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BGH 4 StR 131/16 ΓÇó Criminal revision dismissed; incomplete challenge to expert report complaint
BGH 4 StR 131/16Bgh / Criminal Chamber 4Jul 7, 2016Dismissed
The Federal Court of Justice dismissed the defendants' revisions as unfounded under § 349(2) StPO. It held that the case review disclosed no legal error to the defendants' detriment. The specific complaint by defendant T. alleging a violation of §§ 261, 267 StPO because the trial court relied on the oral expert opinion without considering an earlier draft report was inadmissibly pleaded under § 344(2) sentence 2 StPO. The revision did not explain whether the preliminary report had become part of the main hearing, which was indispensable for assessing any error. Each appellant had to bear the costs of his remedy.
§§ 261, 267, 344 Abs. 2 Satz 2 StPO; revision alleging failure to consider an earlier expert draft report: a violation of the principle of exhaustive assessment of evidence can be reviewed only if the appellant states that the allegedly omitted document became part of the main hearing. If the revision fails to assert this procedural fact, the complaint is inadmissible. A merely asserted divergence between a preparatory and an oral expert opinion does not suffice to establish a breach of § 261 StPO (cf. consid. on the admissibility of the challenge).
Entscheidungsdatum: 2016-07-07
Aktenzeichen: 4 StR 131/16
ECLI: ECLI:DE:BGH:2016:070716B4STR131.16.0
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: § 261 StPO, § 267 StPO, § 344 Abs 2 S 2 StPO
Vorinstanz: vorgehend LG Münster, 13. Oktober 2015, Az: 9 KLs 32/14
Spruchkörper: 4. Strafsenat
Revision im Strafverfahren: Verstoß gegen den Grundsatz der erschöpfenden Beweiswürdigung wegen Nichtverwertung eines vorläufigen Gutachtens
Die Revisionen der Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Münster vom 13. Oktober 2015 werden als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigungen keinen Rechtsfehler zum Nachteil der Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).
Jeder Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels zu tragen.
Ergänzend bemerkt der Senat:
Die von dem Angeklagten T. erhobene Rüge, das Landgericht habe gegen die §§ 261, 267 StPO (Grundsatz der erschöpfenden Beweiswürdigung) verstoßen, weil es dem in der Hauptverhandlung erstatteten Gutachten des Sachverständigen St. gefolgt sei, ohne das in einem wichtigen Punkt abweichende vorbereitende Gutachten desselben Sachverständigen vom 26. November 2013 in seine Erwägungen einzubeziehen, ist nicht zulässig ausgeführt (§ 344 Abs. 2 Satz 2 StPO). Denn die Revision verhält sich nicht dazu, ob das vorbereitende Gutachten zum Gegenstand der Hauptverhandlung geworden ist. Dergleichen ergibt sich auch nicht aus den Gründen des angefochtenen Urteils. Das Revisionsgericht kann deshalb nicht prüfen, ob das vorläufige Gutachten zum Ergebnis der Hauptverhandlung gehört hat, denn nur dann kann das Landgericht durch dessen Nichtverwertung gegen § 261 StPO verstoßen haben (vgl. BGH, Urteil vom 9. Mai 2006 - 1 StR 37/06; NStZ 2006, 650).
Sost-Scheible Cierniak Franke
Mutzbauer Quentin