Amended by No I of the FA of 25 Sept. 2015, in force since 1 March 2019 (AS 2016 3101, 2018 2855;BBl 2014 7991). ↩
SR 142.20 ↩
Inserted by Annex No II 1 of the FA of 16 Dec. 2005 on Foreign Nationals, in force since 1 Jan. 2008 (AS 2007 5437, 2008 5405;BBl 2002 3709). ↩
Amended by No I of the FA of 14 Dec. 2012, in force since 1 Feb. 2014 (AS 2013 43755357;BBl 2010 4455, 2011 7325). ↩
Amended by No I of the FA of 14 Dec. 2012, in force since 1 Feb. 2014 (AS 2013 43755357;BBl 2010 4455, 2011 7325). ↩
Inserted by No I of the FA of 16 Dec. 2005, in force since 1 Jan. 2008 (AS 2006 4745, 2007 5573;BBl 2002 6845). ↩
Amended by No I of the FA of 25 Sept. 2015, in force since 1 March 2019 (AS 2016 3101, 2018 2855;BBl 2014 7991). ↩
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Mit Ablauf der Ausreisefrist erlischt die Bewilligung zur Erwerbstätigkeit (Art. 43 Abs. 2 AsylG). In den Akten führte dies zur Beendigung von Arbeitsverhältnissen und zum Bezug von Nothilfe; Arbeitgeber bestätigten, dass bei späterer Erteilung einer Aufenthalts- oder Härtefallbewilligung eine Rückkehr in den Betrieb möglich wäre.
“Nach Erteilung einer Bewilligung zum provisorischen Stellenantritt war der Beschwerdeführer vom 1. Dezember 2018 bis zum 31. Januar 2020 als Fleischer bei C._______ in D._______ beschäftigt (SEM-act. 2 pag. 128; 134; 145). Aus dem Arbeitszeugnis vom 20. August 2019 geht hervor, dass er als hervorragender Mitarbeiter geschätzt wird und seine Arbeit mit viel Freude und grossem Engagement erledigt. Während seiner dortigen Anstellung war der Beschwerdeführer finanziell unabhängig (Bruttolohn Fr. 3'828.-). Mit Schreiben des Migrationsamts vom 8. Januar 2020 wurde mitgeteilt, dass während der Dauer eines Verfahrens nach Art. 111c AsylG keine Bewilligung zur Erwerbstätigkeit erteilt werden könne, weswegen das Arbeitsverhältnis nicht fortgeführt werden könne (SEM-act. 2 pag. 64; 61). Anschliessend bezog der Beschwerdeführer Nothilfe (vgl. BVGer-act. 1 Beilage 6). Als nunmehr abgewiesener Asylgesuchsteller ist es ihm grundsätzlich nicht mehr erlaubt, erwerbstätig zu sein (Art. 43 Abs. 2 AsylG). Diesem Umstand gilt es Rechnung zu tragen (so explizit Art. 31 Abs. 5 VZAE). Mit Schreiben vom 29. Mai 2024 bestätigte sein früherer Arbeitgeber, dass der Beschwerdeführer nach Erhalt einer Härtefallbewilligung wieder in den Betrieb zurückkehren könne (BVGer-act. 17 Beilage).”
“Was die Integration des Beschwerdeführers im Sinne der Teilnahme am Wirtschaftsleben oder am Erwerb von Bildung, der Sprachkompetenzen (Art. 31 Abs. 1 Bst. a VZAE i.V.m. Art. 58a Abs. 1 Bst. c und d AIG) sowie seiner finanziellen Verhältnisse (Art. 31 Abs. 1 Bst. d VZAE) betrifft, so ergibt sich aus den Akten Folgendes: Der Beschwerdeführer absolvierte von April 2018 bis Februar 2019 ein Praktikum bei der C._______ GmbH. Ab dem 5. März 2019 war er beim gleichen Unternehmen in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis zu 50% angestellt. Per 1. März 2021 wurde sein Teilzeitpensum in ein Vollzeitpensum angepasst. Gemäss den eingereichten Lohnabrechnungen verfügte er von März bis Juli 2021 über einen Bruttolohn von Fr. 3'500.-, wobei dieser per August 2021 auf Fr. 3'800.- erhöht wurde. Aus dem Schreiben der D._______ GmbH vom 15. August 2022, wonach der Beschwerdeführer bei Erteilung der Aufenthaltsbewilligung sofort angestellt würde, ergibt sich, dass dieser derzeit nicht mehr erwerbstätig ist. Dies kann ihm jedoch nicht angelastet werden, da ihm aufgrund von Art. 43 Abs. 2 AsylG die Erwerbstätigkeit nach Ablauf der Ausreisefrist am 12. Mai 2021 untersagt ist. Den Akten lässt sich weiter entnehmen, dass der Beschwerdeführer seit seiner Ankunft in der Schweiz Deutsch gelernt und sich einen Bekanntenkreis aufgebaut hat. Gemäss dem eingereichten Sprachenpass vom 25. Juni 2021 bewegen sich seine mündlichen Sprachkenntnisse auf dem Niveau A2. Auch die verschiedenen Referenzschreiben von Bekannten und Freunden, die sich bei den Akten befinden, legen nahe, dass der Beschwerdeführer im Alltag sprachlich gut zurechtkommt.”
Vorabentscheidungen der zuständigen kantonalen Behörde über die Erteilung, Verlängerung oder Änderung einer Aufenthaltsbewilligung gemäss Art. 83 OASA (namentlich Beurteilung der Voraussetzungen nach Art. 18–25 LEI) sind für nachfolgende Entscheide über Aufenthaltstitel relevant. Nach der in den Quellen dargestellten Praxis bindet im Kanton Waadt eine ablehnende Vorabentscheidung der DGEM das SPOP, wenn dieses wegen einer Bewilligungsanfrage zuständig wird. (Bezug zu Art. 43 AsylG: Art. 30 Abs. 1 lit. l LEI ermöglicht Abweichungen zur Regelung der Erwerbstätigkeit und Teilnahme an Beschäftigungsprogrammen für Asylsuchende.)
“L'art. 83 al. 1 let. a de l’ordonnance fédérale du 24 octobre 2007 relative à l’admission, au séjour et à l’exercice d’une activité lucrative (OASA; RS 142.201) confirme qu'avant d'octroyer une première autorisation de séjour ou de courte durée en vue de l'exercice d'une activité lucrative, l'autorité cantonale compétente décide si les conditions sont remplies pour exercer une activité lucrative salariée ou indépendante au sens des art. 18 à 25 LEI. Selon l'art. 83 al. 2 OASA, l'autorité cantonale compétente décide en outre si une autorisation de séjour de courte durée peut être prolongée ou renouvelée et, pour les titulaires d’une autorisation de séjour de courte durée et les requérants d’asile, si un changement d’emploi peut être autorisé. L'art. 30 al. 1 let. l LEI (complété par l'art. 52 OASA) dispose en outre qu'il est possible de déroger aux conditions d'admission (art. 18 à 29) pour régler l'activité lucrative et la participation aux programmes d'occupation des requérants d'asile (art. 43 LAsi). Dans le canton de Vaud, la décision cantonale préalable en matière d'emploi dépend de la DGEM, l’autorisation de séjour du SPOP. Selon la jurisprudence, le refus de la DGEM d’octroyer une autorisation au sens de l’art. 83 OASA lie le SPOP, lorsque celui-ci est saisi d’une demande d’autorisation de séjour (CDAP PE.2008.0242 du 26 février 2009).”
“L'art. 83 al. 1 let. a de l’ordonnance fédérale du 24 octobre 2007 relative à l’admission, au séjour et à l’exercice d’une activité lucrative (OASA; RS 142.201) confirme qu'avant d'octroyer une première autorisation de séjour ou de courte durée en vue de l'exercice d'une activité lucrative, l'autorité cantonale compétente décide si les conditions sont remplies pour exercer une activité lucrative salariée ou indépendante au sens des art. 18 à 25 LEI. Selon l'art. 83 al. 2 OASA, l'autorité cantonale compétente décide en outre si une autorisation de séjour de courte durée peut être prolongée ou renouvelée et, pour les titulaires d’une autorisation de séjour de courte durée et les requérants d’asile, si un changement d’emploi peut être autorisé. L'art. 30 al. 1 let. l LEI (complété par l'art. 52 OASA) dispose en outre qu'il est possible de déroger aux conditions d'admission (art. 18 à 29) pour régler l'activité lucrative et la participation aux programmes d'occupation des requérants d'asile (art. 43 LAsi). Dans le canton de Vaud, la décision cantonale préalable en matière d'emploi dépend de la DGEM, l’autorisation de séjour du SPOP. Selon la jurisprudence, le refus de la DGEM d’octroyer une autorisation au sens de l’art. 83 OASA lie le SPOP, lorsque celui-ci est saisi d’une demande d’autorisation de séjour (CDAP PE.2008.0242 du 26 février 2009).”
