Non-admission complaint rejected; no limitation tolling from defective conciliation request

BGH III ZR 377/14Bgh / Civil Chamber IIIOct 28, 2015Dismissed

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Omnilex summary

The Federal Court of Justice rejected the plaintiffs’ complaint against the denial of leave to appeal in an investment-advice damages case. It held that the requirements of section 543(2) ZPO were not met. The conciliation request submitted on 22 December 2011 did not sufficiently individualize the asserted claim under section 204(1) no. 4 BGB, so limitation was not tolled and the defendant’s limitation defense remained effective. The action was therefore unfounded. The plaintiffs were ordered to bear the costs of the complaint proceedings.

Omnilex headnote

§ 543 Abs. 2 ZPO, § 204 Abs. 1 Nr. 4 BGB; Anforderungen an die Zulassung der Revision und an die individualisierende Bezeichnung des prozessualen Anspruchs im Güteantrag. Die Nichtzulassungsbeschwerde ist unbegründet, wenn weder grundsätzliche Bedeutung noch sonstige Zulassungsgründe vorliegen. Ein Güteantrag hemmt die Verjährung nur hinsichtlich des hinreichend individualisierten Streitgegenstands; die bloße Bezugnahme auf einen Anlageberatungsfehler genügt nicht, wenn die maßgeblichen Pflichtverletzungen nicht so konkret bezeichnet sind, dass der Anspruch eindeutig abgrenzbar wird (vgl. auch § 199 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 BGB, Art. 229 § 6 Abs. 4 Satz 1 EGBGB).

Full text

BGH — III ZR 377/14, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2015-10-28

Aktenzeichen: III ZR 377/14

Dokumenttyp: Beschluss

Vorinstanz: vorgehend OLG Celle, 1. Dezember 2014, Az: 11 U 143/14vorgehend LG Hannover, 5. Juni 2014, Az: 4 O 116/13

Spruchkörper: 3. Zivilsenat

Tenor

Die Beschwerde der Kläger gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Beschluss des 11. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Celle vom 1. Dezember 2014 - 11 U 143/14 - wird zurückgewiesen.

Die Kläger haben die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu tragen.

Streitwert: 91.618,41 €

Gründe

1 1. Die Beschwerde der Kläger gegen die Nichtzulassung der Revision in dem angefochtenen Beschluss ist unbegründet, weil die Zulassungsvoraussetzungen des § 543 Abs. 2 ZPO nicht vorliegen.

2 a) Die mit der Beschwerde aufgeworfene Grundsatzfrage, ob entsprechend der Auffassung der Vorinstanzen die Veranlassung der Bekanntgabe des Güteantrags die Verjährung eines Schadensersatzanspruchs wegen fehlerhafter Anlageberatung nur insoweit hemmt, als die Pflichtverletzungen im Antrag konkret bezeichnet werden (§ 204 Abs. 1 Nr. 4, § 209 BGB), ist inzwischen höchstrichterlich - im Sinne der von den Klägern vertretenen Rechtsauffassung - geklärt.

3 b) Die Zulassung der Revision ist gleichwohl nicht veranlasst, weil der Güteantrag der Kläger vom 22. Dezember 2011 - wie die Beschwerdeerwiderung mit Recht rügt und der Senat für gleichlautende Güteanträge bereits mehrfach entschieden hat - nicht den Anforderungen an die erforderliche Individualisierung des geltend gemachten prozessualen Anspruchs nach § 204 Abs. 1 Nr. 4 BGB genügt. Demzufolge erweist sich die Verjährungseinrede der Beklagten als durchgreifend und ist die Klage insgesamt unbegründet (§ 199 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 BGB, Art. 229 § 6 Abs. 4 Satz 1 EGBGB).

4 c) Auf seinen Beschluss vom 16. Juli 2015 in der parallel gelagerten Sache III ZR 302/14 (BeckRS 2015, 13231 mwN in Rn. 4) nimmt der Senat ergänzend Bezug.

5 2. Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbsatz 2 ZPO abgesehen.

Herrmann Seiters Tombrink

Remmert Reiter

Keywords

non-admission complaintlimitationconciliation requestindividualization of claiminvestment advicerevision leavecosts

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether leave to appeal should be granted under section 543(2) ZPO

Extracted holding

The requirements for allowing revision were not met.

Extracted reasoning

The case raised no unresolved issue warranting leave; the cited limitation question had already been clarified by the Federal Court of Justice.

Key legal question

Whether the plaintiffs' conciliation request of 22 December 2011 tolled limitation for the asserted damages claim

Extracted holding

No effective tolling occurred because the request did not sufficiently individualize the procedural claim under section 204(1) no. 4 BGB.

Extracted reasoning

The request lacked the necessary specificity for the asserted claim; therefore the limitation defense succeeded and the action was unfounded.

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