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BGH IX ZR 109/09 ΓÇó Revision admitted only on secondary limitation under former tax advisers' statute
BGH IX ZR 109/09Bgh / Civil Chamber 9Jun 21, 2012Partially Granted
In a non-admission complaint in a tax adviser liability case, the Federal Court admitted the revision only on the issue of secondary limitation under former § 68 StBerG. It held that the need for uniform case law can justify review even for expiring law. By contrast, it confirmed that repeated mistakes in successive tax returns do not create a single limitation-related harm unit; each new return can trigger a separate causal chain and a separate loss through the tax assessment. The remainder of the complaint was rejected. The court also fixed the dispute values for the non-admission complaint and the revision proceedings.
§ 68 StBerG aF; secondary limitation and damage unity in tax adviser liability: Revision may be admitted for a legal question of continuing significance even under expiring law where uniformity of case law requires clarification (consid. 1). Repeated advisory mistakes in periodically filed tax returns do not constitute a single damage unit; each repetition sets in motion a new causation chain and leads to a separate loss through an unfavorable tax assessment. A damage unity is only to be assumed where a completed advisory or structuring error continues to have effect in subsequent assessment periods (consid. 2).
Entscheidungsdatum: 2012-06-21
Aktenzeichen: IX ZR 109/09
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: § 68 StBerG vom 09.12.2004
Vorinstanz: vorgehend OLG München, 23. April 2009, Az: 24 U 421/08vorgehend LG Augsburg, 30. Mai 2008, Az: 10 O 1713/07
Spruchkörper: 9. Zivilsenat
Nichtzulassungsbeschwerde: Grundsatzbedeutung der Sekundärverjährung von Ansprüchen gegen den Steuerberater nach auslaufendem Recht; Schadenseinheit bei Fehlerwiederholung in Steuererklärungen
Auf die Beschwerde des Beklagten wird die Revision gegen das Urteil des 24. Zivilsenats des Oberlandesgerichts München, Zivilsenate in Augsburg, vom 23. April 2009 zugelassen, soweit in Höhe von mehr als 35.258,47 € nebst Zinsen zum Nachteil des Beklagten erkannt worden ist.
Die weitergehende Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in dem vorbezeichneten Urteil wird zurückgewiesen.
Der Streitwert für das Verfahren der Nichtzulassungsbeschwerde wird auf 70.581,33 € festgesetzt. Der Streitwert für das Revisionsverfahren beträgt 35.322,86 €.
1 Ein gesetzlicher Grund zur Zulassung der Revision besteht nur in der zulassungsrechtlich auch vom Berufungsgericht angesprochenen Frage der Sekundärverjährung. Die insoweit berührte Einheitlichkeit der Rechtsprechung ist trotz der besonderen Anforderungen an die Prüfung der Grundsätzlichkeit auch bei der Anwendung auslaufenden Rechts zu sichern, hier der des § 68 StBerG aF.
2 Die vom Berufungsgericht verneinte verjährungsrechtliche Schadenseinheit steht im Einklang mit der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs. Wird der Fehler eines Steuerberaters infolge der Periodizität von Steuererklärungen wiederholt, so setzt die Fehlerwiederholung jeweils eine eigene haftungsausfüllende Kausalität in Gang und erzeugt einen Schaden in Gestalt eines ungünstigen Steuerbescheides (vgl. BGH, Urteil vom 14. Juli 2005 - IX ZR 284/01, WM 2005, 2106, 2107 f unter A. und B. II. 2.). Davon abzugrenzen sind Fälle, in denen ein abgeschlossener Beratungs- oder Gestaltungsfehler in mehrere nachfolgende Veranlagungszeiträume fortwirkt (vgl. dazu BGH, Urteil vom 18. Dezember 1997 - IX ZR 180/96, WM 1998, 779, 780 unter II. 1.).
3 Diese Abgrenzung ist nach heutigen Verhältnissen ausreichend geklärt, so dass sie der Rechtssache keine grundsätzliche Bedeutung verleiht. Daran ändert die von der Beschwerde angegriffene Wertungsparallele zum Steuerstrafrecht nichts, schon weil sie im Berufungsurteil als nicht entscheidungserheblich entfallen und vom Berufungsgericht nur zur Begründung seines schriftlichen Vergleichsvorschlags herangezogen worden ist.
Kayser Vill Lohmann
Fischer Pape