Das aus dem Erlöschen der Bewilligung nach Art. 43 Abs. 2 AsylG resultierende Beschäftigungsverbot kann im Einzelfall nicht als begünstigender Umstand gewertet werden, wenn sich die betroffene Person behördlichen Anordnungen widersetzt hat.
“Nach seiner Einreise in die Schweiz und Einreichung seines ersten Asylgesuches lief die Arbeitssperrfrist am 21. April 2010 ab (vgl. SEM-A-act. 29). Mit Verstreichen der rechtskräftig angesetzten Ausreisefrist am 18. Juli 2014 unterlag der Beschwerdeführer trotz späterem Aussetzen des Vollzugs einem Arbeitsverbot (vgl. Art. 43 Abs. 2 AsylG [SR 142.31]). Dieses Beschäftigungsverbot kann vorliegend für ihn nicht als begünstigend berücksichtigt werden, nachdem er sich behördlichen Anordnungen widersetzte (vgl. BGE 138 I 246 E. 3.2.1). Auch nach seiner vorläufigen Aufnahme im Dezember 2016, als ihm die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit grundsätzlich wieder möglich war, gelang es dem Beschwerdeführer nicht, eine bezahlte Arbeit zu finden.”
Während des Aufenthaltes in einem Zentrum des Bundes besteht ein Verbot, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Nach Zuweisung an einen Kanton gilt dieses Verbot nicht mehr; die betroffene Person kann unter den in den Quellen genannten Voraussetzungen vorläufig zur Erwerbstätigkeit zugelassen werden. Diese Erlaubnis ist provisorisch und gilt längstens für die Dauer des Asylverfahrens, also solange der Ausländer ein Aufenthaltsrecht in der Schweiz hat; sie erlischt mit Ablauf der dem Gesuchsteller gesetzten Ausreisefrist, und zwar auch dann, wenn dieser ein ausserordentliches Rechtsmittel eingelegt hat und die Vollstreckung der Wegweisung sistiert ist.
“Pendant son séjour dans un centre de la Confédération, le requérant d'asile n'a pas le droit d'exercer d'activité lucrative (cf. art. 43 al. 1 LAsi). Une fois attribué à un canton, il n'est plus soumis à une interdiction de travailler (cf. art. 43 al. 1 a contrario et 43 al. 2 LAsi) et peut être autorisé à exercer une activité lucrative, moyennant la réalisation de certaines conditions (cf. art. 43 al. 1bis LAsi, 30 al. 1 let. l LEI et 52 al. 1 OASA), dont le respect de l'ordre de priorité (art. 21 LEI). L'autorisation est provisoire et n'est valable que pour la durée de la procédure d'asile au plus, période durant laquelle l'étranger a un droit de séjour en Suisse (ATF 138 I 246 consid. 2.1; ég. TF 2C_1026/2013 du 17 avril 2014 consid. 4.1). Selon l'art. 43 al. 2, 1ère phrase, LAsi, elle s'éteint en effet à l'expiration du délai fixé au requérant pour quitter le pays (délai de départ), et ce même si ce dernier a fait usage d'une voie de droit extraordinaire et que l'exécution du renvoi a été suspendue.”
Nach Wegfall des generellen dreimonatigen Arbeitsverbots gilt für die betroffene Person kein asylrechtliches Arbeitsverbot mehr und sie ist grundsätzlich zur Erwerbstätigkeit berechtigt. Im zugrunde liegenden Entscheid stellte das Gericht fest, dass die Person in der betreffenden Zwischenzeit weder erwerbstätig war noch sich um eine Erwerbstätigkeit bemüht hatte.
“Was die Integration des Beschwerdeführers (Art. 31 Abs. 1 Bst. a VZAE i.V.m. Art. 58a Abs. 1 AIG), seine finanziellen Verhältnisse sowie den Willen zur Teilhabe am Wirtschaftsleben und zum Erwerb von Bildung (Art. 31 Abs. 1 Bst. d VZAE) betrifft, so ergibt sich aus den Akten Folgendes: Der Beschwerdeführer unterlag nach Ablauf des generellen dreimonatigen Arbeitsverbots (vgl. Art. 43 AsylG) bis zur Ausreisefrist am (Nennung Zeitpunkt) - mithin (Nennung Dauer) - nicht dem asylrechtlichen Arbeitsverbot. Weder übte er in diesem Zeitraum eine Erwerbstätigkeit aus noch hat er sich um eine solche bemüht. Auch sind aus den Akten keinerlei Anhaltspunkte ersichtlich, dass er während der bisherigen Aufenthaltsdauer irgendwelche Freiwilligenarbeiten geleistet hätte. Immerhin besuchte er (Nennung jeweilige Dauer) jeweils einen Berufsvorbereitungskurs in den Bereichen (Nennung Bereiche). Da er auf dem ersten Arbeitsmarkt nie tätig war, kann nicht von einer gelungenen wirtschaftlichen Integration oder einer finanziellen Unabhängigkeit gesprochen werden, auch wenn sein Wille zur Teilhabe am Wirtschaftsleben nicht in Abrede gestellt werden kann. Was seine sprachliche Integration anbelangt, so kann den Akten entnommen werden, dass er seit seiner Ankunft in der Schweiz Deutsch gelernt und sich einen Bekanntenkreis aufgebaut hat. Gemäss einem Zertifikat von (...) bewegen sich seine Sprachkenntnisse auf dem Niveau A2, wobei er beim Sprachtest das Prädikat "ausreichend" erreichte.”
Im vorliegenden Entscheid stellte das Gericht fest, dass ein nach rechtskräftiger Abweisung seines Asylgesuchs die Bewilligung zur Erwerbstätigkeit nach Art. 43 Abs. 2 AsylG verloren hatte; der Betroffene leistete dennoch freiwillige Einsätze und absolvierte Weiterbildungs‑/Kurse und bezog Nothilfe.
“Der Beschwerdeführer war von seiner Einreise in die Schweiz im Oktober 2015 bis zum Ablauf der Ausreisefrist am 20. November 2019 nicht im ersten Arbeitsmarkt erwerbstätig; bis zum 27. November 2019 war er fürsorgeabhängig; nach rechtskräftiger Abweisung seines Asylgesuchs bestritt er seinen Lebensunterhalt mittels Nothilfe (vgl. kant. act. 81, 83). Als abgewiesener Asylgesuchsteller war es ihm grundsätzlich nicht mehr erlaubt, erwerbstätig zu sein (Art. 43 Abs. 2 AsylG). Gleichwohl arbeitete der Beschwerdeführer bzw. bildete sich fort. Zwischen Frühjahr 2016 und Ende 2018 leistete er einen Freiwilligeneinsatz in einer B._______ in C._______. Auch hat er immer wieder Personen aus seinem Umfeld unterstützt (kant. act. 121, 123, 124, 148, 154 ff.). Vom 25. März 2019 bis 19. Dezember 2019 absolvierte er beim Verein A.______ Kurse in Mathematik und Geometrie. Die Kurse behandelten Themen der 7.,”
Eine Mitteilung bzw. Zwischenverfügung im Zuständigkeitsprüfungsverfahren (Dublin) hat nach der zitierten Rechtsprechung vorwiegend informativen Charakter und verändert die materielle Rechtsstellung des Asylsuchenden nicht. Während der Zuständigkeitsprüfung besteht Anwesenheitsrecht in der Schweiz; die Rechtslage hinsichtlich N-Ausweis, Erwerbstätigkeit (Art. 43 AsylG) und Fürsorge unterscheidet sich dabei nicht von der im nationalen Asylverfahren. Zwischenverfügungen können zurückgenommen werden; regelmässig begründen sie kein schutzwürdiges Vertrauen, das einen Widerruf ausschlösse.
