No immediate appeal against refusal of legal aid

BGH PatAnwZ 3/14Bgh / Senat FüR PatentanwaltssachenSep 24, 2014Dismissed

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Omnilex summary

The Federal Court of Justice held that no immediate complaint is available against the Oberlandesgericht's refusal of legal aid in a patent attorney administrative matter. Because the VwGO rules apply via Section 94b PAO and Section 152(1) VwGO does not permit such an appeal, Section 173 VwGO does not revive a ZPO-based immediate complaint. As the proposed remedy was inadmissible, the application for legal aid failed for lack of sufficient prospects of success.

Omnilex headnote

§ 94b Abs. 1 PAO, § 152 Abs. 1 VwGO, § 166 VwGO; Statthaftigkeit der sofortigen Beschwerde gegen die Versagung von Prozesskostenhilfe in verwaltungsrechtlichen Patentanwaltssachen. Das Oberlandesgericht ist im gerichtlichen Verfahren einem Oberverwaltungsgericht gleichgestellt; für Rechtsmittel gilt grundsätzlich die VwGO abschließend. Eine sofortige Beschwerde zum Bundesgerichtshof gegen die Ablehnung von Prozesskostenhilfe ist daher nicht gegeben, auch nicht über § 173 VwGO i.V.m. § 127 Abs. 2, 3, § 567 Abs. 1 ZPO, wenn die VwGO eine vollständige Regelung enthält. Fehlt es an der Statthaftigkeit des beabsichtigten Rechtsmittels, so fehlt regelmäßig auch die hinreichende Erfolgsaussicht im Sinn von § 114 Abs. 1 Satz 1 ZPO.

Full text

BGH — PatAnwZ 3/14, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2014-09-24

Aktenzeichen: PatAnwZ 3/14

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 94a Abs 2 PatAnwO, § 94b Abs 1 PatAnwO, § 152 Abs 1 VwGO, § 166 VwGO, § 114 Abs 1 S 1 ZPO, § 567 Abs 1 ZPO

Vorinstanz: vorgehend OLG München, 25. März 2014, Az: PatA-Z 3/13

Spruchkörper: Senat für Patentanwaltssachen

Titelzeile

Verwaltungsrechtliche Patentanwaltssache: Beschwerde gegen die Versagung von Prozesskostenhilfe

Tenor

Der Antrag auf Prozesskostenhilfe für die beabsichtigte sofortige Beschwerde gegen den Beschluss des Senats für Patentanwaltssachen des Oberlandesgerichts München vom 25. März 2014 wird zurückgewiesen.

Gründe

I.

1 Der Kläger ist zur Ausbildung für den Beruf des Patentanwalts zugelassen worden. Nachdem der ausbildende Patentanwalt die Kündigung des Aus-bildungs- und Beschäftigungsverhältnisses mit dem Antragsteller erklärt hat, hat die Antragsgegnerin mit Bescheid vom 18. August 2010 festgestellt, dass die Ausbildung des Antragstellers ruhe. Der Antragsteller hat Prozesskostenhilfe für eine beabsichtigte Klage gegen diesen Bescheid beantragt. Das Oberlandesgericht hat den Antrag mangels hinreichender Erfolgsaussicht der beabsichtigten Klage abgelehnt. Der Kläger beabsichtigt, dagegen eine sofortige Beschwerde beim Bundesgerichtshof einzureichen und beantragt Prozesskostenhilfe.

II.

2 Der Antrag auf Prozesskostenhilfe für das Verfahren der sofortigen Beschwerde bleibt erfolglos, weil die beabsichtigte Rechtsverfolgung keine Aussicht auf Erfolg bietet (§ 94b Abs. 1 PAO, § 166 VwGO, § 114 Abs. 1 Satz 1 ZPO).

3 Eine (sofortige) Beschwerde gegen den Beschluss, mit dem das Oberlandesgericht dem Antragsteller Prozesskostenhilfe für das beabsichtigte Klageverfahren versagt hat, ist nicht statthaft. Gemäß § 94b Abs. 1 Satz 1 PAO gelten für das gerichtliche Verfahren in verwaltungsrechtlichen Patentanwaltssachen die Vorschriften der Verwaltungsgerichtsordnung entsprechend, soweit die Patentanwaltsordnung keine abweichenden Bestimmungen enthält. Das Oberlandesgericht steht einem Oberverwaltungsgericht gleich (§ 94b Abs. 1 Satz 2 PAO). Entscheidungen der Oberverwaltungsgerichte können - von bestimmten, hier nicht einschlägigen Ausnahmefällen abgesehen - nicht mit der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht angefochten werden (§ 152 Abs. 1 VwGO). Die Patentanwaltsordnung enthält keine abweichenden Bestimmungen. Nach § 94a Abs. 2 PAO entscheidet der Bundesgerichtshof vielmehr nur über die Rechtsmittel der Berufung gegen Urteile des Oberlandesgerichts und der Beschwerde nach § 17a Abs. 4 Satz 4 GVG (zu den entsprechenden Vorschriften über das Verfahren in verwaltungsrechtlichen Anwaltssachen vgl. BGH, Beschluss vom 4. September 2012 - AnwZ (B) 3/12, juris Rn. 2; vom 28. März 2013 - AnwZ (B) 4/12, juris Rn. 4). Damit scheidet insbesondere eine sofortige Beschwerde im Sinn von § 166 VwGO i.V.m. § 127 Abs. 2 Satz 2 ZPO zum Bundesgerichtshof aus.

