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Das Schöpferprinzip gilt auch im Zusammenhang mit Art. 393 Abs. 2 OR: Urheberin im engeren Sinn ist eine natürliche Person, nämlich diejenige, die das Werk geschaffen hat; juristische Personen können nicht originär Urheberinnen sein. Juristische Personen scheiden damit nicht generell als Inhaberinnen von Urheberrechten aus; sie können solche Rechte derivativ erwerben, namentlich durch Rechtsgeschäft.
“Urheber oder Urheberin ist die natürliche Person, die das Werk geschaffen hat (Art. 6 URG). Im schweizerischen Urheberrecht gilt das Schöpferprinzip: Urheberin kann nur eine natürliche Person sein, nämliche jene, die das Werk geschaffen hat (Art. 6 URG; BGE 136 III 225 E. 4.3; 116 II 351 E. 2b; vgl. immerhin Art. 393 Abs. 2 OR betreffend das Urheberrecht des Verlegers). Juristische Personen können nicht in diesem Sinne originäre Urheberinnen sein. Dies bedeutet nicht, dass juristische Personen als Inhaberinnen von Urheberrechten ausscheiden. Sie können solche derivativ erwerben, und zwar namentlich durch Rechtsgeschäft (Art. 16 Abs. 1 URG; Urteile 4A_317/2022 vom 22. November 2022 E. 3.1.1; 4A_527/2021 vom 17. Februar 2022 E. 4.1; 4A_638/2009 vom 1. April 2010 E. 3.3 am Ende, nicht publ. in: BGE 136 III 225).”
“Im schweizerischen Urheberrecht gilt das Schöpferprinzip: Urheberin kann nur eine natürliche Person sein, nämliche jene, die das Werk geschaffen hat (Art. 6 URG; BGE 116 II 351 E. 2b: "Fundamentalsatz der ganzen schweizerischen Urheberrechtsgesetzgebung"; vgl. immerhin Art. 393 Abs. 2 OR). Juristische Personen können nicht in diesem Sinne Urheberinnen sein. Auch die Beweislastregel in Art. 8 Abs. 1 URG (als Urheber gilt, wer auf dem Werkexemplar oder bei der Veröffentlichung genannt wird) bezieht sich nur auf den Werkschöpfer im Sinne von Art. 6 URG, also auf eine natürliche Person (REHBINDER/ VIGANÒ, URG, Kommentar, 3. Aufl. 2008, N. 2 zu Art. 8 URG). Dies bedeutet selbstredend nicht, dass juristische Personen nicht Inhaberinnen von Urheberrechten sein könnten. Sie können solche zumindest derivativ erwerben, und zwar namentlich durch Rechtsgeschäft (Art. 16 Abs. 1 URG; vgl. Urteile 4A_643/2012 vom 23. April 2013 E. 3.1; 4A_638/2009 vom 1. April 2010 E. 3.3 am Ende, nicht publiziert in: BGE 136 III 225). Die Übertragung ("Abtretung") von Urheberrechten hat absolute ("[quasi-]dingliche") Wirkung und einen Übergang der Rechtsstellung vom Veräusserer auf den Erwerber zur Folge. Sie gibt Letzterem insbesondere die Befugnis, die ihm übertragenen Urheberrechte gerichtlich durchzusetzen (BGE 117 II 463 E.”
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