Gross negligence under tax correction rules lacks general significance

BFH IX B 199/09Bfh / Division 9Feb 17, 2010Dismissed

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Omnilex summary

The Federal Fiscal Court dismissed the complainant’s non-admission complaint against a Saxon Fiscal Court judgment. It held that the alleged question whether gross negligence under § 173 Abs. 1 Nr. 2 AO was correctly assessed in the individual case did not raise a question of fundamental importance. Gross negligence is primarily a question of fact, and where the fiscal court has considered the relevant circumstances, the matter lacks general significance. The court also noted that the legal standard is already settled and that a mere attack on the lower court’s assessment is insufficient in this procedure.

Omnilex headnote

§ 173 Abs. 1 Nr. 2 AO, § 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO; grobe Fahrlässigkeit als Zulassungssache: Das Vorliegen grober Fahrlässigkeit ist im Wesentlichen Tatfrage. Hat das Finanzgericht die maßgeblichen Einzelumstände gewürdigt, fehlt der Sache grundsätzlich die Bedeutung für die Allgemeinheit. Eine grundsätzliche Bedeutung ist zu verneinen, wenn lediglich die Subsumtion des Einzelfalls angegriffen und eine fehlerhafte Rechtsanwendung des angefochtenen Urteils gerügt wird; dies vermag die Zulassung der Beschwerde nicht zu begründen (vgl. consid. 2 f.).

Full text

BFH — IX B 199/09, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-02-17

Aktenzeichen: IX B 199/09

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 173 Abs 1 Nr 2 AO, § 115 Abs 2 Nr 1 FGO

Vorinstanz: vorgehend Sächsisches Finanzgericht, 28. Oktober 2009, Az: 8 K 957/09, Urteil

Spruchkörper: 9. Senat

Titelzeile

(Grobe Fahrlässigkeit im Sinne des § 173 Abs. 1 Nr. 2 AO)

Leitsatz

NV: Das Vorliegen von grober Fahrlässigkeit im Sinne des § 173 Abs. 1 Nr. 2 AO ist im Wesentlichen eine Tatfrage. Hat das FG die maßgeblichen Einzelumstände erwogen, kommt der Entscheidung keine Bedeutung für die Allgemeinheit zu .

Gründe

1 Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Es kann offen bleiben, ob ihre Begründung den Darlegungsanforderungen des § 116 Abs. 3 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) entspricht, jedenfalls liegt der von der Klägerin und Beschwerdeführerin (Klägerin) geltend gemachte Zulassungsgrund einer grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssache (§ 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) nicht vor.

2 Die von der Klägerin hervorgehobene Rechtsfrage, ob im Einzelfall die Maßstäbe für die Annahme eines groben Verschuldens i.S. des § 173 Abs. 1 Nr. 2 der Abgabenordnung (AO) zutreffend angewandt oder zu Lasten der Klägerin "verengt" worden sind, hat keine grundsätzliche Bedeutung i.S. des § 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO. Sie ist vielmehr zu Recht vom Finanzgericht (FG) unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalles beantwortet worden; denn das Vorliegen von grober Fahrlässigkeit i.S. des § 173 Abs. 1 Nr. 2 AO ist im Wesentlichen eine Tatfrage. Hat das FG --wie im Streitfall-- die maßgeblichen Einzelumstände erwogen, kommt der Entscheidung keine Bedeutung für die Allgemeinheit zu. Die genannte Rechtsfrage ist im Übrigen höchstrichterlich geklärt. Grobes Verschulden im Sinne der maßgeblichen Vorschrift setzt Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit voraus. Grobe Fahrlässigkeit liegt vor, wenn ein Steuerpflichtiger die ihm nach seinen persönlichen Fähigkeiten und Verhältnissen zumutbare Sorgfalt in ungewöhnlichem, nicht entschuldbarem Maße verletzt (ständige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteil vom 8. Dezember 1998 IX R 14/97, BFH/NV 1999, 743, m.w.N.).

3 Soweit sich die Klägerin nach dem sachlichen Gehalt ihres Beschwerdevorbringens darüber hinaus gegen das Ergebnis der erstinstanzlichen Entscheidung des FG wendet und ihre eigene Rechtsauffassung an die Stelle des FG setzt, kann sie mit der darin liegenden Rüge einer fehlerhaften Rechtsanwendung im Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren nicht gehört werden (z.B. Beschluss des Bundesfinanzhofs vom 4. Juni 2003 IX B 29/03, BFH/NV 2003, 1212).

Keywords

gross negligencefundamental importancenon-admission complainttax procedurequestion of fact

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the complaint raised a ground for admission based on fundamental importance under § 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO

Extracted holding

No. The asserted question was not of fundamental importance because it was decided on the facts of the individual case and the legal standard was already settled.

Extracted reasoning

Whether gross negligence exists under § 173 Abs. 1 Nr. 2 AO is mainly a question of fact. If the fiscal court has considered the relevant circumstances, the decision has no significance beyond the case. The standard for gross negligence is also settled in higher-court case law.

Key legal question

Whether the fiscal court had applied the standard for gross negligence too narrowly under § 173 Abs. 1 Nr. 2 AO

Extracted holding

This criticism could not succeed in the non-admission complaint. Alleged incorrect application of law by the lower court cannot be used to obtain admission in this procedure.

Extracted reasoning

The complainant was merely substituting its own legal view for that of the fiscal court, which is not a cognizable attack in a non-admission complaint.

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