Reconsideration inadmissible against rejection of hearing complaint

BGH V ZR 8/10Bgh / Civil Chamber VFeb 10, 2012Dismissed

Summary

The Federal Court of Justice held that a decision rejecting a hearing complaint under Section 321a(4) sentence 4 ZPO is final and cannot be challenged again. The plaintiff’s repeated hearing complaint was therefore inadmissible. The plaintiff also tried to attack the final order by a reconsideration motion, but the court held that this indirect route cannot circumvent finality. The Senate also stated that further submissions in the matter would no longer be dealt with because the issues had already been repeatedly examined.

Regest

§ 321a Abs. 4 Satz 4 ZPO; the order rejecting a hearing complaint is final and cannot be challenged either by a further hearing complaint or by a reconsideration motion. The purpose of the hearing complaint is limited to judicial self-correction of a non-appealable decision; once the court refuses self-correction, the ordinary court proceedings are concluded (consid. 2). Finality cannot be circumvented indirectly by labelling the attack as a reconsideration request or otherwise reopening review of the same allegedly violated right to be heard (consid. 3).

Full text

BGH — V ZR 8/10, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2012-02-10

Aktenzeichen: V ZR 8/10

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 321a Abs 4 S 4 ZPO

Vorinstanz: vorgehend OLG Hamm, 2. Dezember 2009, Az: I-31 U 143/07vorgehend LG Bochum, 16. August 2007, Az: 1 O 31/06

Spruchkörper: 5. Zivilsenat

Titelzeile

Unanfechtbarkeit der Anhörungsrüge

Tenor

Die wiederholte Anhörungsrüge des Klägers vom 18. Januar 2012 gegen den Beschluss des Senats vom 27. Dezember 2011 wird als unstatthaft, die Gegenvorstellung vom 26. Mai 2011 gegen den Beschluss des Senats vom 28. April 2011 als unzulässig verworfen. Weitere Eingaben in dieser Sache werden nicht mehr beschieden.

Gründe

1 Die Gegenvorstellung ist unzulässig.

2 a) Der eine Anhörungsrüge nach § 321a ZPO zurückweisende Beschluss ist nach § 321a Abs. 4 Satz 4 ZPO unanfechtbar. Mit der Einführung der Anhörungsrüge sollte eine solche Kontrolle einer nicht mehr anfechtbaren Ausgangsentscheidung durch das Gericht eröffnet, die Überprüfungsmöglichkeiten im Interesse der Rechtssicherheit und des effektiven Ressourceneinsatzes jedoch nicht ins Unendliche ausgedehnt werden (BT-Drucks. 14/4722, S. 156). Das Verfahren vor dem ordentlichen Gericht ist daher beendet, wenn dieses nach Prüfung der Anhörungsrüge eine "Selbstkorrektur" der Ausgangsentscheidung ablehnt (BayVerfGH, NJW-RR 2011, 430).

3 b) Dasselbe gilt, wenn - wie hier - die Behauptung, durch die Zurückweisung einer Anhörungsrüge in dem Verfahrensgrundrecht erneut verletzt worden zu sein, nicht in einer weiteren Anhörungrüge nach § 321 ZPO, sondern im Wege einer Gegenvorstellung vorgebracht wird. Eine Entscheidung, die nach dem Gesetz unanfechtbar ist, kann auch über den Umweg einer Gegenvorstellung nicht anfechtbar gemacht werden (vgl. BGH, Beschlüsse vom 22. Februar 2007 - IX ZA 41/06, Rn. 1 juris und vom 2. September 2008 - IX ZA 21/08, Rn. 2).

4 2. Weitere Eingaben des Klägers in dieser Sache werden nicht mehr beschieden, da sich der Senat mit dessen Vorbringen mehrfach befasst und den als angeblich übergangenen gerügten Vortrag zu einem absoluten Revisionsgrund nach § 547 Nr. 1 ZPO in dem angefochtenen Beschluss ausdrücklich beschieden hat.

Krüger Lemke Schmidt-Räntsch

Stresemann Czub

Keywords

hearing complaintinadmissibilityfinalityreconsiderationprocedural circumvention