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Die Nichtbeachtung der Traktandierungspflicht führt nach den Quellen grundsätzlich zur Anfechtbarkeit der Beschlussfassung nach Art. 706a OR. Ausnahmsweise kann ein derartiger Mangel zur Nichtigkeit nach Art. 706b OR führen, wenn ein schwerwiegender, formeller und offensichtlicher Verstoss gegen grundlegende Gesellschaftsrechtsprinzipien vorliegt. In der Lehre und Rechtsprechung werden namentlich die verspätete Traktandierung bzw. eine verspätete Einberufung, die zwingende Aktionärsrechte betrifft, als mögliche Gründe für Nichtigkeit genannt. Die Anfechtungsfrist bleibt zu beachten.
“Giusta l’art. 704b CO (precedentemente art. 700 cpv. 3 CO) nessuna deliberazione può essere presa su oggetti che non siano stati debitamente iscritti all’ordine del giorno; sono eccettuate le proposte di convocare un’assemblea generale straordinaria, di procedere a una verifica speciale e di designare un ufficio di revisione. L’inosservanza di tale norma determina di principio l’annullabilità della delibera (art. 706a CO) ed eccezionalmente la nullità (art. 706b CO) in caso di violazione grave ai principi fondamentali, scritti o no, del diritto delle società. L’elenco dell’art. 706b CO non è esaustivo: vizi formali gravi e manifesti nell’adozione della decisione possono segnatamente comportarne la nullità (sentenza del Tribunale federale 4A_516/2016 del 28 agosto 2017, consid. 6; Peter/ Cavadini in: Commentaire romand, Code des obligations II, 2ª ed. 2017, n. 9 ad art. 706b CO; Dubs/Tuffer in: Basler Kommentar, Obligationenrecht II, 5a ed. 2016, n. 17 ad art. 706b CO). Dubs/ Tuffer (op. cit., n. 18 ad art. 706b) paiono pendere verso la nullità delle delibere non – o insufficientemente – messe all’ordine del giorno poiché gli azionisti non presenti all’assemblea potrebbero, senza saperlo, lasciar scadere il termine d’impugnazione. Del resto, tra le deliberazioni che sopprimono o limitano i diritti degli azionisti risultanti da norme imperative (giusta l’art. 706b cpv. 2 n. 1 e 2 CO) si citano quelle prese in occasione di un’assemblea generale convocata tardivamente (Peter/Cavadini, op.”
“Giusta l’art. 704b CO (precedentemente art. 700 cpv. 3 CO) nessuna deliberazione può essere presa su oggetti che non siano stati debitamente iscritti all’ordine del giorno; sono eccettuate le proposte di convocare un’assemblea generale straordinaria, di procedere a una verifica speciale e di designare un ufficio di revisione. L’inosservanza di tale norma determina di principio l’annullabilità della delibera (art. 706a CO) ed eccezionalmente la nullità (art. 706b CO) in caso di violazione grave ai principi fondamentali, scritti o no, del diritto delle società. L’elenco dell’art. 706b CO non è esaustivo: vizi formali gravi e manifesti nell’adozione della decisione possono segnatamente comportarne la nullità (sentenza del Tribunale federale 4A_516/2016 del 28 agosto 2017, consid. 6; Peter/ Cavadini in: Commentaire romand, Code des obligations II, 2ª ed. 2017, n. 9 ad art. 706b CO; Dubs/Tuffer in: Basler Kommentar, Obligationenrecht II, 5a ed. 2016, n. 17 ad art. 706b CO). Dubs/ Tuffer (op. cit., n. 18 ad art. 706b) paiono pendere verso la nullità delle delibere non – o insufficientemente – messe all’ordine del giorno poiché gli azionisti non presenti all’assemblea potrebbero, senza saperlo, lasciar scadere il termine d’impugnazione. Del resto, tra le deliberazioni che sopprimono o limitano i diritti degli azionisti risultanti da norme imperative (giusta l’art. 706b cpv. 2 n. 1 e 2 CO) si citano quelle prese in occasione di un’assemblea generale convocata tardivamente (Peter/Cavadini, op.”
Mangels ausdrücklicher Regelung in Art. 706a Abs. 2 OR nimmt das Präsidium des Kantonsgerichts BL eine Gesetzeslücke an, die nach dem mutmasslichen Gesetzeswillen analog mit der Regelung in Art. 731b Abs. 2 Satz 2 OR zu füllen sein dürfte. Vor diesem Hintergrund erachtet das Präsidium die Anordnung einer Zahlung eines Kostenvorschusses an die eingesetzte Vertretung im Bestellungsverfahren nach Art. 706a Abs. 2 OR für zulässig und in vielen Fällen sachgerecht. Die Möglichkeit, die Entschädigung erst durch Sicherstellung nach Art. 99 ZPO im späteren Anfechtungsverfahren zu verlangen, erscheint der eingesetzten Vertretung nach Ansicht des Präsidiums keine hinreichende Sicherheit zu bieten; daher ist die direkte Vorschussanordnung vorzugswürdig.
“Aufgrund der Rückweisung der Sache an die Vorinstanz würden sich Ausführungen zur streitigen Frage der zulässigen Anordnung einer Kostenvorschusspflicht zu Lasten der Gesellschaft im Bestellungsverfahren nach Art. 706a Abs. 2 OR an sich erübrigen. Da jedoch voraussehbar ist, dass die Vorinstanz im Rahmen ihrer Neubeurteilung der Sache abermals eine Kostenvorschusspflicht anordnen könnte, erscheint es angezeigt, sich nachfolgend auch über die Zulässigkeit einer solchen Kostenanordnung zu äussern. In Art. 706a Abs. 2 OR fehlt zwar eine gesetzliche Regelung über die Möglichkeit des Richters zur Anordnung eines Kostenvorschusses für die Vertretungskosten, anders als beispielsweise im Falle der richterlichen Einsetzung eines Sachwalters als Massnahme bei Organisationsmängeln (Art. 731b Abs. 2 Satz 2 OR). Da zum einen bezüglich der fehlenden Kostenanordnung in Art. 706a Abs. 2 OR wohl eine echte Lücke im Gesetz angenommen werden kann (ähnlich BGer 5A_235/2007 vom 14. November 2007 E. 3; BSK OR II-Watter/Pamer-Wieser, 5. Aufl., 2016, Art. 731b N 3), die es nach dem mutmasslichen gesetzgeberischen Willen auszufüllen gilt (analog Art. 731b Abs. 2 Satz 2 OR), und es zum anderen in vielen Fällen durchaus angebracht wäre, bereits im Bestellungsverfahren nach Art.”
“Da jedoch voraussehbar ist, dass die Vorinstanz im Rahmen ihrer Neubeurteilung der Sache abermals eine Kostenvorschusspflicht anordnen könnte, erscheint es angezeigt, sich nachfolgend auch über die Zulässigkeit einer solchen Kostenanordnung zu äussern. In Art. 706a Abs. 2 OR fehlt zwar eine gesetzliche Regelung über die Möglichkeit des Richters zur Anordnung eines Kostenvorschusses für die Vertretungskosten, anders als beispielsweise im Falle der richterlichen Einsetzung eines Sachwalters als Massnahme bei Organisationsmängeln (Art. 731b Abs. 2 Satz 2 OR). Da zum einen bezüglich der fehlenden Kostenanordnung in Art. 706a Abs. 2 OR wohl eine echte Lücke im Gesetz angenommen werden kann (ähnlich BGer 5A_235/2007 vom 14. November 2007 E. 3; BSK OR II-Watter/Pamer-Wieser, 5. Aufl., 2016, Art. 731b N 3), die es nach dem mutmasslichen gesetzgeberischen Willen auszufüllen gilt (analog Art. 731b Abs. 2 Satz 2 OR), und es zum anderen in vielen Fällen durchaus angebracht wäre, bereits im Bestellungsverfahren nach Art. 706a Abs. 2 OR auch die Zahlung eines Vorschusses an die eingesetzte Vertretung in Höhe des mutmasslichen Vertretungshonorars anzuordnen, würde das Präsidium des Kantonsgerichts, Abteilung Zivilrecht, eine zusätzliche Kostenanordnung im Rahmen des Bestellungsverfahrens, wie sie die Vorinstanz bereits vorgenommen hat, respektive im Rechtsmittelverfahren aller Voraussicht nach als zulässig erachten, zumal von einer Vertretung nicht verlangt werden kann, dass sie den Prozess aufgrund der gerichtlichen Einsetzung nach Art. 706a Abs. 2 OR zu Ende führen muss, auch wenn sie möglicherweise nicht dafür entschädigt wird (so auch die Vorinstanz, mit Hinweis auf Schenker, Die Anfechtung von Generalversammlungsbeschlüssen bei der Aktiengesellschaft, in: Kunz/Jörg/Arter, Entwicklungen im Gesellschaftsrecht X, 2015, S. 25). Die Berufungsklägerin, welche eine Kostenanordnung im Rahmen des Bestellungsverfahrens ablehnt, weist auf die Möglichkeit der Sicherstellung der Parteientschädigung nach Art. 99 ZPO im späteren Anfechtungsverfahren hin.”
“731b Abs. 2 Satz 2 OR). Da zum einen bezüglich der fehlenden Kostenanordnung in Art. 706a Abs. 2 OR wohl eine echte Lücke im Gesetz angenommen werden kann (ähnlich BGer 5A_235/2007 vom 14. November 2007 E. 3; BSK OR II-Watter/Pamer-Wieser, 5. Aufl., 2016, Art. 731b N 3), die es nach dem mutmasslichen gesetzgeberischen Willen auszufüllen gilt (analog Art. 731b Abs. 2 Satz 2 OR), und es zum anderen in vielen Fällen durchaus angebracht wäre, bereits im Bestellungsverfahren nach Art. 706a Abs. 2 OR auch die Zahlung eines Vorschusses an die eingesetzte Vertretung in Höhe des mutmasslichen Vertretungshonorars anzuordnen, würde das Präsidium des Kantonsgerichts, Abteilung Zivilrecht, eine zusätzliche Kostenanordnung im Rahmen des Bestellungsverfahrens, wie sie die Vorinstanz bereits vorgenommen hat, respektive im Rechtsmittelverfahren aller Voraussicht nach als zulässig erachten, zumal von einer Vertretung nicht verlangt werden kann, dass sie den Prozess aufgrund der gerichtlichen Einsetzung nach Art. 706a Abs. 2 OR zu Ende führen muss, auch wenn sie möglicherweise nicht dafür entschädigt wird (so auch die Vorinstanz, mit Hinweis auf Schenker, Die Anfechtung von Generalversammlungsbeschlüssen bei der Aktiengesellschaft, in: Kunz/Jörg/Arter, Entwicklungen im Gesellschaftsrecht X, 2015, S. 25). Die Berufungsklägerin, welche eine Kostenanordnung im Rahmen des Bestellungsverfahrens ablehnt, weist auf die Möglichkeit der Sicherstellung der Parteientschädigung nach Art. 99 ZPO im späteren Anfechtungsverfahren hin. Nach Ansicht des Präsidiums des Kantonsgerichts, Abteilung Zivilrecht, bringt diese Bestimmung jedoch der eingesetzten Prozessvertretung keine adäquate Sicherheit für ihre Entschädigung, da unklar bleibt, ob das Gericht einem Antrag nach Art. 99 ZPO im Anfechtungsverfahren folgen würde. Die von der Vorinstanz gewählte Variante wäre demnach vorzuziehen, wobei diese darauf aufmerksam gemacht wird, dass vorliegend keine Mehrwertsteuer auf das Honorar der Vertretung der A. AG geschuldet wäre.”
Formelle Verfahrensmängel können nach Art. 706a Abs. 1 OR zur Anfechtung bzw. Nichtigkeit von Beschlüssen der Generalversammlung führen. Nach der Rechtsprechung führen selbst schwere und offensichtliche formelle Fehler nur dann zur Nichtigkeit, wenn ein korrektes Verfahren nachweislich zu anderen Beschlüssen geführt hätte. Die Anfechtung ist innerhalb von zwei Monaten nach der Generalversammlung zu erheben (Art. 706a Abs. 1 OR) und kann – soweit relevant – nur vom Verwaltungsrat oder von einem Aktionär gegen die Gesellschaft erhoben werden. Weiter sind statutarische Klauseln, die eine automatische Wiederwahl oder eine «Stillstandsregelung» vorsehen, nicht zulässig, weil die Bestellung der Mitglieder des Verwaltungsrats ein unveräusserliches Recht der Generalversammlung darstellt.
“Le risque de préjudice difficilement réparable implique l'urgence (Bohnet, op. cit., n. 12 ad art. 261 CPC). L'urgence est une notion relative qui comporte des degrés et s'apprécie moins selon des critères objectifs qu'au regard des circonstances. Elle est en principe admise lorsque le demandeur pourrait subir un dommage économique ou immatériel s'il devait attendre qu'une décision au fond soit rendue dans une procédure ordinaire (ATF 116 Ia 446 consid. 2 = JdT 1992 I p. 122; Bohnet, op. cit., n. 12 ad art. 261 CPC). 3.1.2 Sont annulables en vertu de l'art. 706 al. 1 CO les décisions de l'assemblée générale qui violent la loi ou les statuts. Les principaux cas d'annulation sont énumérés à l'art. 706 al. 2 CO; il s'agit essentiellement des décisions qui violent des dispositions protégeant les droits des actionnaires, le principe de la proportionnalité et, en particulier, le principe selon lequel un droit doit être exercé avec ménagement. L'action en annulation ne peut être intentée que dans les deux mois qui suivent l'assemblée générale (art. 706a al. 1 CO) et que par le conseil d'administration ou un actionnaire contre la société (art. 706 al. 1 CO). Sont nulles les décisions affectées de vices graves. En particulier, des vices formels graves et manifestes dans la prise des décisions peuvent entraîner la nullité de celles-ci. Toutefois, même dans ces cas, le vice de procédure formel ne peut entraîner la nullité des décisions que si un déroulement correct de la procédure aurait abouti à des décisions différentes (arrêt du Tribunal fédéral 4A_516/2016 du 28 août 2017 consid. 6). 3.1.3 Une réélection tacite d'un administrateur à la fin de son mandat n’est pas admissible. Il n’est pas non plus admissible de considérer qu’en cas de situation de «pat» à l’assemblée générale (cas où il est impossible de dégager une majorité), les administrateurs en place conservent leurs fonctions. Le Tribunal fédéral a, à cet égard, déclaré que sont nulles les clauses statutaires qui (i) prévoient la reconduction automatique d’un mandat d’administrateur lorsque l’assemblée générale n’est pas tenue, car la désignation des membres du conseil d’administration constitue un droit inaliénable de l’assemblée générale ou (ii) prévoient la reconduction automatique d’un mandat d’administrateur dans le cas où l’assemblée générale s’est réunie, mais que celle-ci a refusé de réélire les administrateurs candidats à leur propre succession car il faut considérer que, dans cette hypothèse, l’assemblée s’est prononcée en refusant de nommer les candidats concernés (Peter/Cavadini, Commentaire romand, 6a-6b ad art.”
