projects
BGH 1 StR 664/16 ΓÇó CS spray as dangerous tool in aggravated robbery
BGH 1 StR 664/16Bgh / Criminal Chamber IJan 24, 2017Dismissed
The Federal Court of Justice rejected the accused’s revision against the Heidelberg Regional Court. It held that the use of CS irritant spray at close range against the victim’s eyes made the spray an 'other dangerous tool' within the meaning of aggravated robbery and dangerous bodily harm. The victim suffered immediate burning, tearing, temporary loss of sight, pain, and nausea. Because the lower court had committed no legal error, the conviction was upheld and the accused was ordered to pay the costs of the appeal.
§ 250 Abs. 2 Nr. 1 Alt. 2 StGB; § 224 Abs. 1 Nr. 2 Alt. 2 StGB; CS irritant spray used at close range as dangerous tool: A substance or device that is not dangerous per se qualifies as an 'other dangerous tool' if, in the concrete manner of use, it is capable of causing significant injury. For the assessment, the decisive factor is the actual use in the offence, not the abstract classification alone. CS spray directed into the eyes from very close range may satisfy this requirement because it can cause intense pain, tearing, temporary blindness and other significant effects (consid. 1).
Entscheidungsdatum: 2017-01-24
Aktenzeichen: 1 StR 664/16
ECLI: ECLI:DE:BGH:2017:240117B1STR664.16.0
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: § 250 Abs 2 Nr 1 Alt 2 StGB, § 2 Anl 2 WaffG
Vorinstanz: vorgehend LG Heidelberg, 22. September 2016, Az: 1 KLs 240 Js 7965/16
Spruchkörper: 1. Strafsenat
Schwerer Raub: Reizgas als "anderes gefährliches Werkzeug"
Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Heidelberg vom 22. September 2016 wird als unbegründet verworfen (§ 349 Abs. 2 StPO).
Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.
Ergänzend bemerkt der Senat:
Der Angeklagte hat sich aufgrund der rechtsfehlerfrei getroffenen Feststellungen wegen besonders schweren Raubes (§ 250 Abs. 2 Nr. 1 Alt. 2 StGB) in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung (§ 224 Abs. 1 Nr. 2 Alt. 2 StGB) strafbar gemacht. Er hat der Geschädigten die Brille heruntergeschlagen, ihr dann Reizgas aus der mitgeführten CS-Reizgasspraydose aus kurzer Entfernung direkt in die Augen gesprüht und ihre Handtasche und ihr Smart-Phone an sich genommen. Die Augen der Geschädigten begannen infolge des Reizgases sofort stark zu brennen und zu tränen, so dass die Geschädigte minutenlang nichts mehr sehen konnte, sich vor Schmerzen krümmte und unter starkem Brechreiz litt.
Der Angeklagte hat damit bei der Tat ein gefährliches Werkzeug im Sinne von § 250 Abs. 2 Nr. 1 Alt. 2 StGB (und zugleich auch von § 224 Abs. 1 Nr. 2 Alt. 2 StGB) verwendet; das CS-Reizgasspray (vgl. Anlage 2 zu § 2 Abs. 2 bis 4 WaffG Abschnitt 2 Unterabschnitt 2 Nr. 1.3, Nr. 7.2 Unterabschnitt Nr. 3.1), war nach der Art seiner Verwendung geeignet, erhebliche Verletzungen zu verursachen.
CS-Reizgasspray ist ein „anderes gefährliches Werkzeug“ im Sinne des § 250 Abs. 2 Nr. 1 Alt. 2 StGB.
| Graf | Bellay | Radtke | ||
|---|---|---|---|---|
| Fischer | Bär |