Oberlandesgericht Hamm, 2024-05-14, 7 U 7/24

7 U 7/24Supreme CourtMay 14, 2024

Regest

1. Die Substantiierungsanforderungen im Hinblick auf Art und Ausmaß eines Vorschadens und zu Umfang und Güte einer Vorschadensreparatur dürfen nicht – wie hier – überspannt werden (zu Vorschäden außerhalb der Besitzzeit des Geschädigten BGH, Beschluss vom 06.06.2023 – VI ZR 197/21, NJW-RR 2023, 1038 Rn. 3 ff., 11 ff.; BGH, Beschluss vom 15.10.2019 – VI ZR 377/18, r+s 2020, 108 Rn. 9 ff.; zu Vorschäden innerhalb der Besitzzeit des Geschädigten Senat, Urteil vom 11.04.2022 – 7 U 9/22, NJW-RR 2022, 1336 = juris Rn. 5 ff.; allgemein Empfehlung des Arbeitskreis VI des 62. VGT 2024). 2. Hinweise auf eine (vermeintlich) fehlende Substantiierung müssen hinreichend frühzeitig erfolgen und hinreichend konkret sein; erfolgen sie erst in der mündlichen Verhandlung, ist im Einzelfall – wie hier – von Amts wegen Schriftsatznachlass zu gewähren (im Anschluss an BGH, Beschluss vom 12.01.2022 – XII ZR 26/21, BeckRS 2022, 2092 Rn. 9 ff. mwN; Senat, Urteil vom 11.4.2022 – 7 U 9/22, NJW-RR 2022, 1336 = juris Rn. 5).

Full text

Oberlandesgericht Hamm — 7 U 7/24 — Urteil

Entscheidungsdatum: 2024-05-14

Aktenzeichen: 7 U 7/24

ECLI: ECLI:DE:OLGHAM:2024:0514.7U7.24.00

Dokumenttyp: Urteil

Spruchkörper: 7. Zivilsenat

Normen: GG Art. 103; ZPO § 139 Abs. 4, § 538; BGB § 249 Abs. 2 Satz 1

Leitsätze

    1. Die Substantiierungsanforderungen im Hinblick auf Art und Ausmaß eines Vorschadens und zu Umfang und Güte einer Vorschadensreparatur dürfen nicht – wie hier – überspannt werden (zu Vorschäden außerhalb der Besitzzeit des Geschädigten BGH, Beschluss vom 06.06.2023 – VI ZR 197/21, NJW-RR 2023, 1038 Rn. 3 ff., 11 ff.; BGH, Beschluss vom 15.10.2019 – VI ZR 377/18, r+s 2020, 108 Rn. 9 ff.; zu Vorschäden innerhalb der Besitzzeit des Geschädigten Senat, Urteil vom 11.04.2022 – 7 U 9/22, NJW-RR 2022, 1336 = juris Rn. 5 ff.; allgemein Empfehlung des Arbeitskreis VI des 62. VGT 2024).
    1. Hinweise auf eine (vermeintlich) fehlende Substantiierung müssen hinreichend frühzeitig erfolgen und hinreichend konkret sein; erfolgen sie erst in der mündlichen Verhandlung, ist im Einzelfall – wie hier – von Amts wegen Schriftsatznachlass zu gewähren (im Anschluss an BGH, Beschluss vom 12.01.2022 – XII ZR 26/21, BeckRS 2022, 2092 Rn. 9 ff. mwN; Senat, Urteil vom 11.4.2022 – 7 U 9/22, NJW-RR 2022, 1336 = juris Rn. 5).

Tenor

Auf die Berufung des Klägers wird das am 28.11.2023 verkündete Urteil des Einzelrichters der 12. Zivilkammer des Landgerichts Essen, Az. 12 O 270/22, einschließlich des zugrundeliegenden Verfahrens aufgehoben und der Rechtsstreit zur erneuten Verhandlung und Entscheidung – auch über die Kosten des Berufungsverfahrens mit Ausnahme der Gerichtskosten, die niedergeschlagen werden – an das Landgericht Essen zurückverwiesen.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

Continue your research in ChatGPT or Claude

Connect Omnilex to search the legal corpus from your AI assistant.