Occupational pension contribution claim partly settled, costs rejected

BV.2005.00040Social Insurance CourtJul 18, 2005Partially Granted

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Omnilex summary

The Zürich Social Insurance Court dealt with a pension-fund action for outstanding contributions, interest, administration costs, and enforcement costs. After the defendant withdrew its objection in the debt-enforcement proceeding, the court treated this declaration as an acknowledgment of the principal debt and administration costs, took note of the partial settlement, and struck the case off in that respect. The remaining request for CHF 100 enforcement costs was dismissed. The court held the proceedings to be free of charge and awarded no party compensation, because no frivolous or vexatious conduct was established.

Omnilex headnote

Art. 68 Abs. 2 SchKG; § 28 lit. a und e GSVGer; Art. 73 Abs. 2 BVG: Rückzug des Rechtsvorschlags in der Betreibung kann nach Treu und Glauben als Anerkennung der eingeklagten Hauptforderung verstanden werden, wenn die Prozesserklärung klar und vorbehaltlos ist. Wird die Klage dadurch teilweise gegenstandslos, ist sie insoweit abzuschreiben; der verbleibende Anspruch ist materiell zu beurteilen. Im berufsvorsorgerechtlichen Klageverfahren gilt grundsätzlich Kosten- und Entschädigungslosigkeit; eine Abweichung setzt leichtsinniges oder mutwilliges Verhalten voraus (vgl. § 33, § 34 GSVGer; § 1 Abs. 1 GebV SVGer). Die Betreibungskosten können als Teil der Vollstreckungskosten grundsätzlich vorweg vom Schuldner zu tragen sein, doch ist über ihre Zusprechung gesondert zu befinden.

Full text

BV.2005.00040

Sozialversicherungsgericht

des Kantons Zürich

III. Kammer

Sozialversicherungsrichter Faesi, Vorsitzender

Sozialversicherungsrichterin Annaheim

Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer

Gerichtssekretär O. Peter

Beschluss und Urteil vom 19. Juli 2005

in Sachen

BVG-Sammelstiftung der Rentenanstalt

General-Guisan-Quai 40, Postfach 2831, 8022 Zürich

Klägerin

gegen

K.___

Beklagte

Nachdem

die BVG-Sammelstiftung der Rentenanstalt beim Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Eingabe vom 11. April 2005 (Urk. 1; samt Beilagen [Urk. 2/1-57]) Klage gegen die K.___ erhoben hat, mit dem Rechtsbegehren, es sei diese unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu verpflichten, ihr ausstehende Beiträge in Höhe von Fr. 20'765.35 nebst 4.75 % Zins seit dem 16. August 2004, Fr. 300.-- Administrationskosten und Fr. 100.-- Zahlungsbefehlskosten (Betreibung Nr. A.___ des Betreibungsamtes B.___ [Zahlungsbefehl vom 17. November 2004 {Urk. 2/55}]) zu bezahlen (S. 2 Ziff. I);

unter Hinweis darauf, dass

die Beklagte mit Klageantwort vom 12. Mai 2005 (Urk. 6; samt Beilage [Urk. 7]) auf Neuberechnung der eingeklagten Beitragsforderung antrug,

die Klägerin mit Replik vom 23. Mai 2005 (Urk. 10) am eingangs gestellten Begehren vollumfänglich festhielt (S. 2 und S. 3 Ziff. II/2),

die Beklagte mit Zuschrift vom 7. Juli 2005 (Urk. 14) ihren am 19. November 2005 erhobenen Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. A.___ des Betreibungsamtes B.___ (Zahlungsbefehl vom 17. November 2005 [Urk. 2/55]) zurückzog;

in Erwägung, dass

die mit Eingabe vom 7. Juli 2005 (Urk. 14) abgegebene Prozesserklärung der Beklagten betreffend Rückzugs des Rechtsvorschlags in der Betreibung Nr. A.___ des Betreibungsamtes B.___ (Zahlungsbefehl vom 17. November 2005 [Urk. 2/55]) zulässig und klar ist (§ 28 lit. e des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [GSVGer] in Verbindung mit § 188 Abs. 3 des Gesetzes über den Zivilprozess [Zivilprozessordnung/ZPO]),

besagte Erklärung nach Treu und Glauben auf eine Anerkennung der eingeklagten Hauptforderung (Fr. 20'765.35 nebst 4.75 % Zins seit dem 16. August 2004 sowie Fr. 300.-- Administrationskosten; Urk. 1 S. 2 Ziff. I; Urk. 10 S. 2 und S. 3 Ziff. II/2) hinausläuft (vgl. § 28 lit. a GSVGer in Verbindung mit § 50 ZPO),

der Gläubiger im Übrigen ohne weiteres berechtigt ist, von den Zahlungen des Schuldners die Betreibungskosten vorab zu erheben (Art. 68 Abs. 2 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs; RKUV 2003 Nr. KV 251 S. 226; SZS 2001 S. 568);

