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Validé par Etienne Salimbeni · omnilex.ai
Nach E.24 (502_2023_193) kann dem ungeborenen Kind vor der Geburt keine Opferstellung im Sinne des OHG bzw. der StPO zuerkannt werden. Eine Opferstellung kommt vielmehr erst dem lebendig geborenen Kind in Betracht, gestützt auf Art. 31 Abs. 2 ZGB.
“Schwangerschaftswoche gewisse Rechte zuerkennen wollen). Bei pränatalen Integritätsbeeinträchtigungen kann zwar dem lebendig geborenen Kind gestützt auf Art. 31 Abs. 2 ZGB Opferstellung eingeräumt werden (Mazzucchelli/Postizzi, Art. 116 StPO N 4). Daraus lässt sich aber nicht ableiten, dass auch das ungeborene Leben Rechte geltend machen kann. Die gegenteilige Auffassung hätte zur Folge, dass sich das ungeborene Kind gegen den von der Mutter gewünschten Schwangerschaftsabbruch rechtlich zur Wehr setzen könnte, wodurch die Art. 118 f. StGB faktisch unanwendbar würden. Der Fötus ist somit nicht Opfer im Sinne des OHG bzw. der StPO. Im vorliegenden Fall fällt auch die Mutter als Opfer im Sinn von Art. 116 Abs. 1 StPO ausser Betracht, da sie die Abtreibung verlangt (bzw. in sie eingewilligt) hat. Folglich kann sich der Beschwerdeführer auch nicht darauf berufen, als Angehöriger eines Opfers beschwerdebefugt zu sein, was er im Übrigen auch nicht vorbringt. Schliesslich könnte sich der Beschwerdeführer, selbst wenn der Fötus Opfer im Sinne von Art. 116 Abs. 1 StPO wäre, als Angehöriger des Opfers als Privatklägerschaft nur konstituieren, wenn er im Strafverfahren eigene Zivilansprüche geltend macht (vgl.”
Der Erzeuger/werdende Vater hat keine eigene Rechtsstellung bezüglich des ungeborenen Lebens und ist vor der Geburt nicht als Angehöriger/schutzberechtigt im Verfahren anzusehen.
“Daraus lässt sich schliessen, dass das von Art. 118 StGB geschützte ungeborene Leben de lege lata keine Persönlichkeit im Rechtssinne aufweist. Wird dieses ungeborene Leben im Mutterschosse durch Schwangerschaftsabbruch beendet, konnte es nach Art. 31 ZGB niemals Persönlichkeit erlangen. Damit ist das ungeborene Leben aber auch keine geschädigte Person im Sinne von Art. 115 Abs. 1 StPO und folglich auch kein Opfer gemäss Art. 116 Abs. 1 StPO.”
“Regeste Art. 118 Abs. 3 StGB; Art. 115-118, 122 Abs. 1 und 2 StPO; Art. 31 ZGB; Beschwerdelegitimation des Erzeugers bei Verfahrenseinstellung wegen strafbaren Schwangerschaftsabbruchs. Der Erzeuger eines abgetriebenen Fötus ist nicht selber Träger des durch Art. 118 Abs. 3 StGB geschützten Rechtsgutes. Mangels Rechtspersönlichkeit und Opfereigenschaft des ungeborenen Lebens gilt er nicht als Angehöriger im Sinne von Art. 116 Abs. 2 StPO. Infolge der fehlenden Parteistellung ist er nicht berechtigt, die Einstellung des Strafverfahrens gegen die Mutter wegen strafbaren Schwangerschaftsabbruchs mit Beschwerde anzufechten (E. 3).”
Mit dem Tod erlischt die zivilrechtliche Persönlichkeit; erbrechtliche Ansprüche, Rechte und Klagen des Verstorbenen gehen kraft Universalsukzession in der Regel auf die Erben über, und die prozessuale Stellung des Verstorbenen geht ebenfalls auf die Erben über (Verstorbene können nicht mehr selbst Partei sein).
“La qualité pour recourir (art. 76 LTF) présuppose la capacité d'être partie. Or, une partie décédée n'a pas la capacité d'être partie, qualité inséparable de la jouissance des droits civils au sens de l'art. 11 CC (FABIENNE HOHL, Procédure civile, tome I, 2e éd. 2016, nn. 685 et 689). Dite partie ne peut donc saisir le Tribunal fédéral d'un recours en son propre nom (ATF 129 I 302 consid. 1.2.4; arrêts 4A_441/2022 du 3 janvier 2024 consid. 1.1, 4A_129/2021 du 9 août 2021 consid. 4.1 et 4A_43/2017 du 7 mars 2017 consid. 1.1). La personnalité s'éteint par le décès (art. 31 al. 1 CC), et le défunt n'est plus titulaire des droits et obligations à faire valoir en justice, dès lors que ceux-ci sont passés à ses héritiers par succession universelle (art. 560 CC; arrêts précités 4A_441/2022 consid. 1.1 et 4A_129/2021 consid. 4.1).”
