No jurisdiction over legal aid request in pending divorce case

VO130025Supreme CourtMar 4, 2013Dismissed

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Omnilex summary

A._____ requested legal aid for a divorce proceeding pending at the Zurich District Court. The President of the Zurich High Court held that he lacked subject-matter competence because, under cantonal law, he may only decide legal-aid requests before filing an action or before the end of conciliation. The request therefore was not entered into, and no legal counsel was appointed. The court also confirmed that the legal-aid procedure itself is free of charge. It further informed the applicant of the possibility of filing a complaint with the Obergericht within 10 days.

Omnilex headnote

§ 128 GOG; legal aid competence of the High Court president; the president may decide applications for unentgeltliche Rechtspflege only before an action is filed or until conciliation is completed. For a pending or completed district-court proceeding, competence lies with the district court; such a request is therefore inadmissible before the president. Art. 119 Abs. 6 ZPO: proceedings on legal aid are cost-free. Art. 121 ZPO in conjunction with Art. 319 lit. b ZPO: the president's decision is an appealable first-instance decision by complaint to the High Court.

Full text

Obergericht des Kantons Zürich Präsident

Geschäfts-Nr.: VO130025-O/U

Mitwirkend: der Obergerichtspräsident lic. iur. R. Naef sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Leu

Verfügung vom 4. März 2013

in Sachen

A._____, Gesuchsteller

betreffend Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege

Erwägungen: 1.1. Mit Eingabe vom 10. Februar 2013 reichte A._____ (nachfolgend: Gesuch- steller) beim Präsidenten des Obergerichts des Kantons Zürich ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das Ehescheidungsver- fahren FE120777 des Bezirksgerichts Zürich in Sachen A._____ gegen B._____ ein (act. 1 und 2/1). 1.2. Im Schlichtungsverfahren werden gemäss Art. 113 Abs. 1 ZPO keine Partei- entschädigungen gesprochen, weshalb auch eine Sicherheit für die Partei- entschädigung i.S.v. Art. 99 ZPO nicht zur Frage steht. Die Gegenpartei ist daher gemäss Art. 119 Abs. 3 ZPO e contrario nicht zwingend anzuhören. 2. Dem Präsidenten des Obergerichts des Kantons Zürich obliegt gemäss § 128 GOG nur die Beurteilung von Gesuchen um Gewährung der unent- geltlichen Rechtspflege vor Einreichung einer Klage bei einem zürcheri- schen Gericht, namentlich für ein Schlichtungsverfahren vor einer zürcheri- schen Schlichtungsbehörde. In sachlicher Hinsicht ist er damit nur für vor- prozessuale Gesuche bzw. Gesuche bis zum Abschluss eines allfälligen Schlichtungsverfahrens zuständig. Nicht zuständig ist er hingegen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Rahmen eines bereits hän- gigen bzw. allenfalls bereits abgeschlossenen Verfahrens vor einem Be- zirksgericht, wie dies der Gesuchsteller beantragt (act. 1). Ein solches Ge- such ist direkt beim betreffenden Gericht zu stellen, vorliegend beim Be- zirksgericht Zürich. Dies gilt auch dann, wenn das Verfahren bereits abge- schlossen ist, wobei das Gesuch in diesem Fall als Ersuchen um rückwir- kende Gewährung der unentgeltliche Rechtspflege entgegen zu nehmen wäre. In jedem Fall fehlt es hierfür an der Zuständigkeit des Obergerichts- präsidenten, weshalb auf das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nicht einzutreten ist. 3.1. Gemäss Art. 119 Abs. 6 ZPO ist das Verfahren um unentgeltliche Rechts- pflege kostenlos.

3.2. Wird die unentgeltliche Rechtspflege ganz oder teilweise abgelehnt oder entzogen, so kann die gesuchstellende Person den Entscheid mit Be- schwerde gemäss Art. 121 ZPO beim Obergericht anfechten. Dass vorlie- gend der Obergerichtspräsident über das Gesuch befindet, vermag daran nichts zu ändern. Der Obergerichtspräsident fällt in diesem Verfahren einen erstinstanzlichen Entscheid i.S.v. Art. 319 lit. b ZPO und fungiert nicht als obere kantonale Instanz, gegen deren Entscheide lediglich ein Rechtsmittel ans Bundesgericht gegeben wäre. Es wird verfügt: 1. Auf das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird nicht eingetreten. Ein unentgeltlicher Rechtsbeistand wird nicht bestellt. 2. Das obergerichtliche Verfahren ist kostenlos. 3. Schriftliche Mitteilung an den Gesuchsteller (gegen Empfangsschein). 4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Oberge- richt des Kantons Zürich, Zivilkammern, Postfach 2401, 8021 Zürich, einge- reicht werden. In der Beschwerdeschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen. Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen. Die gesetzlichen Fristenstillstände gelten nicht (Art. 145 Abs. 2 ZPO).

Zürich, 4. März 2013

__________________________________ OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. A. Leu

versandt am:

Keywords

legal aidjurisdictiondivorceconciliationcost-free proceedingsnon-entry

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Key legal question

Whether the President of the Zurich High Court had jurisdiction to decide a legal aid request for an ongoing or already concluded district-court divorce proceeding.

Extracted holding

No. Such a request must be filed directly with the competent district court; the Obergericht president is competent only for pre-proceedural requests before filing or before completion of conciliation.

Extracted reasoning

Under § 128 GOG, the president may decide legal-aid requests only before an action is filed or up to the end of conciliation. In a pending or concluded district-court proceeding, competence lies with the district court itself; therefore the request could not be entertained.

Key legal question

Whether the proceedings before the Obergericht president were chargeable with costs.

Extracted holding

No. Proceedings on legal aid are free of charge.

Extracted reasoning

Art. 119(6) ZPO provides that legal-aid proceedings are cost-free.

Key legal question

Whether a legal remedy against this decision lies to the Obergericht.

Extracted holding

Yes, a complaint may be filed with the Obergericht within 10 days under Art. 121 ZPO; the president's decision is an առաջին-instance decision under Art. 319 lit. b ZPO.

Extracted reasoning

The president acts as a first-instance decision maker in this procedure, so the statutory complaint remedy applies.

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