Die Annahme von Nichtigkeit ist zurückhaltend vorzunehmen; rechtswidrige oder rechtswidrig zustande gekommene Beschlüsse werden aus Gründen der Rechtssicherheit grundsätzlich als anfechtbar und nur in Ausnahmefällen als nichtig angesehen.
“Gemäss Art. 706 Abs. 1 OR kann jede Aktionärin Beschlüsse der Generalversammlung, die gegen das Gesetz oder die Statuten verstossen, beim Gericht mit Klage gegen die Gesellschaft anfechten. Auch Beschlüsse, deren Zustandekommen mangelhaft war, unterliegen der Anfechtung (Urteil 4A_43/2007 vom 11. Juli 2007 E. 4.1). Das Anfechtungsrecht erlischt, wenn die Klage nicht spätestens zwei Monate nach der Generalversammlung angehoben wird (Art. 706a Abs. 1 OR). Gemäss Art. 706b OR können sich Beschlüsse der Generalversammlung auch als nichtig erweisen, so etwa, wenn sie das Recht auf Teilnahme an der Generalversammlung oder andere vom Gesetz zwingend gewährte Rechte der Aktionärin entziehen oder beschränken (Ziff. 1). Neben den ausdrücklich aufgeführten schweren Mängeln primär inhaltlicher Natur können auch schwerwiegende formelle Mängel in der Beschlussfassung zur Nichtigkeit führen (BGE 137 III 460 E. 3.3.2). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist bei der Annahme von Nichtigkeit Zurückhaltung geboten. Denn aus Gründen der Rechtssicherheit sind rechtswidrige respektive rechtswidrig zustande gekommene Generalversammlungsbeschlüsse vermutungsweise nur anfechtbar und nicht nichtig (BGE 147 III 126 E. 3.3.4.1 mit Hinweisen). Wird einer Aktionärin im Einzelfall verweigert, einen Antrag einzubringen, geht die Doktrin von Anfechtbarkeit des damit zusammenhängenden Generalversammlungsbeschlusses aus. Einzelne Autoren halten dafür, dass eine generelle und dauernde statutarische Aufhebung oder Einschränkung des Antragsrechts nichtig sei (siehe zum Ganzen BÖCKLI, a.”
“Gemäss Art. 706 Abs. 1 OR kann jede Aktionärin Beschlüsse der Generalversammlung, die gegen das Gesetz oder die Statuten verstossen, beim Gericht mit Klage gegen die Gesellschaft anfechten. Auch Beschlüsse, deren Zustandekommen mangelhaft war, unterliegen der Anfechtung (Urteil 4A_43/2007 vom 11. Juli 2007 E. 4.1). Das Anfechtungsrecht erlischt, wenn die Klage nicht spätestens zwei Monate nach der Generalversammlung angehoben wird (Art. 706a Abs. 1 OR). Gemäss Art. 706b OR können sich Beschlüsse der Generalversammlung auch als nichtig erweisen, so etwa, wenn sie das Recht auf Teilnahme an der Generalversammlung oder andere vom Gesetz zwingend gewährte Rechte der Aktionärin entziehen oder beschränken (Ziff. 1). Neben den ausdrücklich aufgeführten schweren Mängeln primär inhaltlicher Natur können auch schwerwiegende formelle Mängel in der Beschlussfassung zur Nichtigkeit führen (BGE 137 III 460 E. 3.3.2). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist bei der Annahme von Nichtigkeit Zurückhaltung geboten. Denn aus Gründen der Rechtssicherheit sind rechtswidrige respektive rechtswidrig zustande gekommene Generalversammlungsbeschlüsse vermutungsweise nur anfechtbar und nicht nichtig (BGE 147 III 126 E. 3.3.4.1 mit Hinweisen). Wird einer Aktionärin im Einzelfall verweigert, einen Antrag einzubringen, geht die Doktrin von Anfechtbarkeit des damit zusammenhängenden Generalversammlungsbeschlusses aus. Einzelne Autoren halten dafür, dass eine generelle und dauernde statutarische Aufhebung oder Einschränkung des Antragsrechts nichtig sei (siehe zum Ganzen BÖCKLI, a.”
Das Anfechtungsrecht erlischt, wenn die Klage nicht spätestens zwei Monate nach der Generalversammlung erhoben wird. Bei schwierigen oder nicht klar geregelten Rechtsfragen ist zu vermeiden, dem Kläger vorschnell die Erfolgsaussichten abzusprechen; die Beurteilung der Erfolgsaussichten obliegt dem Richter.
“Gemäss Art. 706 Abs. 1 OR können der Verwaltungsrat und jeder Aktionär Beschlüsse der Generalversammlung, die gegen das Gesetz oder die Statuten verstossen, beim Richter mit Klage gegen die Gesellschaft anfechten. Anfechtbar sind insbesondere Beschlüsse, die unter Verletzung von Gesetz oder Statuten oder in unsachlicher Weise Rechte von Aktionären entziehen oder beschränken (Art. 706 Abs. 2 Ziff. 1 und 2 OR). Das Urteil, das einen Beschluss der Generalversammlung aufhebt, wirkt für und gegen alle Aktionäre (Art. 706 Abs. 5 OR). Es handelt sich um ein auflösendes Gestaltungsurteil, das zu einer rückwirkenden Aufhebung des angefochtenen Generalversammlungsbeschlusses führt (BGE 138 III 204 E. 4.1 S. 211 f.; BGE 110 II 387 E. 2c S. 390). Das Anfechtungsrecht erlischt, wenn die Klage nicht spätestens zwei Monate nach der Generalversammlung erhoben wird (Art. 706a Abs. 1 OR).”
“Si les questions juridiques pertinentes qui se posent sont délicates, l'on ne peut admettre, au détriment du requérant, l'absence de ses chances de succès. Il faut au contraire laisser le juge du fond en décider (arrêt du Tribunal fédéral 5A_842/2011 précité ibidem). Les chances de succès ne peuvent notamment pas être déniées lorsque la démarche pose des questions complexes et que son issue apparaît incertaine (ATF 124 I 309 consid. 4b). Il en va de même lorsque la question juridique en cause n'est pas clairement réglée par la loi, n'a pas fait l'objet d'une décision du Tribunal fédéral et n'est que peu débattue en doctrine (arrêt du Tribunal fédéral 5A_711/2011 du 21 décembre 2011 consid. 3.2). 5.2. 5.2.1 Le conseil d'administration et chaque actionnaire peuvent attaquer en justice les décisions de l'assemblée générale qui violent la loi ou les statuts (art. 706 al. 1 CO). L'action en annulation de décisions de l'assemblée générale des actionnaires s'éteint si elle n'est pas exercée au plus tard dans les deux mois qui suivent l'assemblée générale (art. 706a al. 1 CO). D'après l'art. 706b CO, sont nulles en particulier les décisions de l'assemblée générale qui suppriment ou limitent le droit de prendre part à l'assemblée générale, le droit de vote minimal, le droit d'intenter action ou d'autres droits des actionnaires garantis par des dispositions impératives de la loi (ch. 1); restreignent les droits de contrôle des actionnaires davantage que ne le permet la loi (ch. 2); négligent les structures de base de la société anonyme ou portent atteinte aux dispositions de protection du capital (ch. 3). La nullité doit rester l'exception (Peter/Cavadini, Commentaire romand CO II, 2017, n. 2 ad art. 706b). La délimitation entre décisions annulables et décisions nulles n'est pas évidente. De manière générale, la nullité n'intervient qu'en cas de violation grave, en raison de son caractère exceptionnel. La distinction réside dans la nature des intérêts touchés : alors qu'une atteinte à l'intérêt privé des actionnaires est sanctionnée par l'annulabilité, une atteinte à des principes fondamentaux de la société anonyme ou du droit, aux intérêts du créancier et à l'intérêt public devrait être nulle (Hari/Hänni, Quelques procédures particulières du droit de la société anonyme, in: La personne morale et l'entreprise en procédure, 2014, n.”
Wird der Verwaltungsrat als Kläger eingesetzt, muss das Gericht für die Gesellschaft eine Vertreterin bzw. einen Vertreter bestellen; diese Bestellung setzt voraus, dass die Vertretung unabhängig ist.
“Gegenstand des Verfahrens vor dem Zivilgericht ist eine Klage auf Feststellung der Nichtigkeit von Generalversammlungsbeschlüssen der Beschwerdegegnerin im Sinn von Art. 706b des Obligationenrechts (OR, SR 220). Passivlegitimiert zu einer solchen Feststellungsklage ist die Gesellschaft (Jermini/Domeniconi, in: Honsell [Hrsg.], Kurzkommentar Obligationenrecht, Basel 2014, Art. 706b OR N 2; Sommer, in: Kren Kostkiewicz et al. [Hrsg.], OR Kommentar, 3. Auflage, Zürich 2016, Art. 706b N 2). Folglich ist die Beschwerdeführerin nicht passivlegitimiert. Gemäss Handelsregisterauszug ist die Beschwerdeführerin auch nicht Organ der Beschwerdegegnerin. Kläger der vor dem Zivilgericht hängigen Klage ist der Beschwerdegegner. Dieser ist gemäss Handelsregisterauszug einziges Mitglied des Verwaltungsrats der Beschwerdegegnerin. Ist der Verwaltungsrat Kläger, so bestellt das Gericht gemäss Art. 706a Abs. 2 OR eine Vertretung für die Gesellschaft. Diese Bestimmung ist auf die Nichtigkeitsklage analog anwendbar (Frick/Stähli, in: Wibmer [Hrsg.], Aktienrecht Kommentar, Zürich 2016, Art. 706b N 10). Die Vertretung der Gesellschaft hat unabhängig zu sein (vgl. Tanner, in: Zürcher Kommentar, 3. Auflage 2018, Art. 706a OR N 51 und 53). Mit den Generalversammlungsbeschlüssen, deren Nichtigkeit der Beschwerdegegner geltend macht, ist der Beschwerdegegner als einziger Verwaltungsrat abgewählt und die Beschwerdeführerin als einzige Verwaltungsrätin gewählt worden. Damit hat die Beschwerdeführerin ein unmittelbares eigenes Interesse am Ausgang des vor dem Zivilgericht hängigen Prozesses. Daher ist es nicht zu beanstanden, dass das Zivilgericht sie nicht als Vertretung der Beschwerdegegnerin eingesetzt hat. Aus den vorstehenden Gründen ist es nicht zu beanstanden, dass die Zivilgerichtspräsidentin festgestellt hat, dass die Beschwerdeführerin weder Organ noch Vertreterin der Beschwerdegegnerin ist, und dass die Zivilgerichtspräsidentin erkannt hat, dass weitere Verfügungen und Entscheide im beim Zivilgericht hängigen Prozess der Beschwerdeführerin nicht mehr zugestellt werden.”
Eine rückwirkende (ex tunc) Berichtigung der genehmigten Jahresrechnung nach Ablauf der in Art. 706a Abs. 1 OR vorgesehenen Zweimonatsfrist ist nach herrschender Lehre grundsätzlich ausgeschlossen und nur in engen Ausnahmefällen zulässig. Solche Ausnahmefälle liegen nach der zitierten Rechtsprechung und Lehre nur vor, wenn die Jahresrechnung derart schwere Mängel aufweist, dass der Genehmigungsbeschluss faktisch als nichtig anzusehen ist.
“Nichtigkeit ist aufgrund der damit verbundenen Rechtsunsicherheit nur zurückhaltend anzunehmen (BGE 147 III 126 E. 3.3.4.1, 137 III 460 E. 3.3.2; Hans Caspar von der Crone, Aktienrecht, 2. Aufl. 2020, § 17 Rz. 1212; Peter Böckli, Aktienrecht, § 16 Rz. 157), nämlich dort, wo die blosse Anfechtbarkeit (oder gar die Unbeachtlichkeit) des Mangels keine genügende Rechtsfolge darstellen würde (sog. Grundsatz der Subsidiarität der Nichtigkeitsfolge; Truffer/Dubs, in Basler Kommentar, 5. Aufl. 2016, Art. 706b OR N. 7 f.; Hans Caspar von der Crone, a.a.O., § 17 Rz. 1167; Brülisauer/Mühlemann, a.a.O., Art. 58 DBG N. 126). Diese allgemeinen Bestimmungen gelangen in Ermangelung einer konkreten Regelung auch bei der rückwirkenden Korrektur einer mit wesentlichen Fehlern behafteten genehmigten Jahresrechnung zur Anwendung. So kommt eine handelsrechtliche Bilanzberichtigung «ex tunc» nach der Genehmigung und nach Ablauf der für die Anfechtung eines Generalversammlungsbeschlusses vorgesehenen Zweimonatsfrist (vgl. Art. 706a Abs. 1 OR) gemäss herrschender Lehre nur in Betracht, wenn derart schwerwiegende Fehler vorliegen, dass die Jahresrechnung gegen zwingendes Recht verstösst und sich der Genehmigungsbeschluss geradezu als nichtig erweist. In allen anderen Fällen ist eine rückwirkende Korrektur grundsätzlich unzulässig (insb., wenn sie eine Veränderung der Eigenkapitalposition zur Folge hätte); eine solche stellt somit einen absoluten Ausnahmefall dar (Brülisauer/Mühlemann, a.a.O., Art. 58 DBG N. 128 ff.; Peter Böckli, Aktienrecht, § 12 Rz. 231 ff.; ders., Rechnungslegung, Rz. 198; René Buchmann, Praxisänderungen im neuen HWP «Buchführung und Rechnungslegung», in Der Schweizer Treuhänder, 2014 S. 880 ff., 880). Eine rückwirkende Korrektur ist etwa dann zulässig, wenn in der Jahresrechnung ein erheblich überhöhter Gewinn bzw. ein übersetztes Eigenkapital ausgewiesen wird (vgl. Peter Böckli, Aktienrecht, § 12 Rz. 229a und 231 ff.; Brülisauer/Mühlemann, a.a.O., Art. 58 DBG N. 129), insbesondere, wenn aufgrund des gestützt darauf gefassten Dividendenbeschlusses eine übermässige Dividendenausschüttung erfolgt, das Grundkapital und die gesperrten gesetzlichen Reserven beeinträchtigt werden und eine Verletzung der Bestimmungen zum Kapitalschutz droht (vgl.”
