SR 311.0 ↩
SR 321.0 ↩
SR 142.20 ↩
Amended by No IV of the FA of 17 Dec. 2021 (Restrictions on Travelling Abroad and Modification of Temporary Admission Status), in force since 1 June 2024 (AS 2024 188;BBl 2020 7457). ↩
Amended by No II of the FA of 17 Dec. 2021 (Restrictions on Travelling Abroad and Modification of Temporary Admission Status), in force since 1 June 2024 (AS 2024 188;BBl 2020 7457). ↩
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Anerkannte Flüchtlinge unterliegen gemäss Art. 61 Abs. 2 AsylG einer Meldepflicht für die Aufnahme selbständiger Erwerbstätigkeit. In der Rechtsprechung wurde das Unterlassen dieser Meldung als Übertretung mit einer Busse sanktioniert.
“1bis VZAE und kann sich im Sinn von Art. 34 Abs. 4 AIG gut in der am Wohnort gesprochenen Landessprache verständigen. 6.3.2 Das Integrationskriterium der Beachtung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung ist gemäss Art. 77a Abs. 1 lit. a und b VZAE insbesondere dann nicht erfüllt, wenn die betroffene Person gesetzliche Vorschriften und behördliche Verfügungen missachtet oder öffentlich-rechtliche oder privatrechtliche Verpflichtungen mutwillig nicht erfüllt. Wie dargelegt, hat der Beschwerdeführer in der Schweiz drei Delikte begangen. Am 6. November 2014 wurde der Beschwerdeführer wegen rechtswidriger Einreise verurteilt. Diese Verurteilung liegt bereits zehn Jahre zurück. Zudem kann angesichts der dem Beschwerdeführer in Syrien drohenden Verfolgung aus seiner rechtswidrigen Einreise nicht auf ein Integrationsdefizit geschlossen werden (vgl. auch Art. 31 Ziff. 1 FK). Daneben wurde der Beschwerdeführer am 11. November 2020 zu einer Busse in Höhe von Fr. 150.- verurteilt. Als anerkannter Flüchtling wäre er gemäss Art. 61 Abs. 2 AsylG verpflichtet gewesen, die Aufnahme seiner selbständigen Erwerbstätigkeit zu melden, was er jedoch unterlassen hatte. Zudem wurde der Beschwerdeführer mit Strafbefehl vom 25. November 2021 mit einer Busse von Fr. 800.- bestraft. Dies, da er in seinem Coiffeursalon Haarprodukte zum Verkauf angeboten hat, die nicht mit Verkaufspreisen beschriftet waren. Zudem waren die Produkte nicht in einer schweizerischen Amtssprache gekennzeichnet und kam der Beschwerdeführer seiner Selbstkontrollpflicht nach Art. 26 des Lebensmittelgesetzes vom 20. Juni 2014 (SR 817.0) nicht nach. Bei beiden Delikten handelt es sich lediglich um Übertretungen. Der Beschwerdeführer zeigte sich einsichtig und verhielt sich kooperativ. Obschon die eine Busse etwas höher ausgefallen ist, ist das Verschulden des Beschwerdeführers als gering einzustufen und sind die Delikte als Bagatellen zu qualifizieren. Im Strafregisterauszug für Privatpersonen sind heute keine Delikte des Beschwerdeführers (mehr) verzeichnet. Betreibungen sind gegen den Beschwerdeführer keine registriert.”
