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Im Register werden familienrechtliche Stellungen und alle in der Schweiz eingetretenen Zivilstandsereignisse erfasst.
“Der Personenstand wird in einem elektronischen Register beurkundet (Per- sonenstandsregister; Art. 39 Abs. 1 ZGB). Im elektronisch geführten Personen- standsregister ist insbesondere die familienrechtliche Stellung einer Person aufzu- führen (Art. 39 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB). Dazu zählen bestehende Kindesverhältnisse (Art. 7 Abs. 2 Bst. l ZStV). Beim Personenstandsregister handelt es sich um ein öffentliches Register im Sinne von Art. 9 ZGB, welches für die durch sie bezeugten Tatsachen den vollen Beweis erbringt, solange nicht die Unrichtigkeit ihres Inhaltes nachgewiesen ist (sog. Publizitätswirkung; vgl. auch Art. 179 ZPO, vgl. BGE 143 III 3 E. 3.3.1; u.a. BK ZPO-RÜETSCHI, Art. 179 N 15). Dies hat die Vorinstanz zutref- fend erkannt. Sie übersieht allerdings, dass im Personenstandsregister der Perso- nenstand aller Schweizerinnen und Schweizer sowie der mit ihnen in einer famili- enrechtlichen Beziehung stehenden Ausländerinnen und Ausländer beurkundet wird. Insbesondere werden darin alle auf dem Gebiet der Schweiz eingetretenen Zivilstandsereignisse, wie Geburten, Kindesanerkennungen, Eheschliessungen, beurkundet (Art.”
Bei Berichtigungsbegehren gegen Registereinträge genügt der Gegenbeweis gegen den Eintrag; es ist nicht erforderlich, den Hauptbeweis des Gegenteils zu erbringen.
“Einerseits habe die Gesuchstellerin nur den Ge- genbeweis gegen den Zivilstandsregistereintrag zu führen und nicht den Hauptbe- weis des Gegenteils zu erbringen. Andererseits erscheine es aufgrund des eindeu- tigen Ergebnisses der Beweiswürdigung aus Gründen der Verhältnismässigkeit nicht angemessen, zu Lasten der Gesuchstellerin weitere kostspielige und mit viel Aufwand verbundene Abklärungen im Ausland durchzuführen (Urk. 31 S. 6). 4.Der Berufungskläger kritisiert an den vorinstanzlichen Erwägungen insbe- sondere, dass der Geburtsurkunde der Tochter bei der Beurteilung des Berichti- gungsgesuchs eine zu hohe Tragweite eingeräumt worden sei. Im Ergebnis hätte das Gesuch seiner Ansicht nach abgewiesen werden oder zumindest hätte die Vor- instanz die Gesuchstellerin befragen oder weitere Abklärungen tätigen müssen (Urk. 30 S. 4 ff.). Auf die einzelnen Rügen ist nachfolgend einzugehen, soweit sie für den Berufungsentscheid relevant sind. 5.Im schweizerischen Zivilstandsregister, welches zu den öffentlichen Regis- tern zählt (BSK ZPO-Dolge, Art. 179 N 2; Art. 39 ZGB), ist das Geburtsdatum der Gesuchstellerin mit "tt. Januar 1966" erfasst. Öffentliche Register erbringen für die durch sie bezeugten Tatsachen den vollen Beweis, solange nicht die Unrichtigkeit ihres Inhaltes nachgewiesen ist (Art. 9 Abs. 1 ZGB und Art. 179 ZPO). Sie genies- sen somit eine erhöhte Beweiskraft, wobei die Richtigkeit des Registereintrags ver- mutet wird (BSK ZGB I-Lardelli/Vetter, Art. 9 N 2 f.). Gegen die Richtigkeit des Ein- trags ist der Hauptbeweis zu führen. Die Berichtigung einer Eintragung durch das Gericht gestützt auf Art. 42 Abs. 1 ZGB fällt nur in Betracht, wenn der Nachweis für die Unrichtigkeit des Eintrags erbracht ist. Nicht verlangt wird, dass der richtige Sachverhalt bewiesen wird. Diesbezüglich greifen vielmehr die allgemeinen Be- weislastregeln. Der Beweis der Unrichtigkeit der öffentlichen Urkunde kann mit al- len Beweismitteln geführt werden (sog. Freibeweis). Es gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (BSK ZGB I-Lardelli/Vetter, Art.”
Die Eintragung im Register wirkt publizitätsbewirkend und bringt vollen Beweis für die Richtigkeit, bis diese widerlegt wird.
“Der Personenstand wird in einem elektronischen Register beurkundet (Per- sonenstandsregister; Art. 39 Abs. 1 ZGB). Im elektronisch geführten Personen- standsregister ist insbesondere die familienrechtliche Stellung einer Person aufzu- führen (Art. 39 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB). Dazu zählen bestehende Kindesverhältnisse (Art. 7 Abs. 2 Bst. l ZStV). Beim Personenstandsregister handelt es sich um ein öffentliches Register im Sinne von Art. 9 ZGB, welches für die durch sie bezeugten Tatsachen den vollen Beweis erbringt, solange nicht die Unrichtigkeit ihres Inhaltes nachgewiesen ist (sog. Publizitätswirkung; vgl. auch Art. 179 ZPO, vgl. BGE 143 III 3 E. 3.3.1; u.a. BK ZPO-RÜETSCHI, Art. 179 N 15). Dies hat die Vorinstanz zutref- fend erkannt. Sie übersieht allerdings, dass im Personenstandsregister der Perso- nenstand aller Schweizerinnen und Schweizer sowie der mit ihnen in einer famili- enrechtlichen Beziehung stehenden Ausländerinnen und Ausländer beurkundet wird. Insbesondere werden darin alle auf dem Gebiet der Schweiz eingetretenen Zivilstandsereignisse, wie Geburten, Kindesanerkennungen, Eheschliessungen, beurkundet (Art.”