“Nach anschliessend durchgeführter Asylanhörung teilte sie ihm sodann mit, aufgrund ihrer Abklärungen (Aufenthaltstitel in Polen) sei mutmasslich Polen für die Durchführung des weiteren Verfahrens zuständig. Damit zeigte sie ihm (implizit) die (Wieder-)Eröffnung des Dublin-Verfahrens an. Die Mitteilung vom 11. Januar 2023 hatte in erster Linie informativen Charakter und ist im prozessualen Sinne als Zwischenverfügung zu qualifizieren (vgl. dazu BVGE 2017 VI/9, E. 4.1.4). Diese entfaltet über ihren Informationscharakter hinaus keine weiteren Wirkungen für den Beschwerdeführer. Sie verändert namentlich seine rechtliche Stellung nicht. Ein Anwesenheitsrecht in der Schweiz besteht sowohl während der materiellen Prüfung eines Asylgesuchs als auch während der Zuständigkeitsprüfung nach der Dublin-III-VO durch die Vorinstanz (Art. 42 AsylG). Auch in Bezug auf die Ausstellung eines sogenannten N-Ausweises (Art. 30 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]), auf die Erwerbstätigkeit (Art. 43 AsylG) und auf die Fürsorgeleistungen (Art. 80 und Art. 81 AsylG) unterscheidet die schweizerische Rechtsordnung nicht zwischen Asylsuchenden, die sich im nationalen Asylverfahren befinden, und Asylsuchenden, die sich im vorgelagerten Verfahren der Prüfung der staatsvertraglichen Zuständigkeit für die Durchführung des Asylverfahrens nach der Dublin-III-VO befinden. Die Mitteilung vom 11. Januar 2023 schliesst das Asylverfahren des Beschwerdeführers schliesslich nicht ab und verändert seine materielle Rechtsstellung nicht. Aus der Qualifikation der fraglichen Mitteilung als Zwischenverfügung folgt, dass ein Zurückkommen auf diese möglich sein muss, wenn die verfahrensleitende Behörde sachliche Gründe darlegen kann und der Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV) nicht ausnahmsweise den Verzicht auf ein Zurückkommen gebietet. Da mit einer solchen Zwischenverfügung regelmässig kein rechtlich geschütztes Vertrauen der Verfahrensbeteiligten begründet wird, kommen die allgemeinen Voraussetzungen für den Widerruf von (End-)Verfügungen grundsätzlich nicht zur Anwendung (vgl.”
Ein langjähriges Ausübungsverbot der Erwerbstätigkeit (hier: nahezu elf Jahre) stellt eine Eingriff in das Recht auf Achtung des Privatlebens dar und ist nach Verhältnismässigkeit zu prüfen. Dabei ist insbesondere zu prüfen, ob die Rückführung weiterhin durchführbar erscheint und ob der Betroffene die verzögerte Ausreise zu vertreten hat; in den konkreten Umständen kann ein Arbeitsverbot jedoch als geeignetes Mittel zur Anreizung der Mitwirkung bei der Vollstreckung der Wegweisung erachtet werden.
“Depuis l'arrêt du TAF du 11 février 2014 et conformément à l'art. 43 al. 2 LAsi, le recourant n'a plus le droit d'exercer une activité lucrative. Depuis cette date également, il ne bénéfice plus que des prestations de l'aide d'urgence. L'interdiction de travailler dure ainsi depuis près de onze années, ce qui constitue une ingérence dans le droit au respect de la vie privée du recourant, laquelle ingérence doit être proportionnée au but recherché, au sens de la jurisprudence précitée, à savoir la nécessité d'assurer l'exécution des décisions négatives en matière d'asile. Il y a dès lors lieu d'examiner si le renvoi du recourant demeure possible, respectivement s'il est responsable de cette situation dans le sens qu'il retarderait volontairement son exécution. En l'occurrence, l'interdiction de travailler apparaît une mesure adéquate pour inciter le recourant à collaborer avec les autorités aux démarches d'exécution de son renvoi. En effet, tout laisse à penser que son renvoi peut encore être exécuté. D'une part, le recourant a été reconnu par une délégation guinéenne le 21 novembre 2017 lors d'auditions centralisées, de sorte que l'Ambassade de la Guinée à Genève est disposée à lui délivrer un laissez-passer (cf.”
“Depuis l'arrêt du TAF du 11 février 2014 et conformément à l'art. 43 al. 2 LAsi, le recourant n'a plus le droit d'exercer une activité lucrative. Depuis cette date également, il ne bénéfice plus que des prestations de l'aide d'urgence. L'interdiction de travailler dure ainsi depuis près de onze années, ce qui constitue une ingérence dans le droit au respect de la vie privée du recourant, laquelle ingérence doit être proportionnée au but recherché, au sens de la jurisprudence précitée, à savoir la nécessité d'assurer l'exécution des décisions négatives en matière d'asile. Il y a dès lors lieu d'examiner si le renvoi du recourant demeure possible, respectivement s'il est responsable de cette situation dans le sens qu'il retarderait volontairement son exécution. En l'occurrence, l'interdiction de travailler apparaît une mesure adéquate pour inciter le recourant à collaborer avec les autorités aux démarches d'exécution de son renvoi. En effet, tout laisse à penser que son renvoi peut encore être exécuté. D'une part, le recourant a été reconnu par une délégation guinéenne le 21 novembre 2017 lors d'auditions centralisées, de sorte que l'Ambassade de la Guinée à Genève est disposée à lui délivrer un laissez-passer (cf.”
Sobald der Gesuchsteller einem Kanton zugewiesen ist, kann ihm unter den in den Quellen genannten Bedingungen (insbesondere unter Beachtung der Prioritätsordnung) die Ausübung einer Erwerbstätigkeit gestattet werden. Diese Bewilligung ist provisorisch, gilt höchstens für die Dauer des Asylverfahrens bzw. des damit verbundenen Aufenthaltsrechts und erlischt mit dem Ablauf der dem Gesuchsteller gesetzten Ausreisefrist.
“Pendant son séjour dans un centre de la Confédération, le requérant d'asile n'a pas le droit d'exercer d'activité lucrative (cf. art. 43 al. 1 LAsi). Une fois attribué à un canton, il n'est plus soumis à une interdiction de travailler (cf. art. 43 al. 1 a contrario et 43 al. 2 LAsi) et peut être autorisé à exercer une activité lucrative, moyennant la réalisation de certaines conditions (cf. art. 43 al. 1bis LAsi, 30 al. 1 let. l LEI et 52 al. 1 OASA), dont le respect de l'ordre de priorité (art. 21 LEI). L'autorisation est provisoire et n'est valable que pour la durée de la procédure d'asile au plus, période durant laquelle l'étranger a un droit de séjour en Suisse (ATF 138 I 246 consid. 2.1; ég. TF 2C_1026/2013 du 17 avril 2014 consid. 4.1). Selon l'art. 43 al. 2, 1ère phrase, LAsi, elle s'éteint en effet à l'expiration du délai fixé au requérant pour quitter le pays (délai de départ), et ce même si ce dernier a fait usage d'une voie de droit extraordinaire et que l'exécution du renvoi a été suspendue.”
“Pendant son séjour dans un centre de la Confédération, le requérant d'asile n'a pas le droit d'exercer d'activité lucrative (cf. art. 43 al. 1 LAsi). Une fois attribué à un canton, il n'est plus soumis à une interdiction de travailler (cf. art. 43 al. 1 a contrario et 43 al. 2 LAsi) et peut être autorisé à exercer une activité lucrative, moyennant la réalisation de certaines conditions (cf. art. 43 al. 1bis LAsi, 30 al. 1 let. l LEI et 52 al. 1 OASA), dont le respect de l'ordre de priorité (art. 21 LEI). L'autorisation est provisoire et n'est valable que pour la durée de la procédure d'asile au plus, période durant laquelle l'étranger a un droit de séjour en Suisse (ATF 138 I 246 consid. 2.1; ég. TF 2C_1026/2013 du 17 avril 2014 consid. 4.1). Selon l'art. 43 al. 2, 1ère phrase, LAsi, elle s'éteint en effet à l'expiration du délai fixé au requérant pour quitter le pays (délai de départ), et ce même si ce dernier a fait usage d'une voie de droit extraordinaire et que l'exécution du renvoi a été suspendue.”
“Pendant son séjour dans un centre de la Confédération, le requérant d'asile n'a pas le droit d'exercer d'activité lucrative (cf. art. 43 al. 1 LAsi). Une fois attribué à un canton, il n'est plus soumis à une interdiction de travailler (cf. art. 43 al. 1 a contrario et 43 al. 2 LAsi) et peut être autorisé à exercer une activité lucrative, moyennant la réalisation de certaines conditions (cf. art. 43 al. 1bis LAsi, 30 al. 1 let. l LEI et 52 al. 1 OASA), dont le respect de l'ordre de priorité (art. 21 LEI). L'autorisation est provisoire et n'est valable que pour la durée de la procédure d'asile au plus, période durant laquelle l'étranger a un droit de séjour en Suisse (ATF 138 I 246 consid. 2.1; ég. TF 2C_1026/2013 du 17 avril 2014 consid. 4.1). Selon l'art. 43 al. 2, 1ère phrase, LAsi, elle s'éteint en effet à l'expiration du délai fixé au requérant pour quitter le pays (délai de départ), et ce même si ce dernier a fait usage d'une voie de droit extraordinaire et que l'exécution du renvoi a été suspendue.”
Selbst wenn ein ausserordentliches Rechtsmittel hängig ist oder der Vollzug vorübergehend ausgesetzt wurde, kann die Erlaubnis zur Erwerbstätigkeit entzogen werden, wenn konkrete Anhaltspunkte bestehen, dass die Rückkehr bzw. Abschiebung in absehbarer Frist möglich ist. Kurze Ausreisefristen und Hinweise darauf, dass die Wegweisung voraussichtlich durchgesetzt werden kann, rechtfertigen nach der genannten Praxis den Wegfall der Arbeitserlaubnis.