“1bis VZAE und kann sich im Sinn von Art. 34 Abs. 4 AIG gut in der am Wohnort gesprochenen Landessprache verständigen. 6.3.2 Das Integrationskriterium der Beachtung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung ist gemäss Art. 77a Abs. 1 lit. a und b VZAE insbesondere dann nicht erfüllt, wenn die betroffene Person gesetzliche Vorschriften und behördliche Verfügungen missachtet oder öffentlich-rechtliche oder privatrechtliche Verpflichtungen mutwillig nicht erfüllt. Wie dargelegt, hat der Beschwerdeführer in der Schweiz drei Delikte begangen. Am 6. November 2014 wurde der Beschwerdeführer wegen rechtswidriger Einreise verurteilt. Diese Verurteilung liegt bereits zehn Jahre zurück. Zudem kann angesichts der dem Beschwerdeführer in Syrien drohenden Verfolgung aus seiner rechtswidrigen Einreise nicht auf ein Integrationsdefizit geschlossen werden (vgl. auch Art. 31 Ziff. 1 FK). Daneben wurde der Beschwerdeführer am 11. November 2020 zu einer Busse in Höhe von Fr. 150.- verurteilt. Als anerkannter Flüchtling wäre er gemäss Art. 61 Abs. 2 AsylG verpflichtet gewesen, die Aufnahme seiner selbständigen Erwerbstätigkeit zu melden, was er jedoch unterlassen hatte. Zudem wurde der Beschwerdeführer mit Strafbefehl vom 25. November 2021 mit einer Busse von Fr. 800.- bestraft. Dies, da er in seinem Coiffeursalon Haarprodukte zum Verkauf angeboten hat, die nicht mit Verkaufspreisen beschriftet waren. Zudem waren die Produkte nicht in einer schweizerischen Amtssprache gekennzeichnet und kam der Beschwerdeführer seiner Selbstkontrollpflicht nach Art. 26 des Lebensmittelgesetzes vom 20. Juni 2014 (SR 817.0) nicht nach. Bei beiden Delikten handelt es sich lediglich um Übertretungen. Der Beschwerdeführer zeigte sich einsichtig und verhielt sich kooperativ. Obschon die eine Busse etwas höher ausgefallen ist, ist das Verschulden des Beschwerdeführers als gering einzustufen und sind die Delikte als Bagatellen zu qualifizieren. Im Strafregisterauszug für Privatpersonen sind heute keine Delikte des Beschwerdeführers (mehr) verzeichnet. Betreibungen sind gegen den Beschwerdeführer keine registriert.”
Auch unentgeltliche Freiwilligenarbeit kann nach dem Ausländerrecht als Erwerbstätigkeit gewertet werden und unter die Bewilligungs- bzw. Meldepflichten fallen, die für Personen mit Asyl oder vorläufiger Aufnahme gemäss Art. 61 LAsi gelten.
“1 à 3 OASA, toute activité indépendante ou salariée qui normalement procure un gain est considérée comme activité lucrative, même si l’activité est exercée gratuitement ou si la rémunération se borne à la couverture des besoins vitaux élémentaires (nourriture, logement). […] Dans l’esprit de la loi, la notion d’activité lucrative doit être interprétée de manière large au sens d’une politique d’admission contrôlée des travailleurs. Cependant, la possibilité d’exercer une activité non lucrative ne saurait être totalement exclue. Est normalement réputée orientée sur le gain toute activité qui est exercée par un étranger et a un effet sur le marché suisse du travail. Concrètement, la question ne consiste donc pas à savoir si l’étranger va exercer une activité en vue de gagner sa vie en Suisse, mais si son activité sur le marché suisse du travail est en principe exercée contre rétribution. […] Le droit des étrangers considère également le volontariat (au sens d’un travail bénévole) comme une activité salariée. Ce dernier est, par conséquent, soumis à l’obligation d’autorisation et d’annonce (art. 11 LEI en relation avec les art. 1a, al. 2, OASA et 85a LEI ainsi que l’art. 61 LAsi en relation avec les art. 65 ss OASA). Selon l’Office fédéral de la statistique (OFS), le volontariat consiste en des activités bénévoles et honorifiques exercées au sein d’associations ou d’organisations (travail bénévole organisé) ainsi qu’en des prestations fournies personnellement en faveur de connaissances ou de proches. vivant dans d’autres ménages (travail bénévole informel). Ces activités non rétribuées pourraient théoriquement être accomplies contre rémunération par une tierce personne." Il est également précisé au chiffre”
Von Personen, denen Asyl gewährt wurde, kann in der Praxis in der Regel erwartet werden, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen (etwa zur Rückzahlung eines gewährten Darlehens, vgl. SRK-Darlehen im entschiedenen Fall). Die Zumutbarkeit der Erwerbstätigkeit ist zu prüfen; ausnahmsweise können Härtefälle eine abweichende Beurteilung rechtfertigen.
