Inadmissibility of complaint against value assessment

BPatG 30 W (pat) 22/06Federal Patent Court / Division 30Jan 14, 2010Dismissed

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Omnilex summary

In a trademark-related proceeding concerning an application to register a geographical indication, the Bundespatentgericht had previously set the subject value at EUR 25,000. The Schutzgemeinschaft sought to challenge that assessment and requested EUR 30,000,000. The Senate held the complaint inadmissible because review lies with the next higher court, which in this context is the Bundesgerichtshof, and § 33 Abs. 4 sentence 3 RVG bars a complaint to a supreme federal court. The court also noted that the filing could not be treated as a Gegenvorstellung and that a constitutional complaint for denial of hearing would be the proper remedy.

Omnilex headnote

§ 33 Abs. 4 RVG; Beschwerde gegen die Festsetzung des Gegenstandswerts beim Bundespatentgericht; die Beschwerde ist nur zum nächsthöheren Gericht gegeben, für Entscheidungen des Bundespatentgerichts mithin zum Bundesgerichtshof. Eine Beschwerde an einen obersten Gerichtshof des Bundes ist nach Satz 3 ausgeschlossen; eine Umdeutung als Gegenvorstellung scheidet im Lichte der Rechtsmittelklarheit aus. Für die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs ist ausschließlich die zulassungsfreie Rechtsbeschwerde nach § 83 Abs. 3 Nr. 3 MarkenG eröffnet (vgl. Erwägung 4).

Full text

BPatG — 30 W (pat) 22/06, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-01-14

Aktenzeichen: 30 W (pat) 22/06

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 33 Abs 4 RVG, § 83 Abs 3 Nr 3 MarkenG

Spruchkörper: 30. Senat

Titelzeile

Markenbeschwerdeverfahren - Unzulässigkeit der Beschwerde gegen Festsetzung des Gegenstandswertes

Tenor

In der Beschwerdesache

...

betreffend den Antrag auf Eintragung einer geografischen Herkunftsangabe

hier: Beschwerde gegen die Festsetzung des Gegenstandswertes

hat der 30. Senat (Marken-Beschwerdesenat) des Bundespatentgerichts in der Sitzung vom 14. Januar 2010 durch den Vorsitzenden Richter Dr. Vogel von Falckenstein, die Richterinnen Winter und Hartlieb

beschlossen:

Die Beschwerde der Schutzgemeinschaft ... wird als unzulässig verworfen.

Gründe

I.

1 In der Sitzung vom 12. November 2009 hat der Senat durch Beschluss den Gegenstandswert auf 25.000 € festgesetzt. Gegen diesen Beschluss richtet sich die Beschwerde, mit der die Festsetzung des Gegenstandswertes auf 30.000.000 €, beantragt wird.

II.

2 Die Beschwerde ist als unzulässig zu verwerfen. Der Senat geht zum Zwecke der Klarstellung dabei davon aus, dass entgegen der wörtlichen Fassung der Beschwerdeschrift vom 3. Dezember 2009, die die Fleischerei K… und fünf andere als Beschwerdeführer nennt, für die durch diesen Schriftsatz eingelegte Beschwerde die Schutzgemeinschaft ... Beschwerdeführerin ist, die im gesamten Verfahren von Rechtsanwalt S… vertreten wurde; in der Beschwerdeschrift ist ersichtlich die für das Hauptverfahren gewählte Bezeichnung der Beteiligtenstellung übernommen worden.

3 Über den gemäß § 33 RVG zulässigen Antrag auf Festsetzung des Gegenstandswerts hat der Senat durch Beschluss entschieden. Grundsätzlich können die Antragsberechtigten gegen einen Beschluss auf Wertfestsetzung Beschwerde einlegen (vgl. § 33 Abs 3 RVG); Beschwerdegericht ist das nächst höhere Gericht (vgl. § 33 Abs 4 Satz 2 RVG); das ist bei Entscheidungen des Bundespatentgerichts der Bundesgerichtshof. Nach der eindeutigen Regelung des § 33 Abs. 4 Satz 3 RVG findet indessen eine Beschwerde an einen obersten Gerichtshof des Bundes nicht statt. Die vorliegend an das Bundespatentgericht gerichtete Beschwerde ist zu verwerfen, es ist nicht das nächst höhere Gericht; die Möglichkeit einer Abhilfe (vgl. § 33 Abs. 4 Satz 1 RVG) ist nicht gegeben.

4 Nachdem das Bundesverfassungsgericht das Gebot der Rechtsmittelklarheit hervorgehoben hat (vgl. BVerfG NJW 2003, 1924, 1927), kann die Wertung als Gegenvorstellung vor dem Bundespatentgericht nicht vorgenommen werden. Für die Rüge auf Verletzung rechtlichen Gehörs ist allein die zulassungsfreie Rechtsbeschwerde nach § 83 Abs. 3 Nr. 3 MarkenG eröffnet (vgl. Ströbele/Hacker, MarkenG 9. Aufl., § 71 Rdn. 21 m. w. N. i. V. m. § 83 Rdn. 4).

5 Hinsichtlich der Kosten gilt § 33 Abs. 9 RVG.

Keywords

subject valueadmissibilitycomplainttrademark proceedingsgeographical indicationlegal remediescosts

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Key legal question

Whether the complaint against the Senate's value assessment was admissible before the Bundespatentgericht

Extracted holding

The complaint was inadmissible because the competent complaint court is the next higher court, which for Bundespatentgericht decisions is the Bundesgerichtshof; no appeal to a highest federal court is available.

Extracted reasoning

Under § 33 RVG, complaints against value assessments are generally available, but § 33 Abs. 4 Satz 3 RVG excludes a complaint to a supreme federal court. Since the Bundespatentgericht is not the next higher court, the filing before it could not be treated as an admissible complaint, and correction was not possible.

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