Für das Bestellungsverfahren nach Art. 706a Abs. 2 OR kann ein Advokat die Gesellschaft und zugleich einzelne Verwaltungsräte prozessual vertreten, ohne dass daraus zwangsläufig eine unzulässige Interessenkollision folgt; dies ist aber anhand des konkreten Verfahrens und der tatsächlichen Umstände zu prüfen.
“AG im Anfechtungsverfahren gegen die Gesellschaft keine relevante Interessenkollision im Sinne von Art. 12 lit. c des Bundesgesetzes über die Freizügigkeit von Anwältinnen und Anwälten (BGFA, SR 935.61) auszumachen ist. Abgesehen davon, dass es sich beim Bestellungsverfahren und beim Anfechtungsverfahren um zwei unterschiedliche Prozesse zu unterschiedlichen Themen handelt (im Bestellungsverfahren geht es wie erwähnt einzig um die gerichtliche Einsetzung einer unabhängigen und unbefangenen Vertretung), hat Advokat Dr. Dieter Troxler seit dem Ausscheiden des Mehrheitsaktionärs, Herrn C. , aus dem Verwaltungsrat der A. AG per 17. Juli 2019 gemäss SHAB-Publikation mehrfach die A. AG in gerichtlichen Verfahren vor dem Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West, der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts sowie vor dem Schweizerischen Bundesgericht vertreten, und zwar jeweils gegen Herrn C. , vertreten durch Advokat Dr. Alex Hediger. Hinsichtlich der Rechtsvertretung der A. AG durch Advokat Dr. Dieter Troxler im Bestellungsprozess nach Art. 706a Abs. 2 OR ist deshalb keine Interessenkollision auszumachen, selbst wenn der Rechtsvertreter im Anfechtungsprozess den Verwaltungsrat der A. AG, repräsentiert durch Frau B. , gegen die Gesellschaft vertritt. Es ist aktenkundig, dass Advokat Dr. Dieter Troxler seit langem auch der Rechtsvertreter von Frau B. ist. In Bezug auf die Zulässigkeit der Mandatierung von Advokat Dr. Dieter Troxler durch B. als Verwaltungsrätin der A. AG ist auf die vorstehenden Ausführungen zu verweisen (E. 1.4 ff. oben).”
Wird die Klage nicht spätestens zwei Monate nach der Generalversammlung erhoben, erlischt das Anfechtungsrecht gemäss Art. 706a OR; in der Praxis führt dies zur Unzulässigkeit bzw. Abweisung entsprechender Anfechtungen.
“2 Satz 1 aOR erforderlich sein sollen. Sie begründete dies wie folgt: In seinem Gesuch äussere sich der Beschwerdeführer über weite Strecken, weshalb die eingeklagten Informationen im Vorfeld der Generalversammlung vom 22. November 2022 für die Ausübung der Aktionärsrechte erforderlich gewesen seien. Entscheidend sei jedoch, ob die Informationen aktuell für die Ausübung von Aktionärsrechten erforderlich seien. Inwiefern dies der Fall sein soll, lege der Beschwerdeführer nicht dar und sei auch nicht ersichtlich: Über das Traktandum "Genehmigung ausserordentliche Dividendenausschüttung" sei anlässlich der ausserordentlichen Generalversammlung vom 22. November 2022 mit der Zustimmung von 764'808 Namenaktien und einer Gegenstimme (derjenigen des Beschwerdeführers) abschliessend entschieden worden und dem Beschwerdeführer sei die auf seine Aktie entfallende Dividende unterdessen ausbezahlt worden. Die Sache sei erledigt. Eine Anfechtung des Beschlusses komme nicht mehr in Frage, weil die zweimonatige Klagefrist (Art. 706a OR) längst abgelaufen sei. Im Übrigen sei weder ersichtlich noch werde geltend gemacht, dass der an der ausserordentlichen Generalversammlung gefällte Beschluss über die Gewinnausschüttung nichtig (Art. 706b OR) sein solle. Eine Sonderprüfung sei nie Thema gewesen und der Beschwerdeführer habe nie angetönt, dass er eine Rückforderungsklage (gegen die Aktionäre) und/oder eine Verantwortlichkeitsklage (gegen die Organe der Beschwerdegegnerin) in Betracht ziehe. Dem Beschwerdeführer gehe es nicht um die Wahrnehmung von eigentlichen Aktionärsrechten. Vielmehr kritisiere er, dass die "geplante Devestition" (die unterdessen durchgeführt ist) nicht sinnvoll sei und dass die "Reinvestition in Entwicklungsprojekte hätte dienlicher sein können". Dazu sei einerseits zu bemerken, dass die Gewinnausschüttung längst (rechtmässig) abgeschlossen sei und nicht rückgängig gemacht werden könne. Andererseits sei es nicht Sache der Generalversammlung (und erst recht nicht eines Minderheitsaktionärs mit einer einzigen Aktie von 764'837 Namenaktien) darüber zu bestimmen, was sinnvolle "Devestitionen" und "Reinvestionen" seien.”
“L'acte de recours ne constituait pour l'essentiel qu'un copier-coller de l'appel formé contre l'ordonnance du 10 juin 2020. Saisi d'un recours dirigé contre cet arrêt, le Tribunal fédéral l'a déclaré irrecevable, par décision 4A_121/2021 du 26 février 2021. d.a Le 28 mai 2021, le recourant a sollicité l'assistance juridique pour son action au fond. Sa requête a été rejetée le 15 juin 2021, au motif que sa cause semblait dépourvue de chances de succès. Il a été retenu que la conclusion du recourant tendant au constat de la nullité de la décision du conseil d'administration de D______ SA du 8 juillet 2004 était irrecevable dès lors que cette question avait déjà été tranchée définitivement par le jugement du Tribunal de première instance du 8 mai 2008. En outre, celle en constat de l'invalidité des décisions de l'assemblée générale de D______ SA des 17 janvier 2019 et 17 janvier 2020 était vraisemblablement mal fondée dans la mesure où le recourant n'avait pas agi dans le délai de deux mois suivant lesdites assemblées conformément à l'art. 706a CO. Enfin, s'agissant des autres conclusions, il apparaissait, d'une part, que le recourant ne disposait pas d'un intérêt digne de protection à agir étant donné qu'il ne détenait désormais plus qu'une seule action de D______ SA en copropriété avec sa sœur et son frère et, d'autre part, qu'il aurait dû agir conjointement avec ces derniers. Statuant le 21 octobre 2021, l'autorité de céans a rejeté le recours interjeté contre la décision de refus de l'assistance juridique. En bref, il a été retenu que le recourant ne pouvait se prévaloir de l'art. 981 CO pour faire constater la nullité de la décision prise le 8 juillet 2004 par le conseil d'administration de la société précitée annulant les certificats d'actions n° 1 à 3 dès lors que la disposition légale en question ne s'appliquait qu'en cas de perte du titre. Au demeurant, l'intéressé ne disposait d'aucun intérêt à faire constater la nullité de ladite décision. Par ailleurs, le vice invoqué par le recourant ne constituait pas un motif de nullité des décisions prises par l'assemblée générale de D______ SA.”
“L'assistance juridique sollicitée par le recourant pour cette procédure lui a été refusée par décision du 28 juillet 2020 de la Vice-Présidente du Tribunal de première instance confirmée par arrêt de la Cour de justice du 12 janvier 2021. C. a. Le 28 mai 2021,le recourant a sollicité l'assistance juridique pour son action au fond du 24 mars 2020 (cf. B.a; C/2______/2010). b. Par décision du 15 juin 2021, notifiée le 28 du même mois, la Présidente du Tribunal de première instance a rejeté la requête d'assistance juridique précitée, au motif que la cause du recourant était dénuée de chances de succès. Cette autorité a considéré que la conclusion du recourant en constat de la nullité de la décision du conseil d'administration de D______ SA du 8 juillet 2004 était irrecevable dès lors que cette question avait déjà été tranchée définitivement par jugement du Tribunal de première instance du 8 mai 2008. En outre, celle en constat de l'invalidité des décisions de l'assemblée générale de D______ SA des 17 janvier 2019 et 17 janvier 2020 était vraisemblablement mal fondée dans la mesure où le recourant n'avait pas agi dans le délai de deux mois suivant lesdites assemblées prescrit par l'art. 706a CO. Enfin, s'agissant des autres conclusions, il apparaissait, d'une part, que le recourant ne disposait pas d'un intérêt digne de protection à agir étant donné qu'il ne détenait désormais plus qu'une seule action de D______ SA en copropriété avec sa sœur et son frère et, d'autre part, qu'il aurait dû agir conjointement avec ces derniers. D. a. Par acte expédié le 8 juillet 2021 à la Présidence de la Cour de justice, le recourant a formé recours contre ladite décision. Il a conclu à son annulation, à l'octroi de l'assistance juridique pour le paiement de l'avance de frais arrêtée à 36'000 fr., subsidiairement à l'autorisation de régler cette avance en dix acomptes, à la commission de Me G______ et/ou Me H______, avocats, pour la défense de ses intérêts et à l'allocation en sa faveur d'un émolument de procédure. Préalablement, le recourant a sollicité l'octroi d'un délai pour produire, si nécessaire, toute documentation utile à la présente procédure de recours ainsi que pour faire compléter son mémoire de recours par un avocat.”
“Art. 706b OR führt in nicht abschliessender Weise («insbesondere») Nichtigkeitsgründe für Beschlüsse der Generalversammlung auf. Bei der Annahme von Nichtigkeit ist jedoch Zurückhaltung geboten (BGE 115 II 468 E. 3b). Andere Beschlüsse, u.a. solche, welche Gesetz oder Statuten verletzten, sind lediglich ungültig und damit anfechtbar (Art. 706 OR). Ist ein Beschluss der Generalversammlung anfechtbar, ist dies spätestens zwei Monate nach der Generalversammlung geltend zu machen, ansonsten das Anfechtungsrecht erlischt (Art. 706a OR).”
Die Gesellschaft wird im Bestellungsverfahren nach Art. 706a Abs. 2 OR durch ihren Verwaltungsrat vertreten und vom Gericht vorgängig angehört. Der Verwaltungsrat kann gegenüber der vorgeschlagenen Vertretung deren Unabhängigkeit und Unbefangenheit rügen und die Bestellung einer interessenkollisionsfreien Vertretung beantragen; die Entscheidung über die konkrete Person trifft jedoch das Gericht.
“706a Abs. 2 OR eingeleitet wird. Mit anderen Worten hat der Verwaltungsrat die Gesellschaft grundsätzlich auch im Bestellungsverfahren nach Art. 706 Abs. 2 OR zu vertreten, bei welchem es wie erwähnt ausschliesslich um die Rechtsfrage der Bestellung einer unabhängigen und unbefangenen Vertretung der Gesellschaft für das Anfechtungsverfahren geht. Sodann ist der Berufungsklägerin zuzustimmen, dass sowohl die klagende Partei im Anfechtungsprozess als auch die Gesellschaft dasselbe Interesse an einer unabhängigen und unbefangenen Vertretung der Gesellschaft haben. Handelt der Verwaltungsrat im Bestellungsverfahren nicht in guten Treuen im Interesse der Gesellschaft, kann er für den Schaden verantwortlich gemacht werden, den er durch absichtliche oder fahrlässige Verletzungen seiner Pflichten verursacht hat (Art. 754 Abs. 1 OR). Die gegenteilige Ansicht der Vorinstanz würde bedeuten, dass die A. AG überhaupt keine Möglichkeit hätte, sich über die zu bestellende bzw. bestellte Vertretung nach Art. 706a Abs. 2 OR zu äussern, was gegen grundlegende zivilprozessuale Prinzipien, namentlich gegen den Anspruch einer Partei auf rechtliches Gehör, verstossen würde. Das Bestellungsverfahren nach Art. 706a Abs. 2 OR ist demnach vom zuständigen Gericht derart auszugestalten, dass die betreffende Gesellschaft, vertreten durch ihren Verwaltungsrat, vorgängig zum Entscheid über die Bestellung der Vertretung für die Gesellschaft angehört wird. Entgegen der Meinung der Vorinstanz bedeutet eine solche Einräumung des rechtlichen Gehörs keineswegs, dass der Verwaltungsrat der Gesellschaft massgeblichen Einfluss auf die einzusetzende Rechtsvertretung nehmen könnte. Es ist und bleibt der Richter, der im Bestellungsprozess über die Person der Vertretung entscheidet; die Gesellschaft, vertreten durch ihren Verwaltungsrat, könnte einzig die Unabhängigkeit und Unbefangenheit der einzusetzenden Vertretung rügen und die Bestellung einer anderen, interessenkollisionsfreien Vertretung beantragen.”
In einem entschiedenen Fall beanstandete das Gericht nicht, dass eine Eingabe der vertretenden Gesellschaft einzig von einem Verwaltungsratsmitglied unterzeichnet war, obwohl gemäss Handelsregister eine kollektive Zeichnungsberechtigung zu zweien bestand. Daraus ergibt sich, dass Gerichte unter Umständen eine einzelne Unterschrift tolerieren können (Art. 706a Abs. 2 OR).
“Im Falle einer Anfechtungsklage wird die Gesellschaft als Beklagte durch den Verwaltungsrat vertreten (Art. 706a Abs. 2 OR e contrario). Sofern einzelne Mitglieder des Verwaltungsrates in ihrer Aktionärseigenschaft klagen, vertreten die übrigen Verwaltungsratsmitglieder die Gesellschaft (Tanner, in: Handschin [Hrsg.], Zürcher Kommentar, Die Aktiengesellschaft, 3. Aufl. 2018, Art. 706a N 56). Aus diesem Grund schadet es vorliegend nicht, dass die Eingabe für die Gesuchsgegnerin vom 28. September 2020 einzig von E.________ unterschrieben wurde (pag. 24), obwohl dieser gemäss Handelsregisterauszug nur kollektiv zu zweien zeichnungsberechtigt ist (vgl. GB 1).”
