes- und Erwachsenenschutzes zuwiderlaufen würde. Kindes- und erwachsenenschutzrechtliche Verfahren knüpfen grundsätzlich an den zivilrechtlichen Wohnsitz des Kindes oder der betroffenen erwachsenen Person an. Der Wohnsitz des Kindes richtet sich nach Art. 25 Abs. 1 und 2 ZGB und ist von dessen Sorge- und Obhutsverhältnis abhängig. Sind die Eltern gemeinsam Inhaber der elterlichen Sorge, haben sie aber (ob verheiratet oder nicht) ihren Wohnsitz nicht in derselben Gemeinde und ergibt sich aus der Obhutsregelung keine eindeutige Anknüpfung, wird der Wohnsitz des Kindes nach dessen Aufenthaltsort bestimmt.”
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