Preliminary municipal approval may be granted in advance

BGH II ZR 67/13Bgh / Civil Chamber IIJun 3, 2014Withdrawn

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Omnilex summary

The Federal Court of Justice in a written procedural order indicated that it intended to reject the defendant's revision under Section 552a ZPO. It held that no ground for admission existed because the case raised no question of fundamental significance and the decisive municipal-law issue had already been answered in prior case law. The court reaffirmed that, under the former Thuringian provisional municipal ordinance, a municipality's suretyship could be approved in advance by the supervisory authority. The file note states that the revision proceedings were ultimately concluded by withdrawal.

Omnilex headnote

§ 552a ZPO; revision may be rejected by notice where no reason for admission exists and no prospect of success is apparent. Fundamental significance requires a decisive, clarifiable legal question of general importance. Where the pivotal legal issue has already been resolved by the Federal Court of Justice, divergent academic opinion alone does not establish a need for renewed review. Under the former provisional Thuringian municipal ordinance, the supervisory authority could grant approval for a municipal suretyship in advance; later municipal-code provisions expressly regulating legal effectiveness do not control that assessment.

Full text

BGH — II ZR 67/13, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2014-06-03

Aktenzeichen: II ZR 67/13

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 123 Abs 2 KomO TH 2003, § 45 Abs 2 KomO TH 1992, § 552a ZPO

Vorinstanz: vorgehend Thüringer Oberlandesgericht, 23. Januar 2013, Az: 7 U 336/12, Urteilvorgehend LG Gera, 30. März 2012, Az: 4 O 1592/09

Spruchkörper: 2. Zivilsenat

Titelzeile

Kommunalrecht in Thüringen: Voraberteilung einer kommunalaufsichtlichen Genehmigung

Tenor

Die Parteien werden darauf hingewiesen, dass der Senat beabsichtigt, die Revision der Beklagten gegen das Urteil des 7. Zivilsenats des Thüringer Oberlandesgerichts in Jena vom 23. Januar 2013 gemäß § 552a ZPO auf ihre Kosten zurückzuweisen.

Der Streitwert für das Revisionsverfahren wird auf 69.667,42 € festgesetzt.

Gründe

1 Die Revision ist zurückzuweisen, weil die Voraussetzungen für ihre Zulassung nicht vorliegen und die Revision auch keine Aussicht auf Erfolg hat.

2 I. Ein Zulassungsgrund besteht nicht. Weder erfordern die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts noch stellen sich Fragen von grundsätzlicher Bedeutung.

3 1. Grundsätzliche Bedeutung kommt einer Rechtssache zu, wenn sie eine entscheidungserhebliche, klärungsbedürftige und klärungsfähige Rechtsfrage aufwirft, die sich in einer unbestimmten Vielzahl von Fällen stellen kann und deswegen das abstrakte Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts berührt. Klärungsbedürftig ist eine Rechtsfrage dann, wenn sie zweifelhaft ist, also über Umfang und Bedeutung einer Rechtsvorschrift Unklarheiten bestehen. Derartige Unklarheiten bestehen unter anderem dann, wenn die Rechtsfrage vom Bundesgerichtshof bisher nicht entschieden ist und von einigen Oberlandesgerichten unterschiedlich beantwortet wird, oder wenn in der Literatur unterschiedliche Meinungen vertreten werden (BGH, Beschluss vom 8. Februar 2010 - II ZR 156/09, ZIP 2010, 1080). Diese Voraussetzungen liegen nicht vor.

4 Das Berufungsgericht hat die Revision zugelassen, weil der Bundesgerichtshof den Meinungsstreit noch nicht behandelt habe, ob eine kommunalaufsichtliche Genehmigung nur nachträglich erteilt werden könne oder auch im Voraus. Diese Rechtsfrage ist in diesem Umfang nicht entscheidungserheblich. Entscheidungserheblich ist allein, ob die Rechtsaufsichtsbehörde eine Bürgschaft durch die Gemeinde nach § 45 Abs. 2 der vorläufigen Kommunalordnung für das Land Thüringen (VKO) in der Fassung der Neubekanntmachung vom 24. Juli 1992 (GVBl. 1992, 383) vor deren Übernahme genehmigen kann. Diese, im dortigen Verfahren in der Berufungsinstanz problematisierte Frage, hat der Bundesgerichtshof aber bereits mit Urteil vom 19. März 1998 bejaht (IX ZR 120/97, ZIP 1998, 822, juris Rn. 4 und 28 ff.).

5 2. Die in Teilen des neueren kommunalverfassungsrechtlichen Schrifttums vertretene Auffassung, dass im Verfahrensablauf stets der Abschluss des Vertrags der Genehmigung vorauszugehen habe und eine gleichwohl vorweg erteilte Genehmigung keine Wirkung für das noch abzuschließende Rechtsgeschäft entfalte (vgl. etwa zu § 123 ThürKO Wachsmuth/Oehler, Thüringer Kommunalordnung, § 123 Anm. 4; Rückert/Oehler/Schmidt, Kommunalverfassungsrecht Thüringen, § 123 Anm. 5; zu Art. 117 BayGemO Widtmann/Grasser/Glaser, Bayerische Gemeindeordnung, Art. 117 Rn. 6) gibt keinen Anlass, die bereits höchstrichterlich beantwortete Frage einer erneuten Überprüfung zu unterziehen. Denn diese Auffassung wurde im Wesentlichen unter der Geltung des § 123 Abs. 2 ThürKO und vergleichbaren Vorschriften in anderen Kommunalordnungen entwickelt, die die Rechtswirksamkeit genehmigungsbedürftiger Geschäfte der Gemeinden ausdrücklich regeln. Eine dem § 123 Abs. 2 ThürKO entsprechende Vorschrift kannte die vorläufige Kommunalordnung für das Land Thüringen indes nicht.

6 II. Da sich die Beklagte danach wirksam verbürgt hat, hat die Revision auch keine Aussicht auf Erfolg.

Bergmann Caliebe Drescher

Born Sunder

Hinweis: Das Revisionsverfahren ist durch Revisionsrücknahme erledigt worden.

Keywords

revisionadmission of appealmunicipal supervisionsuretyshipadvance approvalfundamental significancewritten procedure

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the revision should be dismissed under Section 552a ZPO because no grounds for admission exist and the appeal has no prospect of success.

Extracted holding

The Senate indicated that the revision would be rejected at the defendant's expense because the requirements for admission were not met and the appeal had no prospect of success.

Extracted reasoning

No question of fundamental significance arose, nor was there a need for legal development or uniformity of case law. The decisive issue had already been answered by the Federal Court of Justice, and the contrary academic view did not justify renewed review.

Key legal question

Whether a municipal supervisory approval can be granted in advance for a suretyship by a municipality under the relevant Thuringian municipal rules.

Extracted holding

Yes. The Federal Court of Justice had already held that the supervisory authority may approve the suretyship before it is assumed.

Extracted reasoning

The decisive question was only whether advance approval is possible for the suretyship under § 45 Abs. 2 VKO 1992; this had been answered affirmatively in prior case law. The newer literature relied on provisions of later municipal codes that expressly regulate legal effectiveness, which the provisional Thuringian ordinance did not contain.

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