Amtsgericht Bonn, 2021-08-20, 203 C 33/21

203 C 33/21Court of First InstanceAug 20, 2021

Regest

1. Für die Annahme einer konkludenten Wohnflächenvereinbahrung ist es nicht ausreichend, dass der Vermieter im Rahmen einer Besictigung angibt, die Wohnung habe eine bestimmte Größe. Erforderlich für die Annahme einer konkludenten Vereinbahrung ist vielmehr die durch schlüssiges Verhalten deutlich gewordene Absicht, sich rechtlich binden zu wollen. 2. Eine in einem Mietvertrag enthaltene doppelte Schriftformklausel steht der Wirksamkeit einer etwaigen mündlichen Vereinbahrung über die Wohnfläche entgegen.

Full text

Amtsgericht Bonn — 203 C 33/21 — Urteil

Entscheidungsdatum: 2021-08-20

Aktenzeichen: 203 C 33/21

ECLI: ECLI:DE:AGBN:2021:0820.203C33.21.00

Dokumenttyp: Urteil

Spruchkörper: Abt. 203

Normen: § 812 Abs. 1S. 1 BGB,; § 536 Abs. 1 BGB

Leitsätze

  1. Für die Annahme einer konkludenten Wohnflächenvereinbahrung ist es nicht ausreichend, dass der Vermieter im Rahmen einer Besictigung angibt, die Wohnung habe eine bestimmte Größe. Erforderlich für die Annahme einer konkludenten Vereinbahrung ist vielmehr die durch schlüssiges Verhalten deutlich gewordene Absicht, sich rechtlich binden zu wollen.

  2. Eine in einem Mietvertrag enthaltene doppelte Schriftformklausel steht der Wirksamkeit einer etwaigen mündlichen Vereinbahrung über die Wohnfläche entgegen.

Tenor

In dem Rechtsstreit

pp

hat das Amtsgericht Bonn auf die mündliche Verhandlung vom 30.07.2021

für Recht erkannt:

Die Klage wird abgewiesen.

Die Kosten des Rechtsstreits trägt die Klägerin.

Das Urteil ist gegen Sicherheitsleistung in Höhe von 110 % des jeweils zu vollstreckenden Betrages vorläufig vollstreckbar.

Continue your research in ChatGPT or Claude

Connect Omnilex to search the legal corpus from your AI assistant.