“BVGer-act. 9). Den Nachweis, dass die Gewährung des Darlehens zu finanziell nicht tragbaren Bedingungen erfolgte, ist der Beschwerdeführer schuldig geblieben. Inwieweit es ihm zumutbar ist, das Darlehen zurückzubezahlen kann vorliegend aber dahingestellt bleiben, zumal kein Härtefall vorliegt, welcher die nachträgliche Übernahme der Flugkosten, respektive die Rückzahlung des Darlehens durch die Vorinstanz gebieten würde. Insbesondere musste der Beschwerdeführer das Darlehen nicht aufnehmen, um eine akute Gefährdung der Familienangehörigen unverzüglich abwenden zu können (vgl. oben E. 4.1; Urteile des BVGer F-1392/2021 E. 5.2; F-397/2021 E. 5.2; F-1429/2020 E. 5.2; F-2973/2015 vom 10. Januar 2018). Hinzu kommt, dass sich der Beschwerdeführer bereits seit Juni 2016 in der Schweiz befindet, wobei ihm am 22. August 2019 Asyl gewährt wurde. Weshalb ihm die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit zur Begleichung des Darlehens des SRK nicht zumutbar sein soll, erschliesst sich vorliegend nicht (vgl. Art. 61 AsylG; Urteil des BVGer D-7729/2006 vom 26. Mai 2009 E. 4.2.3).”
Freiwilligenarbeit kann trotz Unentgeltlichkeit als Erwerbstätigkeit im Sinne von Art. 61 AsylG gelten, wenn die betreffende Tätigkeit grundsätzlich auf dem schweizerischen Arbeitsmarkt gewöhnlich gegen Entgelt ausgeübt wird oder Auswirkungen auf den schweizerischen Arbeitsmarkt hat. Entsprechend kann solche Tätigkeit der Melde‑ und gegebenenfalls der Bewilligungspflicht unterliegen.
“1 à 3 OASA, toute activité indépendante ou salariée qui normalement procure un gain est considérée comme activité lucrative, même si l’activité est exercée gratuitement ou si la rémunération se borne à la couverture des besoins vitaux élémentaires (nourriture, logement). […] Dans l’esprit de la loi, la notion d’activité lucrative doit être interprétée de manière large au sens d’une politique d’admission contrôlée des travailleurs. Cependant, la possibilité d’exercer une activité non lucrative ne saurait être totalement exclue. Est normalement réputée orientée sur le gain toute activité qui est exercée par un étranger et a un effet sur le marché suisse du travail. Concrètement, la question ne consiste donc pas à savoir si l’étranger va exercer une activité en vue de gagner sa vie en Suisse, mais si son activité sur le marché suisse du travail est en principe exercée contre rétribution. […] Le droit des étrangers considère également le volontariat (au sens d’un travail bénévole) comme une activité salariée. Ce dernier est, par conséquent, soumis à l’obligation d’autorisation et d’annonce (art. 11 LEI en relation avec les art. 1a, al. 2, OASA et 85a LEI ainsi que l’art. 61 LAsi en relation avec les art. 65 ss OASA). Selon l’Office fédéral de la statistique (OFS), le volontariat consiste en des activités bénévoles et honorifiques exercées au sein d’associations ou d’organisations (travail bénévole organisé) ainsi qu’en des prestations fournies personnellement en faveur de connaissances ou de proches. vivant dans d’autres ménages (travail bénévole informel). Ces activités non rétribuées pourraient théoriquement être accomplies contre rémunération par une tierce personne." Il est également précisé au chiffre”
Bei einer vorläufig aufgenommenen Person, der gemäss Art. 61 AsylG Erwerbstätigkeit erlaubt ist, stellte das Bundesverwaltungsgericht fest, dass ab dem Zeitpunkt der Aufnahme grundsätzlich die Möglichkeit bestand, finanziell selbstständig zu werden. Konkrete Gründe, weshalb die finanziellen Voraussetzungen für den Familiennachzug unverschuldet bis 2020 nicht erfüllt werden konnten, wurden nicht dargetan. Insbesondere fehlten Nachweise für erfolglose Arbeitsbemühungen oder für einen «working poor»-Sachverhalt. Damit vermochte die angebliche Nichterfüllung der finanziellen Voraussetzungen das lange Zuwarten mit dem Nachzugsgesuch nicht als objektiv nachvollziehbaren Grund zu rechtfertigen.
