Oberverwaltungsgericht NRW, 2022-04-28, 6 B 277/22

6 B 277/22Administrative CourtApr 28, 2022

Regest

Die Einleitung eines Disziplinarverfahrens innerhalb der Dreimonatsfrist nach § 39 Satz 2 BeamtStG hindert ein Erlöschen des beamtenrechtlichen Verbots des Führens der Dienstgeschäfte. Der Erhebung einer Disziplinarklage bedarf es nicht. Das beamtenrechtliche Verbot des Führens der Dienstgeschäfte gemäß § 39 Satz 1 BeamtStG und die disziplinarrechtliche vorläufige Dienstenthebung gemäß § 38 Abs. 1 Satz 2 LDG NRW stellen trotz ihrer inhaltlichen Nähe eigenständige Instrumente zur Abwehr von Gefahren dar, die der Verwaltung durch eine weitere Amtsausübung des Beamten drohen (Fortführung der Senatsrechtsprechung - Beschluss vom 25. Juni 2020 - 6 B 238/20 -).

Full text

Oberverwaltungsgericht NRW — 6 B 277/22 — Beschluss

Entscheidungsdatum: 2022-04-28

Aktenzeichen: 6 B 277/22

ECLI: ECLI:DE:OVGNRW:2022:0428.6B277.22.00

Dokumenttyp: Beschluss

Spruchkörper: 6. Senat

Normen: BeamtStG § 39 Satz 1; LDG NRW § 38 Abs. 1; VwGO § 123 Abs. 1 Satz 2

Leitsätze

Die Einleitung eines Disziplinarverfahrens innerhalb der Dreimonatsfrist nach § 39 Satz 2 BeamtStG hindert ein Erlöschen des beamtenrechtlichen Verbots des Führens der Dienstgeschäfte. Der Erhebung einer Disziplinarklage bedarf es nicht.

Das beamtenrechtliche Verbot des Führens der Dienstgeschäfte gemäß § 39 Satz 1 BeamtStG und die disziplinarrechtliche vorläufige Dienstenthebung gemäß § 38 Abs. 1 Satz 2 LDG NRW stellen trotz ihrer inhaltlichen Nähe eigenständige Instrumente zur Abwehr von Gefahren dar, die der Verwaltung durch eine weitere Amtsausübung des Beamten drohen (Fortführung der Senatsrechtsprechung - Beschluss vom 25. Juni 2020 - 6 B 238/20 -).

Tenor

Die Beschwerde wird zurückgewiesen.

Der Antragsteller trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens.

Der Streitwert wird auch für das Beschwerdeverfahren auf 5.000 Euro festgesetzt.

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