Skonto payment before maturity is usually congruent

BGH IX ZR 114/08Bgh / Civil Chamber 9May 6, 2010Dismissed

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Omnilex summary

The insolvency administrator sought avoidance of a pre-maturity payment of EUR 29,623.44 made by the debtor to the defendants under a contract granting 3% skonto. The lower courts rejected the claim, and the Federal Court of Justice also rejected the complaint against denial of leave to appeal. It held that payment within the skonto period is regularly congruent and therefore not avoidable as inkongruent coverage under § 131 InsO. The value of the complaint proceedings was set at EUR 29,623.44.

Omnilex headnote

§ 131 InsO; payment before maturity to take advantage of an agreed skonto is generally congruent and not inkongruent coverage. The suspicious character of inkongruent satisfaction arises where the creditor receives performance not yet due and not yet demandable; this rationale does not apply when the debtor pays early in order to obtain a contractually granted discount. In such circumstances, commercial practice and the economic purpose of skonto support congruence, irrespective of whether the underlying debt would otherwise have become due immediately, at the end of the skonto period, or only later (consid. 5 f.).

Full text

BGH — IX ZR 114/08, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-05-06

Aktenzeichen: IX ZR 114/08

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 131 InsO, § 271 BGB

Vorinstanz: vorgehend OLG Düsseldorf, 8. Mai 2008, Az: I-12 U 121/07, Urteilvorgehend LG Wuppertal, 4. Mai 2007, Az: 2 O 317/06

Spruchkörper: 9. Zivilsenat

Titelzeile

Insolvenzanfechtung: Kongruente Deckung bei Vorfälligkeitszahlung unter Skontoabzug

Leitsatz

Zahlt der Schuldner vor Fälligkeit unter Ausnutzung einer befristet eingeräumten Möglichkeit zum Skontoabzug, ist die dadurch bewirkte Deckung regelmäßig nicht inkongruent .

Tenor

Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 12. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom 8. Mai 2008 wird auf Kosten des Klägers zurückgewiesen.

Der Wert des Beschwerdeverfahrens wird auf 29.623,44 € festgesetzt.

Gründe

I.

1 Der Kläger ist Verwalter in dem auf einen Eigenantrag vom 9. Juli 2004 am 1. Oktober 2004 eröffneten Insolvenzverfahren über das Vermögen der Schuldnerin.

2 Die Schuldnerin stand mit den Beklagten seit Jahren in Geschäftsverbindung. Eine im Jahr 1999 geschlossene Rahmenvereinbarung enthielt folgende Klausel: "Die Zahlung erfolgt 14 Tage nach vertragsmäßigem Wareneingang und Eingang der ordnungsgemäßen und prüffähigen Rechnung mit 3 % Skonto oder bis zu 30 Tagen netto Kasse." Die Schuldnerin zahlte an die Beklagten am 5. Juli 2004 den Gesamtbetrag von 29.623,44 € aus drei Rechnungen unter Abzug von 3 % Skonto. Der Kläger begehrt die Rückzahlung dieses Betrags unter dem Gesichtspunkt der Insolvenzanfechtung einer inkongruenten Deckung nach § 131 InsO. Die Klage ist in den Vorinstanzen ohne Erfolg geblieben.

II.

3 Die Beschwerde des Klägers gegen die Nichtzulassung der Revision ist statthaft (§ 544 Abs. 1 Satz 1 ZPO) und zulässig (§ 544 Abs. 1 Satz 2, Abs. 2 ZPO). Sie hat jedoch keinen Erfolg. Weder hat die Rechtssache grundsätzliche Bedeutung noch erfordert die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO).

4 1. Das Berufungsgericht hat die Zahlung als kongruent beurteilt. Die Fälligkeit der Leistung der Schuldnerin sei weder um 30 Tage nach Rechnungseingang noch auf den Ablauf der Skontofrist hinausgeschoben gewesen. Die Anwendung des § 131 InsO im Falle einer Zahlung unter Inanspruchnahme von Skonto sei überdies mit dem Normzweck der Vorschrift nicht vereinbar.

5 2. Das Berufungsurteil wird schon durch die zutreffende Erwägung getragen, dass eine Zahlung unter Ausnutzung eines befristet eingeräumten Skontos regelmäßig nicht zu einer inkongruenten Deckung führt. Die erleichterte Anfechtbarkeit inkongruenter Deckungen beruht darauf, dass diese im Hinblick auf die nahe bevorstehende Insolvenz besonders verdächtig sind (BGHZ 150, 326, 330 m.w.N.). Leistungen, die der Schuldner zu einer Zeit erbringt, zu der sie noch nicht fällig sind und der Gläubiger sie daher noch nicht beanspruchen kann, sind im Allgemeinen verdächtig. Leistet der Schuldner jedoch vor Eintritt der Fälligkeit, um die ihm vom Gläubiger eingeräumte Möglichkeit eines Skontoabzugs auszunutzen, stellt sich das Erbrachte auch unter Berücksichtigung der Verkehrssitte als unverdächtig dar. Mit dem wirtschaftlichen Zweck der Skontogewährung, den Schuldner wegen des Zahlungsvorteils zu einer alsbaldigen Leistung zu veranlassen, wäre es unvereinbar, die Deckung als inkongruent zu behandeln (vgl. BGH, Urt. v. 9. Juni 2005 - IX ZR 152/03, ZIP 2005, 1243, 1244; MünchKomm-InsO/Kirchhof, 2. Aufl. § 131 Rn. 11; Jaeger/Henckel, InsO § 131 Rn. 28; HK-InsO/Kreft, 5. Aufl. § 131 Rn. 10).

6 Auf die Frage, ob die Leistung der Schuldnerin sofort, mit Ablauf der Skontofrist oder erst 30 Tage nach Rechnungseingang fällig wurde, kommt es danach nicht an.

Ganter Gehrlein Vill

Fischer Grupp

Keywords

insolvency avoidancecongruent coverageinkongruent coverageskontomaturitytrade usagecomplaint against denial of leave to appeal

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Key legal question

Whether payment before maturity using an agreed skonto creates an inkongruent coverage under § 131 InsO.

Extracted holding

A payment made before maturity to use a time-limited skonto option is generally congruent, not inkongruent.

Extracted reasoning

Inkongruent coverage is suspect because it is obtained when the creditor cannot yet demand performance. But where the debtor pays early to use an agreed discount, the performance is consistent with trade usage and the economic purpose of skonto, which is to induce prompt payment.

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