4 Dass der abgelehnte Prozesskostenhilfeantrag ein (beabsichtigtes) erstinstanzliches Verfahren vor dem Oberlandesgericht betrifft, führt entgegen der Ansicht des Antragstellers nicht zur Statthaftigkeit einer sofortigen Beschwerde in entsprechender Anwendung von § 127 Abs. 2, 3, § 567 Abs. 1 ZPO. Dem vom Antragsteller zitierten Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts vom 7. April 2010 (5 B 12/10, juris Rn. 3) ist nicht zu entnehmen, dass wegen § 173 VwGO eine sofortige Beschwerde gegen erstinstanzliche Entscheidungen gerade der Oberverwaltungsgerichte eröffnet sei. Letzteres ist auch nicht der Fall, weil § 173 eine entsprechende Anwendung der Zivilprozessordnung nur erlaubt, soweit die Vorschriften der Verwaltungsprozessordnung, wie hier § 152 VwGO, keine abschließende Regelung enthalten (vgl. Eyermann/Happ, VwGO, 14. Aufl., § 152 Rn. 1). Dementsprechend wird in der höchstrichterlichen Rechtsprechung und im Schrifttum eine Beschwerde gegen die Versagung von Prozesskostenhilfe durch das Oberverwaltungsgericht ganz einhellig und ohne Einschränkung abgelehnt (BVerwG, Beschluss vom 14. August 2012 - 5 B 45/12, juris Rn. 2; vom 31. März 2014 - 10 KSt 1/14, juris Rn. 5; Kopp/Schenke, VwGO, 20. Aufl., § 166 Rn. 19 aE; Eyermann/Happ, aaO § 166 Rn. 54; Neumann in Sodan/Ziekow, VwGO, 4. Aufl., § 166 Rn. 226; Olbertz in Schoch/Schneider/Bier, VwGO, Stand Jan. 2002, § 166 Rn. 84; Wysk, VwGO, § 166 Rn 68; Bader in Bader/Funke-Kaiser/Kuntze/von Albedyll, VwGO, 4. Aufl., § 166 Rn. 56; BeckOK-VwGO/Kreher, Stand Juli 2014, § 166 Rn. 52; vgl. auch BVerwG, Buchholz 310 § 152 VwGO Nr. 9; M. Redeker in Redeker/von Oertzen, VwGO, 16. Aufl., § 152 Rn. 1). Im Übrigen würde eine entsprechende Anwendung von § 567 Abs. 1 ZPO eine sofortige Beschwerde gegen Entscheidungen in erstinstanzlichen oberverwaltungsgerichtlichen Verfahren schon deshalb nicht eröffnen, weil diese Vorschrift nur ein Rechtsmittel gegen erstinstanzliche Entscheidungen der Amts- und Landgerichte vorsieht.

Kayser Hubert Grabinski

Becker Weller

Keywords

legal aidimmediate complaintadmissibilitypatent attorney trainingadministrative proceduresuccess prospects

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Key legal question

Whether an immediate complaint lies against the refusal of legal aid in a patent attorney administrative matter

Extracted holding

No immediate complaint to the Federal Court of Justice is available against the OLG's refusal of legal aid.

Extracted reasoning

Section 94b PAO refers to the VwGO, the OLG is treated like an OVG, and Section 152(1) VwGO excludes complaints to the higher federal court except in non-applicable cases. Section 173 VwGO does not open a supplementary ZPO appeal where the VwGO provides a complete rule.

Key legal question

Whether legal aid should be granted for the intended immediate complaint

Extracted holding

Legal aid is refused because the intended legal remedy has no prospect of success.

Extracted reasoning

Since the planned immediate complaint is not statutorily admissible, the intended prosecution lacks sufficient prospects of success under Section 114(1) ZPO.

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