“Im Falle einer Anfechtungsklage wird die Gesellschaft als Beklagte durch den Verwaltungsrat vertreten (Art. 706a Abs. 2 OR e contrario). Sofern einzelne Mitglieder des Verwaltungsrates in ihrer Aktionärseigenschaft klagen, vertreten die übrigen Verwaltungsratsmitglieder die Gesellschaft (Tanner, in: Handschin [Hrsg.], Zürcher Kommentar, Die Aktiengesellschaft, 3. Aufl. 2018, Art. 706a N 56). Aus diesem Grund schadet es vorliegend nicht, dass die Eingabe für die Gesuchsgegnerin vom 28. September 2020 einzig von E.________ unterschrieben wurde (pag. 24), obwohl dieser gemäss Handelsregisterauszug nur kollektiv zu zweien zeichnungsberechtigt ist (vgl. GB 1).”
Frühere Vertretungen der Gesellschaft durch den bestellten Vertreter können im Rahmen des Bestellungsverfahrens nach Art. 706a Abs. 2 OR dafür sprechen, dass keine relevante Interessenkollision vorliegt, insbesondere wenn es sich um unterschiedliche Verfahren und wiederholte Mandate der Gesellschaft handelt.
“AG im Anfechtungsverfahren gegen die Gesellschaft keine relevante Interessenkollision im Sinne von Art. 12 lit. c des Bundesgesetzes über die Freizügigkeit von Anwältinnen und Anwälten (BGFA, SR 935.61) auszumachen ist. Abgesehen davon, dass es sich beim Bestellungsverfahren und beim Anfechtungsverfahren um zwei unterschiedliche Prozesse zu unterschiedlichen Themen handelt (im Bestellungsverfahren geht es wie erwähnt einzig um die gerichtliche Einsetzung einer unabhängigen und unbefangenen Vertretung), hat Advokat Dr. Dieter Troxler seit dem Ausscheiden des Mehrheitsaktionärs, Herrn C. , aus dem Verwaltungsrat der A. AG per 17. Juli 2019 gemäss SHAB-Publikation mehrfach die A. AG in gerichtlichen Verfahren vor dem Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West, der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts sowie vor dem Schweizerischen Bundesgericht vertreten, und zwar jeweils gegen Herrn C. , vertreten durch Advokat Dr. Alex Hediger. Hinsichtlich der Rechtsvertretung der A. AG durch Advokat Dr. Dieter Troxler im Bestellungsprozess nach Art. 706a Abs. 2 OR ist deshalb keine Interessenkollision auszumachen, selbst wenn der Rechtsvertreter im Anfechtungsprozess den Verwaltungsrat der A. AG, repräsentiert durch Frau B. , gegen die Gesellschaft vertritt. Es ist aktenkundig, dass Advokat Dr. Dieter Troxler seit langem auch der Rechtsvertreter von Frau B. ist. In Bezug auf die Zulässigkeit der Mandatierung von Advokat Dr. Dieter Troxler durch B. als Verwaltungsrätin der A. AG ist auf die vorstehenden Ausführungen zu verweisen (E. 1.4 ff. oben).”
Die Zwei‑Monats‑Frist nach Art. 706a OR beginnt mit dem Tag der Beschlussfassung der Generalversammlung und nicht erst mit der Publikation der Entscheidung (vgl. Peter/Cavadini; vgl. Quellen).
“Par ailleurs, même à supposer que la décision du conseil d'administration de D______ SA du 8 juillet 2014 doive être considérée comme nulle, cela n'aurait a priori aucune portée pratique. En particulier, la composition de l'actionnariat de D______ SA demeurerait celle constatée par jugement définitif et exécutoire du Tribunal de première instance du 2 mars 2006, respectivement celle prévalant désormais suite à la vente aux enchères des actions du recourant. Le fait que, comme le soutient le recourant, ce jugement aurait été obtenu par un comportement frauduleux ne saurait suffire à remettre en cause ce qui a été jugé (cf. ATF 145 III 143 consid. 5.1). En conséquence, le recourant ne dispose de prime abord d'aucun intérêt juridique à faire constater la nullité de la décision annulant les certificats d'actions nos 1 à 3 prise par le conseil d'administration de D______ SA le 8 juillet 2014. 3.3 Le recourant soutient également que la décision de l'assemblée générale de D______ SA du 17 janvier 2019 doit être considérée comme invalide quand bien même le délai de deux mois fixé par l'art. 706a CO n'a pas été respecté dès lors qu'elle a été rendue en l'absence de "l'actionnaire légitime de 548 actions sur 550", soit lui-même. Quant à la décision de l'assemblée générale de D______ SA du 17 janvier 2020, elle a, contrairement à ce qu'a retenu l'autorité précédente, été contestée dans un délai de deux mois à compter de sa publication dans la FOSC le ______ 2020, son action en constat n'ayant pas été déposée le 24 mais le 23 mars 2020. Contrairement à ce que soutient le recourant, il est exact que la procédure pour laquelle l'assistance juridique est sollicitée a été introduite après le délai de deux mois fixé à l'art. 706a CO pour la contestation des décisions de l'assemblée générale, ce délai commençant à courir à compter du jour où la décision litigieuse a été rendue et non à partir de sa publication dans la FOSC (Peter/Cavadini, op. cit., n. 2 ad art. 706a CO). Cela étant, l'art. 706a CO ne concerne que les actions en annulation de décisions de l'assemblée générale et non celles en constat de leur nullité, comme c'est le cas en l'espèce, lesquelles peuvent être introduites en tout temps (Peter/Cavadini, op.”
“3 Le recourant soutient également que la décision de l'assemblée générale de D______ SA du 17 janvier 2019 doit être considérée comme invalide quand bien même le délai de deux mois fixé par l'art. 706a CO n'a pas été respecté dès lors qu'elle a été rendue en l'absence de "l'actionnaire légitime de 548 actions sur 550", soit lui-même. Quant à la décision de l'assemblée générale de D______ SA du 17 janvier 2020, elle a, contrairement à ce qu'a retenu l'autorité précédente, été contestée dans un délai de deux mois à compter de sa publication dans la FOSC le ______ 2020, son action en constat n'ayant pas été déposée le 24 mais le 23 mars 2020. Contrairement à ce que soutient le recourant, il est exact que la procédure pour laquelle l'assistance juridique est sollicitée a été introduite après le délai de deux mois fixé à l'art. 706a CO pour la contestation des décisions de l'assemblée générale, ce délai commençant à courir à compter du jour où la décision litigieuse a été rendue et non à partir de sa publication dans la FOSC (Peter/Cavadini, op. cit., n. 2 ad art. 706a CO). Cela étant, l'art. 706a CO ne concerne que les actions en annulation de décisions de l'assemblée générale et non celles en constat de leur nullité, comme c'est le cas en l'espèce, lesquelles peuvent être introduites en tout temps (Peter/Cavadini, op. cit., n. 1 ad art. 706a CO). Le vice invoqué par le recourant, à savoir son absence en qualité d'actionnaire majoritaire lors de la prise des décisions litigieuses, ne semble toutefois pas a priori constituer un motif de nullité. Le recourant fonde sa qualité d'actionnaire majoritaire de D______ SA sur le fait que la décision annulant les certificats d'actions nos 1 à 3 prise par le conseil d'administration le 8 juillet 2014 est nulle. Or, comme jugé aux considérants précédents, il n'apparaît pas, au stade de la vraisemblance et sur la base d'un examen sommaire, qu'un motif de nullité entacherait ladite décision et, en tout état, l'existence d'un tel motif n'aurait aucune incidence sur la composition de l'actionnariat fixée par jugement du Tribunal de première instance du 2 mars 2006.”
Die Klage nach Art. 706a Abs. 1 OR kann nur durch den Verwaltungsrat oder durch einen Aktionär gegen die Gesellschaft erhoben werden. Art. 706a betrifft die Anfechtbarkeit (Annullierbarkeit) von Generalversammlungsbeschlüssen; die von Art. 706b bezeichneten Nichtigkeitsfälle sind dagegen restriktiver zu behandeln.
“Or une distinction doit être faite entre les causes de nullité (art. 706b CO) et les causes d'annulabilité (art. 706-706a CO) et les conséquences qui en découlent sur l'action en justice à introduire. D’un côté, sont annulables en vertu de l'article 706 al. 1 CO les décisions de l'assemblée générale qui violent la loi ou les statuts. Les principaux cas d'annulation sont énumérés à l'article 706 al. 2 CO ; il s'agit essentiellement des décisions qui violent des dispositions protégeant les droits des actionnaires, le principe de la proportionnalité et, en particulier, le principe selon lequel un droit doit être exercé avec ménagement, comme par exemple l'adoption de dispositions statutaires limitant les possibilités d'influence des actionnaires minoritaires, qui ne sont pas justifiées par le but de la société ou dont le but pourrait être aussi bien atteint par des moyens moins incisifs. L'action en annulation ne peut être intentée que dans les deux mois qui suivent l'assemblée générale (art. 706a al. 1 CO) et que par le conseil d'administration ou un actionnaire contre la société (art. 706 al. 1 CO). D’un autre côté, sont nulles les décisions affectées de vices graves ; l'énumération des cas de décisions nulles figurant à l'article 706b CO n'est pas exhaustive ; en particulier, des vices formels graves et manifestes dans la prise des décisions peuvent entraîner la nullité de celles-ci. L'action en constatation de la nullité des décisions de l'assemblée générale (art. 706b CO) peut être formée en tout temps contre la société et par toute personne qui justifie d'un intérêt digne de protection. Selon la jurisprudence, conformément au principe de la sécurité du droit, l'annulabilité est la règle et la nullité l'exception, la nullité ne devant être admise qu'avec retenue, en cas d'atteintes graves aux principes fondamentaux, écrits ou non écrits, du droit des sociétés (arrêt du TF du 28.08.2017 [4A_516/2016] cons. 6 et sous‑considérants, avec les réf. citées). En l’espèce, force est de constater que les conclusions principales de l’appel (constatation de la nullité des décisions prises par l’assemblée générale et radiation d’inscriptions au registre du commerce) sont totalement différentes des conclusions de la demande (annulation des décisions prises par l’assemblée générale).”
“Le risque de préjudice difficilement réparable implique l'urgence (Bohnet, op. cit., n. 12 ad art. 261 CPC). L'urgence est une notion relative qui comporte des degrés et s'apprécie moins selon des critères objectifs qu'au regard des circonstances. Elle est en principe admise lorsque le demandeur pourrait subir un dommage économique ou immatériel s'il devait attendre qu'une décision au fond soit rendue dans une procédure ordinaire (ATF 116 Ia 446 consid. 2 = JdT 1992 I p. 122; Bohnet, op. cit., n. 12 ad art. 261 CPC). 3.1.2 Sont annulables en vertu de l'art. 706 al. 1 CO les décisions de l'assemblée générale qui violent la loi ou les statuts. Les principaux cas d'annulation sont énumérés à l'art. 706 al. 2 CO; il s'agit essentiellement des décisions qui violent des dispositions protégeant les droits des actionnaires, le principe de la proportionnalité et, en particulier, le principe selon lequel un droit doit être exercé avec ménagement. L'action en annulation ne peut être intentée que dans les deux mois qui suivent l'assemblée générale (art. 706a al. 1 CO) et que par le conseil d'administration ou un actionnaire contre la société (art. 706 al. 1 CO). Sont nulles les décisions affectées de vices graves. En particulier, des vices formels graves et manifestes dans la prise des décisions peuvent entraîner la nullité de celles-ci. Toutefois, même dans ces cas, le vice de procédure formel ne peut entraîner la nullité des décisions que si un déroulement correct de la procédure aurait abouti à des décisions différentes (arrêt du Tribunal fédéral 4A_516/2016 du 28 août 2017 consid. 6). 3.1.3 Une réélection tacite d'un administrateur à la fin de son mandat n’est pas admissible. Il n’est pas non plus admissible de considérer qu’en cas de situation de «pat» à l’assemblée générale (cas où il est impossible de dégager une majorité), les administrateurs en place conservent leurs fonctions. Le Tribunal fédéral a, à cet égard, déclaré que sont nulles les clauses statutaires qui (i) prévoient la reconduction automatique d’un mandat d’administrateur lorsque l’assemblée générale n’est pas tenue, car la désignation des membres du conseil d’administration constitue un droit inaliénable de l’assemblée générale ou (ii) prévoient la reconduction automatique d’un mandat d’administrateur dans le cas où l’assemblée générale s’est réunie, mais que celle-ci a refusé de réélire les administrateurs candidats à leur propre succession car il faut considérer que, dans cette hypothèse, l’assemblée s’est prononcée en refusant de nommer les candidats concernés (Peter/Cavadini, Commentaire romand, 6a-6b ad art.”
Art. 706a Abs. 3 OR ist restriktiv auszulegen. Eine wirtschaftliche Ungleichheit der Parteien rechtfertigt für sich allein in der Regel keine Abweichung von der ordentlichen Kostenverteilung; Ausnahmen sind eng zu begrenzen. Ein typischer Anwendungsfall ist die Anfechtung von Beschlüssen der Generalversammlung zugunsten kleiner Aktionäre. Soweit das Verhalten einer Partei unbillige, vermeidbare Kosten verursacht, kann dies hingegen die Verteilung der Kosten zuungunsten der verursachenden Partei rechtfertigen.
“En cas de disparité économique entre les parties, il y a lieu de se garder de généraliser cette circonstance exceptionnelle en défaveur des bailleurs ou des employeurs dans les affaires relevant du droit du bail ou des prud’hommes car ils n’ont pas à être exposés à un risque accru dans la procédure (cf. Sterchi-Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 2012, art. 107 CPC n. 22). En effet, en règle générale, l’inégalité économique, prise isolément, ne justifie pas que l’on s’écarte de la répartition ordinaire des frais, car elle existe presque toujours. Cette disposition doit être appliquée de manière très restrictive. En effet, les parties doivent pouvoir estimer d’avance les risques du procès, y compris les risques financiers, sans devoir forcément s’attendre à ce que le tribunal, selon son appréciation, invoque finalement des arguments d’équité qui justifient une autre répartition des frais. Un cas typique d’application de l’art. 107 al. 1 let. f CPC est l’action en annulation des décisions de l’assemblée générale de la SA, qui doit être accessible aussi aux petits actionnaires et qui peut être menée dans l’intérêt d’un grand nombre d’autres actionnaires, et qui avant l’entrée en vigueur du CPC, était spécialement réglée par l’art. 706a al. 3 CO. En revanche, il contrevient à la bonne foi que de libérer la partie qui succombe, et qui n’a précisément pas apporté la preuve de la mauvaise foi de la défenderesse, du versement de dépens à la partie adverse (arrêt TF 5A_482/2014 du 14 janvier 2015 consid. 6 et 7 ; Hofmann/Baeckert-BSK ZPO, 4ème éd. 2024, art. 107 n. 9 et les références citées). Le fait que la défenderesse qui obtient gain de cause n’a subi aucun préjudice, dès lors que ses frais d’avocat ont été pris en charge par un tiers, ne justifie pas, selon la jurisprudence, que l’on s’écarte des principes normaux de répartition (ATF 117 Ia 295 consid. 3). Il résulte du Message relatif à l'art. 107 al. 1 lit. f CPC qu'en principe, d'une part, cette disposition peut être appliquée en cas de disparité économique importante entre les parties et, d'autre part, qu'il est justifié de mettre des frais à la charge de la partie qui ne succombe pas, si et dans la mesure où celle-ci doit répondre de frais injustifiés occasionnés par son comportement (ATF 139 III 33 consid.”
