Non-admissibility complaint against referral decision inadmissible

BGH I ZR 55/11Bgh / Civil Chamber IMar 8, 2012Dismissed

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Omnilex summary

The Federal Court of Justice rejected the defendant’s complaint against the non-admission of revision. It held that a referral decision under Section 281(2) sentence 2 ZPO is not open to review, and this also covers the jurisdictional determination underlying the referral. The court left open whether an exception might exist in cases of manifest arbitrariness or denial of hearing, because no such circumstances were present. The defendant had challenged the Higher Regional Court’s referral of the case to Düsseldorf made in its appeal judgment. Costs of the complaint proceedings were imposed on the defendant.

Omnilex headnote

§ 281 Abs. 2 Satz 2 ZPO; Unanfechtbarkeit der Verweisungsentscheidung auch bei Verweisungsurteil und hilfsweise gestelltem Verweisungsantrag im Berufungsverfahren. Die Unanfechtbarkeit erfasst nicht nur die Verweisung als solche, sondern auch die ihr zugrunde liegende Zuständigkeitsentscheidung; sie entzieht die Entscheidung grundsätzlich jeder Nachprüfung durch das verweisende oder das übergeordnete Gericht. Ob ausnahmsweise bei objektiver Willkür oder Gehörsverletzung etwas anderes gilt, bleibt offen, wenn solche Umstände nicht ersichtlich vorliegen. Die Kosten des erfolglosen Nichtzulassungsbeschwerdeverfahrens folgen aus § 97 Abs. 1 ZPO.

Full text

BGH — I ZR 55/11, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2012-03-08

Aktenzeichen: I ZR 55/11

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 281 Abs 2 S 2 ZPO, § 544 Abs 1 ZPO

Vorinstanz: vorgehend OLG Koblenz, 1. März 2011, Az: 4 U 1583/08, Urteilvorgehend LG Koblenz, 18. November 2008, Az: 3 HKO 154/07

Spruchkörper: 1. Zivilsenat

Titelzeile

Nichtzulassungsbeschwerde: Anfechtbarkeit der Verweisungsentscheidung im Berufungsurteil

Tenor

Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision im Urteil des 4. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Koblenz vom 1. März 2011 wird auf Kosten der Beklagten zurückgewiesen.

Der Streitwert für das Beschwerdeverfahren wird auf 100.000 € festgesetzt.

Gründe

1 I. Das Berufungsgericht hat die örtliche Zuständigkeit wie bereits das Landgericht in erster Instanz verneint und deshalb auf den in der Berufungsinstanz erstmals gestellten Hilfsantrag den Rechtsstreit nach § 281 Abs. 1 Satz 1 ZPO unter Aufhebung des erstinstanzlichen Urteils mit dem Berufungsurteil an das Landgericht Düsseldorf verwiesen.

2 II. Diese Entscheidung ist nach § 281 Abs. 2 Satz 2 ZPO unanfechtbar. Die Unanfechtbarkeit der Entscheidung entzieht sie jeder Nachprüfung, auch wenn sie zu Unrecht erlassen worden sein sollte, und macht damit nicht nur die Verweisung selbst, sondern auch die ihr zugrundeliegende Entscheidung über die Zuständigkeit unanfechtbar, so dass sie weder von dem Gericht, an das der Rechtsstreit verwiesen worden ist, nachgeprüft noch von dem übergeordneten Gericht geändert werden kann (allgem. Meinung, vgl. BGH, Urteil vom 6. Juni 1951 II ZR 16/51, BGHZ 2, 278, 279; Beschluss vom 24. Mai 2000 III ZB 9/00, NJW-RR 2000, 1731, 1732; Beschluss vom 22. April 2008 XI ZR 355/06, GuT 2008, 217; Beschluss vom 27. Mai 2008 X ARZ 45/08, NJW-RR 2008, 1309; BAG, NJW 1991, 1630; MünchKomm.ZPO/Prütting, 3. Aufl., § 281 Rn. 40; Stein/Jonas/Leipold, ZPO, 22. Aufl., § 281 Rn. 63; Wieczorek/Schütze/Assmann, ZPO, 3. Aufl., § 281 Rn. 105; Musielak/Foerste, ZPO, 8. Aufl., § 281 Rn. 11; Zöller/Greger, ZPO, 29. Aufl., § 281 Rn. 14; Geisler in Prütting/Gehrlein, ZPO, 3. Aufl., § 281 Rn. 36; Reichold in Thomas/Putzo, ZPO, 32. Aufl., § 281 Rn. 11; Baumbach/Lauterbach/Albers/​Hartmann, ZPO, 70. Aufl., § 281 Rn. 27). Die Unanfechtbarkeit ergibt sich aus dem Gebot der Prozesswirtschaftlichkeit und soll Verzögerungen eines Prozesses durch Zuständigkeitsfragen vorbeugen (BGHZ 2, 278, 279). Dies gilt auch dann, wenn die Verweisung durch Urteil erfolgt (vgl. BGH, NJW-RR 2000, 1731, 1732; BGH, GuT 2008, 217) und wenn der Verweisungsantrag in der Berufungsinstanz wenn auch nur hilfsweise gestellt wird (vgl. BAG, NJW 1991, 1630, 1631).

3 Ob von dem Grundsatz der Unanfechtbarkeit bei objektiver Willkür oder der Versagung des rechtlichen Gehörs eine Ausnahme zu machen ist (vgl. BGH, NJW 2000, 1731, 1732), kann offenbleiben, weil diese Voraussetzungen ersichtlich nicht vorliegen.

4 III. Die Kostenentscheidung folgt aus § 97 Abs. 1 ZPO.

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Keywords

non-admission complaintreferral decisionjurisdictionunappealableprocedural economycosts

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the referral decision contained in the appellate judgment can be challenged by a complaint against non-admission of revision.

Extracted holding

No. Under Section 281(2) sentence 2 ZPO, the referral decision is unappealable; this also covers the underlying jurisdictional ruling.

Extracted reasoning

Finality serves procedural economy and prevents delay through jurisdiction disputes. The rule applies even when the referral is made by judgment and even when the referral request was raised only alternatively on appeal. Any possible exception for arbitrary referral or denial of hearing was not relevant here.

Key legal question

Costs of the non-admission complaint proceedings

Extracted holding

The defendant must bear the costs of the complaint proceedings.

Extracted reasoning

The cost order follows the outcome of the unsuccessful complaint under Section 97(1) ZPO.

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