in weiterer Erwägung, dass

nach Art. 73 Abs. 2 BVG und § 33 GSVGer das Verfahren vor dem Sozialversicherungsgericht in der Regel kostenlos ist und lediglich einer Partei, die sich leichtsinnig oder mutwillig verhält, eine Spruchgebühr und die Verfahrenskosten auferlegt werden können (wobei das Gleiche sinngemäss auch für die Prozessentschädigung an die obsiegende Partei gilt; § 34 GSVGer und § 1 Abs. 1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht [GebV SVGer]),

vorliegend noch keine Leichtsinnigkeit oder Mutwilligkeit der sich am Gerichtsverfahren aktiv beteiligenden und schliesslich zur grösstenteils formellen Prozesserledigung Hand bietenden Beklagten auszumachen ist, womit für eine vom Grundsatz der Kosten- und Entschädigungslosigkeit des berufsvorsorgerechtlichen Klageverfahrens abweichende Regelung der Nebenfolgen die Grundlage fehlt;

weshalb

zunächst vom Rückzug des Rechtsvorschlags in der Betreibung Nr. A.___ des Betreibungsamtes B.___ (Zahlungsbefehl vom 17. November 2004) und der demgemässen Anerkennung der eingeklagten Hauptforderung (Fr. 20'765.35 nebst 4.75 % Zins seit dem 16. August 2004 sowie Fr. 300.-- Administrationskosten) Vormerk zu nehmen und die Klage in diesem Umfang als dadurch teilweise erledigt abzuschreiben ist,

alsdann die Klage im verbleibenden Umfang (Fr. 100.-- Zahlungsbefehlskosten) abzuweisen ist,

schliesslich die Kosten- und Entschädigungslosigkeit des Verfahrens festzuhalten ist;

beschliesst das Gericht:

1. Vom Rückzug des Rechtsvorschlags in der Betreibung Nr. A.___ des Betreibungsamtes B.___ (Zahlungsbefehl vom 17. November 2004) und der demgemässen Anerkennung der eingeklagten Hauptforderung (Fr. 20'765.35 nebst 4.75 % Zins seit dem 16. August 2004 sowie Fr. 300.-- Administrationskosten) wird Vormerk genommen, und es wird die Klage in diesem Umfang als dadurch teilweise erledigt abgeschrieben.

2. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung gemäss nachfolgendem Erkenntnis.

erkennt das Gericht sodann:

1. Im verbleibenden Umfang (Fr. 100.-- Zahlungsbefehlskosten) wird die Klage abgewiesen.

2. Das Verfahren ist kostenlos.

3. Es werden gegenseitig keine Prozessentschädigungen zugesprochen.

4. Zustellung gegen Empfangsschein an:

  •  BVG-Sammelstiftung der Rentenanstalt, unter Beilage einer Kopie von Urk. 14
    
  •  K.\_\_\_
    
  •  Bundesamt für Sozialversicherung (BSV)
    

5. Gegen diesen Entscheid kann innert ** 30 Tagen** seit der Zustellung beim Eidgenössischen Versicherungsgericht Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereicht werden.

Die Beschwerdeschrift ist dem Eidgenössischen Versicherungsgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, in 3-facher Ausfertigung zuzustellen.

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift der beschwerdeführenden Person oder ihres Vertreters zu enthalten; die Ausfertigung des angefochtenen Entscheides und der dazugehörige Briefumschlag sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die beschwerdeführende Person sie in Händen hat (Art. 132 des Bundesgesetzes über die Organisation der Bundesrechtspflege [Bundesrechtspflegegesetz/OG] in Verbindung mit Art. 106 OG und Art. 108 OG).

Keywords

occupational pensioncontribution arrearsenforcement objectionacknowledgmentpartial settlementdebt-collection costscourt costsparty compensationgood faith interpretation

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the withdrawal of the debtor's objection and resulting acknowledgment of the main debt justified partial discontinuance of the lawsuit.

Extracted holding

The withdrawal of the objection was valid and, construed in good faith, amounted to acknowledgment of the claimed principal debt and administration costs; the case was therefore partially closed to that extent.

Extracted reasoning

A clear procedural declaration withdrawing the objection in enforcement proceedings can, under the rules on interpretation in good faith, be treated as recognition of the asserted main claim.

Key legal question

Whether the remaining claim for debt-collection costs of CHF 100 had to be granted.

Extracted holding

The remaining claim for debt-collection costs was rejected.

Extracted reasoning

While the creditor may in principle recover enforcement costs from payments, the court did not grant this item in the present dispositive section.

Key legal question

Whether costs and party compensation were to be imposed.

Extracted holding

The proceedings were free of charge and no party compensation was awarded.

Extracted reasoning

In occupational pension litigation, the procedure is generally free of charge; no frivolous or vexatious conduct justified departing from that rule.

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