“b si le procès finalement perdu a été causé par une attitude critiquable ou prêtant à confusion du défendeur, créant une apparence justifiant d’une certaine manière le procès infondé dirigé contre lui, par exemple lorsque c’est le comportement d’une partie qui a incité l’autre à agir (Tappy, CR CPC, 2ème éd. 2019, n. 15 ad art. 107 CPC). S’agissant de l’art. 107 al. 1 let. f CPC, le Message donne, comme exemple, l’inégalité économique des parties, notamment dans des procès entre la victime d’un dommage et une assurance ou entre un petit actionnaire et une grande société (Tappy, op. cit. n. 27 ad art. 107 CPC). Le Message relatif à l’art. 107 al. 1 let. f CPC mentionne, au titre de circonstance particulière, l’inégalité économique des parties. Toutefois, en règle générale, l’inégalité économique, prise isolément, ne justifie pas que l’on s’écarte de la répartition ordinaire des frais, car elle existe presque toujours. Un cas typique d’application est l’action en annulation des décisions de l’assemblée générale de la SA, qui doit être accessible aussi aux petits actionnaires et qui peut être menée dans l’intérêt d’un grand nombre d’autres actionnaires, et qui avant l’entrée en vigueur du CPC, était spécialement réglée par l’art. 706a al. 3 CO. Si toutefois, seule la partie succombante a un intérêt à l’annulation (en l’espèce : action en annulation d’une décision d’une association, requise par une association membre) et eu égard au principe selon lequel l’art. 107 al. 1 let. f CPC doit être appliqué restrictivement, le tribunal ne fait pas un usage disproportionné de son pouvoir d’appréciation en n’appliquant pas cette disposition (arrêt du Tribunal fédéral 5A_482/2014 du 14 janvier 2015 c. 6). 2.1.2 L’assistance judiciaire comprend : l’exonération d’avances et de sûretés; l’exonération des frais judiciaires (art. 118 al. 1 let. a et b CPC). Elle ne dispense pas du versement des dépens à la partie adverse (art. 118 al. 3 CPC). Une partie est tenue de rembourser l’assistance judiciaire dès qu’elle est en mesure de le faire (art. 123 al. 1 CPC). La créance du canton se prescrit par dix ans à compter de la fin du procès (art. 123 al. 2 CPC). 2.2.1 Les frais judiciaires, en 49'000 fr., fixés par le Tribunal dans son jugement JTPI/5914/2019 du 24 avril 2019 ne sauraient être pris en considération, ce jugement ayant été annulé par arrêt de la Cour du 28 février 2020, le sort des frais et dépens de première instance ayant été réservé.”
Art. 706a OR bezweckt die Begrenzung der Anfechtungsfrist für Annullationsklagen gegen Beschlüsse der Generalversammlung auf zwei Monate. Nach der zitierten Rechtsprechung und Literatur bezieht sich die Frist ausdrücklich auf Anfechtungsklagen (Annullation) und nicht auf Klagen, mit denen die Nichtigkeit eines Beschlusses festgestellt werden soll; solche Feststellungsklagen können demnach jederzeit eingereicht werden.
“3 Le recourant soutient également que la décision de l'assemblée générale de D______ SA du 17 janvier 2019 doit être considérée comme invalide quand bien même le délai de deux mois fixé par l'art. 706a CO n'a pas été respecté dès lors qu'elle a été rendue en l'absence de "l'actionnaire légitime de 548 actions sur 550", soit lui-même. Quant à la décision de l'assemblée générale de D______ SA du 17 janvier 2020, elle a, contrairement à ce qu'a retenu l'autorité précédente, été contestée dans un délai de deux mois à compter de sa publication dans la FOSC le ______ 2020, son action en constat n'ayant pas été déposée le 24 mais le 23 mars 2020. Contrairement à ce que soutient le recourant, il est exact que la procédure pour laquelle l'assistance juridique est sollicitée a été introduite après le délai de deux mois fixé à l'art. 706a CO pour la contestation des décisions de l'assemblée générale, ce délai commençant à courir à compter du jour où la décision litigieuse a été rendue et non à partir de sa publication dans la FOSC (Peter/Cavadini, op. cit., n. 2 ad art. 706a CO). Cela étant, l'art. 706a CO ne concerne que les actions en annulation de décisions de l'assemblée générale et non celles en constat de leur nullité, comme c'est le cas en l'espèce, lesquelles peuvent être introduites en tout temps (Peter/Cavadini, op. cit., n. 1 ad art. 706a CO). Le vice invoqué par le recourant, à savoir son absence en qualité d'actionnaire majoritaire lors de la prise des décisions litigieuses, ne semble toutefois pas a priori constituer un motif de nullité. Le recourant fonde sa qualité d'actionnaire majoritaire de D______ SA sur le fait que la décision annulant les certificats d'actions nos 1 à 3 prise par le conseil d'administration le 8 juillet 2014 est nulle. Or, comme jugé aux considérants précédents, il n'apparaît pas, au stade de la vraisemblance et sur la base d'un examen sommaire, qu'un motif de nullité entacherait ladite décision et, en tout état, l'existence d'un tel motif n'aurait aucune incidence sur la composition de l'actionnariat fixée par jugement du Tribunal de première instance du 2 mars 2006.”
“Quant à la décision de l'assemblée générale de D______ SA du 17 janvier 2020, elle a, contrairement à ce qu'a retenu l'autorité précédente, été contestée dans un délai de deux mois à compter de sa publication dans la FOSC le ______ 2020, son action en constat n'ayant pas été déposée le 24 mais le 23 mars 2020. Contrairement à ce que soutient le recourant, il est exact que la procédure pour laquelle l'assistance juridique est sollicitée a été introduite après le délai de deux mois fixé à l'art. 706a CO pour la contestation des décisions de l'assemblée générale, ce délai commençant à courir à compter du jour où la décision litigieuse a été rendue et non à partir de sa publication dans la FOSC (Peter/Cavadini, op. cit., n. 2 ad art. 706a CO). Cela étant, l'art. 706a CO ne concerne que les actions en annulation de décisions de l'assemblée générale et non celles en constat de leur nullité, comme c'est le cas en l'espèce, lesquelles peuvent être introduites en tout temps (Peter/Cavadini, op. cit., n. 1 ad art. 706a CO). Le vice invoqué par le recourant, à savoir son absence en qualité d'actionnaire majoritaire lors de la prise des décisions litigieuses, ne semble toutefois pas a priori constituer un motif de nullité. Le recourant fonde sa qualité d'actionnaire majoritaire de D______ SA sur le fait que la décision annulant les certificats d'actions nos 1 à 3 prise par le conseil d'administration le 8 juillet 2014 est nulle. Or, comme jugé aux considérants précédents, il n'apparaît pas, au stade de la vraisemblance et sur la base d'un examen sommaire, qu'un motif de nullité entacherait ladite décision et, en tout état, l'existence d'un tel motif n'aurait aucune incidence sur la composition de l'actionnariat fixée par jugement du Tribunal de première instance du 2 mars 2006. Ainsi, à l'époque du prononcé des décisions d'assemblée générale querellées, le recourant n'était détenteur que d'une seule action de D______ SA en main commune avec son frère et sa sœur, de sorte que son absence auxdites assemblées ne saurait a priori constituer un motif de nullité (cf.”
“Par ailleurs, même à supposer que la décision du conseil d'administration de D______ SA du 8 juillet 2014 doive être considérée comme nulle, cela n'aurait a priori aucune portée pratique. En particulier, la composition de l'actionnariat de D______ SA demeurerait celle constatée par jugement définitif et exécutoire du Tribunal de première instance du 2 mars 2006, respectivement celle prévalant désormais suite à la vente aux enchères des actions du recourant. Le fait que, comme le soutient le recourant, ce jugement aurait été obtenu par un comportement frauduleux ne saurait suffire à remettre en cause ce qui a été jugé (cf. ATF 145 III 143 consid. 5.1). En conséquence, le recourant ne dispose de prime abord d'aucun intérêt juridique à faire constater la nullité de la décision annulant les certificats d'actions nos 1 à 3 prise par le conseil d'administration de D______ SA le 8 juillet 2014. 3.3 Le recourant soutient également que la décision de l'assemblée générale de D______ SA du 17 janvier 2019 doit être considérée comme invalide quand bien même le délai de deux mois fixé par l'art. 706a CO n'a pas été respecté dès lors qu'elle a été rendue en l'absence de "l'actionnaire légitime de 548 actions sur 550", soit lui-même. Quant à la décision de l'assemblée générale de D______ SA du 17 janvier 2020, elle a, contrairement à ce qu'a retenu l'autorité précédente, été contestée dans un délai de deux mois à compter de sa publication dans la FOSC le ______ 2020, son action en constat n'ayant pas été déposée le 24 mais le 23 mars 2020. Contrairement à ce que soutient le recourant, il est exact que la procédure pour laquelle l'assistance juridique est sollicitée a été introduite après le délai de deux mois fixé à l'art. 706a CO pour la contestation des décisions de l'assemblée générale, ce délai commençant à courir à compter du jour où la décision litigieuse a été rendue et non à partir de sa publication dans la FOSC (Peter/Cavadini, op. cit., n. 2 ad art. 706a CO). Cela étant, l'art. 706a CO ne concerne que les actions en annulation de décisions de l'assemblée générale et non celles en constat de leur nullité, comme c'est le cas en l'espèce, lesquelles peuvent être introduites en tout temps (Peter/Cavadini, op.”
Schwerwiegende formelle Mängel können trotz Ablauf der Frist zur Nichtigkeit des Beschlusses führen. Massgeblich ist dabei, ob die formellen Fehler die fristgerechte Erhebung der Anfechtung praktisch verunmöglicht haben; danach ist zwischen anfechtbaren und von Anfang an nichtigen Beschlüssen abzugrenzen.
“Gemäss Art. 706 Abs. 1 OR können einzelne oder sämtliche Generalversammlungsbeschlüsse mittels Anfechtungsklage aufgehoben werden, wenn sie gegen das Gesetz oder die Statuten verstossen. Art. 706 Abs. 2 Ziff. 1 und 2 OR erwähnen als Anfechtungstatbestand beispielhaft der Entzug oder die Beschränkung von Aktionärsrechten. Werden die entsprechenden Beschlüsse nicht innert zwei Monaten nach der Generalversammlung angefochten (Art. 706a Abs. 1 OR), erlischt das Anfechtungsrecht und die Beschlüsse bleiben gültig. Im Weiteren bestimmt Art. 706b OR, dass einzelne oder sämtliche Generalversammlungsbeschlüsse ausnahmsweise von Anfang an nichtig sind und keine Rechtswirkungen entfalten. In Art. 706b Ziff. 1 bis 3 OR werden in nicht abschliessender Form drei Fallgruppen unterschieden, bei denen Nichtigkeit anzunehmen ist: Eingriffe in die unentziehbaren Kernrechte von Aktionären (Ziff. 1), Eingriffe in die Kontrollrechte von Aktionären (Ziff. 2) sowie Missachtung der Grundstrukturen des Aktienrechts (Ziff. 3; vgl. Böckli, Schweizer Aktienrecht, 4. Aufl., 2009, § 16 Rz. 159 ff.). Neben den ausdrücklich aufgeführten schweren Mängeln primär inhaltlicher Natur können auch schwerwiegende formelle Mängel in der Beschlussfassung zur Nichtigkeit führen (BGE 137 III 460 E. 3.3.2; BGer 4A_197/2008 vom 24. Juni 2008 E. 2.1). Die Abgrenzung zwischen anfechtbaren und nichtigen Beschlüssen sollte danach vorgenommen werden, ob die formellen Fehler die fristgerechte Anfechtung geradezu verunmöglicht haben.”
Ist der Verwaltungsrat Kläger, bestellt das Gericht eine Vertretung für die Gesellschaft (Art. 706a Abs. 2 OR). Nach der Rechtsprechung und Kommentarliteratur ist diese Regelung auch auf Nichtigkeitsklagen analog anwendbar. Die bestellte Vertretung muss unabhängig sein; Personen mit unmittelbarem eigenen Interesse (z. B. neu gewähltes einziges Verwaltungsratsmitglied bzw. Alleinaktionär, wie in den Quellen dargestellt) sind als solche unabhängige Vertretung nicht geeignet.
“706b des Obligationenrechts (OR, SR 220). Passivlegitimiert zu einer solchen Feststellungsklage ist die Gesellschaft (Jermini/Domeniconi, in: Honsell [Hrsg.], Kurzkommentar Obligationenrecht, Basel 2014, Art. 706b OR N 2; Sommer, in: Kren Kostkiewicz et al. [Hrsg.], OR Kommentar, 3. Auflage, Zürich 2016, Art. 706b N 2). Folglich ist die Beschwerdeführerin nicht passivlegitimiert. Gemäss Handelsregisterauszug ist die Beschwerdeführerin auch nicht Organ der Beschwerdegegnerin. Kläger der vor dem Zivilgericht hängigen Klage ist der Beschwerdegegner. Dieser ist gemäss Handelsregisterauszug einziges Mitglied des Verwaltungsrats der Beschwerdegegnerin. Ist der Verwaltungsrat Kläger, so bestellt das Gericht gemäss Art. 706a Abs. 2 OR eine Vertretung für die Gesellschaft. Diese Bestimmung ist auf die Nichtigkeitsklage analog anwendbar (Frick/Stähli, in: Wibmer [Hrsg.], Aktienrecht Kommentar, Zürich 2016, Art. 706b N 10). Die Vertretung der Gesellschaft hat unabhängig zu sein (vgl. Tanner, in: Zürcher Kommentar, 3. Auflage 2018, Art. 706a OR N 51 und 53). Mit den Generalversammlungsbeschlüssen, deren Nichtigkeit der Beschwerdegegner geltend macht, ist der Beschwerdegegner als einziger Verwaltungsrat abgewählt und die Beschwerdeführerin als einzige Verwaltungsrätin gewählt worden. Damit hat die Beschwerdeführerin ein unmittelbares eigenes Interesse am Ausgang des vor dem Zivilgericht hängigen Prozesses. Daher ist es nicht zu beanstanden, dass das Zivilgericht sie nicht als Vertretung der Beschwerdegegnerin eingesetzt hat. Aus den vorstehenden Gründen ist es nicht zu beanstanden, dass die Zivilgerichtspräsidentin festgestellt hat, dass die Beschwerdeführerin weder Organ noch Vertreterin der Beschwerdegegnerin ist, und dass die Zivilgerichtspräsidentin erkannt hat, dass weitere Verfügungen und Entscheide im beim Zivilgericht hängigen Prozess der Beschwerdeführerin nicht mehr zugestellt werden. Die Vorbringen der Beschwerdeführerin sind nicht geeignet, die Richtigkeit der angefochtenen Verfügung in Frage zu stellen. Im Wesentlichen macht sie bloss geltend, sie sei Alleinaktionärin der Beschwerdegegnerin.”