Vor der Geburt fehlt dem durch Abbruch beendeten ungeborenen Leben de lege lata die rechtliche Stellung bzw. Opferqualität im Strafverfahren; das ungeborene Leben gilt nicht als Träger strafprozessualer Opferrechte.
“Daraus lässt sich schliessen, dass das von Art. 118 StGB geschützte ungeborene Leben de lege lata keine Persönlichkeit im Rechtssinne aufweist. Wird dieses ungeborene Leben im Mutterschosse durch Schwangerschaftsabbruch beendet, konnte es nach Art. 31 ZGB niemals Persönlichkeit erlangen. Damit ist das ungeborene Leben aber auch keine geschädigte Person im Sinne von Art. 115 Abs. 1 StPO und folglich auch kein Opfer gemäss Art. 116 Abs. 1 StPO.”
Die bedingte Rechtsfähigkeit des Nasciturus führt nach der Rechtsprechung im Allgemeinen nicht dazu, dass Dritte hieraus eigenständige Durchsetzungsansprüche (etwa auf Witwenrenten) ableiten können.
“45 Abs. 3 des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Fünfter Teil: Obligationenrecht] vom 30. März 1911 [OR; SR 220]) oder anderweitige Schadenersatzansprüche des Nasciturus (Art. 41 ff. OR; vgl. Piera Beretta, Art 31 N 21 ff., in: Thomas Geiser/Christiana Fountoulakis (Hrsg), Basler Kommentar zum Zivilgesetzbuch I, 7. Auflage, Basel 2022; vgl. Peter Breitschmid, Art. 31 N 7, in: Ruth Arnet/Peter Breitschmid/Alexandra Jungo (Hrsg.), CHK Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, 4. Auflage, Zürich 2023). Im Kontext der bedingten Rechtsfähigkeit ebenfalls im Vordergrund stehen rechtliche Fragen zur Wirkung der Entziehung der elterlichen Sorge (Art. 311 Abs. 3 ZGB) und zu den Persönlichkeitsrechten im Allgemeinen (Art. 28 ZGB). Nicht ersichtlich ist, inwieweit sich mit Ausnahme des vorliegend nicht zur Debatte stehenden arbeitsrechtlichen Mutterschutzes von schwangeren Frauen vor der Entbindung aus der bedingten Rechtsfähigkeit des Nasciturus gemäss Art. 31 Abs. 2 ZGB und den in diesem Zusammenhang stehenden obengenannten Normen weitergehende Rechte von Drittpersonen ableiten lassen sollten, wie etwa den Ansprüchen von Müttern auf eine Witwenrente. Auch vor dem Hintergrund dieser Ausführungen kann der Ansicht der Beschwerdeführerin nicht gefolgt werden, sie sei im Sinne des nach Art. 8 BV geltenden Gleichbehandlungsgrundsatzes mit denjenigen Witwen gleichzustellen, die im Zeitpunkt des Todes schwanger waren bzw. ihr Kind innert 300 Tagen seit dem Tod des Ehemanns geboren wurden (vgl. auch E. 5.4. hiervor). 6. Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin zu Recht mit Verfügung vom 15. Januar 2024, bestätigt mit Einspracheentscheid vom 30. April 2024, das Gesuch der Beschwerdeführerin vom 25. November 2023 (Posteingang bei der Beschwerdegegnerin am 7. Dezember 2023) abgewiesen und damit den Anspruch auf Ausrichtung einer Witwerrente abgelehnt. 7. 7.1. Den obigen Ausführungen zufolge ist somit die Beschwerde abzuweisen. 7.2. Das Verfahren ist kostenlos (Art.”
Die Rechtsfähigkeit des Kindes beginnt mit der Lebendgeburt; vor der Geburt besteht nur bedingte Rechtsfähigkeit bzw. ein bedingter Erwerb von Rechten, der von der lebendigen Geburt abhängt; totgeborene Kinder sind rechtsunfähig.
