No Billigkeits relief for transfer-restricted shares

BFH IX B 8/12Bfh / Division 9May 10, 2012Dismissed

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Omnilex summary

The Federal Fiscal Court dismissed the taxpayer’s complaint against the FG Düsseldorf judgment. It held that the asserted ground of fundamental importance merely concerned the application of § 163 AO to the particular facts and therefore could not justify revision. The court further stated that transfer restrictions on shares acquired in a share swap generally do not warrant equitable tax relief because the legislature addresses such restrictions through valuation law; a discount is only relevant under the BewG if the statutory requirements are met. No deviation from BFH case law was found.

Omnilex headnote

§ 163 AO; § 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO; share swap and transfer restrictions on shares; equitable tax relief is generally unavailable where the taxpayer merely challenges the application of the law to the individual case. Verfügungsbeschränkungen on shares acquired through an exchange do not as a rule justify a Billigkeitsmaßnahme; the legislature channels such considerations into valuation law. A valuation discount is possible only if the requirements of § 9 Abs. 2 S. 3 in conjunction with § 9 Abs. 3 S. 1 BewG are satisfied and the restriction is rooted in the person of the taxpayer or predecessor, not in the asset itself (consid. 3-6).

Full text

BFH — IX B 8/12, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2012-05-10

Aktenzeichen: IX B 8/12

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 163 AO, § 9 Abs 2 S 3 BewG, § 17 EStG 1997, § 9 Abs 3 S 1 BewG

Vorinstanz: vorgehend FG Düsseldorf, 7. Dezember 2011, Az: 15 K 694/11 E, Urteil

Spruchkörper: 9. Senat

Titelzeile

Zur abweichenden Festsetzung von Steuern aus Billigkeitsgründen bei Veräußerung von Anteilen mit Verfügungsbeschränkungen - Bewertungsabschlag bei Verfügungsbeschränkung

Leitsatz

NV: Verfügungsbeschränkungen der bei einer steuerbaren Veräußerung durch Anteilstausch erworbenen Aktien vermögen eine Billigkeitsmaßnahme regelmäßig nicht zu rechtfertigen .

Gründe

1 Die Beschwerde ist unbegründet.

2 Die geltend gemachten Zulassungsgründe liegen nicht vor.

3 Soweit sich der Kläger und Beschwerdeführer (Kläger) auf die grundsätzliche Bedeutung der Rechtssache beruft (§ 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung --FGO--) und sinngemäß die Rechtsfrage hervorhebt, ob eine Billigkeitsentscheidung geboten sei, wenn in der Folge eines Beteiligungstausches die auf den Gewinn erhobene Steuer den Gewinn übersteigt, der dem Tauschenden letztlich zufließt, wenn dieser die eingetauschten Anteile nach Ablauf einer Behaltensfrist veräußert, so ist diese Frage nicht klärungsbedürftig. Sie betrifft nicht die Rechtsgrundlage einer abweichenden Steuerfestsetzung aus Billigkeitsgründen nach § 163 der Abgabenordnung (AO) und deren Auslegung durch die Rechtsprechung (siehe dazu Klein/Rüsken, AO, 11. Aufl., § 163 Rz 30 ff.), sondern im Kern die Rechtsanwendung im gegebenen Einzelfall. Der Kläger bringt nämlich vor, das angefochtene Urteil habe das Merkmal der sachlichen Unbilligkeit im vorliegenden Fall nicht zutreffend angewandt. Rügt der Kläger aber lediglich eine (vermeintlich) fehlerhafte Rechtsanwendung und fehlerhafte Umsetzung von Rechtsprechungsgrundsätzen durch das FG, also materiell-rechtliche Fehler, kann er damit allein eine Zulassung der Revision nicht erreichen (vgl. die ständige Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs --BFH--, z.B. BFH-Beschluss vom 3. Februar 2012 IX B 126/11, BFH/NV 2012, 741).

4 Unabhängig davon hat das Finanzgericht (FG) sich aber nicht darauf beschränkt, die Rechtmäßigkeit des Verwaltungshandelns zu prüfen, sondern hat sich bei der Prüfung der sachlichen Unbilligkeit mit den Wertungen des Gesetzes auseinander gesetzt. Es mag eine Besonderheit der gegebenen Fallkonstellation sein, dass einer steuerbaren Veräußerung im Wege des Anteilstausches eine --wegen der geringeren neuen Beteiligung unterhalb der Grenze des § 17 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG)-- nicht steuerbare Veräußerung mit einem Verlust folgt. Indes hat sich das Finanzamt in seiner Einspruchsentscheidung, auf die das FG nach § 105 Abs. 5 FGO Bezug nimmt, damit ausdrücklich beschäftigt.

5 Überdies vermögen Verfügungsbeschränkungen der bei einer steuerbaren Veräußerung durch Anteilstausch erworbenen Aktien eine Billigkeitsmaßnahme regelmäßig nicht auszulösen. Das Gesetz löst dieses Problem bei der Bewertung der Anteile. Sind die erlangten Anteile eine gewisse Zeit nicht veräußerbar, rechtfertigt sich daraus nur dann kein Bewertungsabschlag, wenn die Voraussetzungen des § 9 Abs. 2 Satz 3 i.V.m. Abs. 3 Satz 1 des Bewertungsgesetzes vorliegen und die Verfügungsbeschränkungen in der Person des Steuerpflichtigen oder seines Rechtsvorgängers --und nicht im Wirtschaftsgut selbst-- begründet sind (eingehend dazu BFH-Urteil vom 28. Oktober 2008 IX R 96/07, BFHE 223, 190, BStBl II 2009, 45, m.w.N.).

6 Die angefochtene Entscheidung weicht aus den nämlichen Gründen auch nicht --worauf der Beklagte und Beschwerdegegner zutreffend hinweist-- von Urteilen des Bundesfinanzhofs ab.

7 Von einer weiteren Begründung sieht der Senat nach § 116 Abs. 5 Satz 2, 2. Halbsatz FGO ab.

Keywords

taxationequitable reliefshare swapvaluation discounttransfer restrictionrevision admissibilityfundamental importanceshare exchange

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the complaint raised a reviewable question of fundamental importance regarding equitable tax relief under § 163 AO.

Extracted holding

No. The asserted question concerned the application of the law to the specific facts, not a need for clarification of the legal basis or its interpretation.

Extracted reasoning

A mere allegation of incorrect application of substantive law or case-law principles does not justify admission of revision.

Key legal question

Whether transfer restrictions on shares acquired in a share swap justify an equitable tax adjustment or valuation discount.

Extracted holding

Usually not. Any restriction is addressed in valuation law; a discount is only considered under § 9 Abs. 2 sentence 3 in conjunction with § 9 Abs. 3 sentence 1 BewG if the statutory conditions are met and the restriction lies in the taxpayer or predecessor, not in the asset itself.

Extracted reasoning

The law allocates this issue to valuation rules rather than to an equitable correction under § 163 AO.

Key legal question

Whether the Federal Fiscal Court was bound by a divergence from its prior case law.

Extracted holding

No divergence existed for the reasons already stated.

Extracted reasoning

The challenged decision did not depart from BFH case law.

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