Oberlandesgericht Hamm, 2024-08-19, 7 U 58/23

7 U 58/23Supreme CourtAug 19, 2024

Regest

1. Überquert ein erwachsener Fußgänger entgegen § 25 Abs. 3 StVO eine Fahrbahn, ohne auf einfach und ohne Einschränkung erkennbare herannahende Pkw zu achten und wird von einem Pkw erfasst, kann dies – wie hier – zu einer vollständigen Kürzung des Anspruchs aus § 7 StVG über § 9 StVG in Verbindung mit § 254 BGB führen (zum nicht vollständigen Zurücktreten der Betriebsgefahr bei einem Minderjährigen OLG Hamm Urt. v. 25.6.2024 – 7 U 142/23, BeckRS 2024, 21869). 2. Zwar ist auch ein erkennbar alkoholisierter Fußgänger als hilfsbedürftig im Sinn des § 3 Abs. 2a StVO anzusehen (im Anschluss an BGH Urt. v. 26.10.1999 – VI ZR 20/99, r+s 2000, 64 = juris Rn. 8). 3. Die Anwendung von § 3 Abs. 2a StVO setzt aller¬dings voraus, dass der gefährdete Verkehrsteil¬nehmer – wie hier nicht – aufgrund äußerlich er¬kennbarer Merkmale als hilfsbedürftig in diesem Sinne zu erkennen ist (im Anschluss an BGH, Urteil vom 26.10.1999 – VI ZR 20/99, r+s 2000, 64 = juris Rn. 8; OLG Hamm, Beschluss vom 27.02.2024 – 7 U 120/22, NJW-RR 2024, 894 = juris Rn. 20 m. w. N.).

Full text

Oberlandesgericht Hamm — 7 U 58/23 — Beschluss

Entscheidungsdatum: 2024-08-19

Aktenzeichen: 7 U 58/23

ECLI: ECLI:DE:OLGHAM:2024:0819.7U58.23.00

Dokumenttyp: Beschluss

Spruchkörper: 7. Zivilsenat

Normen: StVG § 7; StVG § 9; BGB § 254; StVO § 3 Abs. 2a; StVO § 25 Abs. 3

Leitsätze

    1. Überquert ein erwachsener Fußgänger entgegen § 25 Abs. 3 StVO eine Fahrbahn, ohne auf einfach und ohne Einschränkung erkennbare herannahende Pkw zu achten und wird von einem Pkw erfasst, kann dies – wie hier – zu einer vollständigen Kürzung des Anspruchs aus § 7 StVG über § 9 StVG in Verbindung mit § 254 BGB führen (zum nicht vollständigen Zurücktreten der Betriebsgefahr bei einem Minderjährigen OLG Hamm Urt. v. 25.6.2024 – 7 U 142/23, BeckRS 2024, 21869).
    1. Zwar ist auch ein erkennbar alkoholisierter Fußgänger als hilfsbedürftig im Sinn des § 3 Abs. 2a StVO anzusehen (im Anschluss an BGH Urt. v. 26.10.1999 – VI ZR 20/99, r+s 2000, 64 = juris Rn. 8).
    1. Die Anwendung von § 3 Abs. 2a StVO setzt aller¬dings voraus, dass der gefährdete Verkehrsteil¬nehmer – wie hier nicht – aufgrund äußerlich er¬kennbarer Merkmale als hilfsbedürftig in diesem Sinne zu erkennen ist (im Anschluss an BGH, Urteil vom 26.10.1999 – VI ZR 20/99, r+s 2000, 64 = juris Rn. 8; OLG Hamm, Beschluss vom 27.02.2024 – 7 U 120/22, NJW-RR 2024, 894 = juris Rn. 20 m. w. N.).

Tenor

    1. Der Senat beabsichtigt, die Berufung des Klägers gemäß § 522 Abs. 2 Satz 1 ZPO durch einstimmigen Beschluss zurückzuweisen.
    1. Es wird dem Kläger Gelegenheit gegeben, binnen drei Wochen nach Zustellung dieses Beschlusses Stellung zu nehmen.

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