Ambulatory care service not self-employed work

BFH VIII B 135/10Bfh / Division 8Sep 5, 2011Dismissed

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Omnilex summary

The Bundesfinanzhof rejected the complainant’s challenge to the non-admission of revision. It held that the question whether income from an ambulatory nursing service in the 1992-1993 tax years was self-employed work no longer had fundamental significance, because ambulatory nursing services have been expressly covered by the trade-tax exemption rule since 1994. The court added that, under the earlier law, a service limited to basic care and household support was commercial activity and not self-employed work under § 18 EStG.

Omnilex headnote

§ 115 Abs. 2 FGO; Grundsätzliche Bedeutung einer Rechtsfrage; ambulante Pflegedienste. Eine Rechtsfrage besitzt nur dann grundsätzliche Bedeutung, wenn an ihrer Klärung ein allgemeines Interesse besteht und sie im Revisionsverfahren entscheidungserheblich beantwortet werden kann. An einem fortbestehenden Klärungsinteresse fehlt es, wenn der Gesetzgeber die betreffende Tätigkeit inzwischen ausdrücklich geregelt hat und damit die frühere Rechtslage ihren abstrakten Klärungswert verloren hat. Pflegeleistungen, die sich auf Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung beschränken, gehören vor dem Hintergrund der gesetzlichen Regelbeispiele nicht zu den in § 18 Abs. 1 Nr. 1 oder Nr. 3 EStG erfassten selbständigen Tätigkeiten; sie sind vielmehr gewerblicher Natur, soweit keine spätere Befreiung eingreift.

Full text

BFH — VIII B 135/10, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2011-09-05

Aktenzeichen: VIII B 135/10

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 18 Abs 1 EStG 1990, § 3 Nr 20 Buchst d GewStG 1991

Vorinstanz: vorgehend Finanzgericht Berlin-Brandenburg, 23. Juni 2010, Az: 2 K 5502/03 B, Urteil

Spruchkörper: 8. Senat

Titelzeile

Ambulanter Pflegedienst grundsätzlich keine selbständige Arbeit

Leitsatz

  1. NV: Einkünfte aus einem ambulanten Pflegedienst, der nur Leistungen der Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung erbringt, fallen nicht unter § 18 Abs. 1 Nrn. 1 oder 3 EStG und unterliegen der Gewerbesteuerpflicht, sofern nicht (ab 1994) die Voraussetzungen des § 3 Nr. 20 Buchst. d GewStG erfüllt sind.

  2. NV: Die Frage, welcher Einkunftsart die Einkünfte aus einem ambulanten Pflegedienst nach vor 18 Jahren ausgelaufenem Recht zuzuordnen waren, ist nicht von grundsätzlicher Bedeutung.

Gründe

1 Die Beschwerde ist nicht begründet. Gründe für die Zulassung der Revision (§ 115 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung --FGO--) liegen nicht vor.

2 1. Eine Rechtssache hat nur dann grundsätzliche Bedeutung i.S. von § 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO, wenn eine Frage zu entscheiden ist, an deren Beantwortung ein allgemeines Interesse besteht (sog. Klärungsbedürftigkeit) und die im angestrebten Revisionsverfahren gegen das angefochtene Urteil geklärt werden kann (sog. Klärungsfähigkeit; vgl. dazu Beschluss des Bundesfinanzhofs vom 27. April 2007 VIII B 250/05, BFH/NV 2007, 1675, m.w.N.).

3 Der im Streitfall zur Rechtslage in den Streitjahren 1992 und 1993 von der Klägerin und Beschwerdeführerin (Klägerin) aufgeworfenen Rechtsfrage kommt keine grundsätzliche Bedeutung (mehr) zu. Es gibt kein fortbestehendes allgemeines Interesse an ihrer Klärung, weil die ambulanten Pflegedienste bereits seit 1994 nach Maßgabe des § 3 Nr. 20 Buchst. d des Gewerbesteuergesetzes in den Kreis der von der Gewerbesteuer befreiten Steuerpflichtigen aufgenommen sind. Damit steht zugleich fest, dass eine Pflegediensteinrichtung, die die tatbestandlichen Voraussetzungen der Befreiungsvorschrift nicht erfüllt, nach dem Willen des Gesetzgebers jedenfalls gewerbliche Einkünfte erzielt und nicht solche aus selbständiger Arbeit nach § 18 Abs. 1 Nrn. 1 oder 3 des Einkommensteuergesetzes (EStG), die per se nicht der Gewerbesteuerpflicht unterliegen.

4 2. Im Übrigen gilt für die Streitjahre, dass die pflegerische Tätigkeit der Klägerin gewerblicher Natur ist und weder als Tätigkeit eines Heil- oder Heilhilfsberufs anzusehen ist (vgl. etwa Urteil des Hessischen Landessozialgerichts vom 9. Dezember 2010 L 1 KR 187/10, juris) noch als sonstige selbständige Arbeit i.S. von § 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG, wie aus den gesetzlichen Regelbeispielen hinreichend klar ersichtlich, die jeweils Verwaltungstätigkeiten im wirtschaftlichen Geschäftskreis Dritter zum Gegenstand haben, von denen sich die pflegerischen Arbeiten der Klägerin grundlegend unterscheiden.

Keywords

trade taxself-employed incomeambulatory nursing servicefundamental significancerevisionbasic carehousehold support

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether revision should be admitted because the classification of income from an ambulatory nursing service had fundamental significance.

Extracted holding

No. The question no longer had general importance, because ambulatory nursing services have been subject to the statutory exemption regime since 1994.

Extracted reasoning

A legal question is of fundamental significance only if it is of general interest and can be clarified in the intended appeal. Since the legislature later expressly addressed ambulatory nursing services in § 3 Nr. 20 Buchst. d GewStG, there is no continuing need for clarification of the earlier law.

Key legal question

How income from an ambulatory nursing service providing only basic care and household support is to be classified under the pre-1994 law.

Extracted holding

Such activity is commercial, not self-employed work under § 18 Abs. 1 Nrn. 1 or 3 EStG.

Extracted reasoning

The nursing activity is neither a healing profession nor comparable to the self-employed activities listed in § 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG. It therefore does not fall within self-employed income and is subject to trade tax unless the later exemption applies.

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