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Eine Zuständigkeit der Schweiz nach der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 kann zur Wiederaufnahme des Asylverfahrens nach Art. 35a AsylG führen, auch wenn zuvor eine Abschreibung oder eine Wegweisung längere Zeit zurückliegt.
“Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer ersuchte am 20. Juni 2018 in der Schweiz um Asyl. Am 28. Juni 2018 fand die Personalienaufnahme (PA) statt. Mit Verfügung vom 13. August 2018 trat das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete dessen Wegweisung aus der Schweiz nach B._______ an und forderte ihn auf, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft. A.b Ab 13. August 2018 galt der Beschwerdeführer als verschwunden. A.c Am 21. April 2021 wurde der Beschwerdeführer von C._______ in die Schweiz überstellt, nachdem das SEM einem Übernahmeersuchen der (...) Behörden zugestimmt hatte. Auf Ersuchen des Beschwerdeführers nahm das SEM am 7. Mai 2021 das Asylverfahren gestützt auf Art. 35a AsylG wieder auf. A.d Am 25. Juni 2021 hörte das SEM den Beschwerdeführer einlässlich zu seinen Asylgründen an. Dabei brachte der aus der ägyptischen Stadt D._______ stammende Beschwerdeführer vor, er habe an der (...) Fakultät an der Universität studiert, jedoch ein Jahr vor dem Abschluss sein Studium abgebrochen. Im Jahr 2008 sei seine Familie nach B._______ gereist, da sein Vater dort gearbeitet habe. Er sei mitgegangen und seine Familie habe ihm in B._______ eine Aufenthaltsbewilligung ausstellen lassen; er habe dort bis im Jahr 2014 gelebt und als (...) und (...) gearbeitet. Gelegentlich sei er besuchshalber - letztmals für drei Monate bis (...) - nach Ägypten zurückgekehrt. Ab dem Jahr 2005 habe er begonnen, Religionen zu vergleichen. Er habe sich Fragen gestellt, deren Antworten er nicht im Islam, aber in der christlichen Religion gefunden habe. Ende 2013 habe er erstmals den konkreten Gedanken gehabt, die Religion zu wechseln. Mitte des Jahres (...) habe er sich in Ägypten zwecks Taufe zur Kirche (.”
“Als Hauptdiagnose wurden psychische Störungen und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide: Schädlicher Gebrauch (ICD-10: F12.1) festgestellt. Weiter wurde festgehalten: «Herr A._______ präsentierte sich bei uns weder akut suizidal noch florid-psychotisch. Er wünschte keine stationäre Behandlung und konnte am 25.12.2021 ohne Hinweise auf akute Selbst- oder Fremdgefährdung auf eigenen Wunsch hin entlassen werden.» In der Folge galt der Beschwerdeführer als verschwunden. D. Das SEM stimmte am 6. April 2022 einem Übernahmeersuchen der Niederlande gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. c der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (Dublin-Ill-Verordnung) zu. Am 24. August 2022 wurde der Beschwerdeführer in die Schweiz überstellt. Sein Asylverfahren wurde am 20. September 2022 gestützt auf Art. 35a AsylG wieder aufgenommen. E. Die Vorinstanz versuchte mehrfach eine Anhörung durchzuführen, was sich als schwierig erwies, weil der Beschwerdeführer immer wieder hospitalisiert war. Die Anhörung zu den Asylgründen fand schliesslich am 17. April 2023 statt. Dabei brachte der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, er habe in D._______ zusammen mit seiner Familie und Geschwistern in einem Haus gelebt. Er habe regelmässig während ein paar Monaten pro Jahr in E._______ gelebt und gearbeitet. Er habe Marokko verlassen, weil er von einem Stellvertreter der Armee aufgefordert worden sei, ins Militär zu gehen. Er habe dies nicht gewollt. Er habe in Europa Geld verdienen und dieses seiner Familie schicken wollen. Er könne nicht nach Marokko zurück, da er dort vom Militär bestraft würde. In Hinblick auf seinen psychischen Gesundheitszustand führte der Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung aus, dass es ihm sehr schlecht gehe. Er leide seit über einem Jahr an Wahnvorstellungen. Er habe grosse Angst. Auch habe er probiert, sich das Leben zu nehmen, wobei er in diesem Zusammenhang auch Medikamente einnehme.”