“L'interdiction de travailler dure ainsi depuis moins de deux ans et demi (elle ne s'élevait qu'à une année et demie lorsque l'autorité intimée a statué), ce qui est sans commune mesure avec les situations visées par l'ATF 138 I 246 et les arrêts de la cour de céans de 2013 et 2014 mentionnés ci-dessus. Il est dès lors douteux qu'elle constitue une ingérence dans le droit au respect de la vie privée du recourant. Quoi qu'il en soit, à supposer même une telle ingérence retenue, celle-ci serait justifiée au regard de l'intérêt public à assurer le déroulement de la procédure d'asile et l'exécution des décisions négatives qui l'emporte encore sur l'intérêt privé du recourant à pouvoir être actif et ne pas devoir vivre uniquement de l'aide d'urgence. Aucun élément du dossier ne permet en effet de retenir que le renvoi ne serait pas possible dans un délai prévisible. On relève par ailleurs que, s'il n'a pas pu être exécuté jusqu'à présent, c'est en partie à cause du recourant qui ne collabore pas. Les circonstances du cas d'espèce ne permettent par conséquent pas de s'écarter du principe fixé à l'art. 43 al. 2 LAsi. La décision attaquée, qui refuse d'autoriser B.________ à effectuer un apprentissage, ne peut ainsi qu'être confirmée. La question du non-respect de l'ordre de priorité, que l'autorité intimé a également invoquée dans ses écritures, n'a pour ces motifs pas besoin d'être tranchée. On relèvera néanmoins que A.________ ne semble avoir fait aucune démarche particulière pour trouver quelqu'un sur le marché suisse ou européen.”
Bei einer rechtskräftigen und vollstreckbaren Wegweisungsentscheidung wird die Erwerbstätigkeitsbewilligung in der Regel nicht mehr erteilt bzw. erlischt im Zusammenhang mit der mit dem rechtskräftigen negativen Entscheid festgesetzten Ausreisefrist; dies gilt auch, wenn ausserordentliche Rechtsmittel hängig sind und der Vollzug aufgeschoben wurde.
“En l'espèce, la DGEM a refusé de délivrer l'autorisation de travail sollicitée, au motif que B.________ faisait l'objet d'une décision de renvoi définitive et exécutoire et que l'exercice d'une activité lucrative ne pouvait dès lors être autorisé. Elle se fonde en d'autres termes sur l'art. 43 al. 2 LAsi et sur l'interdiction de travailler que cette disposition prévoit pour les requérants d'asile déboutés. Des pièces du dossier, il ressort que le rejet de la demande d'asile du recourant a été définitivement confirmé par l'arrêt du TAF du 13 décembre”
Unbefugte Erwerbstätigkeit nach Ablauf der Ausreisefrist kann als unerlaubt beurteilt werden und wird in der Praxis negativ in die Beurteilung des Integrationsverhaltens bzw. der Kooperationsbereitschaft eingestuft.
“Als weitere Integrationskriterien zu prüfen sind die Beachtung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung sowie die Respektierung der Werte der Bundesverfassung (Art. 31 Abs. 1 Bst. a VZAE i.V.m. Art. 58a Abs. 1 Bst. a und b AIG). Der Beschwerdeführer hat sich dabei zwar nichts zuschulden kommen lassen, was zu einem Eintrag im Strafregister geführt hätte. Im Asylverfahren verletzte er jedoch seine Mitwirkungspflicht, indem er ohne nachvollziehbaren Grund keine Identitätspapiere einreichte (vgl. Urteil des BVGer D-2534/2019 vom 7. April 2021 E. 5.4). Weiter ist in diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass der Beschwerdeführer sich bezüglich seines Wegweisungsvollzugs unkooperativ zeigte. Insbesondere kam er bisher seiner in Art. 8 Abs. 4 AsylG statuierten Mitwirkungspflicht bei der Beschaffung von Reisepapieren nicht nach. Weiter ergibt sich aus einer Arbeitsbestätigung vom 16. November 2021 der C._______ GmbH, dass der Beschwerdeführer mindestens bis zu diesem Zeitpunkt und damit unerlaubterweise (vgl. Art. 43 Abs. 2 AsylG) über die Ausreisefrist am 12. Mai 2021 hinaus erwerbstätig war. Der Beschwerdeführer wurde im Ausreisegespräch vom 7. Mai 2021 darauf hingewiesen, dass eine Erwerbstätigkeit nach Ablauf der Ausreisefrist illegal ist. Erst mit Schreiben vom 28. September 2021 teilte die Migrationsbehörde des Kantons Aargau dem Beschwerdeführer mit, er sei berechtigt, seine Erwerbstätigkeit weiterhin auszuüben. Der Beschwerdeführer war damit ab Ablauf der Ausreisefrist am 12. Mai 2021 bis zu diesem Zeitpunkt wissentlich illegal erwerbstätig, was ihm anzulasten ist. Das Verhalten des Beschwerdeführers kann nach dem Gesagten nicht als klaglos bezeichnet werden.”
“Der Beschwerdeführer war von seiner Einreise in die Schweiz im Oktober 2015 bis zum Ablauf der Ausreisefrist am 20. November 2019 nicht im ersten Arbeitsmarkt erwerbstätig; bis zum 27. November 2019 war er fürsorgeabhängig; nach rechtskräftiger Abweisung seines Asylgesuchs bestritt er seinen Lebensunterhalt mittels Nothilfe (vgl. kant. act. 81, 83). Als abgewiesener Asylgesuchsteller war es ihm grundsätzlich nicht mehr erlaubt, erwerbstätig zu sein (Art. 43 Abs. 2 AsylG). Gleichwohl arbeitete der Beschwerdeführer bzw. bildete sich fort. Zwischen Frühjahr 2016 und Ende 2018 leistete er einen Freiwilligeneinsatz in einer B._______ in C._______. Auch hat er immer wieder Personen aus seinem Umfeld unterstützt (kant. act. 121, 123, 124, 148, 154 ff.). Vom 25. März 2019 bis 19. Dezember 2019 absolvierte er beim Verein A.______ Kurse in Mathematik und Geometrie. Die Kurse behandelten Themen der 7.,”
Bei sehr langer Dauer des Arbeitsverbots kann das öffentliche Interesse an der Durchführung des Asylverfahrens und an der Vollstreckung negativer Entscheide gegenüber dem privaten Interesse an Erwerbstätigkeit nicht mehr überwiegen; die Massnahme kann dadurch unverhältnismässig werden. Entgegenstehende Gründe können bestehen, wenn die Vollstreckung noch in absehbarer Frist möglich erscheint oder wenn der Betroffene die Vollstreckung selbst verzögert.
“à 7.5), l'interdiction de travail imposée à l'intéressé constituait une ingérence dans le droit au respect de la vie privée du recourant. Cette ingérence était toutefois en principe justifiée dans le cadre de l'art. 8 par. 2 CEDH et correspondait au but de la réglementation prévue à l'art. 43 al. 2 LAsi. Toutefois, après une si longue interdiction de travailler et une limitation des conditions de séjour, l'intérêt public qui consiste à assurer le déroulement de la procédure d'asile et l'exécution des décisions négatives ne pouvait prédominer sur l'intérêt privé du recourant à pouvoir être actif et ne pas devoir vivre uniquement de l'aide d'urgence. Tel n'était toutefois pas le cas lorsque l'exécution de la décision de non-entrée en matière semblait pouvoir être encore mise en œuvre dans un certain délai, respectivement lorsque le recourant retardait volontairement lui-même l'exécution de la décision (ATF 138 I 246 consid. 3.3.2). Cet arrêt est également cité dans le Message (cf. FF précitée, note de bas de page n° 90, p. 5404). En l'occurrence toutefois, le recourant, dont l'expulsion pénale est entrée en force suite à l'arrêt rendu par le Tribunal fédéral le 2 février 2022, ne se trouve pas dans un tel cas de figure, respectivement dans de telles circonstances extraordinaires. Comme relevé plus haut, il conserve notamment le statut de réfugié et est, à ce titre, autorisé à exercer une activité lucrative, respectivement à recevoir l'aide sociale.”
Das SEM kann die Ausreisefrist nur aus besonderen Gründen und längstens um sechs Monate verlängern. Spätestens mit dem Ablauf der (gegebenenfalls verlängerten) Ausreisefrist entfällt die Möglichkeit, eine Bewilligung zur Erwerbstätigkeit zu erteilen oder eine begonnene Lehre abzuschliessen; hiervon ausgenommen ist Art. 43 Abs. 3 AsylG.
