Constitutional complaint dismissed for insufficient substantiation

12/92Constitutional CourtSep 8, 1993Constitutional lawInadmissible

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Omnilex summary

The complainant brought a constitutional complaint against a Berlin Regional Court order arising from a series of mostly unsuccessful civil cases. She alleged that her lawyers had deceived her and that courts handling the matters had acted in favor of the opposing party. The Constitutional Court held that her submissions did not meet the minimum admissibility requirements under § 50 VerfGHG. It was not required to search the various case files for possible violations of her constitutional rights based on generalized accusations; she had to state those violations herself in detail. The complaint was therefore dismissed as inadmissible.

Omnilex headnote

§ 50 VerfGHG; substantiation requirements for a constitutional complaint. The complainant must set out the alleged violation of constitutional rights in a sufficiently specific manner and provide a factual basis from which the admissibility requirements can be assessed. General or sweeping accusations do not discharge that burden, even where the submission is extensive. The Constitutional Court is not required to investigate the underlying files of multiple proceedings in order to identify possible rights violations that the complainant has not adequately articulated.

Full text

Verfassungsgerichtshof des Landes Berlin — 12/92 — Beschluss

Entscheidungsdatum: 1993-09-08

Aktenzeichen: 12/92

ECLI: ECLI:DE:VERFGBE:1993:0908.12.92.0A

Dokumenttyp: Beschluss

Rechtskraft: ja

Orientierungssatz

  1. Es ist nicht Sache und Aufgabe des Verfassungsgerichtshofs, aufgrund pauschaler Vorwürfe Verfahrensakten auf etwaige Verletzungen von Rechten zu durchforsten, die einem Beschwerdeführer aus der Verfassung von Berlin zustehen. Das Gesetz über den Verfassungsgerichtshof verlangt vielmehr, daß dieser dies selbst im einzelnen darlegt.

Verfahrensgang

vorgehend LG Berlin, 14. April 1992, 55 T 23/92

Gründe

1 Die Beschwerdeführerin wendet sich mit ihrer Verfassungsbeschwerde gegen den Beschluß des Landgerichts Berlin vom 25. April 1992. Diese Entscheidung erging im Zusammenhang mit einer Vielzahl von Verfahren, die die Beschwerdeführerin im Hinblick auf vorangegangene überwiegend erfolglose Zivilprozesse betrieben hat. In diesem Verfahren fühlte sie sich von ihren Prozeßbevollmächtigten hintergangen und warf den mit den Sachen befaßten Gerichten vor, "zugunsten des Gegners" Rechtsbeugung begangen zu haben.

2 Die Ausführungen der Beschwerdeführerin enthalten weder eine ausreichende Substantiierung ihrer Vorwürfe noch entsprechen sie sonst den Mindestanforderungen, die das Gesetz an die Zulässigkeit einer Verfassungsbeschwerde knüpft, § 50 VerfGHG.

3 Es ist nicht Sache und Aufgabe des Verfassungsgerichtshofs, aufgrund der Vorwürfe der Beschwerdeführerin die diversen Verfahrensakten auf etwaige Verletzungen von Rechten zu durchforsten, die ihr aus der Verfassung von Berlin zustehen. Das Gesetz über den Verfassungsgerichtshof verlangt vielmehr, daß die Beschwerdeführerin dies selbst im einzelnen dartut. Der Sachvortrag der Beschwerdeführerin bietet trotz seines Umfanges keine ausreichende tatsächliche Grundlage, um aus sich heraus die erforderlichen Zulässigkeitsvoraussetzungen zu erfüllen. Die Verfassungsbeschwerde war daher als unzulässig zu verwerfen.

4 Die Kostenentscheidung folgt aus den §§ 33, 34 VerfGHG.

5 Dieser Beschluß ist unanfechtbar.

Permalink

Keywords

constitutional complaintadmissibilitysubstantiationburden of pleading

The complaint did not adequately substantiate the alleged violations or provide a sufficient factual basis for admissibility.

The Court need not search case files for possible violations based on general allegations; the complainant must set out the alleged violations in detail.

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