No new party in revision proceedings

BFH IX R 33/12Bfh / Division 9Dec 20, 2013Dismissed

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Omnilex summary

The Federal Fiscal Court dismissed the revision as inadmissible. Tax Office B had filed the appeal in its own name, but it had not been a party to the finance court proceedings; the first-instance judgment named Tax Office A as defendant. The later change in the taxpayer's residence and the resulting shift in local tax jurisdiction did not create a statutory change of party in the pending action. Tax Office A therefore remained the proper defendant, and a correction of the party designation after expiry of the revision period was ineffective.

Omnilex headnote

§§ 57, 63 Abs. 1, 115 Abs. 1, 122 Abs. 1, 124 Abs. 1 FGO; revision admissibility and party status: A revision may be filed only by a participant in the first-instance action. A subsequent change in local tax jurisdiction caused by the taxpayer's change of residence does not alter the party status in pending proceedings; the originally sued tax office remains passively legitimized. A correction of the designation of the appealing party is effective only within the revision period; after its expiry, a revision filed by a non-party cannot be cured (consid. 4-7).

Full text

BFH — IX R 33/12, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2013-12-20

Aktenzeichen: IX R 33/12

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 57 FGO, § 63 Abs 1 FGO, § 115 Abs 1 FGO, § 122 Abs 1 FGO, § 124 Abs 1 FGO

Vorinstanz: vorgehend Finanzgericht Berlin-Brandenburg, 13. Juni 2012, Az: 12 K 12096/09, Urteil

Spruchkörper: 9. Senat

Titelzeile

Kein neuer Beteiligter im Revisionsverfahren

Leitsatz

  1. NV: Beteiligter am Verfahren über die Revision kann nur sein, wer am Verfahren über die Klage beteiligt war.

  2. NV: Der infolge des Wohnsitzwechsels des Klägers erfolgte Übergang der örtlichen Zuständigkeit von einem Finanzamt auf ein anderes wirkt sich nicht auf das bereits anhängig gewordene Klageverfahren aus. Das beklagte Finanzamt bleibt passiv legitimiert.

Tatbestand

1 I. Das Finanzgericht (FG) gab der Klage des Klägers und Revisionsbeklagten (Kläger) statt und ließ die Revision zu. In dem Rubrum des finanzgerichtlichen Urteils sind der Kläger und das Finanzamt A als Beklagter ausgewiesen. Gegen das Urteil legte das Finanzamt B (Revisionskläger) im eigenen Namen und unter der Bezeichnung "Revisionskläger" fristgemäß Revision ein.

2 Der Vorsitzende des erkennenden Senats wies den Revisionskläger mit Schreiben vom 31. Oktober 2013 darauf hin, dass er ausweislich des Rubrums des angefochtenen Urteils nicht i.S. von § 57 der Finanzgerichtsordnung (FGO) beteiligt war und gab Gelegenheit zur Stellungnahme.

Entscheidungsgründe

3 II. Die Revision ist unzulässig und deshalb durch Beschluss zu verwerfen (§§ 124 Abs. 1, 126 Abs. 1 FGO).

4 Die Revision steht nach dem Wortlaut des § 115 Abs. 1 FGO nur den "Beteiligten" zu. Gemäß § 122 Abs. 1 FGO kann Beteiligter am Verfahren über die Revision nur sein, wer am Verfahren über die Klage beteiligt war. Dies sind die Beteiligten gemäß § 57 FGO, denen gegenüber das angefochtene Urteil des FG ergangen ist, also der Kläger und der Beklagte. Denn mit dem Rechtsmittel soll eine zwischen den Beteiligten ergangene Entscheidung der Vorinstanz nachgeprüft werden (vgl. Beschlüsse des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 24. Juli 1996 VIII R 41/96, BFH/NV 1997, 128; vom 14. Dezember 2004 III B 115/03, BFH/NV 2005, 713; Lange in Hübschmann/Hepp/Spitaler, § 115 FGO Rz 40).

5 a) Die vom Revisionskläger eingelegte Revision ist unzulässig, weil er ausweislich des Rubrums des angefochtenen Urteils nicht am erstinstanzlichen Verfahren i.S. des § 57 FGO beteiligt war (vgl. BFH-Beschluss vom 19. Januar 1968 III R 147/66, BFHE 91, 460, BStBl II 1968, 383). Für eine Auslegung der Revisionsschrift vom 12. Juni (richtig: Juli) 2012 des Revisionsklägers dahingehend, dass es sich --wie er vorträgt-- um eine "offenkundig falsche Beteiligtenbezeichnung" handele und er im Revisionsverfahren als Prozessbevollmächtigter des erstinstanzlichen Beklagten aufgetreten sei, bestehen keine Anhaltspunkte. Das Finanzamt B bezeichnete sich ausdrücklich als "Revisionskläger" und "Revisionsführer" und trat im eigenen Namen auf.

6 Die Richtigstellung im Schriftsatz vom 5. Dezember 2013 kann nicht bewirken, dass die Revision als von dem Finanzamt A eingelegt angesehen wird. Eine Richtigstellung der Verfahrensbeteiligten ist nur innerhalb der Revisionsfrist möglich (BFH-Beschluss vom 15. Oktober 1993 XI R 15/93, BFH/NV 1994, 330, m.w.N.). Die Revisionsfrist lief am 30. Juli 2012 ab (§ 120 Abs. 1 Satz 1, § 54 FGO i.V.m. § 222 Abs. 1 und 2 der Zivilprozessordnung und §§ 187 Abs. 1, 188 Abs. 2 des Bürgerlichen Gesetzbuchs).

7 b) Durch den Wohnsitzwechsel des Klägers hat kein gesetzlicher Beteiligtenwechsel stattgefunden. Der infolge des Wohnsitzwechsels des Klägers erfolgte Übergang der örtlichen Zuständigkeit vom beklagten Finanzamt A auf den Revisionskläger wirkte sich nicht auf das bereits anhängig gewordene Klageverfahren aus. Das nach § 63 Abs. 1 FGO beklagte Finanzamt A blieb passiv legitimiert (vgl. BFH-Urteil vom 25. November 1986 VIII R 200/82, BFH/NV 1987, 281; Schallmoser in Hübschmann/Hepp/Spitaler, § 63 FGO Rz 39).

Keywords

revision admissibilityparty statustax officelocal jurisdictionchange of residencepassive legitimationinadmissibility

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether Tax Office B was entitled to file the revision although it had not been a party in the first-instance proceedings

Extracted holding

No. Only a party to the first-instance action may be a party in revision, and the revision was filed by an office not named as defendant in the finance court judgment.

Extracted reasoning

Under §§ 115 and 122 FGO, revision is available only to participants in the action. The challenged judgment named Tax Office A as defendant, while Tax Office B acted in its own name and not as a mere representative of Tax Office A.

Key legal question

Whether the taxpayer's change of residence caused a statutory change of party in the pending action

Extracted holding

No. The transfer of local jurisdiction to another tax office did not affect the already pending action; the originally sued tax office remained the proper defendant.

Extracted reasoning

A later change in local competence has no effect on the pending lawsuit. The originally defendant tax office remains passively legitimized under § 63(1) FGO.

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