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BVerfG 2 BvR 2928/12 ΓÇó Non-admission: enforceability of detention-court decisions
BVerfG 2 BvR 2928/12Bverfg / 2. Senat 3. KammerApr 8, 2013Dismissed
The Federal Constitutional Court did not accept the constitutional complaint for decision. It held that, after the legislator amended § 120(1) StVollzG effective 2013-06-01 and introduced an enforcement possibility, the complaint’s central question concerning the former lack of an enforcement mechanism no longer had fundamental significance. The Court also found no particularly serious disadvantage, since a timely favorable decision could no longer be obtained and the complainant had in any event already been released. The decision is final.
Art. 19(4) GG; § 93a(2)(a), (b) BVerfGG; § 120(1) StVollzG a.F./n.F.; non-acceptance of a constitutional complaint concerning the lack of enforceability of decisions of the Strafvollstreckungskammer. The introduction of an enforcement mechanism by statutory amendment removes the fundamental significance of the question whether the former legal situation was compatible with effective judicial protection. A special grave disadvantage is likewise absent where the challenged legal problem has been legislatively remedied and, in view of the procedural posture, the complainant can no longer obtain a timely favorable decision. Further reasons need not be given under § 93d(1) sentence 3 BVerfGG.
Entscheidungsdatum: 2013-04-08
Aktenzeichen: 2 BvR 2928/12
ECLI: ECLI:DE:BVerfG:2013:rk20130408.2bvr292812
Dokumenttyp: Nichtannahmebeschluss
Normen: Art 19 Abs 4 GG, § 93a Abs 2 Buchst a BVerfGG, § 93a Abs 2 Buchst b BVerfGG, Art 4 Nr 7 SichVAbstUmsG, § 120 Abs 1 StVollzG vom 05.12.2012
Vorinstanz: vorgehend OLG Nürnberg, 13. Dezember 2012, Az: 1 Ws 585/12, Beschlussvorgehend LG Regensburg, 9. Oktober 2012, Az: StVK 280/2012, Beschluss
Spruchkörper: 2. Senat 3. Kammer
Nichtannahmebeschluss: Vollstreckbarkeit von Entscheidung der Strafvollstreckungskammer in Maßregelvollzugssachen - aufgrund der Neuregelung des § 120 StVollzG zum 01.06.2013 keine grundsätzliche Bedeutung - zudem keine Durchsetzungsannahme, da mit Blick auf Neuregelung keine zeitnähere günstige Entscheidung erlangt werden kann
1 1. Die Voraussetzungen, unter denen eine Verfassungsbeschwerde zur Entscheidung anzunehmen ist (§ 93a Abs. 2 BVerfGG), liegen nicht vor.
2 a) Nachdem der Gesetzgeber mit Art. 4 Nr. 7 des Gesetzes zur bundesrechtlichen Umsetzung des Abstandsgebotes im Recht der Sicherungsverwahrung vom 5. Dezember 2012 (BGBl I S. 2425) mit Wirkung vom 1. Juni 2013 § 120 Abs. 1 StVollzG im Sinne der Einführung einer Vollstreckungsmöglichkeit (Satz 1) geändert hat, kommt der mit der Verfassungsbeschwerde aufgeworfenen Frage, ob es mit Art. 19 Abs. 4 GG vereinbar war, dass das Strafvollzugsgesetz eine Möglichkeit der Vollstreckung von Entscheidungen der Strafvollstreckungskammer bislang nicht kannte, grundsätzliche Bedeutung (§ 93a Abs. 2 Buchstabe a) BVerfGG; vgl. BVerfGE 90, 22 <24 f.>) nicht mehr zu.
3 b) Dem Beschwerdeführer entsteht durch die Nichtannahme der Verfassungsbeschwerde auch kein schwerer Nachteil im Sinne des § 93a Abs. 2 Buchstabe b) BVerfGG. Der Gesetzgeber hat mit der ab dem 1. Juni 2013 geltenden Regelung des § 120 Abs. 1 Satz 1 StVollzG die mit dem bisherigen Fehlen einer Vollstreckungsvorschrift einhergehenden Probleme im Zusammenhang mit der Effektivität des Rechtsschutzes für Gefangene und Sicherungsverwahrte als solche erkannt (vgl. BRDrucks 173/12, S. 42) und einer Lösung zugeführt. Eine zeitnähere für ihn günstige Entscheidung des Senats, der für eine Entscheidung über die Verfassungsmäßigkeit des derzeitigen Fehlens einer Vollstreckungsvorschrift im Rechtsschutzkonzept des Strafvollzugsgesetzes zuständig wäre (§ 93c Abs. 1 Satz 3 BVerfGG), könnte der Beschwerdeführer, der nach eigenen Angaben am 26. Dezember 2012 schließlich doch ausgeführt wurde, nicht erlangen, so dass ihn die Nichtannahme der Verfassungsbeschwerde zur Entscheidung nicht besonders schwer trifft (vgl. BVerfGE 90, 22 <27>).
4 2. Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.
5 Diese Entscheidung ist unanfechtbar.