Die Verwirkungsfrist von zwei Monaten beginnt am Tag nach der Generalversammlung zu laufen. Die Frist gilt als gewahrt, wenn die Klage spätestens am Tag des zweiten folgenden Monats erhoben wird, der dieselbe Kalendertagszahl aufweist wie der Tag der Generalversammlung.
“O., § 25 N. 52). Neben der Generalklausel in Art. 706 Abs. 1 OR werden in Art. 706 Abs. 2 Ziffer 1-4 OR nicht abschliessend zu verstehende einzelne Anfechtungsgründe genannt (D UBS/TRUFFER, a.a.O., Art. 706 N. 9). Weitere Anfechtungsgründe, die vor allem verfahrensmässige Mängel betreffen, nennt das Gesetz verteilt an an- deren Stellen (FORSTMOSER/MEIER-HAYOZ/NOBEL, a.a.O., § 25 N. 14). Anfechtbar sind nur Rechtsverletzungen, nicht dagegen die Angemessenheit oder Zweck- mässigkeit eines Generalversammlungsbeschlusses (BGE 117 II 290 E. 6.a; 100 II 384 E. 3.b m.H.; F ORSTMOSER/MEIER-HAYOZ/NOBEL, a.a.O., § 25 N. 15). Erfor- derlich ist überdies eine konkrete, nicht bloss virtuelle Rechtsverletzung (BGE 117 II 290 E. 6.b; FORSTMOSER/MEIER-HAYOZ/NOBEL, a.a.O., § 25 N. 16). Das Anfechtungsrecht erlischt, wenn die Klage nicht spätestens zwei Monate nach der Generalversammlung angehoben wird (Art. 706a Abs. 1 OR). Diese Verwirkungsfrist (BGer Urteile 4A_10/2012 vom 2. Oktober 2012 E. 3.1; 4A_404/2011 vom 7. November 2011 E. 5.1) beginnt am Tag nach der General- versammlung zu laufen und gilt als eingehalten, wenn die Klage vor Ablauf der Frist, d.h. spätestens am Tag des zweiten Monats, der die gleiche Zahl trägt wie - 21 - der Tag der Generalversammlung, angehoben wird (Art. 77 Abs. 1 Ziffer 3 OR; DUBS/TRUFFER, a.a.O., Art. 706a N. 2; BÖCKLI, Schweizer Aktienrecht,”
Der im vorausgegangenen Schlichtungs‑/Anfechtungsbegehren festgelegte Streitwert kann auf das Bestellungsverfahren nach Art. 706a Abs. 2 OR übertragen werden. Ergibt sich daraus ein Streitwert, der die Berufungsschwelle nach Art. 308 ZPO erreicht, ist der erstinstanzliche Entscheid berufungsfähig.
“In vermögensrechtlichen Angelegenheiten sind erstinstanzliche Endentscheide mit Berufung anfechtbar, sofern der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens CHF 10'000.00 beträgt (Art. 308 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 ZPO). Der Streitwert wird durch das Rechtsbegehren bestimmt (Art. 91 Abs. 1 ZPO). Dem erstinstanzlichen Verfahren über die Bestellung einer Vertretung für die A. AG (Bestellungsprozess nach Art. 706a Abs. 2 OR) ging ein Schlichtungsgesuch betreffend die Aufhebung des Beschlusses gemäss Ziffer 6 Absatz 3 des Protokolls der Generalversammlung vom 23. Oktober 2021 (Anfechtungsprozess) voraus. Im Schlichtungsgesuch wurde der Streitwert der Sache mit CHF 100'000.00 angegeben. Dieser Streitwert lässt sich auch auf das erstinstanzliche Bestellungsverfahren übertragen, womit der angefochtene Entscheid des Zivilkreisgerichtspräsidenten vom 23. Dezember 2021 der Berufung zugänglich ist. Der angefochtene Entscheid konnte der A. AG polizeilich am 6. Januar 2022 an ihrem Verwaltungssitz in Z. zuhanden von Frau B. zugestellt werden. Damit endete die 10-tägige Berufungsfrist unter Berücksichtigung des fristverlängernden Wochenendes gemäss Art. 142 Abs. 3 ZPO am Montag, 17. Januar”
“Erwägungen der Berufungsinstanz wird im Detail auf die Vorbringen der Berufungsklägerin und des Vorderrichters (nachfolgend als Vorinstanz bezeichnet) eingegangen, soweit diese für die Beurteilung der vorliegenden Berufung rechtserheblich sind. Erwägungen 1.1. In vermögensrechtlichen Angelegenheiten sind erstinstanzliche Endentscheide mit Berufung anfechtbar, sofern der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens CHF 10'000.00 beträgt (Art. 308 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 ZPO). Der Streitwert wird durch das Rechtsbegehren bestimmt (Art. 91 Abs. 1 ZPO). Dem erstinstanzlichen Verfahren über die Bestellung einer Vertretung für die A. AG (Bestellungsprozess nach Art. 706a Abs. 2 OR) ging ein Schlichtungsgesuch betreffend die Aufhebung des Beschlusses gemäss Ziffer 6 Absatz 3 des Protokolls der Generalversammlung vom 23. Oktober 2021 (Anfechtungsprozess) voraus. Im Schlichtungsgesuch wurde der Streitwert der Sache mit CHF 100'000.00 angegeben. Dieser Streitwert lässt sich auch auf das erstinstanzliche Bestellungsverfahren übertragen, womit der angefochtene Entscheid des Zivilkreisgerichtspräsidenten vom 23. Dezember 2021 der Berufung zugänglich ist. Der angefochtene Entscheid konnte der A. AG polizeilich am 6. Januar 2022 an ihrem Verwaltungssitz in Z. zuhanden von Frau B. zugestellt werden. Damit endete die 10-tägige Berufungsfrist unter Berücksichtigung des fristverlängernden Wochenendes gemäss Art. 142 Abs. 3 ZPO am Montag, 17. Januar 2022. Durch die elektronische Übermittlung der Berufung am 17. Januar 2022 mittels IncaMail der Schweizerischen Post wurde die Rechtsmittelfrist eingehalten. Die Berufungsklägerin macht sowohl eine unrichtige Rechtsanwendung als auch eine unrichtige Feststellung des massgeblichen”
Der Gesellschaft ist im Bestellungsverfahren nach Art. 706a Abs. 2 OR Gelegenheit zur Stellungnahme zur Unabhängigkeit und Unbefangenheit des bestellten Vertreters zu gewähren (Recht auf rechtliches Gehör). Unterbleibt diese Äusserungsmöglichkeit, liegt eine Gehörsverletzung vor, die zur Aufhebung des Entscheids führen kann. Ausnahmsweise kann eine solche Verletzung durch eine nachträgliche Anhörung vor einer überprüfenden Rechtsmittelinstanz als geheilt gelten.
“Was die Einsetzung von Advokat Dr. Alex Hediger als Rechtsvertreter der A. AG für das anhängig gemachte Anfechtungsverfahren anbelangt, macht die Berufungsklägerin eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend, da sie sich im Bestellungsverfahren vor der Vorinstanz zur Unabhängigkeit und Unbefangenheit von Advokat Dr. Alex Hediger nicht äussern durfte. Dieser Verzicht der Vorinstanz, der Berufungsklägerin im Bestellungsverfahren nach Art. 706a Abs. 2 OR eine Äusserungsmöglichkeit zu gewähren, ist unbestritten und bereits oben in E. 1.5 ff. wurde dargelegt, dass der Berufungsklägerin im Bestellungsverfahren das rechtliche Gehör hätte gewährt werden müssen. Es liegt daher eine Gehörsverletzung durch die Vorinstanz zu Lasten der Berufungsklägerin vor, welche aufgrund der formellen Natur des Gehörsanspruchs zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids führt, ungeachtet der Erfolgsaussichten des Rechtsmittels in der Sache selbst (u.a. KGE BL 410 20 45 vom 5. Mai 2020 E. 2.5 m.w.H.). Ausnahmsweise kann eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt gelten, wenn die betroffene Partei die Möglichkeit erhält, sich vor einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann. Unter dieser Voraussetzung ist darüber hinaus – im Sinne einer Heilung des Mangels – selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör von einer Rückweisung der Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 137 I 195 E.”
Im Bestellungsverfahren nach Art. 706a Abs. 2 OR ist der betroffenen Gesellschaft vorgängig das rechtliche Gehör zu gewähren; unterbleibt diese Anhörung, kann dies eine Gehörsverletzung darstellen und zur Aufhebung des Entscheids führen.
“706a Abs. 2 OR eingeleitet wird. Mit anderen Worten hat der Verwaltungsrat die Gesellschaft grundsätzlich auch im Bestellungsverfahren nach Art. 706 Abs. 2 OR zu vertreten, bei welchem es wie erwähnt ausschliesslich um die Rechtsfrage der Bestellung einer unabhängigen und unbefangenen Vertretung der Gesellschaft für das Anfechtungsverfahren geht. Sodann ist der Berufungsklägerin zuzustimmen, dass sowohl die klagende Partei im Anfechtungsprozess als auch die Gesellschaft dasselbe Interesse an einer unabhängigen und unbefangenen Vertretung der Gesellschaft haben. Handelt der Verwaltungsrat im Bestellungsverfahren nicht in guten Treuen im Interesse der Gesellschaft, kann er für den Schaden verantwortlich gemacht werden, den er durch absichtliche oder fahrlässige Verletzungen seiner Pflichten verursacht hat (Art. 754 Abs. 1 OR). Die gegenteilige Ansicht der Vorinstanz würde bedeuten, dass die A. AG überhaupt keine Möglichkeit hätte, sich über die zu bestellende bzw. bestellte Vertretung nach Art. 706a Abs. 2 OR zu äussern, was gegen grundlegende zivilprozessuale Prinzipien, namentlich gegen den Anspruch einer Partei auf rechtliches Gehör, verstossen würde. Das Bestellungsverfahren nach Art. 706a Abs. 2 OR ist demnach vom zuständigen Gericht derart auszugestalten, dass die betreffende Gesellschaft, vertreten durch ihren Verwaltungsrat, vorgängig zum Entscheid über die Bestellung der Vertretung für die Gesellschaft angehört wird. Entgegen der Meinung der Vorinstanz bedeutet eine solche Einräumung des rechtlichen Gehörs keineswegs, dass der Verwaltungsrat der Gesellschaft massgeblichen Einfluss auf die einzusetzende Rechtsvertretung nehmen könnte. Es ist und bleibt der Richter, der im Bestellungsprozess über die Person der Vertretung entscheidet; die Gesellschaft, vertreten durch ihren Verwaltungsrat, könnte einzig die Unabhängigkeit und Unbefangenheit der einzusetzenden Vertretung rügen und die Bestellung einer anderen, interessenkollisionsfreien Vertretung beantragen.”
“Was die Einsetzung von Advokat Dr. Alex Hediger als Rechtsvertreter der A. AG für das anhängig gemachte Anfechtungsverfahren anbelangt, macht die Berufungsklägerin eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend, da sie sich im Bestellungsverfahren vor der Vorinstanz zur Unabhängigkeit und Unbefangenheit von Advokat Dr. Alex Hediger nicht äussern durfte. Dieser Verzicht der Vorinstanz, der Berufungsklägerin im Bestellungsverfahren nach Art. 706a Abs. 2 OR eine Äusserungsmöglichkeit zu gewähren, ist unbestritten und bereits oben in E. 1.5 ff. wurde dargelegt, dass der Berufungsklägerin im Bestellungsverfahren das rechtliche Gehör hätte gewährt werden müssen. Es liegt daher eine Gehörsverletzung durch die Vorinstanz zu Lasten der Berufungsklägerin vor, welche aufgrund der formellen Natur des Gehörsanspruchs zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids führt, ungeachtet der Erfolgsaussichten des Rechtsmittels in der Sache selbst (u.a. KGE BL 410 20 45 vom 5. Mai 2020 E. 2.5 m.w.H.). Ausnahmsweise kann eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt gelten, wenn die betroffene Partei die Möglichkeit erhält, sich vor einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann. Unter dieser Voraussetzung ist darüber hinaus – im Sinne einer Heilung des Mangels – selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör von einer Rückweisung der Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 137 I 195 E.”
Eine rückwirkende (ex tunc) Korrektur einer bereits genehmigten Jahresrechnung nach Ablauf der in Art. 706a Abs. 1 OR vorgesehenen Zweimonatsfrist ist nur in engen Ausnahmefällen zulässig. Nach herrschender Lehre und Rspr. ist die Nichtigkeit wegen der damit verbundenen Rechtsunsicherheit zurückhaltend anzunehmen (Subsidiaritätsprinzip der Nichtigkeitsfolge). Eine ex-tunc-Korrektur kommt demnach insbesondere nur in Betracht, wenn die Jahresrechnung derart schwerwiegende Fehler aufweist, dass sie gegen zwingendes Recht verstösst und der Genehmigungsbeschluss sich damit als nichtig erweist (z.B. erheblich überhöhter Gewinn, Überschätzung des Eigenkapitals oder eine auf diesem Befund beruhende übermässige Dividendenausschüttung, die den Kapitalschutz gefährden könnte). In allen anderen Fällen ist eine rückwirkende Berichtigung grundsätzlich ausgeschlossen.