“Mit Verfügung vom 13. September 2011 wurde der Beschwerdeführer als Flüchtling vorläufig aufgenommen und ihm gemäss Art. 61 AsylG die Erwerbstätigkeit bewilligt. Folglich hatte er ab diesem Zeitpunkt grundsätzlich die Möglichkeit, finanziell selbständig zu werden. Konkrete Gründe dafür, weshalb es dem Beschwerdeführer in der Folge bis 2020 unverschuldeterweise nicht möglich gewesen sein sollte, die finanziellen Voraussetzungen für den Familiennachzug zu erfüllen, werden nicht vorgebracht und sind aus den Akten auch nicht ersichtlich. Er substantiierte und belegte nicht, inwiefern ein früherer Nachzug aus wirtschaftlichen Gründen tatsächlich unmöglich gewesen wäre. Dies gilt insbesondere für allfällige erfolglose Arbeitsbemühungen. Ebenso wenig macht der Beschwerdeführer geltend oder ist ersichtlich, dass er die für den Nachzug erforderlichen finanziellen Mittel trotz vollzeitlicher Arbeitstätigkeit nicht hätte erfüllen können («working poor»). Nach dem Gesagten vermag die vorgebrachte Nichterfüllung der finanziellen Nachzugsvoraussetzungen das lange Zuwarten des Beschwerdeführers mit dem Nachzugsgesuch für seine Ehefrau nicht im Sinne eines objektiven, nachvollziehbaren Grundes zu rechtfertigen.”
Nach Art. 61 LAsi haben anerkannte Flüchtlinge trotz einer (rechtskräftigen) Ausweisungsverfügung das Recht, in der Schweiz einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Kantonale Entscheide führen aus, dass diese Befugnis bestehen bleibt und dass entsprechende Flüchtlinge in der Regel auch Anspruch auf Sozialhilfe haben können; in den entschiedenen Fällen wurde zudem auf aufgeschobene/verschobene Vollstreckungen der Ausweisung abgestellt. (Bezug: Art. 61 LAsi in Verbindung mit der zitierten Rechtsprechung und den einschlägigen Verweisen auf die Genfer Flüchtlingskonvention und Art. 86 Abs. 1bis lit. b LEI.)
“La Convention dont se prévaut le recourant confère certains droits aux réfugiés, dont celui d'exercer une activité professionnelle salariée (art. 17 al. 1), droit qu'on peut également tirer de l'art. 61 LAsi, aux termes duquel les personnes qui disposent de la qualité de réfugié reconnue ont le droit de travailler en Suisse en dépit de l'expulsion dont elles font l'objet (al. 1); la prise d'emploi est subordonnée à une annonce de l'employeur auprès du service de l'emploi (al. 2). La Convention confère encore d'autres droits aux réfugiés, parmi lesquels le droit à la délivrance d'un titre de voyage (art. 28 de la Convention) et le droit au même traitement que les nationaux en ce qui concerne l'aide sociale (art. 24 al. 1 let. b de la convention). A cet égard, l'art. 86 al. 1bis let. b LEI prévoit que les dispositions qui régissent l'aide sociale octroyée aux réfugiés auxquels la Suisse a accordé l'asile s'appliquent également aux réfugiés sous le coup d'une expulsion obligatoire au sens de l'art. 66a CP entrée en force. Le recourant n'est ainsi pas démuni dans l'attente de l'exécution de l'expulsion pénale entrée en force: il peut notamment exercer une activité lucrative et prétendre à l'aide sociale (cf.”
“61 LAsi, aux termes duquel les personnes qui disposent de la qualité de réfugié reconnue ont le droit de travailler en Suisse en dépit de l'expulsion dont elles font l'objet (al. 1); la prise d'emploi est subordonnée à une annonce de l'employeur auprès du service de l'emploi (al. 2). La Convention confère encore d'autres droits aux réfugiés, parmi lesquels le droit à la délivrance d'un titre de voyage (art. 28 de la Convention) et le droit au même traitement que les nationaux en ce qui concerne l'aide sociale (art. 24 al. 1 let. b de la convention). A cet égard, l'art. 86 al. 1bis let. b LEI prévoit que les dispositions qui régissent l'aide sociale octroyée aux réfugiés auxquels la Suisse a accordé l'asile s'appliquent également aux réfugiés sous le coup d'une expulsion obligatoire au sens de l'art. 66a CP entrée en force. Le recourant n'est ainsi pas démuni dans l'attente de l'exécution de l'expulsion pénale entrée en force: il peut notamment exercer une activité lucrative et prétendre à l'aide sociale (cf. art. 61 LAsi et 86 al. 1bis let. b LEI). L'art. 33 de la Convention (défense d'expulsion et de refoulement) a par ailleurs déjà été concrétisé par la décision de report de l'exécution de l'expulsion pénale, également rendue par le SPOP et valable jusqu'au 20 juillet”