“2024 Bundesverwaltungsgericht Tribunal administratif fédéral Tribunale amministrativo federale Tribunal administrativ federal Cour V E-914/2024 Arrêt du 15 août 2024 Composition Grégory Sauder, juge unique, avec l'approbation de Daniela Brüschweiler, juge ; Mathilde Stuby, greffière. Parties A._______, né le (...), Algérie, c/o foyer EVAM,(...), recourant, contre Secrétariat d'Etat aux migrations (SEM), Quellenweg 6, 3003 Berne, autorité inférieure. Objet Asile et renvoi ;décision du SEM du 12 janvier 2024 / N (...). Vu la demande d'asile déposée en Suisse par A._______ (ci-après : le requérant, l'intéressé ou le recourant) en date du 24 mars 2021, le procès-verbal d'enregistrement des données personnelles de l'intéressé du 29 mars suivant, la décision du Secrétariat d'Etat aux migrations (ci-après : SEM) du 15 avril 2021, prononçant le classement de la demande d'asile du requérant en raison de sa disparition intervenue le 29 mars précédent, la décision du SEM du 26 janvier 2022, informant l'intéressé de la réouverture de la procédure d'asile en application de l'art. 35a LAsi, l'ordonnance médicale du 16 juin suivant, par laquelle le requérant s'est vu prescrire du Rivotril® 2mg, la décision du 28 juillet 2022, par laquelle le SEM a classé à nouveau la procédure, l'intéressé se trouvant sans domicile connu depuis le 19 juillet précédent, la décision de réouverture de la procédure du 16 janvier 2023, la procuration signée, le 15 mai 2023, en faveur de Caritas Suisse à B._______, le procès-verbal de l'audition sur les motifs d'asile du 17 mai suivant, la décision du SEM du 24 mai 2023, informant l'intéressé que sa demande d'asile serait traitée dans le cadre d'une procédure étendue, la résiliation du mandat de représentation en faveur de Caritas Suisse à B._______ en date du 6 juin 2023, le courrier du 12 juin 2023, par lequel le SEM a invité le requérant à fournir un rapport médical détaillé jusqu'au 12 juillet 2023, l'absence de suite donnée à cette invitation, malgré la prolongation de délai accordée au 18 septembre suivant, la procuration signée, le 29 juin 2023, en faveur de l'EPER/SAJE à C.”
In der entschiedenen Sache führten wiederholte Hospitalisationen und psychische Gesundheitsprobleme dazu, dass Anhörungen schwierig durchzuführen und verzögert wurden. Dies war im konkreten Fall relevant, in dem das Verfahren gestützt auf Art. 35a AsylG wieder aufgenommen wurde.
“Als Hauptdiagnose wurden psychische Störungen und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide: Schädlicher Gebrauch (ICD-10: F12.1) festgestellt. Weiter wurde festgehalten: «Herr A._______ präsentierte sich bei uns weder akut suizidal noch florid-psychotisch. Er wünschte keine stationäre Behandlung und konnte am 25.12.2021 ohne Hinweise auf akute Selbst- oder Fremdgefährdung auf eigenen Wunsch hin entlassen werden.» In der Folge galt der Beschwerdeführer als verschwunden. D. Das SEM stimmte am 6. April 2022 einem Übernahmeersuchen der Niederlande gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. c der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (Dublin-Ill-Verordnung) zu. Am 24. August 2022 wurde der Beschwerdeführer in die Schweiz überstellt. Sein Asylverfahren wurde am 20. September 2022 gestützt auf Art. 35a AsylG wieder aufgenommen. E. Die Vorinstanz versuchte mehrfach eine Anhörung durchzuführen, was sich als schwierig erwies, weil der Beschwerdeführer immer wieder hospitalisiert war. Die Anhörung zu den Asylgründen fand schliesslich am 17. April 2023 statt. Dabei brachte der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, er habe in D._______ zusammen mit seiner Familie und Geschwistern in einem Haus gelebt. Er habe regelmässig während ein paar Monaten pro Jahr in E._______ gelebt und gearbeitet. Er habe Marokko verlassen, weil er von einem Stellvertreter der Armee aufgefordert worden sei, ins Militär zu gehen. Er habe dies nicht gewollt. Er habe in Europa Geld verdienen und dieses seiner Familie schicken wollen. Er könne nicht nach Marokko zurück, da er dort vom Militär bestraft würde. In Hinblick auf seinen psychischen Gesundheitszustand führte der Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung aus, dass es ihm sehr schlecht gehe. Er leide seit über einem Jahr an Wahnvorstellungen. Er habe grosse Angst. Auch habe er probiert, sich das Leben zu nehmen, wobei er in diesem Zusammenhang auch Medikamente einnehme.”
Bei Wiederaufnahme oder Reexamen der Asylverfahren nach Art. 35a LAsi bleibt in der Regel der erste Kanton der Attribution zuständig. Will das SEM von der ersten Zuweisung abweichen, muss es dies sorgfältig begründen und eine Interessenabwägung vornehmen (insbesondere unter Berücksichtigung der Rechtssicherheit).
