Non-admission complaint needs engagement with BFH case law

BFH IX B 18/15Bfh / Division 9May 6, 2015Dismissed

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Omnilex summary

The BFH rejected a non-admission complaint as inadmissible. The complainants alleged constitutional defects in the BFH case law on hobby/loss-making rental of holiday apartments, but failed to substantiate a reviewable legal question and did not engage with the relevant BFH and BVerfG jurisprudence. The court therefore found that the statutory requirements for invoking fundamental importance or legal development were not met. Costs of the complaint proceedings were imposed on the complainants.

Omnilex headnote

§ 115 Abs. 2 Nr. 1, Nr. 2 Alt. 1, § 116 Abs. 3 S. 3 FGO; Begründung der Nichtzulassungsbeschwerde bei behaupteter Verfassungswidrigkeit der BFH-Rechtsprechung zur einkommensteuerlichen Liebhaberei: Macht der Beschwerdeführer die grundsätzliche Bedeutung oder die Erforderlichkeit der Rechtsfortbildung mit verfassungsrechtlichen Einwänden gegen die BFH-Rechtsprechung geltend, muss die Beschwerdebegründung die einschlägigen höchstrichterlichen Entscheidungen umfassend würdigen und sich mit den tragenden Rechtssätzen dieser Rechtsprechung auseinandersetzen. Bloße pauschale Grundrechtsrügen genügen nicht. Erforderlich sind substantiierte Ausführungen zu einer hinreichend bestimmten, im Streitfall klärbaren und rechtlich zweifelhaften Frage sowie zur verfassungsrechtlichen Streitlage (consid. 3 f.).

Full text

BFH — IX B 18/15, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2015-05-06

Aktenzeichen: IX B 18/15

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 115 Abs 2 Nr 1 FGO, § 115 Abs 2 Nr 2 Alt 1 FGO, § 2 Abs 2 EStG 1997, § 21 Abs 1 Nr 1 EStG 1997, § 2 Abs 1 S 1 Nr 6 EStG 1997, § 116 Abs 3 S 3 FGO, Art 3 Abs 1 GG

Vorinstanz: vorgehend Finanzgericht Baden-Württemberg, 19. Dezember 2014, Az: 13 K 3395/13, Urteil

Spruchkörper: 9. Senat

Titelzeile

Begründung der Nichtzulassungsbeschwerde bei behaupteter Verfassungswidrigkeit der BFH-Rechtsprechung zur Liebhaberei

Leitsatz

NV: Wird die grundsätzliche Bedeutung einer Rechtssache wegen Verfassungswidrigkeit der Rechtsprechung des BFH zur einkommensteuerlichen Liebhaberei geltend gemacht, muss sich die Beschwerdebegründung mit der einschlägigen höchstrichterlichen Rechtsprechung auseinandersetzen .

Tenor

Die Beschwerde der Kläger wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Baden-Württemberg vom 19. Dezember 2014 13 K 3395/13 wird als unzulässig verworfen.

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens haben die Kläger zu tragen.

Gründe

1 Die Beschwerde ist unzulässig.

2 Die Kläger und Beschwerdeführer (Kläger) haben keinen der in § 115 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) abschließend genannten Gründe für die Zulassung der Revision in der nach § 116 Abs. 3 Satz 3 FGO gebotenen Weise schlüssig dargelegt.

3 Die Darlegung des Zulassungsgrundes der grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssache (§ 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) verlangt ebenso wie die Darlegung der Erforderlichkeit einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Fortbildung des Rechts (§ 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 1 FGO) substantiierte Ausführungen zur Klärungsbedürftigkeit einer hinreichend bestimmten Rechtsfrage, die im konkreten Streitfall voraussichtlich klärbar ist und deren Beurteilung zweifelhaft oder umstritten ist. Hierzu müssen sich die Kläger mit der einschlägigen Rechtsprechung des BFH und gegebenenfalls des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) sowie den Äußerungen im Schrifttum auseinandersetzen. Insbesondere sind Ausführungen erforderlich, aus denen sich ergibt, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gründen die Beantwortung der Rechtsfrage verfassungsrechtlich zweifelhaft und umstritten ist (vgl. u.a. BFH-Beschlüsse vom 31. Januar 2006 IV B 144/04, BFH/NV 2006, 971; vom 27. Mai 2010 VIII B 23/09, BFH/NV 2010, 1839, und vom 9. April 2014 XI B 128/13, BFH/NV 2014, 1224, m.w.N.; Gräber/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7. Aufl., § 116 Rz 34).

4 Die Ausführungen der Kläger zu den behaupteten Verstößen gegen Bestimmungen des Grundgesetzes genügen nicht diesen Anforderungen. Die Kläger setzen sich nicht im Hinblick auf die gerügten Grundrechtsverletzungen mit den einzelnen tragenden Rechtssätzen der Rechtsprechung des BFH zur Überprüfung der Einkünfteerzielungsabsicht bei Ferienwohnungen auseinander (vgl. BFH-Urteile vom 6. November 2001 IX R 97/00, BFHE 197, 151, BStBl II 2002, 726; vom 29. August 2007 IX R 48/06, BFH/NV 2008, 34, und vom 16. April 2013 IX R 26/11, BFHE 241, 261, BStBl II 2013, 613). Darüber hinaus lassen sie in ihrer Begründung auch die Entscheidungen des BVerfG außer Betracht, wonach die Rechtsprechung des BFH zur sog. Liebhaberei verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden ist (vgl. z.B. BVerfG-Beschlüsse vom 28. Oktober 1986 1 BvR 325/86, juris; vom 18. November 1986 1 BvR 330/86, Höchstrichterliche Finanzrechtsprechung 1988, 34).

5 Von einer weiter gehenden Begründung wird nach § 116 Abs. 5 Satz 2 FGO abgesehen. Die Kostenentscheidung beruht auf § 135 Abs. 2 FGO.

Keywords

non-admission complaintfundamental importancelegal developmentconstitutional challengehobbyrental incomeholiday apartmentsubstantiated reasoningcosts

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Key legal question

Whether the non-admission complaint sufficiently pleaded grounds for leave to appeal based on fundamental importance and legal development.

Extracted holding

No. The complaint did not set out, in a substantiated way, a specific and resolvable legal question nor engage with the relevant BFH and Constitutional Court case law.

Extracted reasoning

Under § 116(3) sentence 3 FGO, the complainants had to explain why the legal question was doubtful or disputed and confront the governing jurisprudence. Their constitutional objections did not address the BFH line of authority on loss of profit intent and hobby cases, nor the BVerfG decisions finding that jurisprudence constitutionally unobjectionable.

Key legal question

Who bears the costs of the complaint proceedings?

Extracted holding

The complainants bear the costs.

Extracted reasoning

Costs follow the unsuccessful complaint under § 135(2) FGO.

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