Costs after joint mootness declaration in revision

BFH III R 12/09Bfh / Division 3Jun 18, 2012Modified

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Omnilex summary

The parties declared the child-benefit dispute partly moot in revision after the family benefits office granted the claim for most periods. The BFH held that, in such a situation, the revision proceedings may be terminated by joint declaration and costs are allocated analogously under Section 138 FGO, considering Section 138(2) sentence 1 FGO. Because the family benefits office had substantively complied with the claimant's request, it had to bear the costs. The court also clarified that, for the period covered only by the appellate mootness declaration, the FG judgment remains in force and becomes final as to both merits and costs.

Omnilex headnote

§ 138 FGO, § 143 Abs. 1 FGO; übereinstimmende Erledigungserklärung im Revisionsverfahren und Kostenfolge; beschränkt sich die Erledigungserklärung auf das Rechtsmittelverfahren, so kann das Revisionsverfahren durch übereinstimmende Erledigungserklärung beendet werden. Über die Kosten ist in entsprechender Anwendung von § 138 FGO zu entscheiden; der Rechtsgedanke des § 138 Abs. 2 Satz 1 FGO ist heranzuziehen, wenn der Beklagte dem Begehren des Klägers durch Vollabhilfe sachlich entspricht. Beschränkt sich die Erledigung auf das Rechtsmittelverfahren, bleibt das angefochtene FG-Urteil hinsichtlich Hauptsache und Kosten wirksam und erwächst insoweit in Rechtskraft (vgl. consid. 2).

Full text

BFH — III R 12/09, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2012-06-18

Aktenzeichen: III R 12/09

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 138 FGO, § 143 FGO

Vorinstanz: vorgehend FG Köln, 21. Januar 2009, Az: 14 K 176/05, Urteil

Spruchkörper: 3. Senat

Titelzeile

Erledigung des Revisionsverfahrens - Kostenentscheidung bei übereinstimmender Erledigungserklärung - Rechtskraft des FG-Urteils bei auf das Rechtsmittelverfahren beschränkten Erledigungserklärungen

Leitsatz

  1. NV: Das Revisionsverfahren kann von den Beteiligten übereinstimmend für erledigt erklärt werden .

  2. NV: In diesem Fall ist über die Kosten des Revisionsverfahrens unter entsprechender Anwendung des § 138 FGO zu entscheiden; auch der Rechtsgedanke des § 138 Abs. 2 Satz 1 FGO ist bei der Kostenentscheidung zu berücksichtigen .

  3. NV: Das FG-Urteil erwächst bei auf das Rechtsmittelverfahren beschränkten Erledigungserklärungen mit seinem Ausspruch zur Hauptsache und zu den Kosten in Rechtskraft .

Gründe

1 1. Die Beteiligten haben im Hinblick auf die Streitzeiträume Juni 2003 bis Dezember 2004 sowie Dezember 2005 bis Dezember 2008 den Rechtsstreit in der Hauptsache für erledigt erklärt. Da die Beklagte und Revisionsklägerin (Familienkasse) insoweit dem Antrag der Klägerin und Revisionsbeklagten (Klägerin) durch die Festsetzung von Kindergeld entsprochen hat, waren der Familienkasse die Kosten des Rechtsstreits erster und zweiter Instanz gemäß § 143 Abs. 1 i.V.m. § 138 Abs. 2 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) aufzuerlegen.

2 2. a) Soweit die Beteiligten im Hinblick auf den noch streitigen Zeitraum Januar 2005 bis November 2005 übereinstimmend das Revisionsverfahren für erledigt erklärt haben (hierzu Beschlüsse des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 11. Mai 1983 II B 25/79, BFHE 138, 173, BStBl II 1983, 481; vom 25. Juli 1991 III B 10/91, BFHE 165, 17, BStBl II 1991, 846), waren die Kosten des Revisionsverfahrens der Familienkasse nach dem Rechtsgedanken des entsprechend anwendbaren § 138 Abs. 2 Satz 1 FGO (vgl. BFH-Beschluss in BFHE 165, 17, BStBl II 1991, 846) aufzuerlegen. Die Familienkasse hat durch die Vollabhilfe betreffend den übrigen Streitzeitraum deutlich zum Ausdruck gebracht, dass sie die im Revisionsverfahren allein streitige Frage nach der Anwendbarkeit der deutschen Kindergeldvorschriften nunmehr in Übereinstimmung mit der Klägerin und der Auffassung der Vorinstanz bejaht. Damit hat die Familienkasse auch für den noch nicht in der Hauptsache erledigten Teil des Streitzeitraums dem Begehren der Klägerin der Sache nach bereits entsprochen.

3 b) Aus Gründen der Transparenz hat es der Senat für sinnvoll erachtet, klarstellend im Tenor dieses Beschlusses darauf hinzuweisen, dass das Urteil der Vorinstanz im Hinblick auf den Streitzeitraum Januar 2005 bis November 2005 bei auf das Rechtsmittelverfahren beschränkten Erledigungserklärungen nicht wirkungslos wird, sondern mit seinem Ausspruch zur Hauptsache und zu den Kosten in Rechtskraft erwächst (vgl. Gräber/Ratschow, Finanzgerichtsordnung, 7. Aufl., § 138 Rz 61).

Keywords

child benefitrevisionmootnesscost allocationfinalityres judicatafull compliance

Extracted by Omnilex

Key legal question

How are costs allocated after a joint declaration of mootness in revision proceedings?

Extracted holding

The revision proceedings may be declared moot by common declaration; costs are allocated by analogous application of Section 138 FGO, taking into account the principle of Section 138(2) sentence 1 FGO.

Extracted reasoning

Because the family benefits office fully complied with the claimant's request for the main part of the disputed periods, it had effectively satisfied the claim and therefore had to bear the costs of the proceedings.

Key legal question

What is the effect of a mootness declaration limited to the appellate proceedings on the FG judgment?

Extracted holding

For the period still contested only in revision, the FG judgment does not become ineffective; it becomes final as to the merits and costs.

Extracted reasoning

For transparency, the court clarified that a limited mootness declaration does not nullify the lower-court judgment but leaves it in force with res judicata effect.

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