Telephone advertising without consent under unfair competition law

BGH I ZR 3/13Bgh / Civil Chamber INov 6, 2013Withdrawn

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Omnilex summary

The claimant sought an injunction and reimbursement of warning costs after an allegedly unauthorized telephone advertising call. The Regional Court and the Court of Appeal upheld the claim. In the Federal Court of Justice, the Senate indicated that it intended to reject the revision under Section 552a ZPO because its later case law had resolved the admissibility and scope questions, and because the defendant's objections to the finding of no consent lacked merit. The proceeding ultimately ended by withdrawal of the revision.

Omnilex headnote

§ 7 Abs. 2 Nr. 2 bis 4 UWG; § 552a ZPO; telephone advertising without consent and scope of review in revision proceedings: Unsolicited telephone advertising constitutes an unreasonable nuisance unless the recipient's prior express consent is proven. The advertiser bears the risk of proof where it has not securely documented the consent and cannot shift this risk by invoking a factual presumption or a secondary burden of pleading in its favor. After later case law clarifies the admissibility of claims by competitors and associations under § 7 Abs. 2 Nr. 2 bis 4 UWG and the scope of the injunction, a previously admitted revision may lose its basis for admission; however, if the revision is withdrawn, the matter is concluded without a substantive appellate ruling (consid. II/3-5).

Full text

BGH — I ZR 3/13, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2013-11-06

Aktenzeichen: I ZR 3/13

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 7 Abs 2 Nr 2 UWG, § 7 Abs 2 Nr 3 UWG, § 7 Abs 2 Nr 4 UWG, § 7 Abs 3 UWG

Vorinstanz: vorgehend OLG Frankfurt, 4. Dezember 2012, Az: 6 U 133/11, Urteilvorgehend LG Frankfurt, 25. Mai 2011, Az: 3/8 O 2/11

Spruchkörper: 1. Zivilsenat

Titelzeile

Wettbewerbsverstoß: Unzumutbare Belästigung durch Telefonwerbung ohne Einwilligung

Tenor

Die Beklagte wird darauf hingewiesen, dass der Senat beabsichtigt, ihre zugelassene Revision gegen das Urteil des 6. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 4. Dezember 2012 gemäß § 552a Satz 1 ZPO zurückzuweisen.

Gründe

1 I. Die Klägerin hat die Beklagte, mit der sie bei dem Angebot von Telekommunikationsdienstleistungen in Wettbewerb steht, wegen eines von ihr geltend gemachten Verstoßes gegen § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG auf Unterlassung und Zahlung von Abmahnkosten in Anspruch genommen. Die Klage hatte in beiden Vorinstanzen Erfolg. Das Berufungsgericht hat den Klageantrag als im Sinne von § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO hinreichend bestimmt, den der Beklagten obliegenden Beweis, dass die angerufene Kundin in den Werbeanruf eingewilligt hatte, als nicht erbracht, und den Unterlassungsantrag als nicht zu weitreichend angesehen. Im Hinblick auf die vom Oberlandesgericht Düsseldorf zu dem zuletzt genannten Gesichtspunkt vertretene gegenteilige Ansicht hat es die Revision zugelassen (OLG Frankfurt am Main, GRURRR 2013, 74).

2 II. Der Senat beabsichtigt, die Revision der Beklagten durch einstimmigen Beschluss gemäß § 552a Satz 1 ZPO zurückzuweisen, weil der vom Berufungsgericht gesehene Grund für die Zulassung der Revision nicht mehr vorliegt und die Revision auch keine Aussicht auf Erfolg hat.

3 1. Der Senat hat die zwischen dem Berufungsgericht und dem Oberlandesgericht Düsseldorf streitige Frage des Verbotsumfangs mittlerweile im selben Sinn wie das Berufungsgericht entschieden (BGH, Urteil vom 20. März 2013 - I ZR 209/11, GRUR 2013, 1170 Rn. 23 bis 29 = WRP 2013, 1461 - Telefonwerbung für DSL-Produkte). Damit hat die vorliegende Sache insoweit keine rechtsgrundsätzliche Bedeutung und die Revision in dieser Hinsicht auch keine Erfolgsaussicht mehr.

4 2. Die von der Revision im Anschluss an die Ausführungen von Köhler in GRUR 2012, 1073 ff. und WRP 2012, 1319 ff. weiterhin als grundsätzlich angesehene Frage, ob auch Mitbewerber und Verbände Verstöße gegen § 7 Abs. 2 Nr. 2 bis 4 UWG verfolgen können, hat der Senat mittlerweile bejaht (BGH, GRUR 2013, 1170 Rn. 10 bis 17 - Telefonwerbung für DSL-Produkte; vgl. dazu auch Köhler, WRP 2013, 1464 f.). Damit hat die Revision auch in dieser Hinsicht nunmehr weder grundsätzliche Bedeutung noch Aussicht auf Erfolg.

5 3. Soweit die Revision sich schließlich gegen die vom Berufungsgericht vorgenommene Beweiswürdigung wendet, führt sie mehrere Gesichtspunkte an, die aber - auch zusammengenommen - nicht zwingend dafür sprechen, dass die für die Zulässigkeit des Werbeanrufs erforderliche vorherige ausdrückliche Einwilligung der angerufenen Kundin vorgelegen hat. Entgegen der Ansicht der Revision besteht auch kein Anlass, der Beklagten in dieser Hinsicht Beweiserleichterungen in Form einer tatsächlichen Vermutung oder auch in Form einer sekundären Darlegungslast zuzubilligen. Die Beklagte hat sich dadurch, dass sie die nach ihrer Darstellung von der Kundin abgegebene Einwilligungserklärung nicht in zweifelsfreier Weise hat dokumentieren lassen, selbst in die Lage gebracht, dass sie die Kundin auch noch als Zeugin benennen musste und damit Gefahr lief, dass diese sich an den Vorgang nach längerer Zeit nicht mehr in einer Weise erinnern konnte, die das Gericht vom Vorliegen der erforderlichen Einwilligung überzeugte.

6 III. Es besteht Gelegenheit zur Stellungnahme innerhalb von vier Wochen ab Zustellung dieses Beschlusses.

7 IV. Streitwert der Revision: 100.000 €.

Bornkamm Büscher Schaffert

Kirchhoff Löffler

Hinweis: Das Revisionsverfahren ist durch Revisionsrücknahme erledigt worden.

Keywords

telephone advertisingunreasonable nuisanceprior consentburden of proofwarning costsinjunctionrevisionsummary rejection

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the revision should be rejected under Section 552a ZPO because it had no prospect of success.

Extracted holding

The Senate announced that it intended to reject the admitted revision in summary proceedings, but the revision was later withdrawn.

Extracted reasoning

The earlier ground for admitting the revision no longer existed after the Senate's later case law; the remaining objections, including the evidentiary complaint, did not show any reversible error.

Key legal question

Whether the defendant had proven the customer's prior express consent to the advertising call.

Extracted holding

The court saw no decisive error in the lower court's finding that consent had not been proven.

Extracted reasoning

The defendant's arguments, even taken together, did not compel the conclusion that valid prior express consent existed; no factual presumption or secondary burden of presentation in the defendant's favor was warranted.

Key legal question

Whether competitors and associations may pursue infringements of Section 7(2) Nos. 2 to 4 UWG.

Extracted holding

The Senate had already answered this question in the affirmative in later case law, eliminating any remaining need for review.

Extracted reasoning

The prior uncertainty had been resolved by the court's subsequent decision on telephone advertising for DSL products.

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