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7 U 54/22•Oberlandesgericht Hamm, 2022-12-19, 7 U 54/22
7 U 54/22Supreme CourtDec 19, 2022
1. Zur Feststellung der Tierhaltereigenschaft ist darauf abzustellen, wer als „Unternehmer” des mit der Tierhaltung verbundenen Gefahrenbereiches anzusehen ist, so dass im Einzelfall eine Minderjährige als Eigentümerin eines Hundes und/oder – wie hier ausschließlich – deren Mutter als Kostenträgerin Hundehalterin sein kann (im Anschluss an BGH Urt. v. 06.03.1990 – VI ZR 246/89, NJW-RR 1990, 789 = juris Rn. 24). 2. Ist unklar, welcher von zwei Hunden während ihres Streits zugebissen hat, muss dies – so hier – der Feststellung der Verwirklichung der Tiergefahr (BGH Urt. v. 26.04.2022 – VI ZR 1321/20, r+s 2022, 410 Rn. 9) nicht entgegenstehen (im Anschluss an OLG Hamm Urt. v. 10.05.2019 - 9 U 8/18, BeckRS 2019, 33850 Rn. 5; OLG Karlsruhe Urt. v. 1.9.2019 – 7 U 24/19, BeckRS 2019, 21975 Rn. 15; OLG München Urt. v. 12.12.2018 – 20 U 1474/18, BeckRS 2018, 33058 Rn. 13; OLG Hamm Beschl. v. 28.05.2013 – 9 U 13/13, BeckRS 2015, 3395). 3. Ein Mitverschulden nach § 254 Abs. 1 BGB kann angenommen werden, wenn ein Hundehalter bei einem aktiven – hier nicht festgestellten – Versuch verletzt wird, sich streitende bzw. beißende Hunde zu trennen (im Anschluss an OLG Hamm Urt. v. 10.05.2019 - 9 U 8/18, BeckRS 2019, 33850 Rn. 10; OLG Celle Urt. v. 17.03.2014 - 20 U 60/13, r+s 2014, 524; OLG Karlsruhe Urt. v. 18.09.2019 – 7 U 24/19, BeckRS 2019, 21975 Rn. 24).
Entscheidungsdatum: 2022-12-19
Aktenzeichen: 7 U 54/22
ECLI: ECLI:DE:OLGHAM:2022:1219.7U54.22.00
Dokumenttyp: Beschluss
Spruchkörper: 7. Zivilsenat
Normen: § 833 BGB; § 254 Abs. 1 BGB
Der Antrag der Beklagten vom 10.5.2022 auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe für das Berufungsverfahren wird zurückgewiesen.
Die Entscheidung ergeht gerichtsgebührenfrei; außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.
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