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Familienstiftungen, deren Zweck nicht von Art. 335 Abs. 1 ZGB erfasst ist (widerrechtlicher/anderer Zweck), sind nach der Rechtsprechung von Anfang an nichtig; das Gericht hat dies auf Klage der nach Art. 89 Abs. 1 ZGB legitimierten Personen in entsprechender Anwendung von Art. 88 Abs. 2 ZGB festzustellen.
“4.7.1.1. Die in Art. 335 Abs. 1 ZGB enthaltene Aufzählung der Zwecke, zu denen Familienstiftungen errichtet werden dürfen, ist nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichts abschliessend (BGE 135 III 614 E. 4.3.1; 108 II 393 E. 6a; Urteil 5C.9/2001 vom 18. Mai 2001 E. 3b, nicht publ. in: BGE 127 III 337, aber in: SJ 2002 I S. 199). Familienstiftungen mit anderen Zwecken erlangen das Recht der Persönlichkeit nicht, sondern sind, weil ihr Zweck widerrechtlich ist, nach Art. 52 Abs. 3 ZGB von Anfang an nichtig, was der Richter in entsprechender Anwendung von Art. 88 Abs. 2 ZGB (der von Stiftungen mit widerrechtlich gewordenem Zweck handelt) auf Klage der nach Art. 89 Abs. 1 ZGB dazu legitimierten Personen festzustellen hat (zum Ganzen: BGE 93 II 439 E. 4 mit Hinweisen). 4.7.1.2. Die in Art. 335 Abs. 1 ZGB ausdrücklich angeführten Zwecke stimmen darin überein, dass es sich in allen diesen Fällen darum handelt, den Familienangehörigen in bestimmten Lebenslagen (im Jugendalter, bei Gründung eines eigenen Hausstandes oder einer eigenen Existenz, im Falle der Not) zur Befriedigung der sich daraus ergebenden besonderen Bedürfnisse finanzielle Hilfe zu leisten (BGE 135 III 614 E. 4.3.1). Wenn Art. 335 Abs. 1 ZGB neben den erwähnten noch "ähnliche" Zwecke zulässt, so können damit also nur Zwecke gemeint sein, die ebenfalls darin bestehen, den Familiengliedern in bestimmten Lebenslagen die materielle Hilfe zu gewähren, die diese Lage nötig oder doch wünschbar macht. Den Familienangehörigen ohne besondere Voraussetzungen dieser Art den Genuss des Stiftungsvermögens oder der Erträgnisse desselben zu verschaffen, ist nach dem Gesetz nicht zulässig.”
Altrechtliche Familienstiftungen behalten trotz fehlendem Handelsregistereintrag ihre Rechtspersönlichkeit; die Aufhebung dieser Familienstiftungen fällt gemäss Art. 88 Abs. 2 ZGB in die Zuständigkeit des Gerichts. Die Unterscheidung zwischen gerichtlicher Aufhebung und Handelsregistereintragung ist dabei zu trennen.
“Art. 335 ZGB stellt zwingendes materielles Recht dar (BGE 135 III 614 E. 4.3.1 mit Hinweisen). Die Vorinstanz erwog mithin zu Recht, diese Norm gehöre zu den Bestimmungen, welche das Handelsregisteramt mit beschränkter Prüfungsdichte überprüfe. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ändert daran nichts, dass für die Aufhebung einer Familienstiftung nach Art. 88 Abs. 2 ZGB das Gericht zuständig ist. Vorliegend geht es nicht um die Aufhebung der Beschwerdeführerin, sondern um die Frage, ob sie ins Handelsregister eingetragen werden kann. Die beiden Vorgänge sind auseinanderzuhalten, denn eine altrechtliche Familienstiftung verliert ihre Rechtspersönlichkeit nicht, wenn sie nach Ablauf der Übergangsfrist (vgl. vorne E. 4.2) (noch) nicht im Handelsregister eingetragen ist (Urteil 5A_20/2022 vom 7. Juli 2022 E. 1.2.2 mit Hinweisen). Erst die seit dem 1. Januar 2016 errichteten Stiftungen bedürfen zur Erlangung der Rechtspersönlichkeit des Handelsregistereintrags (Art. 52 Abs. 1 ZGB). Im Übrigen bindet auch die vorfrageweise Prüfung durch die Steuerbehörden (vgl. BGE 140 II 255 E. 5.4), welche die Eigenschaft der Beschwerdeführerin als Familienstiftung ihren Ausführungen zufolge bisher nicht infrage gestellt haben, die Handelsregisterbehörden nicht.”
Vor einer Aufhebung der Stiftung ist zwingend zu prüfen, ob der Stiftungszweck durch Änderung der Stiftungsurkunde (Art. 85 ff.) bzw. durch Umwandlung erhalten bzw. erreichbar gemacht werden kann.