“Die Rechtsordnung bestimmt, wer Person ist (Eugen Huber, Schweizerisches Zivilgesetzbuch, Erläuterungen zum Vorentwurf des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements, Bd. I, 2. Aufl. 1914, S. 45). Nach der gesetzlichen Konzeption des Zivilgesetzbuchs beginnt die Persönlichkeit mit dem Leben nach der vollendeten Geburt und endet mit dem Tode (Art. 31 Abs. 1 ZGB). "Die Persönlichkeit beginnt" - so plastisch der Gesetzesredaktor - (durch das eigene Leben des Kindes) "ausserhalb des Mutterschosses" (Eugen Huber, a.a.O., S. 73; derselbe, Sten. Bull. Nationalrat, Sitzung vom 7. Juni 1905, S. 471, in: Berner Kommentar, Materialien zum Zivilgesetzbuch, Bd. IV, 2023, S. 61). Vor der Geburt ist das Kind nur unter dem Vorbehalt rechtsfähig, dass es lebendig geboren wird (Art. 31 Abs. 2 ZGB). Das Kind, das tot geboren wird, erwirbt mithin keine Rechtsfähigkeit (statt aller Bucher/Aebi-Müller, in: Berner Kommentar, 2. Aufl. 2017, N. 40 zu Art. 11 ZGB).”
“Die Rechtsordnung bestimmt, wer Person ist (EUGEN HUBER, Schweizerisches Zivilgesetzbuch, Erläuterungen zum Vorentwurf des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements, Bd. I, 2. Aufl. 1914, S. 45). Nach der gesetzlichen Konzeption des Zivilgesetzbuchs beginnt die Persönlichkeit mit dem Leben nach der vollendeten Geburt und endet mit dem Tode (Art. 31 Abs. 1 ZGB). "Die Persönlichkeit beginnt" - so plastisch der Gesetzesredaktor - (durch das eigene Leben des Kindes) "ausserhalb des Mutterschosses" (HUBER, a.a.O., S. 73; derselbe, Sten. Bull. 1905 N 471, in: Berner Kommentar, Materialien zum Zivilgesetzbuch, Bd. IV, 2023, S. 61). Vor der Geburt ist das Kind nur unter dem Vorbehalt rechtsfähig, dass es lebendig geboren wird (Art. 31 Abs. 2 ZGB). Das Kind, das tot geboren wird, erwirbt mithin keine Rechtsfähigkeit (statt aller: BUCHER/AEBI-MÜLLER, in: Berner Kommentar, 2. Aufl. 2017, N. 40 zu Art. 11 ZGB).”
Personen mit voller Handlungsfähigkeit können persönlich Verpflichtungen eingehen.
“Il soutient qu’il n’avait pas les pouvoirs de représenter la société au moment de la conclusion du contrat de prêt dès lors qu’il n’a été inscrit au Registre du commerce qu’à partir du 6 février 2020 comme associé et non comme gérant. Il fait valoir qu’il ne s’était pas engagé en son nom propre dès lors qu’il n’avait aucun intérêt dans une affaire liant la société C.________ Sàrl à E.________ AG. Quelques phrases plus loin, il invoque ne pas avoir valablement signé le contrat de prêt ni la clause de prorogation de for en son nom personnel et pour son propre compte, mais bien pour le compte de la société tombée en faillite, si bien qu’il n’y avait même pas lieu de trancher s’il avait valablement ou non engagé la société en raison du défaut de pouvoir de signature. 5.1.2 Aux termes de l’art. 11 al. 1 CC, toute personne jouit des droits civils. Cette capacité se définit comme l’aptitude d’une personne à devenir sujet de droits et d’obligations (art. 11 al. 2 et 53 al. 1 CC ; Tercier/Pichonnaz, Le droit des obligations, 6e éd., Zurich 2019, n. 358). Pour les personnes physiques, elle commence avec la naissance accomplie de l’enfant vivant et finit par la mort (art. 31 al. 1 CC). Or, quiconque a l’exercice des droits civils est capable d’acquérir et de s’obliger (art. 12 CC). L’exercice des droits civils peut être limité par des mesures de protection de l’adulte conformément aux art. 17 et 388 ss CC. 5.1.3 L’appelant, qui a signé en son nom, avait le pouvoir de s’engager lui‑même, faute de tout élément invoqué notamment par lui selon lequel qu’il n’aurait pas eu l’exercice des droits civils. Savoir s’il avait également le pouvoir d’engager la société est sans pertinence, celle-ci étant au demeurant représentée par la fille de l’appelant et celui-ci reconnaissant qu’elle avait alors le pouvoir de représenter seule la société. 5.2 5.2.1 L’appelant invoque ensuite qu’il n’a pas signé en son propre nom et pour son propre compte le contrat de prêt, étant totalement inexpérimenté en affaires et ne tirant aucun avantage à titre privé d’une telle prestation. Selon lui, il n’est « en aucun cas possible de soutenir de bonne foi qu[’il] aurait signé le contrat dans le but de s'engager en son propre nom et pour son propre compte.”
