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BFH IX B 68/13 ΓÇó Non-admission complaint dismissed: no grundsätzliche Bedeutung; correction remedies required
BFH IX B 68/13Bfh / Division 9Oct 23, 2013Dismissed
The Federal Fiscal Court dismissed a non-admission complaint against an FG Cologne judgment concerning alleged deductible pre-rental expenses for a formerly self-used residential property. It held that the legal questions on income-generating intent were already settled and that the complaint did not show a new issue requiring clarification. Objections to the factual findings had to be raised via a correction motion under § 108 FGO before the FG, and objections to the hearing minutes via record correction under § 94 FGO and § 164 ZPO. No hearing-rights violation was substantiated; costs were imposed on the complainants.
§ 115 Abs. 1 Nr. 1–3 FGO; non-admission complaint and alleged defects in factual findings/hearing record. A complaint seeking admission of revision fails where the asserted legal question is already settled by highest-court case law or where the need for legal development is not shown independently of the specific facts. Objections to the correctness of the findings of fact in the FG judgment are, as a rule, not procedural defects in the non-admission complaint but must be raised by an application for correction of the facts under § 108 FGO before the FG. Objections to the accuracy of the hearing minutes must be pursued by correction of the record under § 94 FGO in conjunction with § 164 ZPO; absent a substantiated explanation why this remedy was not used, no hearing violation is established (consid. 2–3).
Entscheidungsdatum: 2013-10-23
Aktenzeichen: IX B 68/13
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: § 94 FGO, § 108 FGO, § 115 Abs 1 Nr 1 FGO, § 115 Abs 1 Nr 2 FGO, § 115 Abs 1 Nr 3 FGO, § 164 ZPO, § 21 EStG 2009, EStG VZ 2009
Vorinstanz: vorgehend FG Köln, 10. April 2013, Az: 9 K 2580/11, Urteil
Spruchkörper: 9. Senat
NZB: Grundsätzliche Bedeutung; Einwendungen gegen die Richtigkeit des im FG-Urteil festsgestellten Tatbestands und der Sitzungsniederschrift
NV: Die grundsätzlichen Rechtsfragen über die Anforderungen an eine Aufnahme der Einkünfteerzielungsabsicht bei vorher selbst genutzten Wohnimmobilien sind höchstrichterlich geklärt.
NV: Einwendungen gegen die Richtigkeit des im FG-Urteil festgestellten Tatbestands können grundsätzlich nicht als Verfahrensmängel im Rahmen der Nichtzulassungsbeschwerde beim BFH, sondern nur mit dem Antrag auf Tatbestandsberichtigung nach § 108 FGO beim FG geltend gemacht werden. Einwendungen gegen die Richtigkeit der Sitzungsniederschrift sind im Wege der Protokollberichtigung (§ 94 FGO i.V.m. § 164 ZPO) zu erheben.
1 Die Beschwerde hat keinen Erfolg.
2 1. Die Rechtssache ist nicht grundsätzlich bedeutsam i.S. des § 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO); denn die grundsätzlichen Rechtsfragen über die Anforderungen an eine Aufnahme der Einkünfteerzielungsabsicht bei vorher selbst genutzten Wohnimmobilien sind höchstrichterlich geklärt (s. etwa Urteile des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 28. Oktober 2008 IX R 1/07, BFHE 223, 186, BStBl II 2009, 848; vom 9. Juli 2013 IX R 21/12, nicht amtlich veröffentlicht, juris). Auch eine für die Klärung im Wege der Rechtsfortbildung --als Zulassungsgrund i.S. des § 115 Abs. 2 Nr. 2 1. Alt. FGO-- erforderliche Fragestellung ist nicht schlüssig dargetan, wenn ihre Beantwortung --wie im Streitfall die Frage der Berücksichtigung von Aufwendungen als vorab entstandene Werbungskosten aufgrund vorgeblich ernsthafter und nachhaltiger Vermietungsbemühungen der Kläger und Beschwerdeführer (Kläger)-- wesentlich von den Umständen des Einzelfalles abhängt.
3 2. Soweit die Kläger Einwendungen gegen die Richtigkeit des im angefochtenen Urteil festgestellten Sachverhalts erheben, können diese grundsätzlich nicht als Verfahrensmängel im Rahmen der Nichtzulassungsbeschwerde geltend gemacht werden, sondern nur mit dem Antrag auf Tatbestandsberichtigung gemäß § 108 FGO beim Finanzgericht (BFH-Beschluss vom 12. Oktober 2012 III B 212/11, BFH/NV 2013, 78, m.w.N.). Soweit die Kläger überdies die Richtigkeit der Sitzungsniederschrift in Zweifel ziehen, hätten sie im Rahmen ihrer Beschwerde dartun müssen, weshalb von der Möglichkeit der Protokollberichtigung (§ 94 FGO i.V.m. § 164 der Zivilprozessordnung) kein Gebrauch gemacht wurde (BFH-Beschluss vom 23. September 1998 I B 53/98, BFH/NV 1999, 458). Das ist nicht geschehen. Der von den Klägern in diesem Zusammenhang gerügte Gehörsverstoß liegt --unbeschadet des Umstands, dass eine Gehörsverletzung in der mündlichen Verhandlung nicht gerügt wurde bzw. auch nicht schlüssig dargelegt wurde, aus welchen Gründen die Kläger an einer solchen Rüge gehindert gewesen seien-- mithin nicht vor.
4 Von einer weiter gehenden Begründung wird gemäß § 116 Abs. 5 Satz 2 FGO abgesehen. Die Kostenentscheidung beruht auf § 135 Abs. 2 FGO.