“Aufhebung der Stiftung gemäss Art. 88 ZGB In Zusammenhang mit der Umwandlung von Stiftungen (im weiteren Sinne) zu nennen ist schliesslich auch die Möglichkeit der Aufhebung einer Stiftung gemäss Art. 88 ZGB. Dieser Bestimmung zufolge hebt die zuständige Behörde eine Stif- tung auf Antrag oder von Amtes wegen unter anderem dann auf, wenn deren Zweck unerreichbar geworden ist und die Stiftung durch eine Änderung der Stif- tungsurkunde nicht aufrechterhalten werden kann (Art. 88 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB). Ei- ne solche (nachträgliche) Unerreichbarkeit des Zwecks liegt vor, wenn die Stiftung nicht mehr in der von der Stifterin vorgesehenen Art und Weise tätig sein kann. Aufgrund der gesetzlich statuierten, als zwingend anzusehenden Subsidiarität, welche die bereits zuvor bestehende, auf Rechtsprechung und Lehre beruhende Praxis "Rettung vor Aufhebung" (vgl. BGE 133 III 167 E. 4.1; 119 Ib 46 E. 3b) ko- difizierte, hat bei veränderten Verhältnissen zunächst eine Prüfung zu erfolgen, ob sich der bisherige Zweck - unter Umständen mittels Änderung der Stiftungsurkun- de (Art.”
Die Aufsichtsbehörde kann berufliche Vorsorgestiftungen (Pensionskassenstiftungen) gemäss Art. 88 Abs. 1 ZGB aufheben; dies kann auf Antrag oder von Amtes wegen erfolgen, insbesondere bei Zweckunmöglichkeit, Organisationsmängeln oder Unzweckmässigkeit. Sie begleitet dabei auch die Auflösung und kann Vermögen an andere gleichartige Stiftungen übertragen.
“Elle prend ainsi les mesures nécessaires lorsque l'organisation prévue par l'acte de fondation n'est pas suffisante, que la fondation ne possède pas tous les organes prescrits ou qu'un de ces organes n'est pas composé conformément aux prescriptions (de la loi, de l'acte de fondation ou du règlement) ; elle peut notamment fixer un délai à la fondation pour régulariser sa situation ou encore nommer l'organe qui fait défaut ou un commissaire (art. 83d al. 1 CC). Dite autorité pourvoit aussi à ce que les biens des fondations soient employés conformément à leur destination (art. 84 al. 2 CC). Il lui est loisible de remettre à une autre fondation poursuivant un but analogue les biens d'une fondation qui ne peut pas être organisée conformément à son but (art. 83d al. 2 CC). Il appartient de plus à l'autorité de surveillance de proposer à l'autorité compétente la modification de l'organisation ou du but d'une fondation (art. 85 et 86 CC) ; au demeurant, elle est habilitée à apporter des modifications accessoires à l'acte de fondation lorsque celles-ci sont commandées par des motifs objectivement justifiés et qu'elles ne lèsent pas les droits de tiers (art. 86b CC). L'autorité de surveillance intervient lors de la dissolution de la fondation (art. 88 al. 1 CC). La personnalité juridique propre de la fondation la rend indépendante de son fondateur. Le fondateur n'a en principe plus de droit sur la fondation ; s'il veut en exercer, c'est par le biais d'un siège au conseil de fondation, occupé par lui-même ou un représentant. Dans ce sens, la fondation n'a ni membre, ni propriétaire, mais des organes et peut avoir des bénéficiaires (sur l'ensemble de ce qui précède cf. Parisima Vez, in : Commentaire romand CC I, 2023, art. 80 CC n° 1 s. et art. 84 n° 2 ss ; Hausheer/Aebi-Müller, Das Personenrecht des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, 5e éd. 2020, n° 1267 ss et 1297 ss ; Bernhard Madörin, Vereine und Stiftungen, 2008, p. 120). 3.2 De manière générale, en matière de surveillance des fondations, deux moyens d'agir en vue d'obtenir la prise de mesures par l'autorité de surveillance se distinguent : la dénonciation et la plainte. La dénonciation permet à tout un chacun de porter à la connaissance de l'autorité de surveillance des faits pour lesquels il estime que son intervention s'avère nécessaire.”
“Wurde die Einrichtung der beruflichen Vorsorge - wie dies hier der Fall ist (Sachverhalt Bst. A) - in Form einer Stiftung errichtet, ist sie gemäss Art. 88 Abs. 1 ZGB aufzuheben, wenn entweder ihr Zweck unerreichbar geworden ist und auch durch eine Änderung der Stiftungsurkunde nicht aufrechterhalten werden kann (Ziff. 1) oder wenn ihr Zweck widerrechtlich oder unsittlich geworden ist (Ziff. 2; auf Letzteres ist vorliegend nicht einzugehen). Die Aufhebung erfolgt durch die zuständige Behörde auf Antrag oder von Amtes wegen (Art. 88 Abs. 1 ZGB), im Bereich der beruflichen Vorsorge also durch die Aufsichtsbehörde (vgl. Art. 53c BVG; Hans-Ulrich Stauffer, Berufliche Vorsorge, 3. Aufl. 2019, Rz. 1596).”
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