“Selbst wenn es dem ABEV bundesrechtlich zustehen würde, dem SEM eine Ausreisefristverlängerung zu beantragen (vgl. vorne E. 2.4 einleitend), liesse sich damit nicht mehr erreichen, als die Beschwerdeführerin mit einem eigenen Antrag erreichen kann. Die Ausreisefrist wird durch das SEM so oder anders nur aufgrund besonderer Umstände und um maximal sechs Monate verlängert. Spätestens nach Ablauf der verlängerten Ausreisefrist kann keine Erwerbstätigkeit mehr bewilligt und eine begonnene Lehre nicht mehr abgeschlossen werden (vgl. Art. 43 Abs. 2 AsylG); vorbehalten bleibt Art. 43 Abs. 3 AsylG, der hier indes nicht zur Anwendung kommt (vgl. BGE 138 I 246 E. 2.2 und 3.1). Dies wird auch in naher Zukunft so bleiben. Der Ständerat hat die von der Beschwerdeführerin erwähnte (Beschwerde S. 6) und vom Nationalrat angenommene Motion am 1. März 2021 abgelehnt (einsehbar unter: <www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-Amtliches-bulletin>, Rubriken «Ratsbetrieb/Amtliches Bulletin/Frühjahrssession 2021/Debatten und Videos», Geschäftsnummer: 20.3925). Mit ihr wurde verlangt, dass Weggewiesene, die im Zeitpunkt eines negativen Asylentscheids mit einem Lehr- oder Ausbildungsvertrag ausgestattet und im schweizerischen Arbeitsmarkt integriert sind, vor der Rückkehr ins Herkunftsland ihre berufliche Grundbildung mittels einer verlängerten Ausreisefrist in der Schweiz weiterführen und abschliessen können. Die Motion wird folglich nicht an den Bundesrat überwiesen und ist für das vorliegende Verfahren ohne Bedeutung. Die Beschwerdeführerin hat unter diesen Umständen kein schutzwürdiges Interesse an der Beurteilung der Frage, ob das ABEV einen entsprechenden Antrag hätte stellen müssen (vgl.”
Nach der Rechtsprechung bleibt das nach Art. 43 Abs. 2 AsylG bestehende Beschäftigungsverbot trotz eines späteren Aussetzens des Vollzugs wirksam. Im zitierten Entscheid führte dies dazu, dass der Betroffene auch nach vorläufiger Aufnahme keine bezahlte Arbeit fand; das Beschäftigungsverbot konnte indessen nicht als begünstigender Umstand berücksichtigt werden, weil der Beschwerdeführer behördlichen Anordnungen widersprach.
“Nach seiner Einreise in die Schweiz und Einreichung seines ersten Asylgesuches lief die Arbeitssperrfrist am 21. April 2010 ab (vgl. SEM-A-act. 29). Mit Verstreichen der rechtskräftig angesetzten Ausreisefrist am 18. Juli 2014 unterlag der Beschwerdeführer trotz späterem Aussetzen des Vollzugs einem Arbeitsverbot (vgl. Art. 43 Abs. 2 AsylG [SR 142.31]). Dieses Beschäftigungsverbot kann vorliegend für ihn nicht als begünstigend berücksichtigt werden, nachdem er sich behördlichen Anordnungen widersetzte (vgl. BGE 138 I 246 E. 3.2.1). Auch nach seiner vorläufigen Aufnahme im Dezember 2016, als ihm die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit grundsätzlich wieder möglich war, gelang es dem Beschwerdeführer nicht, eine bezahlte Arbeit zu finden.”
Verlängerungen sind nur bei «besonderen Umständen» möglich; eine parlamentarische Motion, die eine generelle Verlängerung vorgesehen hätte, wurde vom Ständerat abgelehnt.
“Selbst wenn es dem ABEV bundesrechtlich zustehen würde, dem SEM eine Ausreisefristverlängerung zu beantragen (vgl. vorne E. 2.4 einleitend), liesse sich damit nicht mehr erreichen, als die Beschwerdeführerin mit einem eigenen Antrag erreichen kann. Die Ausreisefrist wird durch das SEM so oder anders nur aufgrund besonderer Umstände und um maximal sechs Monate verlängert. Spätestens nach Ablauf der verlängerten Ausreisefrist kann keine Erwerbstätigkeit mehr bewilligt und eine begonnene Lehre nicht mehr abgeschlossen werden (vgl. Art. 43 Abs. 2 AsylG); vorbehalten bleibt Art. 43 Abs. 3 AsylG, der hier indes nicht zur Anwendung kommt (vgl. BGE 138 I 246 E. 2.2 und 3.1). Dies wird auch in naher Zukunft so bleiben. Der Ständerat hat die von der Beschwerdeführerin erwähnte (Beschwerde S. 6) und vom Nationalrat angenommene Motion am 1. März 2021 abgelehnt (einsehbar unter: <www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-Amtliches-bulletin>, Rubriken «Ratsbetrieb/Amtliches Bulletin/Frühjahrssession 2021/Debatten und Videos», Geschäftsnummer: 20.3925). Mit ihr wurde verlangt, dass Weggewiesene, die im Zeitpunkt eines negativen Asylentscheids mit einem Lehr- oder Ausbildungsvertrag ausgestattet und im schweizerischen Arbeitsmarkt integriert sind, vor der Rückkehr ins Herkunftsland ihre berufliche Grundbildung mittels einer verlängerten Ausreisefrist in der Schweiz weiterführen und abschliessen können. Die Motion wird folglich nicht an den Bundesrat überwiesen und ist für das vorliegende Verfahren ohne Bedeutung. Die Beschwerdeführerin hat unter diesen Umständen kein schutzwürdiges Interesse an der Beurteilung der Frage, ob das ABEV einen entsprechenden Antrag hätte stellen müssen (vgl.”
Verlängert das SEM im ordentlichen Verfahren die Ausreisefrist, ist die Erteilung einer Bewilligung zur Erwerbstätigkeit weiterhin möglich; die konkreten Voraussetzungen richten sich nach dem anwendbaren Bewilligungsverfahren (z. B. nach den Massstäben des Aufenthalts- und Erwerbsrechts). Vorabprüfungen und kantonale Entscheide (wie die Vorprüfung gemäss Art. 83 OASA bzw. die Praxis, dass ein kantonaler Entscheid z. B. der DGEM den SPOP bindet) sind dabei zu berücksichtigen.
“L'art. 83 al. 1 let. a de l’ordonnance fédérale du 24 octobre 2007 relative à l’admission, au séjour et à l’exercice d’une activité lucrative (OASA; RS 142.201) confirme qu'avant d'octroyer une première autorisation de séjour ou de courte durée en vue de l'exercice d'une activité lucrative, l'autorité cantonale compétente décide si les conditions sont remplies pour exercer une activité lucrative salariée ou indépendante au sens des art. 18 à 25 LEI. Selon l'art. 83 al. 2 OASA, l'autorité cantonale compétente décide en outre si une autorisation de séjour de courte durée peut être prolongée ou renouvelée et, pour les titulaires d’une autorisation de séjour de courte durée et les requérants d’asile, si un changement d’emploi peut être autorisé. L'art. 30 al. 1 let. l LEI (complété par l'art. 52 OASA) dispose en outre qu'il est possible de déroger aux conditions d'admission (art. 18 à 29) pour régler l'activité lucrative et la participation aux programmes d'occupation des requérants d'asile (art. 43 LAsi). Dans le canton de Vaud, la décision cantonale préalable en matière d'emploi dépend de la DGEM, l’autorisation de séjour du SPOP. Selon la jurisprudence, le refus de la DGEM d’octroyer une autorisation au sens de l’art. 83 OASA lie le SPOP, lorsque celui-ci est saisi d’une demande d’autorisation de séjour (CDAP PE.2008.0242 du 26 février 2009).”
“de la situation familiale, particulièrement de la période de scolarisation et de la durée de la scolarité des enfants; d. de la situation financière ainsi que de la volonté de prendre part à la vie économique et d’acquérir une formation; e. de la durée de la présence en Suisse; f. de l’état de santé; g. des possibilités de réintégration dans l’Etat de provenance. 2 Le requérant doit justifier de son identité. 3 L’exercice d’une activité salariée peut être autorisé si: a. la demande provient d’un employeur (art. 18, let. b, LEtr); b. les conditions de rémunération et de travail sont remplies (art. 22 LEtr); c. le logement du requérant est approprié (art. 24 LEtr). 4 L’exercice d’une activité lucrative indépendante peut être autorisé si: a. les conditions financières et les exigences relatives à l’exploitation de l’entreprise sont remplies (art. 19, let. b, LEtr); b. le logement du requérant est approprié (art. 24 LEtr). 5 Si le requérant n’a pu, jusqu’à présent, exercer une activité lucrative en raison de son âge, de son état de santé ou d’une interdiction de travailler en vertu de l’art. 43 LAsi, il convient d’en tenir compte lors de l’examen de sa situation financière et de sa volonté de prendre part à la vie économique.”
Fehlende oder verweigerte Kooperation des Gesuchstellers kann die Interessenabwägung zugunsten des öffentlichen Interesses stützen und damit zur Versagung einer Bewilligung zur Erwerbstätigkeit gemäss Art. 43 Abs. 2 AsylG führen.
