Lawyer’s duty to advise on settlement agreement

BGH IX ZR 222/09Bgh / Civil Chamber 9Jan 26, 2012Dismissed

Summary

The Federal Court dismissed the plaintiff’s non-admission complaint in a legal malpractice dispute about advice on a settlement agreement. It held that a lawyer must explain the advantages and disadvantages of a proposed settlement, especially an accord-and-satisfaction settlement, and should advise against it if it would unreasonably disadvantage the client and a significantly better result could realistically be achieved in litigation. On the facts, the appellate court’s refusal to find a breach of duty was not reviewable as erroneous in leave-to-appeal proceedings. The alleged violation of the right to be heard also failed because Article 103(1) GG does not protect a party’s wish to prevail on the merits.

Regest

§ 280 Abs. 1, § 675 BGB; lawyer’s duty to advise on settlement negotiations, especially on an accord-and-satisfaction settlement: the attorney must comprehensively inform the client of the advantages and disadvantages of a proposed settlement and, where the settlement would constitute an unreasonable disadvantage and a clearly better result in contentious proceedings appears reasonably attainable, must advise against conclusion. In non-admission complaint proceedings, the Supreme Court reviews only whether the challenged decision discloses a ground for leave; case-specific evaluation of the alleged advisory breach is not to be replaced by the court’s own assessment. A hearing complaint cannot be used to challenge the substantive correctness of the judgment; Article 103(1) GG protects the right to be heard, not to prevail.

Full text

BGH — IX ZR 222/09, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2012-01-26

Aktenzeichen: IX ZR 222/09

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 280 Abs 1 BGB, § 675 BGB

Vorinstanz: vorgehend OLG Celle, 25. November 2009, Az: 3 U 147/09, Urteilvorgehend LG Hannover, 4. Mai 2009, Az: 20 O 311/07

Spruchkörper: 9. Zivilsenat

Titelzeile

Rechtsanwaltshaftung: Beratungspflichten des Anwalts hinsichtlich eines Abfindungsvergleichs

Tenor

Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision im Urteil des 3. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Celle vom 25. November 2009 wird auf Kosten des Klägers zurückgewiesen.

Der Gegenstandswert des Beschwerdeverfahrens wird auf 102.928,74 € festgesetzt.

Gründe

1 Die Nichtzulassungsbeschwerde ist statthaft (§ 544 Abs. 1 Satz 1 ZPO) und zulässig (§ 544 Abs. 1 Satz 2, Abs. 2 ZPO). Sie hat jedoch keinen Erfolg. Weder hat die Rechtssache grundsätzliche Bedeutung, noch erfordert die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO).

2 1. Der Rechtsanwalt ist verpflichtet, die Interessen des Mandanten umfassend und nach allen Richtungen wahrzunehmen und ihn vor vermeidbaren Nachteilen zu bewahren. Erwägt der Mandant den Abschluss eines Vergleiches, muss ihm der Anwalt dessen Vor- und Nachteile darlegen. Dies gilt in besonderem Maße, wenn es sich, wie vorliegend gegeben, um einen Abfindungsvergleich handelt (BGH, Urteil vom 13. April 2000 - IX ZR 372/98, WM 2000, 1353 f; vom 11. März 2010 - IX ZR 104/08, WM 2010, 816 Rn. 8). Der Anwalt hat von einem Vergleich abzuraten, wenn er für die von ihm vertretene Partei eine unangemessene Benachteiligung darstellt und insbesondere begründete Aussicht besteht, im Falle einer streitigen Entscheidung ein wesentlich günstigeres Ergebnis zu erzielen (BGH, Urteil vom 7. Dezember 1995 - IX ZR 238/94, NJW-RR 1996, 567, 568; vom 11. März 2010, aaO). Ausgehend von diesen Grundsätzen hat das Berufungsgericht im Rahmen einzelfallbezogener Erwägungen, die unter zulassungsrelevanten Gesichtspunkten nicht zu beanstanden sind, einen Beratungsfehler des Beklagten verneinen können.

3 2. Die geltend gemachten Verfahrensgrundrechtsverletzungen (Art. 103 Abs. 1 GG) liegen nicht vor. Die inhaltliche Richtigkeit der angefochtenen Entscheidung kann mit der Rüge der Versagung rechtlichen Gehörs nicht zur Überprüfung gestellt werden. Ein Recht, mit der eigenen Einschätzung durchzudringen, gibt der Anspruch auf rechtliches Gehör nicht (BVerfGE 87, 1, 33; BGH, Beschluss vom 21. Februar 2008 - IX ZR 62/07, DStRE 2009, 328 Rn. 5).

4 3. Von einer weitergehenden Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbs. 2 ZPO abgesehen, weil sie nicht geeignet wäre, zur Klärung der Voraussetzungen beizutragen, unter denen eine Revision zuzulassen ist.

Kayser Gehrlein Vill

Fischer Grupp

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