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BGH IX ZR 312/12 ΓÇó Attorney fees in sales negotiations with multiple interested buyers
BGH IX ZR 312/12Bgh / Civil Chamber 9Jun 6, 2013Dismissed
The Federal Court rejected the defendant's complaint against denial of leave to appeal. It held that the complaint did not establish a ground for review. The dispute concerned whether sales negotiations conducted by a lawyer with several interested buyers formed one fee matter or several. The court held that this assessment depends on the individual case and is not capable of generalization. It also found no violation of the right to be heard, because the appellate court had assumed multiple matters and decided the case on that basis. Costs were imposed on the defendant, and the amount in dispute was set at EUR 20,853.75.
§ 15 RVG; § 91 ZPO; Art. 103 Abs. 1 GG; complaint against denial of leave to appeal concerning the fee-law classification of negotiations with several interested buyers: whether one or several matters exist depends on the circumstances of the individual case and is not susceptible to abstract generalization. A complaint invoking the need for uniform case law is insufficient if it merely disputes that factual assessment. No violation of the right to be heard exists where the appellate court's reasoning proceeds on assumptions that make the allegedly overlooked submission immaterial to the outcome. The principles developed for fee-law segregation in settlement talks with several creditors are transferable to sales negotiations.
Entscheidungsdatum: 2013-06-06
Aktenzeichen: IX ZR 312/12
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: § 15 RVG, § 91 ZPO
Vorinstanz: vorgehend OLG Hamm, 15. November 2012, Az: 28 U 32/12, Urteilvorgehend LG Bochum, 12. Dezember 2011, Az: 6 O 96/10
Spruchkörper: 9. Zivilsenat
Rechtsanwaltskosten: Einheitliche gebührenrechtliche Angelegenheit bei Verkaufsverhandlungen mit mehreren Kaufinteressenten
Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision im Urteil des 28. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Hamm vom 15. November 2012 wird auf Kosten des Beklagten zurückgewiesen.
Der Streitwert wird auf 20.853,75 € festgesetzt.
1 Die Beschwerde deckt keinen Zulassungsgrund auf.
2 1. Soweit sich die Beschwerde gegen die Würdigung des Berufungsgerichts wendet, die Tätigkeit des Beklagten habe nur eine Angelegenheit betroffen (§ 13 Abs. 2 BRAO), ist den Anforderungen an die Darlegung des geltend gemachten Zulassungsgrundes der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (§ 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 Fall 2 ZPO) nicht genügt.
3 a) Die Beschwerde macht geltend, die aufgeworfene Rechtsfrage, ob von einem Anwalt mit mehreren Interessenten geführte Verhandlungen nur eine Angelegenheit beträfen, sei im Schrifttum umstritten, so dass ein Bedürfnis für eine höchstrichterliche Leitentscheidung bestehe. Nach dem Inhalt dieser Begründung könnten wegen der vermissten höchstrichterlichen Klärung allenfalls die nicht ansatzweise ausgeführten Zulassungsgründe der Grundsätzlichkeit (§ 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 ZPO) oder der Rechtsfortbildung (§ 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 Fall 1 ZPO) gegeben sein. Davon abgesehen ist die Würdigung, ob eine oder mehrere Angelegenheiten vorliegen, vom jeweiligen Einzelfall abhängig und nicht einer generalisierenden Beurteilung zugänglich (BGH, Urteil vom 3. Mai 2005 - IX ZR 401/00, NJW 2005, 2927, 2928; vom 19. Oktober 2010 - VI ZR 237/09, NJW 2011, 155 Rn. 16).
4 b) Im Übrigen ist die Streitfrage nicht entscheidungserheblich, weil das Berufungsgericht mehrere Angelegenheiten unterstellt, dem Beklagten jedoch eine Verletzung der insoweit zu beachtenden Aufklärungspflicht angelastet hat. Da das Berufungsgericht mehrere Angelegenheiten zugrundelegt, ist im Blick auf das als übergangen gerügte Vorbringen des Beklagten zu dem Verlauf der Kaufvertragsverhandlungen Art. 103 Abs. 1 GG nicht verletzt.
5 2. Soweit das Berufungsgericht dem Beklagten im Blick auf die Vereinzelung der Angelegenheiten eine Versäumung seiner Aufklärungspflicht anlastet, greift der erhobene Zulassungsgrund der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (§ 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 Fall 2 ZPO) nicht durch. Die bei der gebührenrechtlichen Vereinzelung von mit mehreren Gläubigern geführten Vergleichsgesprächen maßgeblichen Grundsätze (BGH, Urteil vom 3. Mai 2005 - IX ZR 401/00, aaO) können auf den hier gegebenen Fall der Vereinzelung von Verkaufsverhandlungen übertragen werden.
Kayser Gehrlein Vill
Lohmann Fischer