“D'autre part, le recourant n'invoque aucun obstacle à son renvoi et le SEM a d'ailleurs constaté, encore récemment, que son renvoi était raisonnablement exigible (cf. décision du 7 octobre 2022 du SEM, ad dossier SPOP). On relèvera également que si son renvoi n'a pas pu être exécuté jusqu'à présent, c'est en partie à cause du recourant qui ne collabore pas malgré la décision de renvoi en force, confirmée à maintes reprises par les nombreuses procédures de recours et de réexamen qu'il a déposées. Dans ces circonstances, il y a lieu de constater qu'en l'état, l'intérêt public, qui consiste à assurer l'exécution des décisions de non-entrée en matière est important. Compte tenu de ce qui précède, on peut admettre que l'intérêt public que revêt la mise en œuvre des décisions en matière d'asile l'emporte sur l'intérêt privé du recourant à exercer une activité lucrative et à disposer de moyens d'existence supérieurs à ceux découlant de l'aide d'urgence (cf. aussi PE.2013.0184 du 23 septembre 2013 et PE.2013.0185 du 13 août 2013). Les circonstances du cas d'espèce ne permettent par conséquent pas de s'écarter du principe fixé à l'art. 43 al. 2 LAsi”
Das Gericht hat in den zitierten Fällen die unentgeltliche Prozessführung nach Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt, weil die angehobenen Begehren nicht als von vornherein aussichtslos erschienen und aufgrund der Unterbringung in einem Bundesasylzentrum bzw. des Erwerbsverbots nach Art. 43 Abs. 1 AsylG von prozessualer Bedürftigkeit auszugehen war. Infolgedessen wurden keine Verfahrenskosten auferlegt und das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses mit dem Urteil gegenstandslos.
“Die Beschwerdeinstanz befreit eine Partei, welche nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, auf Antrag von den Verfahrenskosten, sofern ihr Begehren nicht als aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Da die Rechtsbegehren der Beschwerdeführerin nicht als von vornherein aussichtslos zu bezeichnen sind und aufgrund ihrer gegenwärtigen Situation von ihrer Bedürftigkeit auszugehen ist (vgl. unter anderem Art. 43 Abs. 1 AsylG), ist das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gutzuheissen und auf die Auferlegung der Verfahrenskosten zu verzichten. Mit vorliegendem Urteil ist der Antrag auf Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden. (Dispositiv nächste Seite) Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:”
“Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG; Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). In der Beschwerde wurde jedoch beantragt, es sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren. Gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG wird eine Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, auf Antrag von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit, sofern ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint. Das Asylgesuch des Beschwerdeführers wurde im beschleunigten Verfahren behandelt. Er hielt sich währenddessen in einem Bundesasylzentrum auf und war nicht berechtigt, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen (Art. 43 Abs. 1 AsylG). Aufgrund der Akten ist von seiner prozessualen Bedürftigkeit auszugehen. Die in der Beschwerde gestellten Begehren sind nicht als zum Vornherein aussichtslos zu erachten, weshalb die Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung erfüllt sind. Der betreffende Antrag ist folglich gutzuheissen und es sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. Sodann wird das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses mit dem vorliegenden Entscheid in der Sache gegenstandslos. (Dispositiv nächste Seite) Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:”
In dem zitierten Entscheid wurde ein Arbeitsverbot von weniger als zwei Jahren (bzw. weniger als zweieinhalb Jahren zum Zeitpunkt der aktuellen Entscheidung) als möglicherweise nicht eingriffsintensiv beurteilt. Selbst falls eine Eingriffswirkung angenommen würde, hielt das Gericht den Eingriff wegen des öffentlichen Interesses an der Durchführung des Asylverfahrens und der Vollstreckung negativer Entscheide für gerechtfertigt, da die Wegweisung in einem vorhersehbaren Zeitraum möglich erschien.
“Un nouveau délai de départ au 24 janvier 2022 a été fixé par le SEM à la suite de cet arrêt, délai que l'intéressé n'a pas respecté. Depuis cette date et conformément à l'art. 43 al. 2 LAsi, il n'a plus le droit d'exercer une activité lucrative. Depuis cette date également, il ne bénéfice plus que des prestations de l'aide d'urgence. L'interdiction de travailler dure ainsi depuis moins de deux ans et demi (elle ne s'élevait qu'à une année et demie lorsque l'autorité intimée a statué), ce qui est sans commune mesure avec les situations visées par l'ATF 138 I 246 et les arrêts de la cour de céans de 2013 et 2014 mentionnés ci-dessus. Il est dès lors douteux qu'elle constitue une ingérence dans le droit au respect de la vie privée du recourant. Quoi qu'il en soit, à supposer même une telle ingérence retenue, celle-ci serait justifiée au regard de l'intérêt public à assurer le déroulement de la procédure d'asile et l'exécution des décisions négatives qui l'emporte encore sur l'intérêt privé du recourant à pouvoir être actif et ne pas devoir vivre uniquement de l'aide d'urgence. Aucun élément du dossier ne permet en effet de retenir que le renvoi ne serait pas possible dans un délai prévisible.”
“Un nouveau délai de départ au 24 janvier 2022 a été fixé par le SEM à la suite de cet arrêt, délai que l'intéressé n'a pas respecté. Depuis cette date et conformément à l'art. 43 al. 2 LAsi, il n'a plus le droit d'exercer une activité lucrative. Depuis cette date également, il ne bénéfice plus que des prestations de l'aide d'urgence. L'interdiction de travailler dure ainsi depuis moins de deux ans et demi (elle ne s'élevait qu'à une année et demie lorsque l'autorité intimée a statué), ce qui est sans commune mesure avec les situations visées par l'ATF 138 I 246 et les arrêts de la cour de céans de 2013 et 2014 mentionnés ci-dessus. Il est dès lors douteux qu'elle constitue une ingérence dans le droit au respect de la vie privée du recourant. Quoi qu'il en soit, à supposer même une telle ingérence retenue, celle-ci serait justifiée au regard de l'intérêt public à assurer le déroulement de la procédure d'asile et l'exécution des décisions négatives qui l'emporte encore sur l'intérêt privé du recourant à pouvoir être actif et ne pas devoir vivre uniquement de l'aide d'urgence. Aucun élément du dossier ne permet en effet de retenir que le renvoi ne serait pas possible dans un délai prévisible.”
Die Fortsetzung einer Erwerbstätigkeit nach Ablauf der Ausreisefrist (unerlaubte Weiterarbeit) kann als Ausdruck mangelnder Kooperation beim Wegweisungsvollzug gewertet werden und sich negativ auf die Beurteilung des Wegweisungsvollzugs auswirken.
“Als weitere Integrationskriterien zu prüfen sind die Beachtung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung sowie die Respektierung der Werte der Bundesverfassung (Art. 31 Abs. 1 Bst. a VZAE i.V.m. Art. 58a Abs. 1 Bst. a und b AIG). Der Beschwerdeführer hat sich dabei zwar nichts zuschulden kommen lassen, was zu einem Eintrag im Strafregister geführt hätte. Im Asylverfahren verletzte er jedoch seine Mitwirkungspflicht, indem er ohne nachvollziehbaren Grund keine Identitätspapiere einreichte (vgl. Urteil des BVGer D-2534/2019 vom 7. April 2021 E. 5.4). Weiter ist in diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass der Beschwerdeführer sich bezüglich seines Wegweisungsvollzugs unkooperativ zeigte. Insbesondere kam er bisher seiner in Art. 8 Abs. 4 AsylG statuierten Mitwirkungspflicht bei der Beschaffung von Reisepapieren nicht nach. Weiter ergibt sich aus einer Arbeitsbestätigung vom 16. November 2021 der C._______ GmbH, dass der Beschwerdeführer mindestens bis zu diesem Zeitpunkt und damit unerlaubterweise (vgl. Art. 43 Abs. 2 AsylG) über die Ausreisefrist am 12. Mai 2021 hinaus erwerbstätig war. Der Beschwerdeführer wurde im Ausreisegespräch vom 7. Mai 2021 darauf hingewiesen, dass eine Erwerbstätigkeit nach Ablauf der Ausreisefrist illegal ist. Erst mit Schreiben vom 28. September 2021 teilte die Migrationsbehörde des Kantons Aargau dem Beschwerdeführer mit, er sei berechtigt, seine Erwerbstätigkeit weiterhin auszuüben. Der Beschwerdeführer war damit ab Ablauf der Ausreisefrist am 12. Mai 2021 bis zu diesem Zeitpunkt wissentlich illegal erwerbstätig, was ihm anzulasten ist. Das Verhalten des Beschwerdeführers kann nach dem Gesagten nicht als klaglos bezeichnet werden.”
Wird ein Verfahren nach Art. 111c AsylG geführt, wird keine Bewilligung zur Erwerbstätigkeit erteilt; im konkret dokumentierten Fall führte dies dazu, dass das Arbeitsverhältnis nicht fortgeführt werden konnte. Eine Rückkehr in den Betrieb nach späterer Erteilung einer Härtefallbewilligung ist nach den Akten möglich.