Vor der Geburt ist das Kind nur unter dem Vorbehalt rechtsfähig, dass es lebendig geboren wird. Ein tot geborenes Kind erwirbt keine Rechtsfähigkeit.
“Die Rechtsordnung bestimmt, wer Person ist (Eugen Huber, Schweizerisches Zivilgesetzbuch, Erläuterungen zum Vorentwurf des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements, Bd. I, 2. Aufl. 1914, S. 45). Nach der gesetzlichen Konzeption des Zivilgesetzbuchs beginnt die Persönlichkeit mit dem Leben nach der vollendeten Geburt und endet mit dem Tode (Art. 31 Abs. 1 ZGB). "Die Persönlichkeit beginnt" - so plastisch der Gesetzesredaktor - (durch das eigene Leben des Kindes) "ausserhalb des Mutterschosses" (Eugen Huber, a.a.O., S. 73; derselbe, Sten. Bull. Nationalrat, Sitzung vom 7. Juni 1905, S. 471, in: Berner Kommentar, Materialien zum Zivilgesetzbuch, Bd. IV, 2023, S. 61). Vor der Geburt ist das Kind nur unter dem Vorbehalt rechtsfähig, dass es lebendig geboren wird (Art. 31 Abs. 2 ZGB). Das Kind, das tot geboren wird, erwirbt mithin keine Rechtsfähigkeit (statt aller Bucher/Aebi-Müller, in: Berner Kommentar, 2. Aufl. 2017, N. 40 zu Art. 11 ZGB).”
“Die Rechtsordnung bestimmt, wer Person ist (EUGEN HUBER, Schweizerisches Zivilgesetzbuch, Erläuterungen zum Vorentwurf des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements, Bd. I, 2. Aufl. 1914, S. 45). Nach der gesetzlichen Konzeption des Zivilgesetzbuchs beginnt die Persönlichkeit mit dem Leben nach der vollendeten Geburt und endet mit dem Tode (Art. 31 Abs. 1 ZGB). "Die Persönlichkeit beginnt" - so plastisch der Gesetzesredaktor - (durch das eigene Leben des Kindes) "ausserhalb des Mutterschosses" (HUBER, a.a.O., S. 73; derselbe, Sten. Bull. 1905 N 471, in: Berner Kommentar, Materialien zum Zivilgesetzbuch, Bd. IV, 2023, S. 61). Vor der Geburt ist das Kind nur unter dem Vorbehalt rechtsfähig, dass es lebendig geboren wird (Art. 31 Abs. 2 ZGB). Das Kind, das tot geboren wird, erwirbt mithin keine Rechtsfähigkeit (statt aller: BUCHER/AEBI-MÜLLER, in: Berner Kommentar, 2. Aufl. 2017, N. 40 zu Art. 11 ZGB).”
Die vorgeburtliche Rechtsfähigkeit des Kindes nach Art. 31 Abs. 2 ZGB begründet vor der Geburt keinen Anspruch der Mutter auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung.
“Für den Fall, dass die Rekurrentin und B____ nach der Geburt ihres Kinds mit diesem in einem gemeinsamen Haushalt zusammenleben und die elterliche Sorge gemeinsam ausüben würden, ist bei provisorischer Beurteilung aufgrund einer summarischen Prüfung davon auszugehen, dass das Kind eine Niederlassungsbewilligung erhalten würde (vgl. Staatssekretariat für Migration SEM, Weisungen AIG, Stand am 1. Juni 2024, Ziff. 6.1.2; Schmucki/Raveane/Büchler, in: Uebersax et al. [Hrsg.], Ausländerrecht, 3. Auflage, Basel 2022, N 25.150). In diesem Fall könnte die Rekurrentin möglicherweise auch gestützt auf ihre familiäre Beziehung zum gemeinsamen Kind aus Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV einen grundsätzlichen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung ableiten. Da das Kind noch nicht geboren ist, lässt sich ein Eingriff in das Recht der Rekurrentin auf Achtung des Familienlebens aber zurzeit noch nicht mit ihrer Beziehung zu ihrem (ungeborenen) Kind begründen. Dass das Kind vor der Geburt unter dem Vorbehalt, dass es lebendig geboren wird, rechtsfähig ist (Art. 31 Abs. 2 ZGB), ändert daran nichts.”
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