In Infostar fehlen spezifische Suchfunktionen zum automatischen Ermitteln von Erwerbs- oder Verlustgründen des Bürgerrechts.
“1) und würden es erlauben, auf einfache Weise Statistiken zu erstellen. Das Bundesamt für Statistik (BFS) bestätigt die Angaben der Vorinstanz; demnach werden zum Zweck der Erstellung von Statistiken aus Infostar Informationen etwa zu Geburten und Todesfällen sowie zu Eheschliessungen und Scheidungen entnommen. Im Bereich des Bürgerrechts besteht gemäss den Angaben der Vorinstanz keine entsprechende Funktion in Infostar. Eine automatische Suche nach Zivilstandsereignissen wie etwa dem Erwerbs- oder Verlustgrund des Bürgerrechts sei daher nicht ohne Weiteres möglich. Vielmehr müssten, um die streitbetroffene statistische Auswertung erstellen zu können, entweder alle Geschäftsfälle «Bürgerrecht» manuell ausgewertet werden oder es müsste in Infostar eine entsprechende Suchabfrage beziehungsweise Statistikfunktion programmiert werden. Beides gehe über einen einfachen elektronischen Vorgang im Sinne von Art. 5 Abs. 2 BGÖ hinaus. Bei Infostar handelte es sich um ein öffentliches Register, das Auskunft über den Personenstand der erfassten Personen gibt (Art. 39 ZGB; Art. 6a Abs. 2 und Art. 7 ff. ZStV). Es dient der Beurkundung von Zivilstandsereignissen und Zivilstandstatsachen sowie der Gemeindebürgerrechte und ist - als öffentliches Register - die rechtsverbindliche Quelle für den Nachweis des Personenstandes, des Schweizer Bürgerrechts und der familienrechtlichen Verhältnisse einer Person; die Daten jeder im Register geführten Person werden vom Zeitpunkt ihrer Aufnahme an während der gesamten Lebensspanne und über den Tod hinaus verwaltet und nachgeführt (vgl. insbes. Art. 15, Art. 19 und Art. 34 ff. ZStV; zudem Toni Sigenthaler, Das Personenstandsregister, 2013, Rz. 63 f.). Es handelt sich mithin bei Infostar nicht um eine elektronische Datenbank, die primär darauf ausgerichtet ist, die Grundlage für Statistiken zu einem beliebigen Zivilstandsereignis zu sein. Zwar verfügt Infostar auch über Statistikfunktionen. Diese beruhen jedoch auf einer spezialgesetzlichen Grundlage und für die hier in Frage stehenden Ereignisse zum Bürgerrecht besteht eine solche spezialgesetzliche Grundlage beziehungsweise Verpflichtung gerade nicht.”
Die Eintragung einer Vaterschafts-Anerkennung im Personenstandsregister begründet sofortige rechtliche Vaterschaftsfolgen und hat Beweiswirkung des Registers; sie erfolgt erst mit der rechtsgültigen, beim Zivilstandsamt registrierten Anerkennung.
“Le lien de filiation peut également être établi ultérieurement (par voie judiciaire ou par la reconnaissance de l’enfant) ; le lien de filiation doit cependant être établi au cours des 6 mois qui suivent la naissance.” b) La reconnaissance (die Anerkennung, il riconscimento ; art. 260 CC) est un acte unilatéral par lequel un homme, le déclarant, établit un lien de filiation avec un enfant. Il s’agit d’un acte formateur irrévocable qui produit ses effets immédiatement, sauf lorsqu’il s’agit d’une reconnaissance par testament, dont les effets sont reportés au décès du testateur. Elle n’est recevable que sous certaines formes et par certaines personnes que le Code civil mentionne de manière exhaustive. La création du lien de filiation paternelle rétroagit à la naissance de l’enfant, de même que la majeure partie des effets qui en découlent (Olivier Guillod, in Commentaire romand, Code civil I, 2e ed. 2023 [ci-après : Commentaire], n° 1 ad art. 260 CC). La reconnaissance d’un enfant fait l’objet d’une inscription dans le registre de l’état civil (art. 7 al. 2 let. f OEC [ordonnance sur l’état civil du 28 avril 2004 ; RS 211.112.2]) qui a valeur de preuve (art. 39 CC [Code civil suisse du 10 décembre 1907 ; RS 210]). Chaque office d’état civil est compétent pour recevoir une reconnaissance qui se fait par une simple déclaration devant l’officier d’état civil. Le déclarant doit établir sa propre identité puis indiquer celle de la femme dont il entend reconnaître l’enfant et si celui-ci est déjà né, celle de l’enfant. La reconnaissance est alors enregistrée puis communiquée à la mère et à l’enfant, ou à ses descendants si ce dernier est décédé. Dès la reconnaissance enregistrée, le déclarant devient le père juridique de l’enfant (Commentaire, op. cit., nos 14 et 15). c) Dans un arrêt récent, le Tribunal fédéral a considéré que le délai de six mois prévu par l’art. 16i al. 1 let. a LAPG était respecté uniquement si la reconnaissance de paternité avait été effectuée devant l’officier de l’état civil et enregistrée, conformément à l’art. 260 al. 3 CC, avant son échéance, le seul dépôt de la demande en vue de la reconnaissance de la paternité étant à cet égard insuffisant (TF 9C_719/2023 du 31 juillet 2024 consid.”
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