“Nach Erteilung einer Bewilligung zum provisorischen Stellenantritt war der Beschwerdeführer vom 1. Dezember 2018 bis zum 31. Januar 2020 als Fleischer bei C._______ in D._______ beschäftigt (SEM-act. 2 pag. 128; 134; 145). Aus dem Arbeitszeugnis vom 20. August 2019 geht hervor, dass er als hervorragender Mitarbeiter geschätzt wird und seine Arbeit mit viel Freude und grossem Engagement erledigt. Während seiner dortigen Anstellung war der Beschwerdeführer finanziell unabhängig (Bruttolohn Fr. 3'828.-). Mit Schreiben des Migrationsamts vom 8. Januar 2020 wurde mitgeteilt, dass während der Dauer eines Verfahrens nach Art. 111c AsylG keine Bewilligung zur Erwerbstätigkeit erteilt werden könne, weswegen das Arbeitsverhältnis nicht fortgeführt werden könne (SEM-act. 2 pag. 64; 61). Anschliessend bezog der Beschwerdeführer Nothilfe (vgl. BVGer-act. 1 Beilage 6). Als nunmehr abgewiesener Asylgesuchsteller ist es ihm grundsätzlich nicht mehr erlaubt, erwerbstätig zu sein (Art. 43 Abs. 2 AsylG). Diesem Umstand gilt es Rechnung zu tragen (so explizit Art. 31 Abs. 5 VZAE). Mit Schreiben vom 29. Mai 2024 bestätigte sein früherer Arbeitgeber, dass der Beschwerdeführer nach Erhalt einer Härtefallbewilligung wieder in den Betrieb zurückkehren könne (BVGer-act. 17 Beilage).”
Bei der Prüfung eines Gesuchs um Bewilligung zur Erwerbstätigkeit sind familienbezogene Umstände — namentlich die Dauer der Schulpflicht der Kinder — sowie die finanziellen Verhältnisse, die Bereitschaft zur wirtschaftlichen Teilhabe und zur Ausbildung, die Dauer des Aufenthalts, der Gesundheitszustand und die Möglichkeiten der Reintegration in den Herkunftsstaat zu berücksichtigen. Wenn der Gesuchsteller bisher aufgrund seines Alters, seines Gesundheitszustands oder wegen eines gemäss Art. 43 bestehenden Arbeitsverbots keine Erwerbstätigkeit ausüben konnte, ist dies bei der Beurteilung der finanziellen Lage und des Willens zur wirtschaftlichen Teilhabe mildernd zu berücksichtigen.
“de la situation familiale, particulièrement de la période de scolarisation et de la durée de la scolarité des enfants; d. de la situation financière ainsi que de la volonté de prendre part à la vie économique et d’acquérir une formation; e. de la durée de la présence en Suisse; f. de l’état de santé; g. des possibilités de réintégration dans l’Etat de provenance. 2 Le requérant doit justifier de son identité. 3 L’exercice d’une activité salariée peut être autorisé si: a. la demande provient d’un employeur (art. 18, let. b, LEtr); b. les conditions de rémunération et de travail sont remplies (art. 22 LEtr); c. le logement du requérant est approprié (art. 24 LEtr). 4 L’exercice d’une activité lucrative indépendante peut être autorisé si: a. les conditions financières et les exigences relatives à l’exploitation de l’entreprise sont remplies (art. 19, let. b, LEtr); b. le logement du requérant est approprié (art. 24 LEtr). 5 Si le requérant n’a pu, jusqu’à présent, exercer une activité lucrative en raison de son âge, de son état de santé ou d’une interdiction de travailler en vertu de l’art. 43 LAsi, il convient d’en tenir compte lors de l’examen de sa situation financière et de sa volonté de prendre part à la vie économique.”
Nach Art. 43 Abs. 2 AsylG ist weggewiesenen Asylsuchenden nach Ablauf der Ausreisefrist die Erwerbstätigkeit regelmässig faktisch verwehrt. Vor diesem Hintergrund kann das Fehlen eigener Erwerbseinkünfte seit Fristablauf den Betroffenen nur beschränkt zum Vorwurf gemacht werden und spricht gegen eine umfassende Haftung für entgangene Unterhaltsleistungen.
“Was die Integration des Beschwerdeführers im Sinne der Teilnahme am Wirtschaftsleben oder am Erwerb von Bildung, der Sprachkompetenzen (Art. 31 Abs. 1 Bst. a VZAE i.V.m. Art. 58a Abs. 1 Bst. c und d AIG) sowie seiner finanziellen Verhältnisse (Art. 31 Abs. 1 Bst. d VZAE) betrifft, so ergibt sich aus den Akten Folgendes: Der Beschwerdeführer absolvierte von April 2018 bis Februar 2019 ein Praktikum bei der C._______ GmbH. Ab dem 5. März 2019 war er beim gleichen Unternehmen in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis zu 50% angestellt. Per 1. März 2021 wurde sein Teilzeitpensum in ein Vollzeitpensum angepasst. Gemäss den eingereichten Lohnabrechnungen verfügte er von März bis Juli 2021 über einen Bruttolohn von Fr. 3'500.-, wobei dieser per August 2021 auf Fr. 3'800.- erhöht wurde. Aus dem Schreiben der D._______ GmbH vom 15. August 2022, wonach der Beschwerdeführer bei Erteilung der Aufenthaltsbewilligung sofort angestellt würde, ergibt sich, dass dieser derzeit nicht mehr erwerbstätig ist. Dies kann ihm jedoch nicht angelastet werden, da ihm aufgrund von Art. 43 Abs. 2 AsylG die Erwerbstätigkeit nach Ablauf der Ausreisefrist am 12. Mai 2021 untersagt ist. Den Akten lässt sich weiter entnehmen, dass der Beschwerdeführer seit seiner Ankunft in der Schweiz Deutsch gelernt und sich einen Bekanntenkreis aufgebaut hat. Gemäss dem eingereichten Sprachenpass vom 25. Juni 2021 bewegen sich seine mündlichen Sprachkenntnisse auf dem Niveau A2. Auch die verschiedenen Referenzschreiben von Bekannten und Freunden, die sich bei den Akten befinden, legen nahe, dass der Beschwerdeführer im Alltag sprachlich gut zurechtkommt.”
“Der Beschwerdeführer nehme seine Tochter jedes Wochenende von Samstagmorgen bis Sonntagabend zu sich und er soll sie auch an einzelnen Tagen unter der Woche betreuen, sofern die Kindsmutter einen Termin habe oder krank sei. Der Beschwerdeführer spiele mit seiner Tochter, esse gemeinsam mit ihr und unternehme mit ihr Ausflüge. Somit kann ohne Weiteres von einer besonders engen affektiven Beziehung zwischen Vater und Tochter ausgegangen werden. 3.3.2 Der Beschwerdeführer leistet jedoch keine wirtschaftliche Unterstützung für seine Tochter. Als weggewiesener Asylbewerber lebt er von der öffentlichen Hand, was eine wirtschaftliche Unterstützung offensichtlich ausschliesst. In der Elternvereinbarung vom 11. Februar 2021 wurde denn auch mangels Einkommens des Beschwerdeführers vorläufig darauf verzichtet, diesen zu Unterhalt zu verpflichten. Asylsuchende verfügen über keine generelle Arbeitserlaubnis in der Schweiz. So ist es für Asylbewerberinnen und Asylbewerber generell nicht einfach, Zugang zum Arbeitsmarkt zu finden, und ist dem Beschwerdeführer – wie die Vorinstanz zu Recht bemerkt – die Ausübung einer Erwerbstätigkeit seit der Abweisung seines Asylgesuchs praktisch gänzlich verwehrt (Art. 43 Abs. 2 AsylG; VGr, 27. Mai 2021, VB.2020.00528, E. 4.2.1, und 17. April 2019, VB.2018.00804, E. 2.2.6; ferner BGr, 24. April 2019, 2C_904/2018, E. 4.2). Unter diesen Umständen ist nach wie vor mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass ihm die ausbleibenden finanziellen Leistungen nicht vorgeworfen werden können (vgl. auch VGr, 17. April 2019, VB.2018.00804, E. 2.2.6). Immerhin reichte der Beschwerdeführer das Schreiben der Organisation F/Integrationsprogramm G ein, bei welchem er in jüngerer Vergangenheit am Integrationsprogramm G in einem 40%-Pensum teilgenommen haben soll, sowie das TELC-Deutsch-Zertifikat, wonach er Deutschkenntnisse auf dem Niveau B1 aufweist. Ebenfalls positiv zu werten ist seine jüngst eingereichte Teilnahmevereinbarung betreffend Arbeitseinsatz im Spital E, wonach er per 9. Mai 2022 in einem 60%-Pensum Mithilfe beim Transport und Unterhalt leisten soll. 3.3.3 Der Beschwerdeführer macht vor Verwaltungsgericht geltend, dass sein Betreuungsumfang in der Zwischenzeit zugenommen habe, da die Kindsmutter mit dem Halbgeschwisterchen in Quarantäne musste, weshalb er seine Tochter zwei Wochen am Stück selbständig betreut habe.”
