Increase in fixed legal-aid fees for multiple child-support claims

52 II 5375/07Court of First InstanceJun 11, 2008Civil lawDismissed

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Omnilex summary

Participant 1 challenged the registrar’s refusal to allow an increased fee under No. 1008 VV RVG in a legal-aid matter concerning child support for two children. The Bochum Local Court held that the increase requires representation in the same matter even where the fees are fixed rather than value-based. It rejected the reminder, reasoning that the provision is generally worded and that its paragraph 1 does not support limiting the same-matter requirement to value-based fees. No extrajudicial expenses were reimbursed. The court allowed an appeal because the question is of fundamental importance and legal commentary is divided.

Omnilex headnote

No. 1008 VV RVG; increased fee for representation of multiple persons: The requirement that counsel act in the same matter applies to fixed fees as well as value-based fees. The provision is generally framed and does not distinguish between fee types in imposing that requirement. No. 1008(1) VV RVG, which addresses the relationship between increased fees and the aggregation of object values, does not justify an inference that distinct objects may qualify for an increase where fixed fees apply. If the legislature intended such a distinction, it would have needed to formulate the schedule accordingly.

Full text

Amtsgericht Bochum — 52 II 5375/07 — Beschluss

Entscheidungsdatum: 2008-06-11

Aktenzeichen: 52 II 5375/07

ECLI: ECLI:DE:AGBO:2008:0611.52II5375.07.00

Dokumenttyp: Beschluss

Spruchkörper: 52. Abteilung des Amtsgerichts

Tenor

In dem Beratungshilfeverfahren

hat das Amtsgericht Bochum durch den Richter am Amtsgericht am 11.6.2008

b e s c h l o s s e n:

Die Erinnerung der Beteiligten zu 1.) vom 6.3.2008 gegen die Kostenfestsetzung des Rechtspflegers als Urkundsbeamten der Geschäftsstelle des Amtsgerichts Bochum vom 11.2.2008 wird zurückgewiesen.

Außergerichtliche Auslagen werden nicht erstattet.

Die Beschwerde wird zugelassen.

Gründe:

Die Erinnerung gem. § 56 RVG ist zulässig, jedoch unbegründet.

Die Beteiligte zu 1) begehrt mit ihrem Kostenfestsetzungsantrag vom 3.1.2008 ne-ben der Geschäftsgebühr die Festsetzung einer Erhöhungsgebühr nach Nr. 1008 VV RVG. Insoweit hat der Rechtspfleger durch den angegriffenen Beschluss vom 11.2.2008 den Antrag zurückgewiesen und zur Begründung ausgeführt, dass die Beteiligte zu 1) vorliegend nicht in derselben Angelegenheit iSd Nr. 1008 VV RVG tätig geworden sei.

Nach den vorgelegten Unterlagen zusammen mit dem ursprünglichen Beratungshil-feantrag geht es um Kindesunterhalt, den die Antragstellerin durch die Beteiligte zu 1) gegenüber dem Kindesvater für die beiden Kinder geltend macht. Nach allgemei-ner Ansicht handelt es sich hierbei um verschiedene Gegenstände. Unstreitig sind dann deren Werte nach § 22 I RVG zusammenzurechnen und Nr. 1008 VV RVG findet insoweit gerade keine Anwendung, soweit es um die Festsetzung von Wert-gebühren geht. Dies ergibt sich aus Nr. 1008 Abs. 1 VV RVG.

Umstritten ist, ob dies auch für die Festsetzung von Festgebühren gilt und damit in Beratungshilfesachen, die ausschließlich Festgebühren vorsehen.

In der Literatur wird dies vertreten, weil Nr. 1008 VV RVG insoweit nicht zwischen Wert- und Festgebühren unterscheidet und Nr. 1008 Abs. 1 VV RVG keinen Gegen-schluss auf Festgebühren zulässt. In allen Fällen ist damit ein Tätigwerden des Rechtsanwaltes in derselben Angelegenheit erforderlich (so ausdrücklich Baumgärtel u.a., RVG, 9. Aufl. 06, Rdnr. 8 zu Nr. 1008 VV RVG).

Demgegenüber wird auch vertreten, dass bei Festgebühren eine Erhöhung nach Nr. 1008 VV RVG auch dann zulässig sei, wenn die Gegenstände verschieden sind (so ausdrücklich Enders, RVG, Rdnr. 567).

Dieses Gericht schließt sich der erstgenannten Auffassung an. Nach hiesiger Aus-fassung ist Nr. 1008 VV RVG allgemein gefasst und erfordert in allen Fällen „diesel-be Angelegenheit“. Abs. 1 der Nr. 1008 VV RVG kann nicht im Umkehrschluss da-hingehend verstanden werden, dass dies nur bei Wertgebühren und nicht auch bei Festgebühren gelten soll. Dann wäre es Sache des Gesetzgebers gewesen, bereits die VV an sich bereits anders zu formulieren.

Die Beschwerde ist wegen grundsätzlicher Bedeutung, insbesondere wegen der o-ben beschriebenen abweichenden Auffassungen in der Literatur, zuzulassen.

Keywords

legal aidattorney feesfixed feesmultiple claimantssame matter

The increase is unavailable because No. 1008 VV RVG requires counsel to act in the same matter, including for fixed fees.

The provision is generally worded and requires the same matter in all cases. No. 1008(1) VV RVG does not imply that this requirement applies only to value-based fees.

The appeal was allowed because the question is of fundamental importance and legal commentary takes divergent positions.

The dispute over applying No. 1008 VV RVG to fixed fees is contested in legal literature.

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