Costs after mootness of zoning review proceedings

BVerwG 4 CN 1/09Bverwg / Division 4Feb 3, 2010Dismissed

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Omnilex summary

The Federal Administrative Court discontinued the revision proceedings in a norm control case after the parties mutually declared the dispute settled. It held that the respondent must bear the court costs because it had caused mootness by adopting a new development plan that replaced the challenged one. The joined party did not receive reimbursement of its out-of-court costs. The court also amended the value in dispute and set it at EUR 30,000 for both instances.

Omnilex headnote

§ 92 Abs. 3 VwGO, § 161 Abs. 2 VwGO; costs after mootness in norm control proceedings: upon consensual settlement of the main proceedings, the court discontinues the case and decides costs according to equitable discretion in light of the prior factual and legal situation. If one party itself causes the mootness, the equitable assessment may justify placing the costs on that party. Where the merits cannot be reliably prognosticated because unresolved questions of law remain, a purely summary hypothetical assessment is generally inappropriate. Joined parties bear their own out-of-court costs unless they have exposed themselves to a cost risk or materially promoted the proceedings; § 63 Abs. 3 Satz 1 GKG permits ex officio amendment of the dispute value.

Full text

BVerwG — 4 CN 1/09, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-02-03

Aktenzeichen: 4 CN 1/09

Dokumenttyp: Beschluss

Vorinstanz: vorgehend Oberverwaltungsgericht für das Land Schleswig-Holstein, 12. März 2009, Az: 1 KN 12/08, Urteil

Spruchkörper: 4. Senat

Tenor

Das Verfahren wird eingestellt.

Das Urteil des Schleswig-Holsteinischen Oberverwaltungsgerichts vom 12. März 2009 ist wirkungslos.

Die Antragsgegnerin trägt die Kosten des Verfahrens.

Der Wert des Streitgegenstandes wird unter Abänderung des Beschlusses des Schleswig-Holsteinischen Oberverwaltungsgerichts vom 12. März 2009 für das erstinstanzliche Verfahren und das Revisionsverfahren auf jeweils 30 000 € festgesetzt.

Gründe

1 Das Verfahren über den Normenkontrollantrag des Antragstellers ist in entsprechender Anwendung von § 92 Abs. 3 VwGO einzustellen, nachdem die Beteiligten es mit Schriftsätzen vom 11. und 19. Januar 2010 in der Hauptsache übereinstimmend für erledigt erklärt haben. Gemäß § 161 Abs. 2 VwGO ist nach billigem Ermessen unter Berücksichtigung des bisherigen Sach- und Streitstandes über die Kosten des Verfahrens zu entscheiden.

2 Billigem Ermessen entspricht es, die Kosten - mit Ausnahme der außergerichtlichen Kosten der Beigeladenen - der Antragsgegnerin aufzuerlegen. Zwar erscheint der vermutliche Ausgang des Normenkontrollverfahrens offen, da die mit Blick auf die europarechtlichen Vorgaben zu beurteilende Frage nach Auslegung und Reichweite der in § 2 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 Umwelt-Rechtsbehelfgesetz enthaltenen Beschränkung im Fall von Rechtsbehelfen von Vereinigungen streitig ist und sich nicht ohne Weiteres beantworten lässt.Der in § 161 Abs. 2 VwGO zum Ausdruck kommende Grundsatz der Prozesswirtschaftlichkeit befreit das Gericht nach Erledigung des Rechtsstreits in der Hauptsache davon, abschließend über den Streitstoff zu entscheiden. Hat der Rechtsstreit bisher höchstrichterlich nicht geklärte Rechtsfragen aufgeworfen, kann deshalb der Verfahrensausgang in aller Regel nicht anhand einer nur noch summarischen Prüfung hypothetisch prognostiziert werden. Unter solchen Umständen entspricht es in der Regel billigem Ermessen, die Verfahrenskosten zwischen den Parteien entsprechend § 155 Abs. 1 VwGO angemessen zu verteilen. Das gilt jedoch nicht, wenn ein Beteiligter die Erledigung der Sache nach selbst herbeigeführt hat. In diesem Fall kommt der Gedanke des § 155 Abs. 2 VwGO zum Tragen. Hier hat die Antragsgegnerin nach Einlegung der vom Oberverwaltungsgericht zugelassenen Revision auf die vom Oberverwaltungsgericht erklärte Unwirksamkeit des Bebauungsplans Nr. 56 - wie sie selbst ausführt - mit dem Erlass des neuen Bebauungsplans Nr. 65 reagiert und damit - ungeachtet der streitigen Regelung des § 2 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 Umwelt-Rechtsbehelfgesetz - auch den sachlichen Einwänden des Antragstellers Rechnung getragen; wobei unerheblich ist, in welchem Umfang die Antragsgegnerin die Einwände des Antragstellers aufgegriffen hat. Entscheidend ist, dass sie mit Erlass des Bebauungsplans Nr. 65 den streitgegenständlichen Bebauungsplan Nr. 56 zur Erledigung gebracht hat.

3 Die außergerichtlichen Kosten der Beigeladenen waren der Antragsgegnerin dagegen nicht aufzuerlegen, da die Beigeladene sich weder einem eigenen Kostenrisiko ausgesetzt hat noch das Verfahren sonst wesentlich gefördert hat (§ 162 Abs. 3 VwGO).

4 Die Streitwertfestsetzung beruht auf § 47 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 3, § 52 Abs. 2 GKG. Dabei wird von der Befugnis Gebrauch gemacht, den vom Oberverwaltungsgericht festgesetzten Streitwert gemäß § 63 Abs. 3 Satz 1 GKG von Amts wegen zu ändern. Zur Begründung wird auf den Beschluss des Senats vom 6. Mai 2009 verwiesen, mit dem der Streitwert für das Revisionsverfahren vorläufig festgesetzt worden ist.

Keywords

mootnesscostsequitable discretionzoning planjoined partydispute value

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the norm control proceedings should be discontinued after mootness

Extracted holding

The proceedings were discontinued by analogous application of Section 92(3) VwGO after the parties declared the case settled.

Extracted reasoning

After the main dispute became moot, the court no longer had to decide the merits.

Key legal question

Who bears the costs after the proceedings became moot

Extracted holding

The respondent bears the court costs, except for the extra-judicial costs of the joined party.

Extracted reasoning

Under equitable discretion, costs were imposed on the respondent because it had caused mootness by adopting the new zoning plan after the appeal was filed.

Key legal question

How the value in dispute should be set

Extracted holding

The dispute value was amended and set at EUR 30,000 for both the first-instance and revision proceedings.

Extracted reasoning

The court exercised its power to alter the lower court’s valuation ex officio.

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