Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg 5. Senat, 2013-07-24, OVG 5 N 21.11

OVG 5 N 21.11Administrative Court / Division 5Jul 24, 2013

Regest

1. Zur Darlegung des für die Namensänderung erforderlichen wichtigen Grundes kann nicht auf Schwierigkeiten oder Belastungen verwiesen werden, die sich durch eine nach Maßgabe des Familienrechts getroffene Bestimmung über die Namensführung ergeben, als solche voraussehbar waren, bei der familienrechtlichen Namenswahl hätten mitbedacht werden können und müssen und die weder das zumutbare noch das zu erwartende Maß überschreiten (Fortführung: OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 07.07.2009, OVG 5 N 40.07, OVG Berlin, Beschluss vom 20.03.1999, OVG 5 N 33.99).(Rn.5) 2. Die Rechtsprechung der Zivilgerichte zur Frage, ob der Angenommene seinen Geburtsnamen aus schwerwiegenden Gründen beibehalten kann, ist nicht einheitlich. Während die überwiegende Zahl der Gerichte die Beibehaltung des Geburtsnamens des Adoptivkindes auch im Falle der Erwachsenenadoption nicht zulässt (Vergleiche: BayObLG, Beschluss vom 15.01.2003, 1Z BR 138/02; DNotZ 2003, 290; OLG Karlsruhe, Beschluss vom 23.12.1998, 4 W 7/97; NJW-RR 1999, 1089; OLG Celle, Beschluss vom 03.07.1996, 17 W 15/96; FamRZ 1997, 115; AG Sangerhausen, Beschluss vom 30.08.2012, 2 F 432/11 AD; OLG Hamm, Beschluss vom 30.06.2011, II-4 UF 186/10, FamRZ 2012, 138), belassen andere Gerichte dem volljährigen Adoptivkind unter bestimmten Voraussetzungen seinen Geburtsnamen (OLG Hamm, Beschluss vom 29.06.2012, II-2 UF 274/11, FamRZ 2013, 557; AG Leverkusen, Beschlüsse vom 17.12.2007, 14 XVI 12/07; FamRZ 2008, 2058, 16.04.2009, 14 XVI 1/09; AG Halberstadt, Beschluss vom 22.12.2011, 8 F 661/10 AD; RNotZ 2012, 574).(Rn.10) 3. Die Pflicht, den gesetzlichen Namen zu führen, besteht nur in bestimmten Rechtsbereichen. Eine unvollständige Namensangabe im Übrigen ist hingegen weitgehend sanktionslos möglich.(Rn.12)

Full text

Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg 5. Senat — OVG 5 N 21.11 — Beschluss

Entscheidungsdatum: 2013-07-24

Aktenzeichen: OVG 5 N 21.11

ECLI: ECLI:DE:OVGBEBB:2013:0724.OVG5N21.11.0A

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 1757 Abs 1 S 1 BGB, § 1757 Abs 2 S 1 BGB, § 1757 Abs 4 S 1 Nr 2 BGB, § 1767 Abs 2 S 1 BGB, § 3 Abs 1 NamÄndG ... mehr

Orientierungssatz

  1. Zur Darlegung des für die Namensänderung erforderlichen wichtigen Grundes kann nicht auf Schwierigkeiten oder Belastungen verwiesen werden, die sich durch eine nach Maßgabe des Familienrechts getroffene Bestimmung über die Namensführung ergeben, als solche voraussehbar waren, bei der familienrechtlichen Namenswahl hätten mitbedacht werden können und müssen und die weder das zumutbare noch das zu erwartende Maß überschreiten (Fortführung: OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 07.07.2009, OVG 5 N 40.07, OVG Berlin, Beschluss vom 20.03.1999, OVG 5 N 33.99).(Rn.5)

  2. Die Rechtsprechung der Zivilgerichte zur Frage, ob der Angenommene seinen Geburtsnamen aus schwerwiegenden Gründen beibehalten kann, ist nicht einheitlich. Während die überwiegende Zahl der Gerichte die Beibehaltung des Geburtsnamens des Adoptivkindes auch im Falle der Erwachsenenadoption nicht zulässt (Vergleiche: BayObLG, Beschluss vom 15.01.2003, 1Z BR 138/02; DNotZ 2003, 290; OLG Karlsruhe, Beschluss vom 23.12.1998, 4 W 7/97; NJW-RR 1999, 1089; OLG Celle, Beschluss vom 03.07.1996, 17 W 15/96; FamRZ 1997, 115; AG Sangerhausen, Beschluss vom 30.08.2012, 2 F 432/11 AD; OLG Hamm, Beschluss vom 30.06.2011, II-4 UF 186/10, FamRZ 2012, 138), belassen andere Gerichte dem volljährigen Adoptivkind unter bestimmten Voraussetzungen seinen Geburtsnamen (OLG Hamm, Beschluss vom 29.06.2012, II-2 UF 274/11, FamRZ 2013, 557; AG Leverkusen, Beschlüsse vom 17.12.2007, 14 XVI 12/07; FamRZ 2008, 2058, 16.04.2009, 14 XVI 1/09; AG Halberstadt, Beschluss vom 22.12.2011, 8 F 661/10 AD; RNotZ 2012, 574).(Rn.10)

  3. Die Pflicht, den gesetzlichen Namen zu führen, besteht nur in bestimmten Rechtsbereichen. Eine unvollständige Namensangabe im Übrigen ist hingegen weitgehend sanktionslos möglich.(Rn.12)

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