Revision fee value for confiscation participant counsel

BGH 1 StR 166/07Bgh / Criminal Chamber IOct 7, 2014Granted

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Omnilex summary

The Federal Court of Justice fixed the value in dispute for the revision proceedings concerning the counsel fees of confiscation participant O. at EUR 30 million. The prosecution had challenged the omission of a value confiscation order in the lower court. The court held that the relevant measure is the participant's economic interest in resisting the prosecution's revision. Insolvency of the participant did not justify a reduction, because enforceability of the requested confiscation order was not shown to be plainly impossible. The decision was made without court fees and with no costs reimbursement.

Omnilex headnote

§ 33 Abs. 1, § 2 Abs. 1 RVG; Wertfestsetzung im Revisionsverfahren für den Vertreter eines Verfallsbeteiligten. Maßgeblich ist das wirtschaftliche Interesse des Verfallsbeteiligten an der Abwehr der Revision der Staatsanwaltschaft, soweit diese die Unterlassung einer Verfallsanordnung beanstandet. Der Gegenstandswert bemisst sich nach dem Umfang des mit der Revision verfolgten Verfallsbetrags, begrenzt durch die Wertobergrenze des RVG. Eine bloße Insolvenz des Betroffenen rechtfertigt keine Herabsetzung; erforderlich wäre, dass die Verfallsanordnung erkennbar nicht durchsetzbar gewesen wäre (vgl. consid. 1–4).

Full text

BGH — 1 StR 166/07, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2014-10-07

Aktenzeichen: 1 StR 166/07

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 2 Abs 1 RVG, § 33 Abs 1 RVG, Nr 4142 RVG-VV, § 73 Abs 1 S 1 StGB, § 73c Abs 1 S 2 StGB

Vorinstanz: vorgehend BGH, 30. Mai 2008, Az: 1 StR 166/07, Urteilvorgehend LG Mannheim, 14. Juni 2006, Az: 22 KLs 605 Js 27831/04

Spruchkörper: 1. Strafsenat

Titelzeile

Rechtsanwaltskosten in Strafsachen: Festsetzung des Gegenstandswerts der Gebühren von Vertretern von Verfallsbeteiligten im Revisionsverfahren

Tenor

Der Gegenwert für das Revisionsverfahren wird hinsichtlich der Verfallsbeteiligten O. auf 30.000.000,00 Euro festgesetzt.

Die Entscheidung ergeht gerichtsgebührenfrei. Kosten werden nicht erstattet.

Gründe

1 Der vom Senat nach § 33 Abs. 1, § 2 Abs. 1 RVG festzusetzende Gegenstandswert für die Tätigkeit des Vertreters der Verfallsbeteiligten im Revisionsverfahren bemisst sich nach dem wirtschaftlichen Interesse der Verfallsbeteiligten an der Abwehr der Revision der Staatsanwaltschaft, soweit diese das Unterlassen einer Verfallsanordnung beanstandet hat (vgl. BGH, Beschluss vom 30. April 2014 - 1 StR 53/13).

2 Das Landgericht hatte in dem angefochtenen und vom Senat mit Urteil vom 30. Mai 2008 aufgehobenen Ausspruch über den Verfall gegen die Nebenbeteiligte ganz von der Anordnung des Wertersatzverfalls abgesehen. Die Staatsanwaltschaft hat, nachdem sie erstinstanzlich im Schlussvortrag die Anordnung des Verfalls von Wertersatz gegen die Verfallsbeteiligte in Höhe von mehr als 33 Mio. Euro beantragt hatte, im Revisionsverfahren beanstandet, das Landgericht habe aufgrund einer rechtsfehlerhaften Anwendung von § 73 Abs. 1 Satz 1, § 73c Abs. 1 Satz 2 StGB zu Unrecht von der Anordnung des Verfalls von Wertersatz im Betrag von 32.643.155 Euro abgesehen. Der Gegenstandswert beträgt demgemäß mit Blick auf die sich aus § 22 Abs. 2 Satz 1 RVG ergebende Werthöchstgrenze 30.000.000,00 Euro.

3 Auch im Hinblick darauf, dass über das Verfahren der Verfallsbeteiligten bereits das Insolvenzverfahren eröffnet war, war der Gegenstandswert nicht zu verringern. Denn jedenfalls liegt ein Fall, in dem die Verfallsanordnung erkennbar nicht durchsetzbar gewesen wäre (vgl. hierzu BGH, Beschluss vom 14. Dezember 2006 - 5 StR 119/05, NStZ 2007, 341), nicht vor. Soweit das Landgericht im angefochtenen Urteil ausgeführt hatte, die Insolvenzmasse werde voraussichtlich ohnehin nicht ausreichen, um sämtliche Gläubiger zu befriedigen, folgt hieraus nicht, dass die Durchsetzung der von der Staatsanwaltschaft mit ihrer Revision angestrebten Verfallsanordnung realistischerweise nicht in Betracht gekommen wäre.

4 War damit im Revisionsverfahren nicht von einer mangelnder Werthal-tigkeit der Verfallsanordnung auszugehen, kann offen bleiben, ob dieser Umstand überhaupt zu einer Minderung des Gegenstandswerts führen könnte (ebenfalls offen gelassen in BGH, Beschlüsse vom 30. April 2014 - 1 StR 245/09 und 1 StR 53/13; vgl. aber auch BGH, Beschluss vom 24. März 2009 - 5 StR 225/06).

Graf Jäger Cirener

Radtke Mosbacher

Keywords

value in disputerevisionconfiscationinsolvencycourt feeseconomic interest

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Key legal question

What is the value in dispute for the revision proceedings concerning the confiscation participant's counsel fees?

Extracted holding

The value in dispute is fixed at EUR 30,000,000.

Extracted reasoning

The relevant economic interest is the confiscation participant's interest in resisting the prosecution's revision insofar as it attacked the failure to order value confiscation. The amount claimed by the prosecution exceeded the statutory ceiling, so the court applied the RVG value cap.

Key legal question

Does the participant's insolvency justify reducing the value in dispute?

Extracted holding

No reduction was made.

Extracted reasoning

The court found no case in which the confiscation order was evidently unenforceable. The mere fact that the insolvency estate would likely not satisfy all creditors did not show that enforcement of the requested confiscation order was unrealistically impossible.

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