Value threshold for non-admission appeal in insurance declaratory action

BGH IV ZR 141/10Bgh / Civil Chamber IVOct 26, 2011Dismissed

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Omnilex summary

The Bundesgerichtshof rejected the defendant’s non-admission complaint as inadmissible. It held that the complaint value remained below the EUR 20,000 threshold under § 26 Nr. 8 EGZPO. In a declaratory action concerning the existence of legal expenses insurance and coverage protection, the value is determined by settled valuation rules, including the 20% declaratory discount. Additional insured claims announced only after the last oral hearing before the appellate court cannot increase the complaint value. The lower courts’ valuation at EUR 12,000 was upheld, and the defendant was ordered to bear the costs.

Omnilex headnote

§ 3 ZPO, § 26 Nr. 8 EGZPO; Bemessung des Beschwerdewerts bei der Nichtzulassungsbeschwerde gegen ein Urteil über das Bestehen einer Rechtsschutzversicherung und Deckungsschutz. Für die Feststellung des Bestehens des Versicherungsvertrags ist regelmäßig auf das 3,5-fache der Jahresprämie abzüglich eines Feststellungsabschlags von 20 % abzustellen; für die Feststellung der Deckungspflicht aus der Rechtsschutzversicherung auf die voraussichtlichen Kosten der Rechtsverfolgung ebenfalls abzüglich 20 % (vgl. Erw. 3, 4). Maßgeblicher Zeitpunkt für die Wert- und Beschwerdeberechnung ist die letzte mündliche Verhandlung vor dem Berufungsgericht; nachträglich angekündigte oder gemeldete weitere Versicherungsfälle bleiben außer Ansatz. Die Nichtzulassungsbeschwerde ist unzulässig, wenn die Wertgrenze des § 26 Nr. 8 EGZPO nicht erreicht wird.

Full text

BGH — IV ZR 141/10, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2011-10-26

Aktenzeichen: IV ZR 141/10

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 3 ZPO, § 26 Nr 8 ZPOEG

Vorinstanz: vorgehend OLG Karlsruhe, 20. Mai 2010, Az: 12 U 230/09, Urteilvorgehend LG Karlsruhe, 10. November 2009, Az: 6 O 232/08

Spruchkörper: 4. Zivilsenat

Titelzeile

Bemessung der Beschwer einer Feststellungsklage über das Bestehen einer Rechtsschutzversicherung und die Gewährung von Deckungsschutz für weitere angekündigte Versicherungsfälle

Tenor

Die Beschwerde der Beklagten gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 12. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Karlsruhe vom 20. Mai 2010 wird verworfen.

Die Beklagte trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens (§ 97 Abs. 1 ZPO).

Streitwert: 12.000 €

Gründe

1 1. Der Kläger begehrt Feststellung, dass zwischen den Parteien ein Rechtsschutzversicherungsvertrag besteht. Die Vorinstanzen haben den Streitwert unter Berücksichtigung bereits eingetretener Versicherungsfälle auf 12.000 € festgesetzt.

2 2. Die Nichtzulassungsbeschwerde ist unzulässig, weil ihr Beschwerdewert die Wertgrenze des § 26 Nr. 8 EGZPO (20.000 €) nicht übersteigt.

3 a) Beim Streit über das Bestehen einer Rechtsschutzversicherung bemisst sich die Beschwer zunächst nach dem 3,5-fachen Wert der Jahresprämie abzüglich eines Feststellungsabschlags von 20% (vgl. allgemein Senatsbeschluss vom 1. Dezember 2004 IV ZR 150/04, VersR 2005, 959). Dies ergibt hier 609,40 €.

4 b) Außerdem sind bereits angekündigte bzw. eingeklagte Rechtsschutzversicherungsfälle mit zu berücksichtigen. Der Streitwert einer Klage auf Feststellung der Gewährung von Deckungsschutz aus einer Rechtsschutzversicherung richtet sich gemäß § 3 ZPO grundsätzlich nach den voraussichtlichen durch die gerichtliche oder außergerichtliche Wahrnehmung der rechtlichen Interessen des Versicherungsnehmers entstehenden Kosten, deren Übernahme durch den Versicherer er erstrebt, ebenfalls abzüglich eines Feststellungsabschlags von 20% (Senatsbeschluss vom 8. März 2006 - IV ZB 19/05, VersR 2006, 716 Rn. 5). Die Vorinstanzen haben danach aufgrund des nicht bestrittenen Vortrags des Klägers rechtsfehlerfrei den Streitwert auf insgesamt 12.000 € festgesetzt.

5 c) Eine Berücksichtigung weiterer angekündigter Leistungsansprüche des Versicherungsnehmers - wie dies mit der Nichtzulassungsbeschwerde geltend gemacht wird - kommt nicht in Betracht. Maßgeblicher Zeitpunkt für die Berechnung und Festsetzung der Beschwer ist nach der einheitlichen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs die letzte mündliche Verhandlung vor dem Berufungsgericht (Senatsbeschlüsse vom 2. Mai 1990 - IV ZR 294/89, r+s 1990, 275 f.; vom 3. Mai 2000 - IV ZR 258/99, VersR 2000, 1430 unter 2; vom 10. Oktober 2001 - IV ZR 171/01, NVersZ 2002, 21, 22; BGH, Beschlüsse vom 29. Dezember 2008 - VI ZR 204/08, juris Rn. 3 und vom 27. August 2009 - VII ZR 161/08, ZfBR 2010, 64 unter II 1). Davon weicht der IV. Zivilsenat entgegen der Ansicht der Beklagten auch nicht mit den Senatsentscheidungen vom 8. März 2006 (IV ZB 19/05, VersR 2006, 716) und vom 23. Juni 2004 (IV ZR 186/03, VersR 2004, 1197) ab. Die Entscheidung vom 8. März 2006 ist nicht einschlägig, weil sie die Höhe des Beschwerdewerts im Berufungsverfahren betrifft. Im Beschluss vom 23. Juni 2004 verweist der Senat hinsichtlich des maßgeblichen Zeitpunktes auf seinen Beschluss vom 10. Oktober 2001. Da nach dem eigenen Vortrag der Beklagten der Kläger die weiteren 288 Schadenfälle erst nach der mündlichen Verhandlung vor dem Berufungsgericht gemeldet hat, wirken sich diese nicht mehr erhöhend auf den Beschwerdewert aus.

Wendt Harsdorf-Gebhardt Dr. Karczewski

Lehmann Dr. Brockmöller

Keywords

legal expenses insurancedeclaratory actionamount in disputecomplaint valuenon-admission complaintappeal thresholdcoverage protectioncosts

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Key legal question

Whether the non-admission complaint met the statutory value threshold.

Extracted holding

The complaint was inadmissible because the value of the complaint did not exceed EUR 20,000.

Extracted reasoning

The value of the declaratory action was correctly set at EUR 12,000. Further announced claims after the appellate hearing could not increase the complaint value because the relevant cut-off is the last oral hearing before the court of appeal.

Key legal question

How to calculate the amount in dispute in a declaratory action about legal expenses insurance and coverage protection.

Extracted holding

For the existence of the insurance contract, the value is generally based on 3.5 times the annual premium minus a 20% declaratory discount. For coverage protection, expected legal costs are relevant, also reduced by 20%.

Extracted reasoning

The court applied its settled case law on the valuation of insurance declaratory claims and confirmed the lower courts' valuation method.

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