Late loss carryforward cannot be separately determined

BFH IX B 81/11Bfh / Division 9Sep 27, 2011Dismissed

Summary

The BFH rejected a complaint challenging the refusal to separately determine a remaining loss carryforward. The taxpayer had filed the relevant loss determination returns only after the expiration of the determination periods for 1994 and 1995. The court held that, after expiry of those periods, a separate determination was also excluded under § 181(5) AO because the taxpayer had sufficient income in later, already time-barred assessment years to absorb the losses. The asserted grounds for leave to appeal under § 115(2) Nr. 1 and Nr. 2 FGO therefore failed.

Regest

§ 181 Abs. 5 AO, § 10d Abs. 2 EStG 1990; separate determination of a remaining loss carryforward after expiry of the determination period: this is excluded where the taxpayer submitted the loss-determination returns only after the determination periods had expired and, in the assessment years still relevant for loss offset, had sufficient total income to absorb the losses. In such a constellation, neither a question of fundamental significance nor a need for legal development arises if the lower court decides in line with settled BFH case law (consid. 2).

Full text

BFH — IX B 81/11, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2011-09-27

Aktenzeichen: IX B 81/11

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 181 Abs 5 AO, § 10d Abs 2 EStG 1990, § 115 Abs 2 Nr 1 FGO, § 115 Abs 2 Nr 2 FGO

Vorinstanz: vorgehend Hessisches Finanzgericht, 29. März 2011, Az: 11 K 1736/09, Urteil

Spruchkörper: 9. Senat

Titelzeile

Verbleibender Verlustvortrag, Festsetzungsverjährung, ausreichende Verlustkompensation

Leitsatz

NV: Ein verbleibender Verlustvortrag kann nach Ablauf der Feststellungsfrist nicht mehr gesondert festgestellt werden, wenn der Steuerpflichtige in bereits festsetzungsverjährten Veranlagungszeiträumen über zur Verlustkompensation ausreichende Gesamtbeträge der Einkünfte verfügt hatte.

Gründe

1 Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Es bleibt dahingestellt, ob ihre Begründung den Darlegungsanforderungen des § 116 Abs. 3 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) entspricht; jedenfalls ist der geltend gemachte Zulassungsgrund nicht gegeben.

2 Die Rechtssache hat keine grundsätzliche Bedeutung i.S. von § 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO (mehr); die aufgeworfene Rechtsfrage ist durch die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) geklärt (vgl. BFH-Urteile vom 29. Juni 2011 IX R 38/10, BFHE 233, 326; vom 25. Mai 2011 IX R 36/10, BFHE 233, 314). Zudem hat das Finanzgericht (FG) die Klage im Sinne dieser Rechtsprechung abgewiesen. Denn zum einen hatte der Kläger und Beschwerdeführer (Kläger) die Erklärungen zur Feststellung des von ihm begehrten Verlustabzugs auf den 31. Dezember 1994 und den 31. Dezember 1995 im November 2004 und damit erst nach Ablauf der maßgeblichen Feststellungsfristen (am 31. Dezember 2001 für 1994 und am 31. Dezember 2002 für 1995) eingereicht; zum anderen konnte ein verbleibender Verlustvortrag nach Ablauf der Feststellungsfristen auch nach § 181 Abs. 5 der Abgabenordnung (AO) nicht mehr gesondert festgestellt werden, weil der Kläger nach den Feststellungen des FG in bereits festsetzungsverjährten Veranlagungszeiträumen (1997 und 1998) über zur Verlustkompensation ausreichende Gesamtbeträge der Einkünfte verfügte. Entsprechend ist auch eine Entscheidung des BFH zur Rechtsfortbildung oder zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung gemäß § 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO nicht erforderlich.

3 Die darüber hinaus in den nach Ablauf der Begründungsfrist und damit verspätet eingereichten Schriftsätzen vom 8. Juli und 25. August 2011 enthaltenen Ausführungen sind, soweit sie nicht nur erläuternder, ergänzender oder vervollständigender Natur sind, unbeachtlich (vgl. BFH-Beschluss vom 25. September 2006 VI B 69/05, BFH/NV 2007, 83, unter 3., m.w.N.).

Keywords

loss carryforwardlimitation periodstax assessmentseparate determinationfundamental significancelegal development