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Die Unterschrift kann auf einer neueren Fotokopie stehen, die das ältere Original nach Art. 511 Abs. 1 ZGB ersetzt.
“] a également mis en exergue le passage suivant : « Bien que, ainsi que le relève la doctrine, la signature ne soit pas l’unique moyen possible de reconnaître les dispositions de dernière volonté, il ne faut pas oublier que c’est le moyen prévu par la loi de remplir cette fonction pour le testament olographe […]. […] il est exact que le principe "favor testamenti" est aussi applicable aux exigences de forme […]. Toutefois – pas plus du reste que l’intention affirmée du de cujus – ce principe ne peut entraîner l’inutilité totale des exigences de forme prévues par la loi, indépendamment du but que ces exigences doivent atteindre » (ATF 135 III 206, JdT 2009 I 281, consid. 3.6 et 3.7). L’analyse juridique des documents A, B, C et D opérée par le Prof. [...] peut être résumée comme suit : le document B (photocopie du testament manuscrit) ne remplit à l’évidence pas les exigences de l’art. 505 al. 1 CC, dès lors qu’il n’est pas écrit de la main du testateur, mais qu’il s’agit d’une photocopie. Au demeurant, le document B devrait de toute façon être remplacé par le document C (autre photocopie du testament manuscrit) qui lui est postérieur, dès lors qu’il supprime une partie du texte qu’il reprend (cf. art. 511 al. 1 CC). Quant au document D (testament dactylographié signé en original), il ne remplit pas non plus toutes les exigences de forme de l’art. 505 al. 1 CC, dès lors qu’il ne s’agit pas d’un document manuscrit, quand bien même il est signé en original et renvoie au testament manuscrit (document A) qui ne l’est pas. Le Prof. [...] relève enfin que le document D ne comporte pas la modification apportée en 2016 au document C, de sorte que s’il devait valoir comme testament, le document D, comme le document B, devrait être remplacé par le document C. En définitive, la question est donc pour le Prof. [...] de savoir si le document A (testament manuscrit non signé) et le document C (photocopie la plus récente du testament manuscrit, signée en original et comportant une clause tracée) – lesquels, pris séparément, ne remplissent pas les conditions de forme d’un testament olographe – pourraient, pris ensemble, former un tel testament, le point décisif étant uniquement de déterminer si la signature doit figurer sur l’original ou peut valablement figurer sur la photocopie modifiée (document C), à la condition que l’original (non modifié) soit disponible.”
Die Staatsanwaltschaft durfte nicht annehmen, das jüngere Testament sei nur Ergänzung; eine derartige Annahme kann die Würdigung des Willensvollstreckeramts beeinflussen.
“Er habe zudem mehrfach falsche Angaben gemacht, was zeige, dass er die Einliefe- rungspflicht nicht einfach übersehen habe (act. A.1, Ziff. 32 f.). Der Beschwerde- gegner sei zum Tatzeitpunkt im Juni 2020 nicht davon ausgegangen, dass das 2011-Testament eine Ergänzung des 1977-Testaments darstelle, diese Ausrede habe er erst später erfunden. Es sei unzulässig, davon auszugehen, der Beschwer- degegner sei von einer Ergänzung ausgegangen (act. A.1, Ziff. 31). Er habe wis- sentlich und willentlich die Einlieferung des Testaments unterdrückt. Er habe rechts- widrig am älteren Testament festhalten wollen, weil nur dieses ihm eine vermeintli- che Stellung als Willensvollstrecker eingeräumt habe (act. A.1, Ziff. 35 f.). Sodann moniert der Beschwerdegegner eine falsche Sachverhaltsfeststellung durch die Staatsanwaltschaft. Mit dem jüngeren Testament sei das ältere Testament widerru- fen worden; die Staatsanwaltschaft habe das Testament rechtsfehlerhaft ausgelegt und damit Art. 511 Abs. 1 ZGB missachtet. Aus dieser falschen Anwendung von Art. 511 Abs. 1 ZGB habe die Staatsanwaltschaft geschlossen, dass der Beschwerde- gegner zu Recht davon habe ausgehen dürfen, dass sich an der Einsetzung als Willensvollstrecker nichts geändert habe (act. A.1, Ziff. 46 ff.). Der Beschwerdegeg- ner habe entgegen der staatsanwaltschaftlichen Feststellung nicht bis zu seinem freiwilligen Verzicht auf sein Mandat am 12. August 2020 rechtmässig als Willens- vollstrecker geamtet. Das Amt ende mit dem Auftauchen eines späteren Testa- ments mit einem oder keinem Willensvollstrecker (act. A.1, Ziff. 53 ff.). Weiter mo- niert der Beschwerdegegner eine falsche Sachverhaltsfeststellung, weil die Staats- anwaltschaft keinen Vermögensschaden i.S.v. Art. 146 StGB angenommen habe (act. A.1, Ziff. 58 ff.), hinsichtlich diesem ein vorsätzliches Handeln ausgeschlossen habe (act. A.1, Ziff. 62 ff.) sowie Art. 146 StGB falsch angewendet habe, weil sie zwischen Leistung und Gegenleistung ein Missverhältnis vorausgesetzt habe (act. A.1, Ziff. 65 ff.).”
Zur Entkräftung der Vermutung, dass ein jüngeres Schriftstück ein blosses Duplikat oder eine Ergänzung des älteren ist, ist in der Regel ein strikter Beweis bzw. hohe Anforderungen beim Nachweis einer blossen Ergänzung erforderlich.
“Der vorliegende Fall, dass die Erblasserin mehrere Anordnungen von Todes wegen getroffen hat, wird in Art. 511 Abs. 1 ZGB geregelt. Errichtet danach die Erblasserin eine letztwillige Verfügung, ohne eine früher errichtete ausdrücklich aufzuheben, so tritt sie an die Stelle der früheren Verfügung, soweit sie sich nicht zweifellos als deren blosse Ergänzung darstellt. Die neue Verfügung tritt folglich vermutungsweise an die Stelle der früheren. Eine der Vermutung entgegengesetzte Willensmeinung der Erblasserin kann sich aus der neuen Verfügung selbst ergeben oder daraus, dass der Wille der Erblasserin "zweifellos" auf blosse Ergänzung der früheren Verfügung gerichtet war. Das Gesetz verlangt also zur Entkräftung der gesetzlichen Vermutung einen strikten Beweis (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_286/2021 vom 22. März 2022 E. 2.1 m.w.H.).”
“Die Staatsanwaltschaft gibt die Rechtslage hinsichtlich der gesetzlichen Vermutung von Art. 511 Abs. 1 ZGB (gesetzlich vermuteter Widerruf der früheren letztwilligen Verfügung durch eine spätere letztwillige Verfügung) sowie der Ausle- gung letztwilliger Verfügungen zutreffend wieder (vgl. StA act. 1.22, E. 5b). Auf diese unbestrittenen Ausführungen kann vollumfänglich verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Mit dem Beschwerdeführer ist jedoch hervorzuheben, dass die bun- desgerichtlich definierten Anforderungen an den Nachweis, dass die jüngere Verfü- gung lediglich die Ergänzung der älteren sei, hoch sind (vgl. BGE 82 II 513 E. 2 sowie BGer 5A_286/2021 v.”
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