Non-admission of constitutional complaint; conditions for lay assistant

BVerfG 1 BvR 142/11Bverfg / 1. Senat 3. KammerMar 9, 2011Dismissed

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Omnilex summary

The Federal Constitutional Court did not admit the constitutional complaint for decision because the requirements of § 93a(2) BVerfGG were not met. It held that the complaint raised no fundamental constitutional question and that admission was not necessary to enforce the complainant’s rights. In addition, it refused to admit the complainant’s father as an authorized assistant under § 22(1) sentence 4 BVerfGG, emphasizing the Court’s discretion and the need for objective usefulness and subjective necessity. On the facts, the father’s extensive litigation activity and doubts about his procedural capacity weighed against admission.

Omnilex headnote

§ 93a Abs. 2 BVerfGG; § 22 Abs. 1 S. 4, Abs. 2 S. 2 BVerfGG: Die Nichtannahme einer Verfassungsbeschwerde setzt voraus, dass weder grundsätzliche verfassungsrechtliche Bedeutung noch die Annahme zur Durchsetzung der in § 90 Abs. 1 BVerfGG genannten Rechte angezeigt ist. Die Zulassung eines Beistands steht im pflichtgemäßen Ermessen des Bundesverfassungsgerichts und kommt nur in Betracht, wenn sie objektiv sachdienlich und subjektiv notwendig ist. Maßgeblich sind die Umstände des Einzelfalls; eine bloß wünschenswerte oder prozessökonomisch neutrale Mitwirkung genügt nicht. Bei Zweifeln an der Verfahrensfähigkeit und bei umfangreicher, unüberschaubarer Verfahrensführung kann die Sachdienlichkeit fehlen.

Full text

BVerfG — 1 BvR 142/11, Nichtannahmebeschluss

Entscheidungsdatum: 2011-03-09

Aktenzeichen: 1 BvR 142/11

ECLI: ECLI:DE:BVerfG:2011:rk20110309.1bvr014211

Dokumenttyp: Nichtannahmebeschluss

Normen: § 22 Abs 1 S 4 BVerfGG, § 22 Abs 2 S 2 BVerfGG, § 93a Abs 2 BVerfGG

Spruchkörper: 1. Senat 3. Kammer

Titelzeile

Nichtannahmebeschluss: Mangels Vorliegen der Annahmevoraussetzungen des § 93a Abs 2 BVerfGG erfolglose Verfassungsbeschwerde - zu den Voraussetzungen der Zulassung als vertretungsberechtigter Beistand nach § 22 Abs 1 S 4 BVerfGG

Gründe

1 Die Verfassungsbeschwerde ist nicht zur Entscheidung anzunehmen, weil die Annahmevoraussetzungen des § 93a Abs. 2 BVerfGG nicht vorliegen. Der Verfassungsbeschwerde kommt weder grundsätzliche verfassungsrechtliche Bedeutung zu, noch ist ihre Annahme zur Durchsetzung der in § 90 Abs. 1 BVerfGG genannten Rechte angezeigt (vgl. BVerfGE 90, 22 <24 ff.>; 96, 245 <248 ff.>).

2 Ungeachtet der Frage, ob die von der Beschwerdeführerin ihrem Vater erteilte Generalvollmacht vom 13. August 1997 den Anforderungen des § 22 Abs. 2 Satz 2 BVerfGG genügt, scheidet seine Zulassung als Beistand aus. Die Entscheidung über den Antrag auf Zulassung als vertretungsberechtigter Beistand nach § 22 Abs. 1 Satz 4 BVerfGG steht im pflichtgemäßen Ermessen des Bundesverfassungsgerichts. Sie kommt nur in Betracht, wenn sie objektiv sachdienlich und subjektiv notwendig ist (vgl. BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats vom 1. Februar 1994 - 1 BvR 105/94 -, juris; Beschluss des Zweiten Senats vom 22. Januar 2001 - 2 BvC 15/99 -, juris). Der Vater der Beschwerdeführerin, der in einer Vielzahl von Verfahren in der Sozialgerichtsbarkeit eine kaum mehr überschaubare Zahl von Anträgen verfolgt, hat sich im Ausgangsverfahren vor dem Sozialgericht einer Untersuchung zur Klärung seiner Prozessfähigkeit verweigert. Diese war durch den bisherigen Prozessverlauf und die Vorlage eines die Prozessfähigkeit verneinenden fachpsychiatrischen Gutachtens durch die Beklagte veranlasst. Auch unter Berücksichtigung des bisherigen Verlaufs des Ausgangsverfahrens erscheint eine Zulassung des Vaters der Beschwerdeführerin als Beistand im Verfahren der Verfassungsbeschwerde als objektiv nicht sachdienlich.

3 Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.

4 Diese Entscheidung ist unanfechtbar.

Keywords

constitutional complaintnon-admissionassistant representationdiscretionprocedural capacity

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Key legal question

Whether the constitutional complaint should be admitted under § 93a(2) BVerfGG

Extracted holding

The complaint was not to be admitted because it had neither fundamental constitutional importance nor was admission necessary to enforce the rights referred to in § 90(1) BVerfGG.

Extracted reasoning

The statutory admission requirements were not met.

Key legal question

Whether the complainant’s father should be admitted as authorized assistant under § 22(1) sentence 4 BVerfGG

Extracted holding

Admission as assistant was refused because it was not objectively useful and not subjectively necessary.

Extracted reasoning

Admission lies within the Federal Constitutional Court’s discretionary power and is only possible if it is objectively expedient and subjectively necessary; given the father’s extensive litigation activity and doubts about his procedural capacity, this was not the case.

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