“Nichtigkeit ist aufgrund der damit verbundenen Rechtsunsicherheit nur zurückhaltend anzunehmen (BGE 147 III 126 E. 3.3.4.1, 137 III 460 E. 3.3.2; Hans Caspar von der Crone, Aktienrecht, 2. Aufl. 2020, § 17 Rz. 1212; Peter Böckli, Aktienrecht, § 16 Rz. 157), nämlich dort, wo die blosse Anfechtbarkeit (oder gar die Unbeachtlichkeit) des Mangels keine genügende Rechtsfolge darstellen würde (sog. Grundsatz der Subsidiarität der Nichtigkeitsfolge; Truffer/Dubs, in Basler Kommentar, 5. Aufl. 2016, Art. 706b OR N. 7 f.; Hans Caspar von der Crone, a.a.O., § 17 Rz. 1167; Brülisauer/Mühlemann, a.a.O., Art. 58 DBG N. 126). Diese allgemeinen Bestimmungen gelangen in Ermangelung einer konkreten Regelung auch bei der rückwirkenden Korrektur einer mit wesentlichen Fehlern behafteten genehmigten Jahresrechnung zur Anwendung. So kommt eine handelsrechtliche Bilanzberichtigung «ex tunc» nach der Genehmigung und nach Ablauf der für die Anfechtung eines Generalversammlungsbeschlusses vorgesehenen Zweimonatsfrist (vgl. Art. 706a Abs. 1 OR) gemäss herrschender Lehre nur in Betracht, wenn derart schwerwiegende Fehler vorliegen, dass die Jahresrechnung gegen zwingendes Recht verstösst und sich der Genehmigungsbeschluss geradezu als nichtig erweist. In allen anderen Fällen ist eine rückwirkende Korrektur grundsätzlich unzulässig (insb., wenn sie eine Veränderung der Eigenkapitalposition zur Folge hätte); eine solche stellt somit einen absoluten Ausnahmefall dar (Brülisauer/Mühlemann, a.a.O., Art. 58 DBG N. 128 ff.; Peter Böckli, Aktienrecht, § 12 Rz. 231 ff.; ders., Rechnungslegung, Rz. 198; René Buchmann, Praxisänderungen im neuen HWP «Buchführung und Rechnungslegung», in Der Schweizer Treuhänder, 2014 S. 880 ff., 880). Eine rückwirkende Korrektur ist etwa dann zulässig, wenn in der Jahresrechnung ein erheblich überhöhter Gewinn bzw. ein übersetztes Eigenkapital ausgewiesen wird (vgl. Peter Böckli, Aktienrecht, § 12 Rz. 229a und 231 ff.; Brülisauer/Mühlemann, a.a.O., Art. 58 DBG N. 129), insbesondere, wenn aufgrund des gestützt darauf gefassten Dividendenbeschlusses eine übermässige Dividendenausschüttung erfolgt, das Grundkapital und die gesperrten gesetzlichen Reserven beeinträchtigt werden und eine Verletzung der Bestimmungen zum Kapitalschutz droht (vgl.”
Das Anfechtungsrecht erlischt, wenn die Klage nicht spätestens zwei Monate nach der Generalversammlung erhoben wird. Ausnahmsweise können Beschlüsse nach Art. 706b OR von Anfang an nichtig sein (z. B. bei Eingriffen in unentziehbare Aktionärsrechte oder bei gravierenden formellen Mängeln). Die Rechtsprechung verlangt bei der Annahme von Nichtigkeit Zurückhaltung; die Abgrenzung zwischen Anfechtung und Nichtigkeit orientiert sich danach, ob formelle Fehler die fristgerechte Anfechtung praktisch verunmöglicht haben.
“Gemäss Art. 706 Abs. 1 OR kann jede Aktionärin Beschlüsse der Generalversammlung, die gegen das Gesetz oder die Statuten verstossen, beim Gericht mit Klage gegen die Gesellschaft anfechten. Auch Beschlüsse, deren Zustandekommen mangelhaft war, unterliegen der Anfechtung (Urteil 4A_43/2007 vom 11. Juli 2007 E. 4.1). Das Anfechtungsrecht erlischt, wenn die Klage nicht spätestens zwei Monate nach der Generalversammlung angehoben wird (Art. 706a Abs. 1 OR). Gemäss Art. 706b OR können sich Beschlüsse der Generalversammlung auch als nichtig erweisen, so etwa, wenn sie das Recht auf Teilnahme an der Generalversammlung oder andere vom Gesetz zwingend gewährte Rechte der Aktionärin entziehen oder beschränken (Ziff. 1). Neben den ausdrücklich aufgeführten schweren Mängeln primär inhaltlicher Natur können auch schwerwiegende formelle Mängel in der Beschlussfassung zur Nichtigkeit führen (BGE 137 III 460 E. 3.3.2). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist bei der Annahme von Nichtigkeit Zurückhaltung geboten. Denn aus Gründen der Rechtssicherheit sind rechtswidrige respektive rechtswidrig zustande gekommene Generalversammlungsbeschlüsse vermutungsweise nur anfechtbar und nicht nichtig (BGE 147 III 126 E. 3.3.4.1 mit Hinweisen). Wird einer Aktionärin im Einzelfall verweigert, einen Antrag einzubringen, geht die Doktrin von Anfechtbarkeit des damit zusammenhängenden Generalversammlungsbeschlusses aus. Einzelne Autoren halten dafür, dass eine generelle und dauernde statutarische Aufhebung oder Einschränkung des Antragsrechts nichtig sei (siehe zum Ganzen BÖCKLI, a.”
“Gemäss Art. 706 Abs. 1 OR können einzelne oder sämtliche Generalversammlungsbeschlüsse mittels Anfechtungsklage aufgehoben werden, wenn sie gegen das Gesetz oder die Statuten verstossen. Art. 706 Abs. 2 Ziff. 1 und 2 OR erwähnen als Anfechtungstatbestand beispielhaft der Entzug oder die Beschränkung von Aktionärsrechten. Werden die entsprechenden Beschlüsse nicht innert zwei Monaten nach der Generalversammlung angefochten (Art. 706a Abs. 1 OR), erlischt das Anfechtungsrecht und die Beschlüsse bleiben gültig. Im Weiteren bestimmt Art. 706b OR, dass einzelne oder sämtliche Generalversammlungsbeschlüsse ausnahmsweise von Anfang an nichtig sind und keine Rechtswirkungen entfalten. In Art. 706b Ziff. 1 bis 3 OR werden in nicht abschliessender Form drei Fallgruppen unterschieden, bei denen Nichtigkeit anzunehmen ist: Eingriffe in die unentziehbaren Kernrechte von Aktionären (Ziff. 1), Eingriffe in die Kontrollrechte von Aktionären (Ziff. 2) sowie Missachtung der Grundstrukturen des Aktienrechts (Ziff. 3; vgl. Böckli, Schweizer Aktienrecht, 4. Aufl., 2009, § 16 Rz. 159 ff.). Neben den ausdrücklich aufgeführten schweren Mängeln primär inhaltlicher Natur können auch schwerwiegende formelle Mängel in der Beschlussfassung zur Nichtigkeit führen (BGE 137 III 460 E. 3.3.2; BGer 4A_197/2008 vom 24. Juni 2008 E. 2.1). Die Abgrenzung zwischen anfechtbaren und nichtigen Beschlüssen sollte danach vorgenommen werden, ob die formellen Fehler die fristgerechte Anfechtung geradezu verunmöglicht haben.”
Im Bestellungsverfahren nach Art. 706a Abs. 2 OR kann die Gesellschaft durch einen externen Rechtsbeistand vertreten werden. Allein die Tatsache, dass derselbe Anwalt oder eine Aktionärin zugleich in einem Anfechtungsverfahren gegen die Gesellschaft Interessen verfolgt, begründet nicht notwendigerweise eine relevante Interessenkollision im Sinne von Art. 12 lit. c BGFA; es kommt auf die konkrete Unabhängigkeit und Unbefangenheit im Bestellungsverfahren an.
“In formeller Hinsicht bringt die Vorinstanz vor, dass sich die Berufungsklägerin im Verfahren nach Art. 706a Abs. 2 OR nicht vom Rechtsbeistand der einen GV-Beschluss anfechtenden Verwaltungsrätin oder Aktionärin vertreten lassen dürfe. Die Verwaltungsrätin oder Aktionärin könne aufgrund einer Interessenkollision auch keinen Rechtsbeistand mit der Vertretung der Gesellschaft beauftragen. Diesen Argumenten der Vorinstanz ist entgegenzuhalten, dass allein durch die Interessenwahrnehmung einerseits der A. AG im Bestellungsverfahren zwecks Beurteilung der Rechtmässigkeit und Unabhängigkeit des gerichtlich eingesetzten Vertreters und andererseits von Frau B. als Aktionärin der A. AG im Anfechtungsverfahren gegen die Gesellschaft keine relevante Interessenkollision im Sinne von Art. 12 lit. c des Bundesgesetzes über die Freizügigkeit von Anwältinnen und Anwälten (BGFA, SR 935.61) auszumachen ist. Abgesehen davon, dass es sich beim Bestellungsverfahren und beim Anfechtungsverfahren um zwei unterschiedliche Prozesse zu unterschiedlichen Themen handelt (im Bestellungsverfahren geht es wie erwähnt einzig um die gerichtliche Einsetzung einer unabhängigen und unbefangenen Vertretung), hat Advokat Dr.”
Ist ein oder mehrere Verwaltungsräte Kläger, so wird die Gesellschaft vom übrigen Verwaltungsrat vertreten; die anfechtenden bzw. klagenden Verwaltungsräte haben in den Ausstand zu treten. Diese Lösung wird in der Rechtsprechung analog zu Art. 706a Abs. 2 OR angewandt.
“Die Gesuchstellerin ist der Auffassung, die Gesuchsantwort sei nicht rechts- genügend unterzeichnet, damit unbeachtlich und als nie geschehen bzw. als nie zur Kenntnis des Gerichts gelangt zu betrachten (act. 16 Rz. 1 f., Rz. 8 ff.). Nachdem erst aufgrund eines bundesgerichtlichen Entscheids aus dem Jahr 2018 (BGE 144 III 100) überhaupt klar feststeht, dass Auskunftsrechte des oder eines Verwaltungsrats bzw. einer Verwaltungsrätin einer Aktiengesellschaft gemäss Art. 715a OR mittels Leistungsklage gerichtlich durchgesetzt werden können, d.h. eine entsprechende ausdrückliche gesetzliche Regelung – auch des entspre- - 7 - chenden Verfahrens – fehlt, rechtfertigt es sich, mittels Analogien auf andere ge- setzliche Bestimmungen zurückzugreifen. Ein Verfahren wie das vorliegende weist gewisse Parallelen zu Prozessen betreffend Anfechtung von Generalver- sammlungsbeschlüssen auf. Dort kann es zur Situation kommen, dass der Ver- waltungsrat als Gesamtorgan einen Generalversammlungsbeschluss anficht und das Gericht der Gesellschaft einen Vertreter zu bestellen hat (Art. 706a Abs. 2 OR). Jedoch kann auch ein Verwaltungsrat alleine bzw. können einzelne Verwal- tungsräte eine entsprechende Anfechtungsklage erheben. In solchen Fällen wird die Gesellschaft vom Verwaltungsrat vertreten, wobei die anfechtenden Kläger in den Ausstand zu treten haben (BSK OR II-Dubs/Truffer, Art. 706a Rz. 8). Vorlie- gend präsentiert sich eine mit dieser letzten vergleichbare Konstellation, in wel- cher die Gesuchstellerin als Verwaltungsrätin ein Auskunftsgesuch gegen die Ge- sellschaft stellt. Diese Situation ist analog zum gerade für die Anfechtungsklage Gesagten zu lösen: Mithin wird die Gesuchsgegnerin vom (restlichen) Verwal- tungsrat vertreten, wobei die Gesuchstellerin in den Ausstand zu treten hat. Dies bedeutet, dass die von C._____ als einem von zwei Verwaltungsratsmitgliedern unterzeichnete Gesuchsantwort als rechtsgültig erstattet zu betrachten und somit zu beachten ist. Der Vollständigkeit halber ist hier ferner zu ergänzen, dass eine solche Lösung den Bedürfnissen nach einer raschen Verfahrensführung im sum- marischen Verfahren sowie nach Wahrung des rechtlichen Gehörs in einem kont- radiktorischen Prozess am besten Rechnung trägt.”
Der Verwaltungsrat bleibt im Bestellungsverfahren nach Art. 706a Abs. 2 OR verpflichtet, die Gesellschaft treuhänderisch und unbefangen zu vertreten; diese Pflicht ruht nicht, wenn er das Gesuch stellt. Sowohl die klagende Partei im Anfechtungsverfahren als auch die Gesellschaft haben ein gemeinsames Interesse an einer unabhängigen und unbefangenen Vertretung. Verletzungen dieser Pflichten können zivilrechtliche Haftungsfolgen gemäss Art. 754 Abs. 1 OR nach sich ziehen.
“250 N 38 sowie Schönbächler, Die Organisationsklage nach Art. 731b OR, in SSHW Nr. 316, 2013, S. 250, welche die Aktivlegitimation zur Einleitung des Gesuchs nach Art. 706a Abs. 2 OR der Gesellschaft, vertreten durch ihre Verwaltung, zuschreiben). Gemäss Brigitte Tanner (welche auf ZK OR-Bürgi, Art. 706 N 56, verweist) ist nicht auszuschliessen, «dass die Gesellschaft, die unter Umständen in einer ausserordentlichen Generalversammlung zur richterlichen Bestimmung ihres Vertreters Stellung nehmen wird, den prozessrechtlichen Einwand einer allfälligen Befangenheit erheben kann» (ZK OR-Tanner, 3. Aufl., 2018, Art. 706a N 53). Wie die Berufungsklägerin zu Recht vorbringt, ist und bleibt es Aufgabe des Verwaltungsrats, in guten Treuen dafür zu sorgen, dass die Interessen der Gesellschaft gewahrt sind (Art. 717 Abs. 1 OR). Diese Verpflichtung des Verwaltungsrats besteht in allen Belangen und ruht nicht, wenn der Verwaltungsrat eine Anfechtungsklage nach Art. 706 OR einreicht oder ein Bestellungsverfahren nach Art. 706a Abs. 2 OR eingeleitet wird. Mit anderen Worten hat der Verwaltungsrat die Gesellschaft grundsätzlich auch im Bestellungsverfahren nach Art. 706 Abs. 2 OR zu vertreten, bei welchem es wie erwähnt ausschliesslich um die Rechtsfrage der Bestellung einer unabhängigen und unbefangenen Vertretung der Gesellschaft für das Anfechtungsverfahren geht. Sodann ist der Berufungsklägerin zuzustimmen, dass sowohl die klagende Partei im Anfechtungsprozess als auch die Gesellschaft dasselbe Interesse an einer unabhängigen und unbefangenen Vertretung der Gesellschaft haben. Handelt der Verwaltungsrat im Bestellungsverfahren nicht in guten Treuen im Interesse der Gesellschaft, kann er für den Schaden verantwortlich gemacht werden, den er durch absichtliche oder fahrlässige Verletzungen seiner Pflichten verursacht hat (Art. 754 Abs. 1 OR). Die gegenteilige Ansicht der Vorinstanz würde bedeuten, dass die A. AG überhaupt keine Möglichkeit hätte, sich über die zu bestellende bzw. bestellte Vertretung nach Art. 706a Abs.”