“Abschliessend betont die Beiständin aber, dass es für eine positive Entwicklung der Kinder wichtig sei, dass der bis vor Mai 2021 bestehende gute Kontakt zum Vater wieder aufgenommen und vertieft werde. 4.4 Die Kinder des Beschwerdeführers verfügen aufgrund ihrer flüchtlings- und asylrechtlichen Situation über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht, welches ihnen bzw. dem Beschwerdeführer grundsätzlich erlaubt, sich auf den konventions- bzw. verfassungsrechtlich garantierten Schutz des Familienlebens zu berufen (vgl. BGE 139 I 330 E. 1.2 mit Hinweisen). Dass der Beschwerdeführer seine Kinder (und seine Ehefrau) während seines bisherigen Aufenthalts in der Schweiz in finanzieller Hinsicht nicht zu unterstützen vermochte, kann ihm sodann nur beschränkt vorgeworfen werden. So ist es für Asylbewerberinnen und Asylbewerber generell nicht einfach, Zugang zum Arbeitsmarkt zu finden, und ist dem Beschwerdeführer – wie die Vorinstanz zu Recht bemerkt – die Ausübung einer Erwerbstätigkeit seit der Abweisung seines Asylgesuchs praktisch gänzlich verwehrt (Art. 43 Abs. 2 AsylG; VGr, 27. Mai 2021, VB.2020.00528, E. 4.2.1, und 17. April 2019, VB.2018.00804, E. 2.2.6; ferner BGr, 24. April 2019, 2C_904/2018, E. 4.2). Im eheschutzrichterlichen Urteil vom 17. Januar 2018 wird der Beschwerdeführer denn auch nicht zur Leistung von Unterhalt verpflichtet. Negativ ins Gewicht fällt jedoch, dass der Beschwerdeführer, welcher in der Heimat sowie im Iran als Geschäftsmann bzw. Händler tätig gewesen sein will, laut der für ihn zuständigen Sozialbehörde bis heute "kein Deutsch" spricht und einen Alphabetisierungskurs abgebrochen hat, weil er Lernschwierigkeiten habe und seine Ruhe haben wolle. Immerhin reichte der Beschwerdeführer vor Verwaltungsgericht das Schreiben eines Umzugsunternehmens ein, bei welchem er in jüngerer Vergangenheit auf Geheiss der Sozialbehörden "einige male" ausgeholfen haben soll und wo man ihn gerne als Teilzeitangestellten beschäftigen würde. Nicht als tadellos bezeichnet werden kann auch das Verhalten des Beschwerdeführers. Zwar wurde er in den vergangenen Jahren lediglich wegen eines untergeordneten Delikts strafrechtlich belangt und mit einer geringfügigen Geldstrafe belegt; anlässlich ihrer Anhörung im eheschutzrichterlichen Verfahren im Juni 2017 hatten die beiden älteren Kinder des Beschwerdeführers aber die Misshandlungsvorwürfe der Mutter insofern bestätigt, als sie aussagten, dass ihr Vater in der Vergangenheit regelmässig physische Gewalt gegen sie angewendet habe.”
In ausserordentlichen Fällen kann das langjährige, vollzogenseitige Ausbleiben der Wegweisung aufgrund der in Art. 43 Abs. 2 AsylG vorgesehenen Rechtslage einen Anspruch auf eine Aufenthaltsregelung (z. B. vorläufige Aufnahme oder Anerkennung eines Härtefalls) begründen, namentlich zum Schutz des privaten und familiären Lebens. Solche Erwägungen sind vom Bundesgericht in der Rechtsprechung anerkannt worden.
“ad art. 66d CP; Alexandra Büchler, Der Gesetzgeber schafft Sans-Papiers: Die unbedachten Folgen der neuen strafrechtlichen Landesverweisung, in: Jusletter 20 mars 2017, sp. pp. 12 ss). Une telle situation, si elle s'étend sur plusieurs années, pourrait notamment contrevenir à la protection de la vie familiale et de la vie privée consacrée à l'art. 8 CEDH, qui pourrait conférer à la personne concernée un droit à un titre de séjour (cf. notamment Büchler, op. cit., n. 29). Ainsi, le Tribunal fédéral a-t-il relevé dans un arrêt ATF138 I 246, s'agissant d'un requérant d'asile débouté qui se trouvait en Suisse depuis quinze ans, n'avait plus la possibilité de travailler depuis treize ans en application de l'art. 43 al. 2 LAsi et bénéficiait de l'aide d'urgence depuis cinq ans, sous le coup d'un renvoi qui n'avait durant toute cette période toujours pas pu être exécuté, que dans des circonstances extraordinaires, cette disposition pouvait fonder un droit à un règlement du statut (dans ce cas, admission provisoire ou reconnaissance d'un cas de rigueur au sens du droit de l'asile). Le Tribunal fédéral a jugé que, compte tenu du fait que l'aide d'urgence ne couvrait que l'absolu minimum d'existence et n'était conçue que comme une aide transitoire, durant la période nécessaire à la préparation et à l'exécution du départ de Suisse (ATF 135 I 119 consid. 5.4 et”
Bei der Prüfung von Gesuchen (z. B. für eine Erwerbsbewilligung) sowie bei der Beurteilung der finanziellen Lage und der Integrationskriterien ist auf Alter, Gesundheitszustand oder ein Arbeitsverbot nach Art. 43 AsylG Rücksicht zu nehmen. Personen, die wegen Krankheit, Invalidität oder hohem Alter nicht oder nur eingeschränkt am Erwerbsleben teilnehmen können, sind entsprechend zu berücksichtigen; insoweit sind Abweichungen von den allgemeinen Integrations‑ oder Erwerbsanforderungen möglich.
“de la situation familiale, particulièrement de la période de scolarisation et de la durée de la scolarité des enfants; d. de la situation financière; e. de la durée de la présence en Suisse; f. de l’état de santé; g. des possibilités de réintégration dans l’État de provenance. 2 Le requérant doit justifier de son identité. 3 L’exercice d’une activité salariée peut être autorisé si: a. la demande provient d’un employeur (art. 18, let. b, LEI); b. les conditions de rémunération et de travail sont remplies (art. 22 LEI); c. le logement du requérant est approprié (art. 24 LEI). 4 L’exercice d’une activité lucrative indépendante peut être autorisé si: a. les conditions financières et les exigences relatives à l’exploitation de l’entreprise sont remplies (art. 19, let. b, LEI); b. le logement du requérant est approprié (art. 24 LEI). 5 Si le requérant n’a pu participer à la vie économique ou acquérir une formation (art. 58a, al. 1, let. d, LEI) en raison de son âge, de son état de santé ou d’une interdiction de travailler en vertu de l’art. 43 LAsi, il convient d’en tenir compte lors de l’examen de sa situation financière. 6 Le succès obtenu lors de la participation à un programme d’intégration ou d’occupation sera pris en compte lors de l’examen d’une demande d’octroi d’une autorisation de séjour en vertu de l’art. 84, al. 5, LEI." Conformément à l'art. 58a al. 1 LEI, les critères permettant d'apprécier le degré d'intégration d'un étranger sont les suivants : le respect de la sécurité et de l'ordre publics (let a); le respect des valeurs de la Constitution (let. b); les compétences linguistiques (let. c); la participation à la vie économique ou l'acquisition d'une formation (let. d). Selon l'art. 58a al. 2 LEI, la situation des personnes qui, du fait d'un handicap ou d'une maladie ou pour d'autres raisons personnelles majeures, ne remplissent pas ou remplissent difficilement les critères d'intégration prévus à l'al. 1, let. c et d, est prise en compte de manière appropriée. L'art. 77f OASA précise qu'il est notamment possible de déroger à ces critères lorsque l'étranger ne peut pas les remplir ou ne peut les remplir que difficilement en raison d'un handicap physique, mental ou psychique (let.”
Liegt eine definitive und vollstreckbare Wegweisungsentscheidung vor, verweigert die Behörde die Erteilung einer Bewilligung zur Erwerbstätigkeit; so ergibt sich dies aus der Praxis in der zitierten Entscheidung.
“En l'espèce, la DGEM a refusé de délivrer l'autorisation de travail sollicitée, au motif que B.________ faisait l'objet d'une décision de renvoi définitive et exécutoire et que l'exercice d'une activité lucrative ne pouvait dès lors être autorisé. Elle se fonde en d'autres termes sur l'art. 43 al. 2 LAsi et sur l'interdiction de travailler que cette disposition prévoit pour les requérants d'asile déboutés. Des pièces du dossier, il ressort que le rejet de la demande d'asile du recourant a été définitivement confirmé par l'arrêt du TAF du 13 décembre”