“Il sied de préciser, au demeurant, que le fait que le Tribunal ait, dans son arrêt du 14 avril 2023, retenu que les recourants n'avaient pas démontré l'existence d'un rapport de dépendance particulier concernant leur (belle-)mère, respectivement grand-mère, ne change rien à ce constat, ce d'autant moins que cet arrêt a été rendu il y a sept mois et que l'état de santé de celle-ci est susceptible de s'être péjoré, comme l'atteste a priori le rapport médical joint au recours. 3.3.3 La motivation de l'autorité intimée est d'autant plus insuffisante que les recourants ont déjà fait l'objet d'une première décision d'attribution - rendue selon toute vraisemblance en date du 2 mai 2023 - les affectant au même canton que F._______. Cette décision, non contestée, a acquis force de chose décidée. Ainsi, le chiffre 3 du dispositif de la décision du SEM du 17 octobre 2023 doit être qualifié de révocation de la précédente décision d'attribution cantonale, en tant que l'autorité administrative a elle-même pris l'initiative de la modifier (cf. Pierre Moor/Etienne Poltier, Droit administratif, vol. II, 3e éd. 2011, p. 380 ; cf. arrêt du TAF F-1367/2019 du 20 juillet 2021 consid. 7.3.1 non publié in ATAF 2021 VII/4). A toutes fins utiles, le Tribunal relève que, même en présence d'une réouverture de la procédure d'asile (art. 35a LAsi) - ce qui n'est pas le cas en l'espèce contrairement à ce que pourrait laisser croire la terminologie utilisée dans la décision querellée -, le premier canton d'attribution reste compétent (art. 29b al. 2 OA 1). 3.3.3.1 Dans ce contexte, si le SEM avait estimé que la première décision d'attribution cantonale était irrégulière, il lui appartenait - afin de respecter son devoir de motiver la seconde décision d'attribution cantonale - d'effectuer une soigneuse balance des intérêts, incluant en particulier la sécurité du droit, avant de procéder à une telle révocation (cf. Pierre Moor/Etienne Poltier, op. cit., p. 382 ss ; ATAF 2018 VII/1 consid. 5.4 ; 2017 VI/9 consid. 4.2.1). 3.3.3.2 S'il considérait, en revanche, que la première décision d'attribution cantonale était conforme au droit, il lui appartenait tout de même - afin de respecter son devoir de motiver la seconde décision d'attribution cantonale - d'exposer, par exemple, dans quelle mesure une éventuelle violation par les recourants de leurs obligations aurait justifié de revenir sur cette décision.”
“ATAF 2015/19 consid. 6), selon de (nouvelles) modalités procédurales («über die weitere Gestaltung des Verfahrens» [ATAF 2017 VI/9 consid. 4.1.4]; cf. Ulrich Koehler, Praxiskommentar zum Europäischen Asylzuständigkeitssystem, 2018, Dublin III-Verordnung, ad art. 29, par. 31), qu'une même et unique demande d'asile est donc examinée, au fond, par la Suisse, sans que l'ouverture de la procédure nationale (respectivement le réexamen de la décision de non-entrée en matière sur la demande d'asile) n'ait, en soi, le moindre impact sur la «compétence cantonale initiale», contrairement à ce que soutient le SEM dans sa décision litigieuse (cf. également art. 26b LAsi), que cela vaut d'autant plus qu'en l'espèce, la première attribution au canton de Vaud, le 13 janvier 2023, est survenue postérieurement à l'arrêt par lequel le Tribunal a rejeté le recours interjeté contre la décision de non-entrée en matière du 15 décembre 2022, qu'à titre de comparaison, même en cas de réouverture de la procédure d'asile (art. 35a LAsi), le premier canton d'attribution reste compétent (art. 29b al. 2 de l'ordonnance 1 du 11 août 1999 sur l'asile relative à la procédure [OA 1, RS 142.311]). III.Qu'en application de l'art. 27 al. 3 LAsi, le SEM attribue le requérant d'asile à un canton et, ce faisant, prend en considération les intérêts légitimes du canton et du requérant ; le requérant ne peut attaquer cette décision que pour violation du principe de l'unité de la famille, qu'il s'agit d'une condition de recevabilité du recours, respectivement d'une limitation de la cognition du Tribunal (cf. ATAF 2012/2 consid. 2.2; voir également l'arrêt du TAF F-2065/2021 du 18 mai 2021 et la jurisprudence citée), que le SEM attribue les requérants d'asile aux cantons proportionnellement à leur population, en tenant compte de la présence en Suisse de membres de leur famille, de leur nationalité et de ceux qui ont un besoin d'encadrement particulier (art. 22 al. 1 OA 1), qu'aux termes de l'art. 22 al. 2 OA 1, il ne décide de changer un requérant d'asile de canton que si les deux cantons concernés y consentent, suite à une revendication du principe de l'unité de la famille ou en cas de menace grave pesant sur l'intéressé ou sur d'autres personnes, que dans son recours du 11 juillet 2023, la recourante s'est notamment prévalue d'une violation de son droit d'être entendue, en ce sens que l'autorité inférieure n'aurait pas tenu compte, dans la motivation de la décision querellée, du fait que ses deux fils majeurs résidaient dans le canton de Fribourg et que leur présence à ses côtés lui était indispensable, compte tenu de son état de santé (.”
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