Tariff reference continued to govern wage after new collective agreement

BAG 5 AZR 167/12Bag / Division 5Mar 13, 2013Dismissed

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Omnilex summary

The Federal Labour Court dismissed the employee’s revision in a dispute over wage calculation. The plaintiff, a meat inspector, had been paid under an older tariff agreement until August 2008. After the VKA collective agreement for employees in meat inspection entered into force on 1 September 2008, he claimed continued payment under the old agreement. The Court held that the new collective agreement governed the remuneration, that the shift from piece-rate to time-based pay did not violate property, occupational freedom, human dignity, or negative association freedom, and that the lower court had correctly applied the Court’s case law. The plaintiff also had to bear the costs of the revision.

Omnilex headnote

Tarifliche Bezugnahme auf Tarifverträge in ihrer jeweiligen Fassung; Ablösung eines bisherigen Tarifvertrags durch einen neuen Tarifvertrag und Auswirkungen auf die Vergütung. Eine einzelvertragliche dynamische Bezugnahme erfasst den nachfolgenden Tarifvertrag; der Arbeitnehmer kann sich der Bezugnahme individualvertraglich entziehen, nicht aber deren Wirksamkeit unter Hinweis auf Eigentum, Berufsfreiheit, Menschenwürde oder negative Koalitionsfreiheit in Frage stellen. Die Umstellung von Stück- auf Zeitvergütung in der Fleischuntersuchung ist zulässig und begründet keinen verfassungsrechtlichen Eingriff (vgl. consid. 6).

Full text

BAG — 5 AZR 167/12, Urteil

Entscheidungsdatum: 2013-03-13

Aktenzeichen: 5 AZR 167/12

Dokumenttyp: Urteil

Vorinstanz: vorgehend ArbG Halle (Saale), 21. Januar 2010, Az: 5 Ca 1787/09 E, Urteilvorgehend Landesarbeitsgericht Sachsen-Anhalt, 27. Oktober 2011, Az: 3 Sa 131/10, Urteil

Spruchkörper: 5. Senat

Tenor

  1. Die Revision des Klägers gegen das Urteil des Landesarbeitsgerichts Sachsen-Anhalt vom 27. Oktober 2011 - 3 Sa 131/10 - wird zurückgewiesen.

  2. Der Kläger hat die Kosten der Revision zu tragen.

Tatbestand

1 Die Parteien streiten über die Höhe der Vergütung.

2 Der nicht tarifgebundene Kläger trat 2001 als Fleischkontrolleur in die Dienste des Rechtsvorgängers des beklagten Landkreises und wird in Großbetrieben eingesetzt. Der Kläger wurde bis Ende August 2008 nach dem Tarifvertrag über die Regelung der Rechtsverhältnisse der amtlichen Tierärzte und Fleischkontrolleure außerhalb öffentlicher Schlachthöfe-Ost vom 9. November 1994 (im Folgenden: TV Ang-O aöS) vergütet, an den der Beklagte kraft Mitgliedschaft in einem kommunalen Arbeitgeberverband und damit der VKA gebunden war. Zum 1. September 2008 trat der von der VKA geschlossene Tarifvertrag zur Regelung der Rechtsverhältnisse der Beschäftigten in der Fleischuntersuchung (im Folgenden: TV-Fleischuntersuchung) in Kraft, der TV Ang-O aöS trat außer Kraft.

3 Der Kläger hat sinngemäß beantragt festzustellen, dass der Beklagte verpflichtet sei, weiterhin Vergütung nach dem TV Ang-O aöS zu leisten. Der Beklagte hat Klageabweisung beantragt.

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Das Arbeitsgericht hat die Klage abgewiesen. Das Landesarbeitsgericht hat die Berufung zurückgewiesen. Mit der vom Landesarbeitsgericht zugelassenen Revision wird das Klagebegehren weiterverfolgt.

Entscheidungsgründe

5 Die Revision ist unbegründet.

6 I. Das Landesarbeitsgericht hat die Berufung gegen das die Klage abweisende Urteil des Arbeitsgerichts zu Recht und mit zutreffender Begründung in Anwendung der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts (vgl. BAG 16. Dezember 2009 - 5 AZR 888/08 - AP TVG § 1 Bezugnahme auf Tarifvertrag Nr. 73 = EzA TVG § 3 Bezugnahme auf Tarifvertrag Nr. 44; 23. März 2011 - 5 AZR 153/10 -; 18. April 2012 - 4 AZR 392/10 - NZA 2012, 1171) zurückgewiesen. Die Vergütung richtet sich seit dem 1. September 2008 nach dem TV-Fleischuntersuchung. Die gemäß § 7 TV-Fleischuntersuchung an Stelle der Stückvergütung neu eingeführte Zeitvergütung greift weder in bestehende Eigentumspositionen noch in die Berufsfreiheit der in der Fleischuntersuchung Beschäftigten ein. Die tarifliche Neuregelung verletzt nicht deren Menschenwürde. Die vom Landesarbeitsgericht vorgenommene Auslegung der einzelvertraglichen Bezugnahme auf Tarifverträge in ihrer jeweiligen Fassung berührt nicht die negative Koalitionsfreiheit der Beschäftigen (vgl. BAG 24. Februar 2010 - 4 AZR 691/08 - Rn. 47, 48, AP TVG § 1 Bezugnahme auf Tarifvertrag Nr. 75 = EzA TVG § 3 Bezugnahme auf Tarifvertrag Nr. 47; 10. November 2010 - 5 AZR 633/09 - ZTR 2011, 150) . Denn jedem einzelnen Arbeitnehmer bleibt es unbenommen, von einer einzelvertraglichen Bezugnahme auf einen Tarifvertrag Abstand zu nehmen.

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II. Die Kostenentscheidung beruht auf § 97 Abs. 1 ZPO.

Müller-GlögeLauxBiebl
BuschA. Christen

Keywords

collective agreementwage claimdynamic referencemeat inspectionnegative association freedomproperty rightsoccupational freedomcosts

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the defendant remained bound to pay wages under the former tariff agreement after 1 September 2008

Extracted holding

No. From 1 September 2008 remuneration was governed by the new collective agreement for meat inspection employees.

Extracted reasoning

The Court followed its prior case law and held that the contractual reference to tariffs in their current version meant the new agreement replaced the former one; the change to time-based pay did not infringe property, occupational freedom, or human dignity, and did not violate negative association freedom.

Key legal question

Whether the appeal against the dismissal judgment should succeed

Extracted holding

The revision was unfounded and had to be rejected.

Extracted reasoning

The appellate court correctly applied the Federal Labour Court’s case law.

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