Methamphetamine manufacture: non-small quantity determined by actual output

BGH 4 StR 375/14Bgh / Criminal Chamber 4Sep 23, 2014Dismissed

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Omnilex summary

The Federal Court partly corrected the defendant's conviction for methamphetamine-related offenses. It held that for non-profit manufacture, the distinction between simple manufacture and aggravated manufacture in a non-small quantity depends on the actually produced amount, not on the intended quantity. Since only an intermediate product and trace amounts had been obtained, the conduct amounted only to completed manufacture under § 29(1) BtMG. The court nonetheless upheld the individual sentence and total sentence, finding no reason to assume a lower sentence would have been imposed. The revision was otherwise dismissed, and the defendant was ordered to pay the costs.

Omnilex headnote

§ 29 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 BtMG, § 29a Abs. 1 Nr. 2 BtMG; Herstellung von Betäubungsmitteln und Bestimmung der nicht geringen Menge: Bei nicht auf Gewinnerzielung gerichteter Herstellung richtet sich die Abgrenzung zwischen einfacher Herstellung und Herstellung in nicht geringer Menge nach der tatsächlich erzeugten Betäubungsmittelmenge; auf eine erst beabsichtigte Endmenge kommt es nicht an. Anders ist bei gewinnorientiertem Handeltreiben, bei dem die für den Weiterverkauf bestimmte Endmenge maßgeblich sein kann. Eine Schuldspruchänderung steht § 265 StPO nicht entgegen, wenn sich der Angeklagte nicht anders hätte verteidigen können; die Strafe bleibt bestehen, wenn ausgeschlossen werden kann, dass das Tatgericht bei zutreffender rechtlicher Würdigung eine mildere Strafe verhängt hätte.

Full text

BGH — 4 StR 375/14, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2014-09-23

Aktenzeichen: 4 StR 375/14

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 29 Abs 1 S 1 Nr 1 BtMG, § 29a Abs 1 Nr 2 BtMG

Vorinstanz: vorgehend LG Frankenthal, 7. März 2014, Az: 5227 Js 16706/11 - 2 KLs

Spruchkörper: 4. Strafsenat

Titelzeile

Betäubungsmitteldelikt: Bestimmung der nicht geringen Menge beim Herstellen von Betäubungsmitteln

Tenor

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Frankenthal (Pfalz) vom 7. März 2014 wird mit der Maßgabe als unbegründet verworfen, dass der Angeklagte des unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in Tateinheit mit unerlaubtem Herstellen von Betäubungsmitteln und unerlaubtem Erwerb und Besitz von Grundstoffen entgegen § 3 GÜG sowie des Betruges schuldig ist.

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

Gründe

1 Der Schuldspruch war wie aus der Urteilsformel ersichtlich abzuändern, weil sich der Angeklagte durch die bis zur Erarbeitung eines Zwischenprodukts vorangetriebene Synthese von Methamphetamin hinsichtlich der für den Eigenverbrauch bestimmten Menge nur wegen (vollendeten) Herstellens von Betäubungsmitteln gemäß § 29 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BtMG, nicht aber wegen Herstellens von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge (§ 29a Abs. 1 Nr. 2 BtMG) schuldig gemacht hat (zum Begriff des Herstellens vgl. BGH, Urteil vom 3. Dezember 1997 - 2 StR 270/97, BGHSt 43, 336, 344).

2 Bei der als Handeltreiben zu bewertenden Herstellung von Betäubungsmitteln zum gewinnbringenden Weiterverkauf bestimmt sich die nicht geringe Menge i.S.v. § 29a Abs. 1 Nr. 2 BtMG nach der Menge, die letztlich erzielt und veräußert werden soll (vgl. BGH, Urteil vom 20. Dezember 2012 - 3 StR 407/12, BGHSt 58, 99; Urteil vom 6. November 2013 - 5 StR 302/13, NStZ-RR 2014, 48, jeweils zum unerlaubten Anbau von Betäubungsmitteln). Demgegenüber kommt es beim nicht auf Gewinnerzielung gerichteten Herstellen für die Abgrenzung des Herstellens von Betäubungsmitteln gemäß § 29 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BtMG vom Herstellen von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge (§ 29a Abs. 1 Nr. 2 BtMG) auf die tatsächlich erzeugte Betäubungsmittelmenge an. Da es dem Angeklagten bis zum Eingreifen der Polizei nur gelungen war, Produkte mit Spuren von Amphetamin und Methamphetamin zu gewinnen, hat er sich - soweit es dabei um die Erzeugung von Methamphet-amin für den Eigenverbrauch ging - daher nur des unerlaubten Herstellens von Betäubungsmitteln gemäß § 29 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BtMG schuldig gemacht.

3 § 265 StPO steht der Änderung des Schuldspruchs nicht entgegen, da sich der Angeklagte nicht anders als geschehen hätte verteidigen können. Die im Fall II. 1. verhängte Einzelstrafe konnte gleichwohl bestehen bleiben. Der Senat vermag auszuschließen, dass die Strafkammer bei zutreffender rechtlicher Bewertung eine niedrigere Strafe verhängt hätte. Damit hat auch die Gesamtstrafe Bestand.

4 Die weitere Überprüfung des Urteils hat keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben (§ 349 Abs. 2 StPO).

Sost-Scheible Cierniak Franke

Bender Quentin

Keywords

drug traffickingmethamphetaminemanufacturenon-small quantitysentencerevisioncosts

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the defendant's methamphetamine synthesis for personal use amounted to manufacture in a non-small quantity under § 29a BtMG.

Extracted holding

No. Because only an intermediate product and traces of amphetamine and methamphetamine had been obtained, the offense was only completed manufacture under § 29(1) No. 1 BtMG, not manufacture in a non-small quantity.

Extracted reasoning

For non-profit manufacture, the distinction between simple manufacture and manufacture in a non-small quantity depends on the quantity actually produced, unlike profit-oriented trafficking manufacture where the intended final quantity matters.

Key legal question

Whether the corrected legal assessment required a reduction of the individual and overall sentence.

Extracted holding

No. The court could exclude that the trial court would have imposed a lower sentence under the correct legal classification; the individual sentence and total sentence remained intact.

Extracted reasoning

The error in the conviction label did not affect sentencing to the defendant's detriment in a way that would justify altering the sentence.

Key legal question

Whether the revision should otherwise succeed.

Extracted holding

No further legal error to the defendant's detriment was found.

Extracted reasoning

The remaining review under § 349(2) StPO revealed no reversible error.

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