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BGH III ZB 75/13 ΓÇó No direct enforcement of Swiss arbitral award against non-parties
BGH III ZB 75/13Bgh / Civil Chamber IIINov 5, 2014Dismissed
The Federal Court of Justice held that the applicant’s legal complaint against the Karlsruhe Higher Regional Court was inadmissible. The court agreed with the lower court that a Swiss arbitral award rendered against a joint venture could not be declared directly enforceable against the respondents, and that neither a correction of the caption under § 319 ZPO nor a substitution of the title under § 727 ZPO was possible. It also upheld the finding that the award was not recognizable against the respondents in Germany. The applicant was ordered to bear the costs.
§ 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, Abs. 2 ZPO; § 1025 Abs. 4, § 1062 Abs. 1 Nr. 4 Alt. 2, § 1065 Abs. 1 Satz 1 ZPO: The legal complaint against a decision on recognition and declaration of enforceability of an arbitral award is admissible only if the statutory admission requirements are met. An award rendered against a joint venture cannot be declared directly enforceable against persons not designated as award debtors; neither rectification of the caption under § 319 Abs. 1 ZPO nor substitution of the title under § 727 ZPO serves to replace the substantive debtor named in the award. A separate declaration of non-recognition under § 1061 Abs. 2 ZPO is permissible and does not create prejudicial res judicata for later civil proceedings; the scope of the decision’s legal force is determined, if necessary, by reference to its reasons (consid. 1-2).
Entscheidungsdatum: 2014-11-05
Aktenzeichen: III ZB 75/13
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: § 319 Abs 1 ZPO, § 574 Abs 1 S 1 Nr 1 ZPO, § 727 ZPO, § 1025 Abs 4 ZPO, § 1062 Abs 1 Nr 4 Alt 2 ZPO, § 1065 Abs 1 S 1 ZPO
Vorinstanz: vorgehend OLG Karlsruhe, 23. Juli 2013, Az: 8 Sch 2/12, Beschluss
Spruchkörper: 3. Zivilsenat
Vollstreckbarerklärung eines schweizerischen Schiedsspruchs bei Schiedsverfahren gegen ein Joint Venture
Die Rechtsbeschwerde der Antragstellerin gegen den Beschluss des 8. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Karlsruhe vom 23. Juli 2013 - 8 Sch 2/12 - wird auf ihre Kosten als unzulässig verworfen, weil weder die Rechtssache grundsätzliche Bedeutung hat noch die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Rechtsbeschwerdegerichts erfordert (§ 574 Abs. 2 ZPO).
Beschwerdewert: 30 Mio. € (§ 39 Abs. 2 GKG)
1 Die von Gesetzes wegen statthafte (§ 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 i.V.m. § 1025 Abs. 4, § 1062 Abs. 1 Nr. 4 Fall 2, § 1065 Abs. 1 Satz 1 ZPO) Rechtsbeschwerde ist unzulässig. Sie hat weder grundsätzliche Bedeutung noch erfordert die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Rechtsbeschwerdegerichts.
2 Der Senat teilt im Übrigen auch in der Sache die Auffassung des Oberlandesgerichts, dass der zwischen der Klägerin und dem "J. V. B. - Al H. " ergangene streitgegenständliche Schiedsspruch nicht unmittelbar gegen die Antragsgegnerinnen für vollstreckbar erklärt werden kann und insoweit unter anderem keine Berichtigung des Rubrums nach § 319 Abs. 1 ZPO oder eine Umschreibung des Titels nach § 727 ZPO möglich ist. Auch ist es nicht zu beanstanden, dass das Oberlandesgericht - über die Ablehnung der Vollstreckbarerklärung hinaus - nach § 1061 Abs. 2 ZPO festgestellt hat, dass der Schiedsspruch im Inland nicht gegenüber den Antragsgegnerinnen anzuerkennen ist. Die Befürchtung der Antragstellerin, dies habe negative präjudizielle Folgen für eine zukünftige Leistungs- oder Feststellungsklage gegen die Antragsgegnerinnen, vermag der Senat nicht zu teilen. Denn da der Inhalt des Beschlusses und damit der Umfang seiner Rechtskraft erforderlichenfalls auch unter Heranziehung der Entscheidungsgründe zu bestimmen ist (vgl. nur BGH, Urteil vom 10. Mai 2011 - II ZR 227/09, NJW 2011, 2292 Rn. 13; BVerfG NJW 2003, 3759 mwN), kann hier aus der Nichtanerkennung nicht abgeleitet werden, dass es der Antragstellerin in einem solchen Verfahren verwehrt wäre, sich auf die von ihr insoweit behauptete materielle Rechtslage nach katarischem Recht zu berufen.
3 Von einer weiteren Begründung wird nach § 577 Abs. 6 Satz 2, 3 ZPO abgesehen.
Schlick Herrmann Wöstmann
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