“250 N 38 sowie Schönbächler, Die Organisationsklage nach Art. 731b OR, in SSHW Nr. 316, 2013, S. 250, welche die Aktivlegitimation zur Einleitung des Gesuchs nach Art. 706a Abs. 2 OR der Gesellschaft, vertreten durch ihre Verwaltung, zuschreiben). Gemäss Brigitte Tanner (welche auf ZK OR-Bürgi, Art. 706 N 56, verweist) ist nicht auszuschliessen, «dass die Gesellschaft, die unter Umständen in einer ausserordentlichen Generalversammlung zur richterlichen Bestimmung ihres Vertreters Stellung nehmen wird, den prozessrechtlichen Einwand einer allfälligen Befangenheit erheben kann» (ZK OR-Tanner, 3. Aufl., 2018, Art. 706a N 53). Wie die Berufungsklägerin zu Recht vorbringt, ist und bleibt es Aufgabe des Verwaltungsrats, in guten Treuen dafür zu sorgen, dass die Interessen der Gesellschaft gewahrt sind (Art. 717 Abs. 1 OR). Diese Verpflichtung des Verwaltungsrats besteht in allen Belangen und ruht nicht, wenn der Verwaltungsrat eine Anfechtungsklage nach Art. 706 OR einreicht oder ein Bestellungsverfahren nach Art. 706a Abs. 2 OR eingeleitet wird. Mit anderen Worten hat der Verwaltungsrat die Gesellschaft grundsätzlich auch im Bestellungsverfahren nach Art. 706 Abs. 2 OR zu vertreten, bei welchem es wie erwähnt ausschliesslich um die Rechtsfrage der Bestellung einer unabhängigen und unbefangenen Vertretung der Gesellschaft für das Anfechtungsverfahren geht. Sodann ist der Berufungsklägerin zuzustimmen, dass sowohl die klagende Partei im Anfechtungsprozess als auch die Gesellschaft dasselbe Interesse an einer unabhängigen und unbefangenen Vertretung der Gesellschaft haben. Handelt der Verwaltungsrat im Bestellungsverfahren nicht in guten Treuen im Interesse der Gesellschaft, kann er für den Schaden verantwortlich gemacht werden, den er durch absichtliche oder fahrlässige Verletzungen seiner Pflichten verursacht hat (Art. 754 Abs. 1 OR). Die gegenteilige Ansicht der Vorinstanz würde bedeuten, dass die A. AG überhaupt keine Möglichkeit hätte, sich über die zu bestellende bzw. bestellte Vertretung nach Art. 706a Abs.”
In dem vorliegenden Entscheid wurde ein externer Advokat als Vertreter der betreffenden Gesellschaft bestellt; die Gesellschaft wurde verpflichtet, ihrem Vertreter einen Kostenvorschuss zu bezahlen.
“2 OR Berufung gegen den Entscheid des Präsidenten des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West vom 23. Dezember 2021 (Verfahren 150 21 3207 II) A. Mit Schlichtungsgesuch an das Friedensrichteramt Y. vom 6. Dezember 2021 (Verfahren Nr. 20/21) leitete der Verwaltungsrat der A. AG, repräsentiert durch Frau B. , ein Anfechtungsverfahren in Bezug auf einen an der Generalversammlung der A. AG vom 23. Oktober 2021 gefällten Beschluss. Im Schlichtungsgesuch, welches sich gegen die A. AG mit Sitz in Y. richtet, wurden folgende Rechtsbegehren gestellt: «1. Der an der Generalversammlung vom 23.10.2021 gefasste Beschluss gemäss Ziffer 6 Abs. 3 des Protokolls, wonach Frau B. nicht mehr als VR der Beklagten gewählt wurde, sei aufzuheben. 2. Das Handelsregisteramt sei über den Ausgang des Anfechtungsverfahrens zu orientieren und anzuweisen, die seitens Herrn C. veranlasste Meldung zur Mutation des VR als unbeachtlich zu behandeln. 3. Alles unter o-/eo-Kostenfolge.» B. Gemäss Verfügung vom 20. Dezember 2021 und unter Hinweis auf Art. 706a Abs. 2 OR leitete die Friedensrichterin das Schlichtungsgesuch des Verwaltungsrats der A. AG zuständigkeitshalber an das Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West zwecks Bestimmung eines Vertreters oder einer Vertreterin der beklagten Gesellschaft. C. Mit Entscheid vom 23. Dezember 2021 bestellte der angerufene Zivilkreisgerichtspräsident Advokat Dr. Alex Hediger als Vertreter der A. AG im Schlichtungsverfahren 20/21 des Friedensrichteramtes Y. sowie in einem allfälligen strittigen Verfahren vor dem Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West. Die A. AG wurde verpflichtet, ihrem Vertreter einen Kostenvorschuss von CHF 16'370.40 innert 30 Tagen ab Rechtskraft des Entscheids zu bezahlen. Sodann wurde die Gerichtsgebühr von CHF 250.00 der A. AG auferlegt und festgehalten, dass jede Partei für ihre eigenen Parteikosten aufzukommen habe. Die Einsetzung von Advokat Dr. Alex Hediger als Vertreter der A. AG begründete der Vorderrichter dahingehend, dass am Zivilkreisgericht bereits ein Verfahren mit der Nummer 150 21 291 IV betreffend Nichtigkeit, eventuell Anfechtung von GV-Beschlüssen zwischen dem Aktionär der A.”
Die Zweimonatsfrist läuft unabhängig davon, ob der angefochtene Beschluss bereits vollzogen ist. Ist die Frist verstrichen, kommt eine Anfechtung nicht mehr in Frage; die Quellen verweisen darauf, dass ausgezahlte Gewinnausschüttungen in der Regel nicht mehr rückgängig gemacht werden können.
“In seinem Gesuch äussert sich der Gesuchsteller auf weiten Strecken, weshalb die eingeklagten Informatio- nen im Vorfeld der Generalversammlung vom 22. November 2022 für die Aus- übung der Aktionärsrechte erforderlich gewesen seien (act. 1 Rz. 42, Rz. 45 etc.). Entscheidend ist jedoch, ob die Informationen aktuell für die Ausübung von Aktio- närsrechten erforderlich sind. Dies ist nicht der Fall, und zwar aus folgenden Gründen: - Bezüglich "Ausübung des Stimmrechts" (Art. 689 ff. OR, Art. 698 Abs. 2 Ziff. 4 OR): Über das Traktandum "Genehmigung ausserordentliche Dividenden- ausschüttung" wurde anlässlich der ausserordentlichen Generalversamm- lung vom 22. November 2022 mit der Zustimmung von 764'808 Namenak- tien und einer Gegenstimme (derjenigen des Gesuchstellers) abschliessend entschieden (act. 3/8 S. 3), und dem Gesuchsteller wurde die auf seine Aktie entfallende Dividende unterdessen ausbezahlt (act. 10 Rz. 36). Die Sache ist erledigt. - Bezüglich "Anfechtung der Beschlüsse der Generalversammlung" (Art. 706 OR): Eine Anfechtung kommt unterdessen nicht mehr in Frage, weil die - 10 - zweimonatige Klagefrist (Art. 706a OR) längst abgelaufen ist. Im Übrigen ist weder ersichtlich noch wird geltend gemacht, dass der an der ausseror- dentlichen Generalversammlung gefällte Beschluss über die Gewinnaus- schüttung nichtig (Art. 706b OR) sein soll. - Bezüglich "Durchführung einer Sonderprüfung" (Art. 697a ff. aOR): Dies war nie ein Thema. - Bezüglich "Rückforderungsklage" (Art. 678 OR) und "Verantwortlichkeitskla- ge" (Art. 754 OR): Der Gesuchsteller hat nie angetönt, dass er eine Rückfor- derungsklage (gegen die Aktionäre) und/oder eine Verantwortlichkeitsklage (gegen die Organe der Gesuchsgegnerin) in Betracht ziehe. Dem Gesuchsteller geht es nicht um die Wahrnehmung von eigentlichen Aktio- närsrechte. Vielmehr kritisiert er, dass die "geplante Devestition" (die unterdessen durchgeführt ist) nicht sinnvoll sei (act. 1 Rz. 43) und dass die "Reinvestition in Entwicklungsprojekte hätte dienlicher sein können" (act. 1 Rz. 58). Vorprozessual äusserte der Gesuchsteller in einem Mail an Frau Dr. I._____ Zweifel daran, "dass zurzeit keine bessere Verwendung für die freigestellten Aktiven bestünde" (act.”
“2 Satz 1 aOR erforderlich sein sollen. Sie begründete dies wie folgt: In seinem Gesuch äussere sich der Beschwerdeführer über weite Strecken, weshalb die eingeklagten Informationen im Vorfeld der Generalversammlung vom 22. November 2022 für die Ausübung der Aktionärsrechte erforderlich gewesen seien. Entscheidend sei jedoch, ob die Informationen aktuell für die Ausübung von Aktionärsrechten erforderlich seien. Inwiefern dies der Fall sein soll, lege der Beschwerdeführer nicht dar und sei auch nicht ersichtlich: Über das Traktandum "Genehmigung ausserordentliche Dividendenausschüttung" sei anlässlich der ausserordentlichen Generalversammlung vom 22. November 2022 mit der Zustimmung von 764'808 Namenaktien und einer Gegenstimme (derjenigen des Beschwerdeführers) abschliessend entschieden worden und dem Beschwerdeführer sei die auf seine Aktie entfallende Dividende unterdessen ausbezahlt worden. Die Sache sei erledigt. Eine Anfechtung des Beschlusses komme nicht mehr in Frage, weil die zweimonatige Klagefrist (Art. 706a OR) längst abgelaufen sei. Im Übrigen sei weder ersichtlich noch werde geltend gemacht, dass der an der ausserordentlichen Generalversammlung gefällte Beschluss über die Gewinnausschüttung nichtig (Art. 706b OR) sein solle. Eine Sonderprüfung sei nie Thema gewesen und der Beschwerdeführer habe nie angetönt, dass er eine Rückforderungsklage (gegen die Aktionäre) und/oder eine Verantwortlichkeitsklage (gegen die Organe der Beschwerdegegnerin) in Betracht ziehe. Dem Beschwerdeführer gehe es nicht um die Wahrnehmung von eigentlichen Aktionärsrechten. Vielmehr kritisiere er, dass die "geplante Devestition" (die unterdessen durchgeführt ist) nicht sinnvoll sei und dass die "Reinvestition in Entwicklungsprojekte hätte dienlicher sein können". Dazu sei einerseits zu bemerken, dass die Gewinnausschüttung längst (rechtmässig) abgeschlossen sei und nicht rückgängig gemacht werden könne. Andererseits sei es nicht Sache der Generalversammlung (und erst recht nicht eines Minderheitsaktionärs mit einer einzigen Aktie von 764'837 Namenaktien) darüber zu bestimmen, was sinnvolle "Devestitionen" und "Reinvestionen" seien.”
Die Zweimonatsfrist von Art. 706a OR beginnt mit dem Tag der Beschlussfassung und gilt für Anfechtungen (Annullationsklagen) von Generalversammlungsentscheiden. Feststellungsklagen hinsichtlich der Nichtigkeit solcher Entscheidungen können nach den dargelegten Erwägungen jederzeit erhoben werden. Die blosse Abwesenheit eines angeblichen Mehrheitsaktionärs bei der Beschlussfassung begründet nicht ohne Weiteres einen Nichtigkeitsgrund.
“3 Le recourant soutient également que la décision de l'assemblée générale de D______ SA du 17 janvier 2019 doit être considérée comme invalide quand bien même le délai de deux mois fixé par l'art. 706a CO n'a pas été respecté dès lors qu'elle a été rendue en l'absence de "l'actionnaire légitime de 548 actions sur 550", soit lui-même. Quant à la décision de l'assemblée générale de D______ SA du 17 janvier 2020, elle a, contrairement à ce qu'a retenu l'autorité précédente, été contestée dans un délai de deux mois à compter de sa publication dans la FOSC le ______ 2020, son action en constat n'ayant pas été déposée le 24 mais le 23 mars 2020. Contrairement à ce que soutient le recourant, il est exact que la procédure pour laquelle l'assistance juridique est sollicitée a été introduite après le délai de deux mois fixé à l'art. 706a CO pour la contestation des décisions de l'assemblée générale, ce délai commençant à courir à compter du jour où la décision litigieuse a été rendue et non à partir de sa publication dans la FOSC (Peter/Cavadini, op. cit., n. 2 ad art. 706a CO). Cela étant, l'art. 706a CO ne concerne que les actions en annulation de décisions de l'assemblée générale et non celles en constat de leur nullité, comme c'est le cas en l'espèce, lesquelles peuvent être introduites en tout temps (Peter/Cavadini, op. cit., n. 1 ad art. 706a CO). Le vice invoqué par le recourant, à savoir son absence en qualité d'actionnaire majoritaire lors de la prise des décisions litigieuses, ne semble toutefois pas a priori constituer un motif de nullité. Le recourant fonde sa qualité d'actionnaire majoritaire de D______ SA sur le fait que la décision annulant les certificats d'actions nos 1 à 3 prise par le conseil d'administration le 8 juillet 2014 est nulle. Or, comme jugé aux considérants précédents, il n'apparaît pas, au stade de la vraisemblance et sur la base d'un examen sommaire, qu'un motif de nullité entacherait ladite décision et, en tout état, l'existence d'un tel motif n'aurait aucune incidence sur la composition de l'actionnariat fixée par jugement du Tribunal de première instance du 2 mars 2006.”
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